Mein Eid in Somalia

In diesem Artikel möchte ich euch zeigen, wie ein Eid in Somalia aussieht. Wie ihr wahrscheinlich wisst, haben Muslime zwei riesen Feste (so wie die Christen Weihnachten und Ostern)- das Erste im Jahr ist Eid-ul Fitr, das Fest des Fastenbrechens. Es findet am Ende des Ramadans statt und wird durch die Mond-Sichtung bestimmt. Da sich der islamische Kalender nach dem Mond richtet, verschieben sich die jährlichen Termine immer um ca. 10 Tage.

Wo ist der Mond?

Am letzten Tag im Ramadan stellt sich die große Frage: „Ist morgen Eid oder müssen wir noch einen weiteren Tag fasten?“. Jeder hält nach der Mondsichel Ausschau. Ich helfe Shakila, unserer Helferin, auf unser Dach rauf. Mit ihrer typischen Leichtigkeit flitzt sie die Leiter hinauf, um dann enttäuscht festzustellen: kein Mond in Sicht!

Also heißt es, warten und gelegentlich ins Handy gucken. Ich bin die erste, die eine Kettennachricht von Islam-study auf Whatsapp entdeckt: Yes, der Mond wurde in Saudi Arabien, den Emiraten und Australien gesichtet, also ist morgen Eiiiiid!!! Alle springen rum und jauchzen vor Freude, umarmen sich.

Allerdings scheinen wir bisher die Einzigen zu sein, die darüber Bescheid wissen. Denn in den Moscheen erklingt sogar der Gebetsruf für´s Nachtgebet, ohne irgendeine weitere Meldung. Unsicherheit beginnt. Dieses Jahr ist es besonders spannend. Dann wird sogar Tarawih gebetet. Mmmh. Ich rufe meinen Mann an, und frage ihn, ob er nicht seine Freunde in Australien und Co. anrufen könne. 5 Minuten später kommt dann die Antwort von allein: Allahu akbr, Allahu akbar, La illaha illla Llaaah! Allahu akbar Allahu akbar, wa liLlahi-l hamd! Tönt es aus den Moscheen. Diese Sätze werden -Fest über immer wieder gesungen. Juhuuu, die Freude ist riesig! Unserer Helfer, welche aus Bauersfamilien aus dem Süden kommen und noch sehr afrikanisch-traditionell angehaucht sind, fangen an, auf leeren Ölkanistern zu trommeln. Dazu tanzen die Kinder vor Freude und singen etwas passendendes dazu. Hier ein kleiner Einblick 😀

Da der islamische Tag bereits ab dem EIntritt des Abends anfängt, haben wir also eigentlich schon Eid. Bloß das „richtige“ Eid ist erst morgen, nach dem Eid-Gebet.

Letzte Vorbereitungen auf Hochtouren

Ich fange an, mit der 11-jährigen Aischa einen Schockoladenkuchen vorzubereiten, den sie sich so sehr gewünscht hat. Sie ist auch diejenige, die bis spät in der Nacht das Wohnzimmer mit Luftballons und Süßigkeiten dekoriert. Bloß brauchen wir noch Kakao für den Kuche! Also gehen wir zum nah gelegenen Supermarkt. Darin geht es schon ziemlich freudig zu: neben Eid- Nasheeds (Liedern) werden die Leute ermutigt, noch die allerletzten Besorgungen zu machen. Den Kakao haben wir nicht gefunden, jedoch Popkorn- Tüten aus Pappa, wie aus den Kinos. Und natürlich- eine Portion Eiscream durfte auch nicht fehlen 😉

Meine Co-Schwester fährt in der Zeit noch ein letztesmal in die Stadt, um letzte Besorgungen zu machen. Okay, das vorletzte mal. Im Gepäck all die anderen Kinder, die auch ins Vergnügen einer Eiscream kommen. Gott sei Dank findet sie sogar eine fertige Schocko-Kuchen Mischung. Umso besser! Die Stadt ist so voll, dass man kaum vorwärts kommt.

Überraschender Weise bekommen wir noch ein bisschen Extra Geld, wovon ich mir eine Abaya kaufen will. Nach dem Kuchen backen und dem Kinder ins Bett bringen, wollen wir also noch einmal los. Problem: meine Kleine Tochter merkt, dass ich nochmal weg möchte, und schläft weder ein, noch lässt sie mich aus ihren Armen weg! Aber länger als bis um Mitternacht konnte sie dann auch nicht wach bleiben.

Leicht ermüdet ging ich zu meiner Co-Schwester. Bestimmt sei es jetzt zu spät, und alle Geschäfte geschlossen? Nein, keineswegs- let´s go! Inzwischen ist die Stadt nicht mehr rappel voll. Dafür voller Müll, denn überall liegen die durchsichtbaren Tüten von den neuen Kleidungsstücken rum. Wahnsinn. Wo das wohl alles landet?

Wir gehen von Geschäft zu Geschäft, und werden beim 3. fündig. So viel Auswahl, so viel Farben und Glamour! So eine Auswahl an wunderschönen Festkleidern für Groß und Klein hab ich in Deutschland nie gesehen. Kommt natürlich alles aus Indien, dementsprechend auch so Farbenfroh und teilweise fast kitschig. Gut, aber ich wollte ja nur eine schlichte Abaya, ein Kleid, welches ich draußen unter dem Hijab anziehen kann. Der Preis wird 2 Dollar herunter gehandelt und dann können wir uns endlich nach Hause begeben. Aber erst, nachdem wir noch ein paar kleine Spielzeuge für die Kleinsten gekauft haben!

Um 1 Uhr nachts kommen wir erschöpft zurück. Dann muss ich enttäuscht feststellen, dass mein neues Kleid zu kurz ist. Na toll, umtauschen geht jetzt nun wirklich nicht mehr! Also muss mein alter Hijab herhalten und mein Kleid erstmal zum Schneider. Witzigerweise sind meine neuen Schuhe auch noch beim Schuster, also nichts da mit neuer Montur an Eid! Aber egal, hauptsache die Kinder tragen ihre wunderschönen Kleider und freuen sich darüber.

