12.Interview: Vom Stadtkind zum Melkprofi!

As salaamu alaikum und Hallo liebe Leser/innen,

Nach einem Aussetzer aus privaten Gründen, geht es heute in alter, bzw. neuer Frische an unser nächstes Hijrah-Interview 🙂

Ich freue mich sehr, euch wieder eine einzigartige Auswanderungs-Geschichte vorzustellen. Sie führt uns nun zum dritten mal nach Algerien, ist jedoch wieder ganz anders und zeigt die vielfältigen Möglichkeiten auf, die man im Ausland haben kann!

Es geht also diesmal um die Schwester Umm Idris [Mutter von Idris], welche mit ihren 4 Kinder den Schritt ins Land ihres Mannes gewagt hat.

Sie hat sich damit nicht nur den Traum vom Auswandern erfüllt, sondern auch einen lang gehegten Kindheitstraum: nämlich mit Tieren zu arbeiten!

Nun kommt das wirklich nicht alle Tage vor: ein Stadtmädchen bevorzugt das Leben auf einem Bauernhof!?! Ich kann es allerdings ein Stück weit nachvollziehen, denn auch ich liebe Tiere und Natur. Auf Dauer wäre mir das jedoch zu einsam.

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Dafür muss man glaube ich einfach der Typ dafür sein, denn nicht jeder kommt mit dieser Einsamkeit zurecht. Wobei dies auch ein sehr guter Schutz vor den Fitan [Versuchungen] ist, die heutzutage überall vermehrt auftreten.

Lest also selbst diese ungewöhnliche Geschichte von einer starken Persönlichkeit:


Frage 1: Wohin bist du ausgewandert?

zeit für neuesNach Algerien AlhamduliLLAH., seit Ende 2016.

Frage 2: Wie alt waren deine Kinder bei der Auswanderung?

7, 5, 3 und 1 Jahr.

Frage 3: Warum hast du dir ausgerechnet dieses Land ausgesucht?

Mein Mann ist Algerier und uns schien es allgemein am unkompliziertesten, dahin auszuwandern.

Frage 4: Was waren deine Beweggründe für die Hijrah?

Natürlich in erster Linie, um den Islam besser leben zu können und auch meinen Kindern ein besseres islamisches Umfeld zu geben.


Frage 5: Hattest du finanzielle Rücklagen als du ausgewandert bist?

Ja, alhamduliLlah.

Frage 6: Hattest du vorab ausreichend Sprachkenntnisse?

Naja „ausreichend“ vielleicht nicht gerade. In Algerien wird in erster Linie Arabisch gesprochen, aber z.T. in einem Dialekt, der in mancher Hinsicht weit vom Hocharabischen entfernt ist. Meine Arabisch Kenntnisse waren allerdings auch nicht gerade sehr ausgeprägt.

Französisch ist hier zweite Amtssprache und das konnte ich noch ganz passabel aus Schulzeiten, AlhamduliLLAH. Ich habe aber auch festgestellt, dass doch recht viele, gerade von den jüngeren Generationen, auch Englisch sprechen. Dadurch, dass ich nun mit drei Sprachen mehr oder weniger gut kommunizieren kann, ist es mir möglich, meinen Alltag zu meistern 😁

Frage 7: Wie hat deine Familie auf deine Auswanderung reagiert?

Meine Familie war leider überhaupt nicht begeistert [haben sich aber inzwischen damit abgefunden!].

Frage 8: War ein Visum für das Land XY notwendig?

Ja, ein Visum war nötig.

Frage 9: Hat dein Ehemann oder du eine Arbeitsstelle vor Ort, oder wie wird euer Lebensunterhalt gesichert?

Ja, wir haben einen Bauernhof. Wir leben sozusagen ein wenig „ab vom Schuss“. Die nächste große Straße ist ca. 10km entfernt, der Weg zu uns ist Feldweg. AlhamduliLLAH haben wir hier aber Strom und dank unseres Brunnens auch fließend Wasser.

