Abwarten und… Tee trinken!

Ich muss mir mal den Frust ein bisschen raus schreiben. Es passieren momentan einige Dinge, die mich einfach frustrieren, die ich aber schlecht ändern kann. Also bleibt mir nichts übrig, als sie so hinzu nehmen und zu akzeptieren. Und eventuell darüber zu schreiben!

Zum einen stört es mich, dass man mit seinen muslimischen Geschwistern nichts auf die Reihe kriegt. Egal, was man plant, egal, was für tolle und innovative Ideen man hat- man kann sich sicher sein, dass sie wieder im Sand verlaufen und dort von noch mehr Sand überollt werden. Wahrscheinlich ist es garnicht böse gemeint von den Schwestern. Sie sind einfach sehr in ihre eigenen Pflichten als Mutter, Hausfrau, Eherau und eventuell noch Studium und andere Projekte eingebunden. Deswegen kann man es ihnen garnicht übel nehmen, dass da kein Platz mehr ist für außergewöhnliche Ideen, bzw. deren Umsetzung.

Was ist aber nun die Lösung? Sollte man sich legastenisch hinsetzen und auf sein Ende warten? Einfach aufgeben, Sand in den Kopf? Oder doch besser alleine kämpfen?

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Eine andere Sache, die mich beinahe aus meiner Fassung bringt, ist unsere Reise, die wir schon längst antreten wollten, jedoch immer noch hier sind. Sitzen hier fest, abhängig von den korrupten Behörden in Somalia. Wir wollten ja eigentlich schon in Äthiopien sein, aber nein, davor brauchten meine Co-Schwester und ihre Kinder erst noch neue Somalische Pässe, da sie mit uns nach Äthiopien kommen, um ihre abgelaufenen Dänischen Pässe neu zu beantragen. Dann waren die nach 3-4 Wochen endlich da, jedoch brauchten sie plötzlich auch noch Visa für Äthiopien. Denn wie ihr vielleicht wißt, ist man mit Somalischem Pass nichts wert in dieser Welt. Oder zumindest an den Grenzübergängen: Überall muss man um Eintritt betteln in Form von langwierigen und kostspieligen Visa!

Nun hat die Äthiopische Botschaft in Garowe ausgerechnet diese Woche ihren Vorsitz gewechselt. Das heißt, vor Samstag werden sie nicht mehr anfangen zu arbeiten. Also wurden unsere Somalischen Pässe heute wieder nach Mogadischu geschickt, in der Hoffnung, dass dort alles schneller geht. Mal gucken, wer schneller ist- die hiesige Botschaft mit ihrer Neueröffnung, oder die dortige Botschaft mit Erstellung unserer Visa!

So langsam packe ich die gepackten und verstauten Kleider wieder aus. Jeden Tag, Stück für Stück. Denn wir wollten ja eigentlich schon weg sein. Als Deutsche komm ich mit so einer unplanbaren Reise nur schwer zurecht. Es nervt mich gehörig, nicht einfach los zu reisen, wenn man theoretisch bereit dazu ist!

Aber gut, Allah ist der Beste Planer! Vielleicht möchte Er uns vor etwas bewahren, denn Er weiß ja, was am besten für uns ist!

 

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Und wie ich diese Zeilen so schreibe, wird mit bewußt, dass es zum jetzigen Zeitpunkt wirklich nicht günstig wäre, zu verreisen. Denn 3 von uns, darunter mein Mann, sind nun auch noch erkrankt. Also heißt es nichts, als „Alhamdulillah ala kulli haal“ zu sagen, was soviel heißt wie „Gott sei Dank unter jeden Umständen!“ und geduldig abzuwarten, was kommt.

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„Es ist keine Kunst zu warten, aber es ist eine Kunst, während dem Warten sein gutes Benehmen zu wahren.“ Da steckt so viel Weisheit drin! Möge Allah mir helfen, innerlich gelassen zu bleiben, bei allem, was kommt!

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Dieser Du´a (Bittgebet) bleibt nichts mehr hinzuzufügen außer dem Wort „Amiin!“ – So sei es!

Macht auch Du´a für uns, dass wir endlich unsere Reise antreten können- und das auch sicher, in shaa Allah!

Bis bald,

Eure Khalisa

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