Für´s Henna auftragen ist es nun auch zu spät. Ich sollte nämlich alle Mädels in unserem Haus bemalen, verschiebe es jedoch auf morgen. Gerade soeben schaffe ich noch meine eigenen Hände etwas zu bemalen. Dank Youtube kriege ich genug Inspiration. Und mit einem Podcast von Laura Malina Seiler im Ohr, merke ich gar nicht, wie die Zeit vergeht. Um 2:30 falle ich dann halb tot ins Bett. Morgen wird ein langer Tag.

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Der Eid- Morgen

Morgens um kurz nach 5 Uhr schaffe ich es gerade noch, das Morgengebet zu beten. Wär´ ich bloß früher eingeschlafen! Während ich die anderen Kinder schon ganz aufgeregt rumwuseln höre, lege ich mich noch einmal kurz hin. Jede Minute Schlaf ist wertvoll. Dann jedoch ist es um 6:30 höchste Zeit, die Kinder und sich selbst vorzubereiten. Gemäß islamischer Tradition (Sunnah) wird noch schnell geduscht und danach „in Schale“ geschmissen. Um 7 Uhr tönt es von draußen schon überall den Eid-Gesang (s.oben). Ui, jetzt aber schnell! Wir schaffen es erst 7:30 aus dem Haus und laufen schnell zu unserer Moschee, welche maximal 5 Gehminuten von uns entfernt, und schon so richtig voll ist!

Das Eid-Gebet

Gott sei Dank sind wir noch nicht zu spät und können uns zwischen den Leuten noch einen Platz ergattern. Erst einmal müssen wir jedoch an der Schlange von Bettlern hindurch. Bei diesem Eid Fest ist es übrigens Pflicht für jeden Muslim, bzw. jedes Familienoberhaupt, eine Spende für die Armen abzugeben, die Zakat-ul- Fitr. Sie gilt als Läuterung und beinhaltet Grundnahrungsmittel für eine ganze Familie. Mein Mann verteilte am Tag zuvor ganze Ladungen an Lebensmitteln und sogar Eid-Kleidung an die Bedürftigen, auch im Namen seiner Verwandten aus dem Ausland.

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Vor der Moschee versammeln sich eine Reihe an Bedürftigen.

Die gesamte Moschee wurde eigens für die Frauen frei geräumt. Der Imam ruft noch fleißig zum Spenden auf, Spenden für Waisenkinder und den Moscheebau. Jeder kann mit seinem Handy direkt auf den Account der Moschee überweisen (ja, so modern geht es hier zu!). 5 Dollar, 20, 100…dazwischen macht er Bittgebete für die Spender.

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Der Imam sammelt Spenden vor dem Eid-Gebet.

Schließlich geht es los. Alle stehen auf und folgen dem Imam beim Gebet. Es ist ein spezielles Gebet, anders als alle anderen, und ist sehr kurz. Gott sei Dank finde ich noch einen Platz für meine Niederwerfung im Gebet. Denn meine Kleine weicht keinen Millimeter von mir, sitzt und steht also dort, wo ich meinen Kopf platzieren wollte.

Dann ist es auch schon vorbei. Während der Imam noch eine kurze Ansprache hält, wie es sich gehört, strömen die Frauen schon raus, schade eigentlich. Ein paar Verwandte begrüßen uns derweil und wir wünschen uns ein gesegnetes Fest. Dann heißt es, Schuhe wieder finden und raus.

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Wir warten noch auf den Rest der Familie und beobachten die  wunderschön angezogenen Menschen. Ein paar weitere Verwandte begrüßen uns noch. Jedoch sollte dieses Fest anders als die vorherigen sein, denn diesmal kommen sie gar nicht zu uns nach Hause und meine Lieblings-Schwägerin ist verreist. Auf einer Seite etwas merkwürdig, auf der anderen Seite eine Erleichterung, da wir sonst auch nicht mehr so eng sind. Und schließlich sind wir ja auch schon 2 Familien unter einem Dach, also genug Leute, um Spaß zu haben!

Familienfoto

Nachdem das Frühstück auf dem Feuer ist (Fleisch-Kartoffelsoße mit Brot) und die ersten Süßigkeiten verschlemmt, heißt es, noch einmal Kleider anziehen für´s Familienfoto.

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Auch eine andere Verwandte kommt vorbei, um Fotos mit dem Sultaan (mein Mann) zu machen, um sie ihrer Familie im Ausland zu zeigen. Mein Mann hat währenddessen noch ein paar andere Gäste zu unterhalten.

Shaytan ist wieder frei

Nach dem Frühstück spielen die Kinder mit ihren neuen Spielsachen, Ballons und Tröten. Die ersten gehen schon kaputt, den China-Spielzeuge sind wohl für Einmalgebrauch gedacht. Ich male in der Zeit noch den Mädels etwas Henna auf die Hände und muss dann auch schon Mittagessen vorbereiten. Keine Zeit für nichts mehr außerhalb des Ramadans, wo man wieder so oft in der Küche steht!

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Derweil merken wir auch, das die Teufel wieder aus ihren Ketten sind, in denen sie während des Ramadans lagen. Es gibt etwas miese Stimmung unter den Erwachsenen, von denen die Kinder Gott sei Dank nichts mitkriegen.

Wie wir uns wieder einfangen und den Rest des Tages zu einem Freudentag machen, erzähle ich euch im 2.Teil, in shaa Allah!

Bis ganz bald in shaa Allah,

Eure Khalisa

PS: Noch ein lustiges Video von meinen Kindern obendrauf 🙂 Allahumma baarik, möge Allah sie segnen!