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Die nächst- größte Stadt im Sandsturm
Frage 10: Weshalb habt ihr euch ausgerechnet für das Leben in Abgeschiedenheit entschieden?
Wir haben lange auf unsere Hijra hingearbeitet und meinem Mann war es wichtig, dass wir von vornherein hier ein Einkommen haben werden biidhnillah. In dieser „Überlegungszeit“ sind die Grundstückspreise sehr gefallen, sodass mein Mann auf die Idee mit dem Bauernhof kam und quasi „zugeschlagen“ hat, AlhamduliLLAH. Außerdem bietet eine Landwirtschaftliche Tätigkeit für uns als Familie sehr viele Vorteile: als erstes ist es natürlich etwas, was immer benötigt wird,- anders als ein einfaches Geschäft. Da kann es immer wieder vorkommen, dass das Interesse verloren geht für die Dinge, die man verkauft.
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Desweiteren kann man sich zu einem gewissen Teil selbst versorgen und hat somit die absolute Gewissheit über die Qualität der eigenen Lebensmittel. Und natürlich ist es auch gut für unsere Kinder, hier aufzuwachsen AlhamduliLLAH. Sie wissen, wie Obst und Gemüse wächst, wie man Tiere versorgt und können unbeschwert auf unserem Grundstück spielen, denn weit und breit fährt kein Auto.
Frage 11: Stört es euch nicht, so abgeschieden zu leben?
Die Abgeschiedenheit stört uns nur bedingt. Als ich noch ein Kind war, wurde ich sozusagen auch eher in die „Richtung“ lieber „unter sich sein“ erzogen, indem meine Eltern es mir so vor lebten. Z.b. Haben Sie ein abgeschiedenes Gartengrundstück in Deutschland, wo wir unsere Ferien verbrachten.
Das heißt natürlich nicht, dass ich partout nicht gern unter Menschen bin, im Gegenteil gefällt mir das auch, aber nach einer gewissen Zeit merke ich, dass es mir „zu viel“ wird und ich wieder für mich alleine sein möchte.

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Frage 12: Das klingt ja interessant! Hattet ihr Agrarwissenschaftliche Vorkenntnisse?
Mein Mann ist hier in der Gegend, die von Landwirtschaft und Viehhaltung geprägt ist, aufgewachsen und hat dem entsprechend auch genügend Vorkenntnisse gehabt. Ich hingegen bin eher in der Stadt groß geworden, aber AlhamduliLLAH hat es mich schon als Kind immer aufs Land gezogen, wo meine Großeltern leben. Mein Opa hatte einen kleinen Gemüsegarten mit Kartoffeln, Möhren usw. Außerdem war ich schon immer total vernarrt in Tiere, insbesondere Pferde und habe gerne meine Ferien auf einem Reiterhof verbracht. Von daher ist mir Stallarbeit auch nicht fremd.
Allerdings sind hier auch einige total neue Aufgaben auf mich zugekommen: z.B. Melken, mit der Hand versteht sich 😉
Da hab ich schon einige Zeit rumprobieren müssen, bis ich den Dreh raus hatte und ich sag euch, das ist super anstrengend SubhanaALLAH! Denn man beansprucht da Muskeln in der Hand, die man vorher gar nicht kannte. Bis man da 8 Liter aus so einer Kuh gemolken hat, das dauert.
Diese Hürde war nun AlhamduliLLAH geschafft, da bringt mein Mann eine ZIEGE zum melken 😅 Die ist dann auch nochmal anders zu melken, als eine Kuh. Naja jetzt bin ich Melkprofi 😁
Ja und ansonsten genieße ich die Arbeit mit den Tieren sehr, auch wenn mal eins krank ist, da kann ich meinen Kindheitstraum der Tierärztin ausleben😅 Spritzen kann ich nun auch verabreichen. Auch für unsere Kinder ist es hier toll AlhamduliLLAH. Sie haben schon einige Tiergeburten miterleben können.

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Frage 13: Kannst du dir vorstellen, bis ins hohe Alter dort zu bleiben?

Definitiv ja. InshaALLAH

 

Frage 14: Welche Schule besuchen deine Kinder dort?

Sie besuchen eine normale staatliche Schule.

Frage 15: Dein bestes Erlebnis im Ausland?

„Das“ Erlebnis an sich gibt es eigentlich nicht. Viel mehr ist es das schöne Gefühl unter Muslimen Leben zu können, das ich sehr schätze AlhamduliLLAH. Ebenso, dass ich meine Religion hier ohne Probleme,wie man sie zuvor in Deutschland hatte, praktizieren kann.

Frage 16: Dein schlimmstes/ eindrücklichstes Erlebnis:

AlhamduliLLAH ist mir hier noch nix wirklich „schlimmes“ passiert. Aber vielleicht ein Punkt, der für mich am Anfang sehr schwierig war: Dass man sehr abhängig vom Ehemann ist. In Deutschland konnte ich viele Dinge selbst erledigen, hier ist man meist durch die sprachlichen Schwierigkeiten erstmal eingeschränkt. Aber auch allgemein, wie Dinge ablaufen o.ä. kennt man noch nicht und ist auf Hilfe angewiesen wa AlhamduliLLAH.

Abschlussfrage: Welchen Ratschlag hast du für deine Geschwister, die auch Hijrah machen möchten, parat?