 

 

Mein Tarawih-Gebet in Somalia

Eine der schönesten Dinge im Ramadan ist das Tarawih-Gebet, welches nach dem letzten Gebet des Tages, dem Nacht-Gebet, vorzugsweise in der Gemeinschaft vollzogen wird. Tarawih ist die Plural Form von „Erholung“, „Erquickung“ oder auch „Pause“. Es bezieht sich auf die Pausen, die zwischen den jeweiligen Gebetseinheiten gemacht werden, um Raum zum Gedenken und eigene Bittgebete zu schaffen und sich zu erholen.

Das Tarawih-Gebet ist keine Verpflichtung, es ist allerdings eine empfohlene Handlung, welche dem Beispiel des Propheten (Friede und Segen seien auf ihm) folgt. Dieser wiederholte und rezitierte den gesamten Koran im Monat Ramadan, mit Anweisung des Engel Gabriels. Dementsprechen wird auch in der Moschee jeden Abend ein Teil des Kprans gelesen, bis man am letzten Abend den letzten Teil vollendet hat.

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Tarawih-Gebet in Casablanca, Marokko. So viele Betende passsen garnicht in die Moschee!

Besonderheit des Tarawih

Wofür macht ein Muslim dieses Gebet? In der Hoffnung, dass ihm seine vorherigen Sünden vergeben werden, aber auch, um seinem Schöpfer innerlich näher zu kommen, seinen Glauben zu stärken. So versprach uns unser Prophet Mohammed (Friede und Segen seien auf ihm):

 „Wer im Ramadan nachts betet, aus reinem Glauben heraus und in der Hoffnung auf Belohnung, dessen vorherige Sünden werden vergeben.“ (Al-Bukhari, 37; Muslim, 759)

Zudem wird demjenigen, der dieses Gebet hinter dem Imam [Vorbeter] bis zum Ende betet, eine Nacht voller Gebete gutgeschrieben (s. Abu Dawud 1375, u.a.)- obwohl man nur ca.1 Stunde gebetet hat!

Wo bleiben die Frauen???

Diese Frage stellt sich jetzt sicher so mancher. Denn Frauen, die werden im Islam doch unterdrückt und dürfen nicht aus ihren Häusern raus!

Wer die Vorurteile einmal beiseite legt, wird allerdings eines besseren belehrt: Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) selbst sagte nämlich:

„Haltet eure Frauen nicht davon ab, in die Moscheen zu gehen, obwohl ihre Häuser besser für sie sind.“ (Abu Dawūd (#567), von al-Albāni #515 als sahīh eingestuft)

Mit diesem Befehl wird den muslimischen Macho-Männern also verboten, ihren Frauen den Besuch der Moschee zu verwehren (Entschuldigt bitte diese leichte Ironie, benutze lediglich die Sprache der Vorurteils- Besessenen 😉 ).

Tarawih Frauen

In manchen Kulturen ist es trotzdem nicht üblich, dass die Frauen in die Moscheen gehen, dementsprechend gibt es in manchen Moscheen noch nicht einmal einen Frauenbereich. Betonung hier liegt jedoch auf Kulturen– und diese sind nicht immer Islam-kompatibel (wenn das bloß die Bild- und andere Leser verstehen würden).

Frauen haben sogar einen Vorteil gegenüber den Männern: sie müssen sich nicht neben ihren ganzen Pflichten im Haushalt und der Kindererziehung noch zusätzlich 5 mal am Tag in die Moschee zum Beten begeben. Das wäre ja ein reinster Marathonlauf für sie. Bloß davon abhalten soll der Mann sie auch nicht, wenn sie denn in die Moschee möchte. Das ist für Männer anders: die 5 täglichen Gebete sollten sie in der Moschee beten, wenn möglich. Und das Tarawih-Gebet eben auch.

Tarawih Jerusalem

Wie sieht es in Somalia aus?

In Somalia haben zumindest alle größeren Moscheen auch einen großen Frauenbereich. Denn Somalische Frauen lieben es, für das Tarawih-Gebet in die Moschee zu gehen! Und generell sind sie sehr selbstbewußte Frauen, die Zuhause das Nudelholz in der Hand haben- der Mann hat also gar keine andere Wahl, als sie gehen zu lassen 😉

Meine Erfahrung in Somalia´s Moscheen

Nach ein paar Jahren Moschee-Abstinenz (meine Kinder waren vorher zu klein, um sie alleine zu lassen) kam ich dieses Jahr endlich wieder in den Genuß. Da muss jedoch im Vorab bereits alles gut gemanaged werden: keine Zeit verschwenden beim Fastenbrechen, rein in die Klamotten und auch noch Kinder versorgen. Entweder nehme ich sie mit, oder lasse sie Zuhause bei ihrer zweiten Mutter. Ersteres hatte ich mir nach einmaligem Versuch versprochen, nicht mehr zu tun. Denn die (kleinen) Kinder sind Ablenkung für die gesamte Moschee. Auch wenn sie in den ersten Minuten versuchen, brav mit zu beten, so ändert sich das innerhalb der folgenden 50 Minuten drastisch: alles erdenkliche wird auf einmal zum Spielzeug- Wasserflaschen, Grashüpfer, und was immer sonst noch herum fliegt und liegt. Nein, da tut man sich und den Mitbetenden keinen Gefallen!

 

Auf geht´s!

Nachdem ich mich also von den Kleinen losreißen kann, geht es im Trab, bzw. fliegenden Walking-Tempo zur Moschee. Mein Tipp: am besten direkt vorher noch duschen, damit man in der Moschee nicht schweißgebadet ankommt!

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In der Moschee angekommen, zieh´ich mir schnell die Schuhe aus und spurte die Treppen hoch. Ich will ja noch rechtzeitig einen guten Platz ergattern!

In der Frauenetage angelangt, heißt es dann erst einmal tieeeef durchatmen und in die besondere Atmosphäre einzutauchen! Die 2 Sunnah Gebetseinheiten, welche man beim Eintritt in die Moschee betet, kann ich ehrlicherweise meißtens nicht mehr erreichen. Denn es geht auch schon los- Allaaaahu akbar (das ist kein Aufruf zum Selbstmord, wie in den Medien so dargestellt wird, sondern bedeutet „Allah ist Groß“ und kennzeichnet den Anfang des Gebets)!

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1.Akt: Einfindung

Alle Frauen stellen sich nach und nach in Reihen auf: Schulter an Schulter, Fuß an Fuß. Zwischendurch kommt noch jemand und achtet auf die genaue Einhaltung der Linien. In einem unvergleichbaren Gefühl der Gemeinschaft schwelgend, kann ich mich nun meinem Schöpfer und Seinen Worten in Form des Koran´s, zuwenden.

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In diesem Moment spüre ich jene Geschwisterlichkeit, die im Islam so wichtig ist, welche man heutzutage jedoch oftmals vermisst.

“Der Gläubige ist gegenüber dem anderen Gläubigen wie ein Bauwerk, ein Teil festigt den anderen.” (Sahih al-Bukhari und Sahih Muslim). Eingekeilt zwischen meinen somalischen Geschwistern, fühle ich mich wirklich wie einer der Steine innerhalb der Mauer, innerhalb eines Bauwerks.

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Gläubige sind einander wie ein Mauerwerk: der eine Teil kann nicht ohne den anderen.

In den ersten Minuten muss ich mich erst in die neue Situation einfinden. Ich werde noch von so manchem Nachbar irritiert: sei es, meine hin und her schwankende Nachbarin zur rechten; die für meinen Geschmack zu laut flüsternde zur linken; oder die Ukhti vor mir, deren Gesäß mir beim wieder aufrichten aus der Niederwerfung einen Schubser gibt; oder die schönen Muster auf dem Gebetsteppich, welche die Aufmerksamkeit auf sich ziehen; und – wenn doch bloß das Essen nicht so schwer im Magen liegen würde! Immer wieder schweifen meine Gedanken ab und ich sage mir selbst: Konzentration bitte! Durch die zum Gebet gehörenden Bewegungen fällt es jedoch wiederum leichter, diese wieder zu bekommen. Wenn ich mir dann immer wieder bewußt mache, dass dies die Worte Allah´s sind, denen ich gerade zuhöre, und ich in den Niederwerfungen meine Worte direkt an Ihn wende, bekomme ich Gänsehaut.

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Pause und ihre Nebenwirkungen

Gut, dass bereits nach 2×2 Gebetseinheiten eine Pause mit Ansprache stattfindet und danach ein Imam-Wechsel ist. Eine willkommene Abwechslung. Denn es kann vorkommen, dass man dem Ersten Vorbeter melodisch gesehen nicht so gut folgen konnte (das ist mir als ehemalige Musikerin irgendwie auch wichtig). Außerdem gibt es einem die Gelegenheit, mit seiner Nachbarin zu quatschen, als ob man auf dem Marktplatz stünde…ähmmm, nee, also es gibt einem die Gelegenheit, Kraft für die nächsten Gebetseinheiten zu sammeln, und wieder etwas dazu zu lernen.

Allerdings wird mir in diesen Predigten bewußt, was bezüglich der Somalischen Sprache noch vor mir liegt: denn ich kann zwar die Umgangssprache, aber nicht die hochgestochene, rasante Art und Weise verstehen- das Hoch- Somalisch!

Diese Pause wiederum ist für so manch eine Schwester im Glauben die erste Möglichkeit, mich ausgiebig zu bestaunen. Schließlich bin ich wahrscheinlich die erste weiße Muslima, die sie live zu Gesicht bekommt. Ich lass sie einfach und konzentriere mich auf mein Gedenken/Bittgebete.

2. Akt und Finale

Nach der Pause dann der 2. Akt. Noch einmal folgen 2×2 Gebetseinheiten, in denen nun alles rutinierter und konzentrierter abläuft. Gott sei Dank habe ich vorher noch einen Kaffee gegen die Gähneritis getrunken!

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Schließlich kommt auch schon das Finale: das Witr-Gebet, bestehend aus 3 kurzen Einheiten, mit einem langen extra Bittgebet. Das ist für mich DER Höhepunkt schlechthin: Alle heben ihre Hände, und sagen „Amiin“ zu den zahlreichen Bittgebeten des Imams. Auch wenn diese in Arabischer Sprache sind, verstehe ich doch ungefähr, um was es geht. Manchmal wollen mir die Tränen kommen, so emotional ist diese Situation. Es wird für alles mögliche gebetet, u.a. für die Akzeptanz unseres Fastens, den Eintritt ins Paradies ohne Befragung, aber auch für diejenigen, denen es nicht so gut geht.

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Somalische Frauen beim Bittgebet. Allerdings ist dieses Bild vom Eid-Gebet, also Tagsüber und noch dazu draußen (deswegen auch die Gesichtsschleier). Bloß ist die Geste die gleiche.

Big Challenge: der Ausgang

Dann ist es geschafft- ich fühle mich wie nach einer Sporteinheit im Fitnessstudio. Immerhin sind in dem Gebet einige Dehn- und Sit-up- Übungen mitinbegriffen (ohne als solche beabsichtigt zu sein), und oblgeich es vor Ventilatoren und offenen Fenstern nur so wimmelt, ist man doch schon etwas nass geschwitzt. Jedenfalls fühle ich mich einfach super danach.