Denkt immer daran, dass Allah der beste Planer ist!

Egal wie sehr ihr euch über das Hijra- Land informiert und andere Schwestern, die schon in dem Land leben, nach ihren Erfahrungen befragt- für euch kann alles komplett anders kommen. Das meine ich jetzt im positiven Sinne 😉

Also wenn Schwestern z.B. negative Dinge berichten, kann es sein, dass ihr diese nie erlebt. Vertraut auf Allah! Und haltet euch immer wieder vor Augen, wie viel Gutes eine Hijra in sich trägt, MashaALLAH.

Wenn ihr dann den Schritt wagt, so haltet an der schönen Geduld fest. SABR, SABR UND NOCHMALS SABR. Gebt nicht so einfach auf!
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Nach Schnee kommt immer auch Sonnenschein, nach Erschwernis kommt immer Erleichterung!
Es werden schwierige und turbulente Zeiten kommen, aber vergesst nicht: Der Shaytan will euch nur den großen Lohn und Segen der Hijra wegnehmen!

 👍Vielen Dank und baarakaLlahu feeki für dein sehr interessantes Interview, liebe Umm Idris! Möge Allah euch reichlich für eure Auswanderung belohnen und euch alles erleichtern!
Liebe Leser/innen, ihr könnt glaube ich selber heraus lesen, dass es sich lohnt, auszuwandern, wenn man dadurch sogar seinen Kindheitstraum erfüllen kann. Da nimmt man dann gerne anfängliche Schwierigkeiten wie (vorübergehende) Abhängigkeit in Kauf. Abgesehen davon ist Selbstversorgung heutzutage das Beste, was man machen kann!
Diese Familie hat sich zwar lange innerlich auf die Auswanderung vorbereitet, jedoch auch gezeigt, dass man bei richtiger Gelegenheit einfach „zuschlagen“ MUSS, um sie nicht zu verpassen.
Mögen noch viel mehr Familien durch unsere Beispiele ermuntert werden, die Auswanderung zu wagen!
In diesem Sinne, liebe Grüße!
Eure Khalisa

 

7.Interview: Algerien² – Chwija bi chwija (Step by Step)!

As salaamu alaikum wa Rahmatullahi wa Barakatuh liebe Leser/innen,

Das heutige Interview führt uns ein zweites mal ins wunderschöne Algerien. Denn es gibt eine Menge deutsche Schwestern dort, und jede Auswanderung ist nochmal ganz individuell.

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Jardin d´Essai- Großer Stadtpark in Algier

 

Unsere heutige Protagonistin heißt UmmIlyas („Mutter von Ilyas“) und hat sich von ihren Eltern losgelöst, obwohl sie deren einzige Tochter ist. Das ist bestimmt für niemanden leicht gewesen- weder für ihre Eltern, noch für sie! Jedoch muss man eben bereit sein, etwas aufzugeben, wenn man auswandern will.

 

Das Schöne in diesem Fall ist. dass sie und ihre Eltern sich jedes Jahr gegenseitig besuchen! Ich finde das sehr vorblidlich und bewundernswert. Das zeigt eine Menge Toleranz von Seiten der Eltern.

Allerdings kann man auch sagen: Wer sein Kind wirklich liebt, kennt keine Grenzen! Der wird sein Kind lieben, egal ob es Hindi, Christ oder Muslim geworden ist!

Gott sei Dank habe ich ebenso solche Eltern, die sich nach Somalia getraut haben. Ich dachte allerdings, dies sei ein Einzelfall 🙂

Die Überschrift hat sich UmmIlyas wohl so ausgesucht, weil sie diese andere Mentalität mit  mehr Gelassenheit schätzen gelernt hat. Und wohl auch, weil es eine gewisse Zeit braucht, bis man sich in einem fremden Land an alles gewöhnt hat- eben Step by Step!

Nun möchte ich euch die Geschichte von UmmIlyas aber nicht länger vorenthalten. Los geht´s also mit dem 7.Interview!

Frage 1: Wohin bist du ausgewandert?

Wir sind nach Algerien ausgewandert, in einen Vorort von Algier.

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Die Straße von UmmIlyas

Frage 2: Warum hast du dir ausgerechnet dieses Land ausgesucht?

Mein Mann ist Algerier. Deswegen lag es auf der Hand, in dieses Land aus zu wandern.

Frage 3: Was waren deine Beweggründe für die Hijrah?