Bei dem Gang raus wird es dann etwas eng. Die beste Gelegenheit, dass wirklich alle die Anwesenheit einer Weißen bemerken. Oftmals ziehe ich schon meinen Gesichtsschleier runter, um sie nicht zu sehr zu irritieren (wo ist denn bloß die äußere Hautschicht geblieben? lol). Manchmal kommt es auch zu kurzen Smalltalks, wie z.B. ein kleines Mädchen, welches mich auf Englisch ansprach und aus Amerika kam. Oder eine sehr große Ukhti, die mir den Rat gab, viele Schutzgebete auf mich selbst zu lesen. Aber generell sind sie eher reserviert und tuscheln einfach.

Fazit

Somalische Frauen sind sehr aktiv, was das Beten in der Moschee betrifft. Auch ich bin sehr, sehr froh, dass ich diese Möglichkeit habe, so oft zum Tarawih Gebet zu gehen, wie ich lustig bin. Genauso schätze ich es, in maximal 5 Geh-Minuten schon an unserer großen Moschee angelangt zu sein. Es hat einfach soooo viele Vorteile, in einem muslimischen Land zu leben, alhamduliLlah!

Tarawih Du´a

Allerdings bin ich Allah auch dankbar, dass Er es uns Frauen nicht auferlegt hat, das Nachtgebet, und überhaupt alle Gebete, unbedingt in der Moschee beten zu müssen. Denn das wäre wiederum zu stressig für mich. Außerdem muss ich ehrlich sagen, dass ich beim Gebet zuhause mich viel besser konzentrieren kann. Dadurch, dass ich dann selber den Koran lese, und selber bestimme, wie lang ich die jeweilige Gebetseinheit machen möchte, wie lange ich mein Bittgebet mache, und ganz alleine vor meinem Schöpfer stehe, fühle ich eine sehr innige Verbundenheit zu Ihm.

Das Gemeinschaftsgebet in der Moschee hingegen ist eine tolle Möglichkeit, wenn man ab und zu ein Bad in der Menge nehmen möchte, bzw. die „Ummah“ spüren will. Oder auch, wenn man Angst hat, nicht jeden Tag diese Energie aufbringen zu können, all das selber anzuleiten. Denn man findet schnell irgendwelche Ausreden…oder das ach so bequeme Kissen, wenn man alleine ist 😉 Das Gebet in der Moschee ist also eine wunderbare Abwechslung.

Am schönsten ist es allerdings, wenn ich hinter meinem Mann zuhause bete- was gibt es romantischeres als das 😀

Ich hoffe, ihr habt einen kleinen Eindruck bekommen, wie das Tarawih von Frauen in Somalia, und insbesondere für mich als Deutsche in Somalia abläuft.

Keep going, keep praying,

Eure Khalisa

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15.Interview: Libyen, ein ungewöhnliches Hijrah-Land!

Im heutigen Interview geht es um Libyen. Dieses Land ist vor allem für Bürgerkrieg, Wüste und Konzentrationslager für Flüchtlinge (besonders auch Somalische) bekannt. Dass man selbst dort ein ganz normales Leben führen kann, zeigt uns unsere heutige Protagonistin, eine deutsche Muslima namens Amina.

Ich habe dieses Land als Hijrah-Land eigentlich garnicht in Betracht gezogen, da ich von den gängigen (Vor-) Urteilen dieses Landes ehrlicherweise eingenommen war. Bis ich dann in einer WhatsApp Gruppe zum Thema Hijrah von ihr erfuhr. Sofort neugierig geworden, „datete“ ich sie für dieses Interview, alhamduliLlah.

 

Libya Flagge1

Vorab noch ein paar Fakten zum Lande. Und übrigens- für diejenigen, die genauso verwirrt sind wie ich, was die Aussprache und Schreibweise dieses Landes betrifft: Es wird zwar „Libyen“ geschrieben, jedoch `Lybien´ ausgesprochen. Ja, soviel hab ich jetzt auch gelernt 😀

Libyen ist das 4. größte Land im afrikanischen Kontinent, wobei 85% davon Wüste (Sahara) ausmachen und nur 2 % für landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden. Seit dem Bürgerkrieg 2011 und dem Sturz Gaddafi´s gibt es dort immer wieder Machtkämpfe zwischen Süd und Nord, aber auch die Extremen ISIS wollen ein Stück vom Kuchen abhaben. Trotzdem soll es laut den Vereinten Nationen einer der höchstentwickelten Staaten des Afrikanischen Kontinents sein (s.Wikipedia).

Libyen Karte

Wegen seiner nahen Lage zu Italien (nur durch das Mittelmeer getrennt) ist Libyen auch ein beliebtes Ziel für Flüchtlinge aus ganz Afrika- selbst viele Somali´s landen dort. Ihrem Traum von einer besseren Zukunft im Westen folgend, erleben sie dort häufig genau das Gegenteil: sie landen in Konzentrations-ähnlichen Lagern und erleben aufgrund des darauffolgenden Menschenhandels und Folterei ein Trauma nach dem anderen. Wer dann noch so glücklich ist, und dort weg kommt, kann sich immer noch nicht sicher sein, was ihn auf dem Meer und in Italien erwartet, und ob er überhaupt überlebt.

Aber all dies wird von Jung und Alt, Mann und Frau in Kauf genommen. Denn der durch Social Media und TV ausgelöste Magnet gen Westen ist stärker als die Angst ums eigene Leben. Man könnte sich denken, die hätten ja nichts zu verlieren! Doch manche verlassen hier sogar ihr eigenes Haus mit Garten, um ihrem Traum zu folgen.

Wie bekommen wir jetzt den Dreh zu unserem Interview? Einfach, indem wir jetzt mal unsere heutige Hauptdarstellerin zu Wort kommen lassen 🙂 Lasst euch mitnehmen in eine andere Welt!


1. Stelle dich bitte unsern Lesern einmal vor! Wie heißt du, wann bist du wohin ausgewandert, und warum?

Ich heiße Amina und bin 2012, aufgrund meiner kranken und altersschwachen Schwiegermutter, nach Libyen ausgewandert. Libyen liegt am Mittelmeer zwischen Tunesien und Ägypten. Es hat ca. 6 Mio. Einwohner und besteht zu großen Teilen aus Wüste. Sand ist in Libyen all gegenwärtig. 2011 herrschte in Libyen Bürgerkrieg und das Land leidet immer noch an den Nachwirkungen: Schmuggel, illegale Einwanderer, instabile Regierung und damit einhergehend ein dramatischer Anstieg von Kriminalität, vor allem in den Großstädten. Die Stadt, in der ich lebe, ist jedoch sehr ruhig und vor allem als Frau kann man hier gefahrlos leben, alhamduliLlah.

Libyen
Ein Überblick über die Stadt Misrata (3.größte Stadt Libyens), in der Amina lebt.

2. Bist du zufrieden dort? Und führst du ein selbst bestimmtes Leben?Wie sieht dein Leben dort aus?

Ich lebe mit meinem Mann, unseren Kindern und meiner Schwiegermutter am Stadtrand – umgeben von Familie und gut bekannter Nachbarschaft – und wir haben einen kleinen Garten alhamdulillah. So haben wir eigene Olivenbäume, Dattelpalmen und Hühner, was ein wirklich großes Geschenk von Allah ist, alhamdulillah. Wir machen dadurch nämlich selbst Dattelsirup, Olivenöl und haben eigene Eier. Was zur Zeit eine riesige finanzielle Entlastung ist.

Hier in der Umgebung ist noch alles relativ ländlich und Schaf-/Ziegen-/Hühner-/Kaninchen-/ und Taubenhaltung sind völlig die Norm. Wir konnten sogar schon Kamele vor der Haustür bestaunen.

Kamele vor der Haustür
Kamele vor der Haustür!

 

 

 

Ich selbst bin überwiegend Hausfrau, Mutter und Altenpflegerin (Schwiegermama), unterrichte und übersetze jedoch Deutsch auf Anfrage, was eine schöne Abwechslung zum Alltag ist. Die Gesellschaft in unserer Stadt ist noch sehr eng miteinander verwoben. Bei jedem Anlass wird sich besucht – zu allgemein bekannten Zeiten / überwiegend zwischen Asr und Maghrib [zw. Nachmittags- und Abendgebet; Anm.]- und das hat natürlich seine Vor- und Nachteile. 

Ich muss gestehen, dass ich mich an spontanen Besuch noch immer nicht gewöhnt habe. Das ist auch tatsächlich das für mich schwierigste hier: Besuch, wenn man keinen erwartet. Khair inschaAllah, ich arbeite daran 😊

Libyen-Datteln sortieren. Hier trocknen sie nicht am Baum, da das Klima zu feucht ist.
Die heimischen Datteln sortieren: hier trocknen Datteln aufgrund des feuchten Klimas nicht an den Bäumen.

3.Libyen ist ja eher kein gewöhnliches Hijrah-Land. Kannst du es anderen Geschwistern als solches empfehlen?

Ob Libyen ein gutes Hijrah-Land ist? Wenn man mit einem Libyer verheiratet ist, auf jeden Fall. Weil man dadurch in die Gesellschaft integriert ist und aus islamischer Sicht sowieso ❤ Ehrlich. Ich bin begeistert. Die Männer gehen selbstverständlich zur Moschee und übernehmen auch selbstverständlich ihre Pflichten ernst: viele haben mehr als einen Job, haben einen Garten, fahren Frau und Kinder zur Schule, Arzt, Einkaufen und sonstigen Einladungen. Sie sind auch für den normalen Einkauf zuständig. Frauen auf dem Wochenmarkt oder in den kleinen Onkel Ahmed Läden oder Bäckereien oder Fleischereien? Sehr selten alhamdulillah. Und hier ist es auch selbstverständlich, dass der Mann das Familienoberhaupt ist. Wenn man also als Frau mal sagt, mein Mann will das nicht, dann ist das völlig akzeptiert. Für alle, ob Mann/ Frau oder Kind gibt es ein breites Angebot an Koranschulen und islamischen Weiterbildungen. Selbst alte Damen gehen zum Koranunterricht 😍 Das ist sooo schön.

libyen niqabDie Frauen tragen zwar nicht alle Niqab (Gesichtsschleier), aber maschaAllah, die ohne Niqab tragen Abaya und Kopftuch. Aufjedenfall werde ich hier mit Niqab sehr respektiert, alhamduliLlah. Muslimas tragen aus vielfältigen Gründen den Niqab. Entweder sie sind der Überzeugung es sei ihre Pflicht, oder es wäre religiös erwünscht oder weil es landesüblich ist. Hier in Libyen tragen die meisten Frauen den Gesichtsschleier, wenn sie Make-Up tragen (für private, ausschließlich Frauen zugängliche Veranstaltungen), da sie verhindern wollen, Blicke auf sich zu ziehen. Da ich mit meiner hellen Haut und dann vielleicht auch noch lachend definitiv Aufmerksamkeit auf mich ziehen würde, ist der Niqab mein Schutz. Wenn ich meinen Mund halte, fällt niemandem auf, dass ich Ausländerin bin 😁 Die Männer hier haben auch noch Anstand. Da schaut dich keiner an ❤

4. Hast du schonmal etwas von den Unruhen im Land mitgekriegt und hast du nicht manchmal Angst, in einem Land voller Unruhen zu leben?

Wir leben Gott sei Dank 1.000 km weit weg von den Unruhen, der Bürgerkrieg in dem Sinne war schon vorbei, als wir 2012 hier ankamen. Seitdem ich in Libyen lebe, habe ich „nur“ zweimal etwas beängstigende Situationen erlebt: 1. Mitten in der Nacht schlug nur 200m entfernt von uns eine Handgranate ein. Das war sehr laut und natürlich ein Schock. 2. Aus dem Osten Libyens kam ein Flugzeug an und hat diese Stadt hier bombardiert. Durch das dadurch ausgelöste Gegenfeuer dachten wir einen Moment wirklich, das der Krieg wieder ausbrechen würde. Aber Gott sei Dank war dies nicht der Fall.