Die Atmosphäre in Deutschland hat sich meiner Meinung nach verschärft. Nach Sarazzin, AfD und Co. ist es nicht mehr so wie früher. Allerdings war es vorher auch schon nicht immer leicht. Abgesehen davon war ich es leid, mich andauernd zu rechtfertigen, zu verteidigen, zu erklären. Ich wollte meine Kinder auch davor schützen, immer das Gefühl zu haben „anders“ zu sein (im negativen Sinne).

Frage 4: Hattest du finanzielle Rücklagen als du ausgewandert bist?

Wir hatten uns ein kleines Polster angespart…

Frage 5: Hattest du vorab ausreichend Sprachkenntnisse?

Naja…ich bin einigermaßen klar gekommen. Mein Algerisch war/ist `so lala´. Aber ich kann alleine einkaufen, Auto fahren und Co. Dafür reicht es aus!

Frage 6: Wie hat deine Familie auf deine Auswanderung reagiert?

Sie haben es befürchtet und waren sehr traurig. Da ich ihre einzige Tochter bin, ist es nochmal härter. Aber sie kommen jedes Jahr zu Besuch im Frühling. Und in den Sommerferien sind wir oft in Deutschland…von daher geht es… Aber sie hätten uns lieber bei sich in der Nähe…!

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Madame L´Afrique- Kirche im Herzen Algiers

Frage 7: War ein Visum für das Land XY notwendig?

Ja, für Algerien braucht man ein Visum. Aber mittlerweile habe ich mein Zwei-Jahres Visum…was in sha Allah bald auf zehn Jahre aufgestockt wird.

Frage 8: Hat dein Ehemann oder du eine Arbeitsstelle vor Ort, oder wie wird euer Lebensunterhalt gesichert?

Mein Mann arbeitet über Deutschland…hat also einen deutschen Arbeitgeber…ist aber weltweilt aktiv.

Frage 9: Kannst du dir vorstellen, bis ins hohe Alter dort zu bleiben?

Ja, das kann ich mir vorstellen….der Gedanke ist zwar noch etwas seltsam…aber ja!

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Garten von UmmIlyas

Frage 10: Wie alt waren deine Kinder bei der Auswanderung?

Meine Tochter war 10, mein Sohn 7 und meine Kleine grade ein Jahr…

Frage 11: Welche Schule besuchen deine Kinder dort?

Im Moment besuchen die Großen noch eine Privatschule…aber nächstes Schuljahr wechseln sie auf eine staatliche Schule…Meine Kleine geht in einen Kindergarten, auch privat… Aber das auch nur, weil er direkt in unserer Straße liegt.

Frage 12: Dein bestes Erlebnis im Ausland:

Ganz allgemein die Atmosphäre… Freundlichkeit, die Leute hier sind einfach lockerer. Es ist nicht so verkrampft.

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Moschee in einer der Nebenstraßen bei UmmIlyas

Frage 13: Dein schlimmstes/eindrücklichstes Erlebnis:

Dass mein Sohn in der Schule von der Lehrerin geschlagen wurde…und sie keine Einsicht zeigte, nachdem wir mit ihr gesprochen hatten…

Abschlussfrage: Welchen Ratschlag hast du für deine Geschwister, die auch Hijrah machen möchten, parat?

Mein Tipp: Man sollte nicht erwarten, nur weil man in ein „islamisches“ Land auswandert, jetzt alles super islamisch ist. Weder die Menschen, noch die Gesetzgebung hält sich unbedingt an den Islam. Es gibt auch hier Alkohol, Drogen, Gewalt, Kriminalität und Prostitution!

Und man darf nicht nachlassen, seine Religion weiter zu studieren und zu lernen! Es ist trügerisch zu denken..“ach ich lebe ja in einem islamischen Land, das reicht!“ (der Gedanke kann sich einschleichen!) Man muss weiter lernen und seine Religion kennen. Denn es schleichen sich gerne Traditionen ein, die nichts mit dem Islam zu tun haben…

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Algerien- das Europa Afrika´s!

Vielen Dank liebe UmmIlyas für die Teilnahme am Interview und für den Einblick in deine Auswanderung. Möge Allah es euch mit dem Besten vergelten, dass ihr die Zelte abgebrochen habt auf Seinem Wege!

Was mir dazu noch einfällt: Es ist wirklich nicht damit getan, die Hijrah (Auswanderung) zu machen, und gut ist. Nein, dann fängt der „Kampf mit dem inneren Schweinehund“ erst so richtig an!! Denn dann kommt es darauf an, Ausdauer zu zeigen in seinem Vorhaben, und sich nicht durch so manchen unangenehmen Vorfall aus der Bahn werfen zu lassen!

Möge Allah alle standhaft machen, welche die Hijrah bereits vollzogen haben, und möge Er denjenigen, die sich dasselbe wünschen, den Weg leicht machen!