Ansonsten weiß ich zurzeit nur von Auseinandersetzungen in Benghazi. Aber ich selbst höre auch gar keine Libyschen Nachrichten 🙈 Ich möchte nichts von Krieg und Schmuggel etc. hören und bin daher sehr uninformiert.

Unsere Stadt Misrata ist aber eine wirklich ruhige Stadt, die versucht, alles in Ordnung zu bringen. Sie drängten hier zum Beispiel auch die ISIS in die Nachbarstadt zurück.

Misrata Shopping Mall

Misrata Shopping Mall1
Shopping Centers in Misrata: höchst modern.

5.Wie sieht es versicherungstechnisch aus? Und wie bekommt man dort ein Visum?

Es gibt Versicherungen, aber viele sind nicht versichert oder nur nur über ihren Arbeitgeber. Wir selbst sind es nicht.
Ein Visum bekommt man nur mit Arbeitserlaubnis oder zwecks Heirat, bzw. wenn man mit einem Libyer verheiratet ist.

6. Wie sind die Schulen dort? In was für eine Schule schickst du deine Kinder?

Die Schulen sind „arabisch schlecht“ 🙈 Aber immerhin, ab der 6. Klasse Geschlechter-getrennt. Wir werden unsere Kinder auf die nächstliegende Schule (300m entfernt) schicken, inschaAllah. Denn die Lehrerinnen sind aus der Nachbarschaft und Verwandschaft und die Kinder ebenso, d.h. man kennt sich. Und vor bzw. nach der Schule haben die Kinder die Möglichkeit Koran und Islam zu lernen.

7. Kannst du dort deine Religion frei ausleben? Oder giltst du als Extremist? In welche Richtung geht der Trend- dass sie zum Deen (Religion) finden oder sich eher westlichen Vorbildern zuwenden werden?

Ja, die Religion kann man hier definitiv frei ausleben. Manchmal hat man es jedoch nicht so leicht, z.b. wenn Kultur mit Religion im Konflikt stehen, wie bei Hochzeiten, welche nicht immer islamisch ablaufen. Denn man ist eigentlich gesellschaftlich dazu verpflichtet, zu hinzugehen und zu helfen.

Ob der Trend mehr zum Deen oder zur Dunya (Weltlichem) geht? Beides gleichzeitig!
Einerseits ist mehr Wissen über die Religion vorhanden und gesellschaftlich auch akzeptiert. Andererseits gibt es aber auch mehr Fitna und Inspiration zum Sündigen.

8.Wie ist die Gesellschaft dort, was macht sie aus? Fühlst du dich akzeptiert?

Die Gesellschaft ist wie gesagt, eng miteinander verbunden maschaAllah. Und das macht sich besonders bei Todesfällen bemerkbar. Alle, die mit dem Verstorbenen oder dessen Angehörigen bekannt sind, kommen zum Beileid aussprechen. Wohlbemerkt, nur zum Beileid aussprechen, nicht zum Essen. Das einzige was angeboten wird, sind Milch mit Datteln oder Tee mit Brot. Aber ich schweife ab 😅

Ich bin akzeptiert und voll integriert, musste mich aber sehr stark anpassen. Es ist halt leichter sich selbst zu verändern, als zu verlangen, dass sie sich ändern.

9. Was ist das, was dich am meißten dort beeindruckt, und womit kommst du immer noch nicht zurecht?

Am meisten beeindruckt mich die Gesellschaft und die Selbstverständlichkeit des Islams. Natürlich gibt es Streitpunkte, aber das ist ja normal.

Was ich noch toll finde: in Libyen tragen die Männer noch immer jeden Freitag, zu Eid und zu Hochzeiten traditionelle Kleidung. Ich find da sooo hübsch. Ich bin voll begeistert 😁

Libyen traditional clothes

Womit ich noch immer nicht zurecht kommen? Die Massen an Sand und Insekten 😣😅

Libyen-Wir leben zw.Mittelmeer und Wüste
Die Wüste im Landesinneren sowie der Strand am Meer machen den Sand zum treusten Gefährten!

10. Was würdest du deinen Geschwistern empfehlen, die auch auswandern wollen?

Offenheit für Veränderungen, auch und besonders an sich selbst. Man kann nicht einfach seinen gewohnten und erlernten deutschen Lebensstil eins zu eins übertragen. Das habe ich mit der Geburt meines ersten Kindes in Libyen erfahren müssen 😆 Man darf bei der Geburt niemanden dabei haben, aber nach Ankunft daheim ist nichts mit der deutsch empfohlenen Ruhe 😅

Wirklich, traut euch zur Hijrah. Schon allein der Kinder wegen. Dass sie ganz normal als Muslime aufwachsen, völlig integriert und akzeptiert, ist so wertvoll. Kinder sind eine Amanah [anvertrautes Gut, Anm.d.R.] von Allah und wir sollten es ihnen so leicht wie möglich machen als Muslime zu leben und den Islam zu lieben in den Zeiten der Fitna [Versuchung].

Libyen- Das Mittelmeer
Das Mittelmeer bei Misrata
Libyen-außerhalb der Stadt. Städtische Olivenplantagen
Olivenhaine am Stadtrand

Vielen Dank liebe Amina für dein hoch interessantes Interview! Möge Allah dich und deine Familie reichlich belohnen und immer beschützen!!!

In dem heutigen Interview hat Amina etwas ganz Wichtiges angesprochen: die Anpassung. Mein Lieblingszitat von ihr ist, dass man in einem Arabischen Land seinen Deutschen Lebensstil nicht 1 zu 1 übernehmen kann. Wie Recht sie damit hat! Denn wenn man stets von der Deutschen Höflichkeit bzw.Zurückhaltung, Deutscher Gründlichkeit etc. träumt, wird man woanders einfach nie glücklich!