Bis bald (in shaa Allah),

Eure Khalisa

 

 

Hijrah nach Algerien: Das beste aus der Situation machen, und Kompromisse eingehen!

As salaamu alaikum und Guten Morgen/Tag/Abend an meine lieben Leser,
Ich habe die Ehre, euch das 1. Interview, was ich euch bereits in meinem Artikel über das Auswandern angekündigt hatte, vorzustellen. Es geht um unsere Schwester Amina, welche vor einigen Jahren schon nach Algerien ausgewandert ist (maa shaa Allah). Sie wohnt mit ihrer Familie in Tiaret, ca. 300 km von der Haupstat Algier entfernt.
Ihre Beweggründe für´s Auswandern, und mehr, erfahrt ihr nun hier!

Interview mit Amina

Frage 1: Wohin bist du ausgewandert?

Ich lebe seit fast 9 Jahren in Algerien.

Frage 2: Warum hast du dir ausgerechnet dieses Land ausgesucht?

Mein Mann stammt von hier.

Frage 3: Was waren deine Beweggründe für die Hijrah?

Ja, Beweggründe… Erstmal, dass die Kinder wegen der islamischen Erziehung keine Probleme in der Schule haben und das man hier doch besser nach dem Islam leben kann, als in Deutschland.

Frage 4: Hattest du finanzielle Rücklagen als du ausgewandert bist?

Ja, bißchen Rücklagen hatten wir, alhamdulillah, aber nicht wirklich viel.

Frage 5: Hattest du vorab ausreichend Sprachkenntnisse?

Nein, hatte nicht wirklich Sprachkenntnisse, mir sind Fremdsprachen noch nie leicht gefallen.

Frage 6: Wie hat deine Familie auf deine Auswanderung reagiert?

Naja, meine Familie war nicht gerade begeistert, wie man sich vorstellen kann, aber es ist ja mein Leben.

Frage 7: War ein Visum für das Land XY notwendig?

Ja, Visum brauchte ich.

Frage 8: Hat dein Ehemann oder du eine Arbeitsstelle vor Ort, oder wie wird euer Lebensunterhalt gesichert?

Mein Mann ist alhamduliLlah selbstständig.

Frage 9: Kannst du dir vorstellen, bis ins hohe Alter dort zu bleiben?

Ja, ich könnte mir vorstellen hier alt zu werden, ich habe gar keine Lust auf DE, wenn meine Mama da nicht wäre.

Frage 10: Wie alt waren deine Kinder bei der Auswanderung?

Unsere Kinder waren 6 und 1 Jahr. 

Frage 11: Welche Schule besuchen deine Kinder dort?

Im Moment gehen sie noch zur Grundschule und in die Weiterführende Schule.

Frage 12: Dein bestes Erlebnis im Ausland:

Der Adhan [Gebetsruf, Anm.der Redaktion].

Frage 13: Dein schlimmstes/eindrücklichstes Erlebnis:

Dieser Müll, der hier überall leider rumliegt!

Abschlussfrage: Welchen Ratschlag hast du für deine Geschwister, die auch Hijrah machen möchten, parat?

 

Als Ratschlag kann ich nur geben… Folgt Eueren Herzen und macht die Hijrah!

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Mein Fazit:

Ersteinmal vielen Dank und baarakaLlahu feeki für deine Teilnahme, liebe Amina! ❤
Die Bilder sind unheimlich beeindruckend wie ich finde, einfach wunderschön! Algerien erscheint mir beinahe für die Arabischen Länder das gleiche zu sein, wie die Schweiz es für Europa ist (ok, andere Größenordnung!): Wunderschöne, vielseitige Natur- für Afrikanische/ Arabische Verhältnisse sehr grün (maa shaa Allah)!
Es ist sehr bemerkenswert, dass Amina und ihre Familie mit relativ bescheidenen Rücklagen die Hijrah vollzogen haben, und dass ihr Mann es inzwischen bis zur Selbstständigkeit geschafft hat. Trotz einiger Hürden, wie das Aneignen einer komplett neuen Sprache, und ungewohnten Umständen (überall Müll!), hat sie sich nicht von der Auswanderung abhalten lassen, maa shaa Allah.
Möge Allah ihre Familie segnen und reichlichst belohnen, dass sie alles in ihrer Heimat aufgegeben haben, um ihre Religion in Ruhe auszuleben!
Von nun an werde ich jeden Freitag ein neues Interview veröffentlichen (in shaa Allah). Ihr dürft gespannt sein, denn es sind verschiedenste Länder und Leute dabei!
Bis bald (in shaa Allah),
Eure Khalisa