Man kann nur das Beste hoffen für dieses Land und seine Leute. Möge es wieder komplett zur Ruhe kommen und mögen seine Bewohner wieder vereint werden!

Wie immer seid ihr herzlich Willkommen, dises Interview zu teilen, kommentieren, und liken. Wenn der Umzug dieser Seite richtig geklappt hat (auf eine andere Domain), sollte Letzteres auch möglich sein, ohne sich bei WordPress anmelden zu müssen.

Liebe Grüße,

Eure Khalisa

 

Benefits of Ramadan in Somalia

Today I want to break down a few prejudices and show you the benefits of a Ramadan in Somalia. Yes, they actually exist! I’m sure that some of you are going to ask yourself, „How can you fast in this land, where you are already hungry anyway?“, „What can you look forward to when fasting?“, „How is it possible in this heat?“…
Admittedly, I must confess: yes, there is a difference between fasting here in Somalia – a huge difference! But not just in the negative sense.
Of course I do not speak here of how the thousands of poor people unfortunately have to spend it, but of average families that exist here as well. Those who would like to support the needy, will find information’s at the end of this article.
Here are some general facts about fasting in Somalia, which will give you an insight into the general circumstances.

Good food: a matter of costs!

For  average large families like us, with currently 22 people, you have to think hard about what you can afford, what is important and what is less important. In any case, everything must be fresh, because everything else – such as chicken from the supermarket – has luxury and exaggerated prices, which are not affordable for the daily life of an average family. But since those chicken come from Brazil, it’s probably better to give it up anyway 😉

Meat: a must have!

Without meat, no worthy meal. That could be the motto of the Arab, as well as Somali men: without meat, the main meal would be worthless for them! Since they can not live without meat, there is alternately meat (mostly from the goat) or fish. That’s why we have to go to the market every day because we do not have a fridge. It eats too much electricity at local electricity prices (dream: solar energy!).
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What are the benefits of fasting in Somalia?

More effort vs. fresh food

When preparing food in here, everything needs double effort: minced meat for example you have to press first through one of these hand-cranked machines, which usually always clog. So better refrain from it, or buy a really good, expensive machine!
Also, all Somali dough specialities always need a lot of time and an additional fire next to the gas stove. But the taste it pays off of course!

The heat vs. short fasting times

The heat is a disruptive factor especially at lunchtime. With 2-3 times a day showering and the fan on the highest level,  one can also survive the aggravated. But in the afternoon and evening there is already release: that time is a nice breeze in the air, giving you a nice finish of the day.
The times of fasting are much more tolerable than in Europe: in the morning from just after 4 to evening at 18 o’clock. This is about 4 hours earlier than in Germany and with the midday siesta, time runs like clockwork.

Food: necessarily fresh!

The food is not the same as in Germany. However, it is much more natural – you cook without the whole frozen pseudo vegetables and get it directly from the market! It may not be the same variety.. For that you get the most important thing: fresh watermelon, dates and water!
Good food also depends not only on the income, but also on the cooking skills / imagination of the chef. Even if you would give a nomadic woman 100 Dollar, she would just double the amount of meat and rice- but you would still not see any vegetables except Basal, Peperoni and Moos (Onion, Paprika and Banana)!
And of course, it depends on you, how much time you want to spend with cooking in Ramadan, rather than with more contemplative things!
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No unnecessary weight gain, as there is less junk food!

Since it is rather unaffordable for the average family to fill themselves with junkfood like Pringles, Twix, Raffaelo’s, etc., you do not have the problem with the excessive weight gain in Ramadan. The only sweets are usually dates, watermelon and possibly a kind of sweet (fried) pastry. As long as one does not exaggerate with the latter, one does not have to fear for his slim line. Because even the juices we make by ourselves: fresh lime juice, and on special occasions also mango juice!
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More thirsty – You’ll drink enough!

Logically, the heat makes you feel more thirsty, so you drink more (ideally). In the morning before the beginning of fasting you take a porridge meal („Suhuur“), a few dates and can easily drink 3 glasses of water. Without both, fasting will become difficult later on, but with this foundation it will be pretty easy!

Many ways to feed the poor

If you spend your Ramadan in Somalia, you have the advantage of not having to donate money to any donor organization. No, you are right at the „source“! And so you have many opportunities to give the poor something that you have in abundance.

Many helping hands

Most families here are really big compared to european families. The advantage of having such a large family is that there are many more helping hands. So, on one hand, there is more work, but on the other, there is more help to get everything done. Even the cooking is so pleasant: everyone has their job in the kitchen, one cooks the main dish, the other the side dishes. Typically the kitchen is the empire of the women in the house, because men have no place in Somali kitchen – except in restaurants.
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No loneliness anymore!

This is a very important point for Somalia: as a Muslim, you are simply one of many! Without the constant comments „How can you do that !?“, „That’s inhumane!“, etc., it’s just that much easier, because you do not always have to justify yourself. Just everybody is fasting.
Furthermore, eating together makes you feel good – after fasting, everything tastes much better and you enjoy the time together.

A special time for children

For the children Ramadan is a special time as well and many times they try to fast already. Even little ones say after breakfast that they are fasting, and then just make it to lunch, when we have to convince them to eat something and „break their fast“! 9-year-olds also manage to spend a whole day and then be as proud like Oskar. But that will last for the rest of the month, they got enough respect of this experience, which makes them not to repeat it again 😉
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In the above picture you can see our little ones (and cousins) who are being taught by their big sister. So it is a relief for the fasting and a pleasure for the children.
Our 11-year-old Aisha, who was just finishing her final exams at school and is the youngest of all her classmates, was forced by us to break her fast. She said she was ashamed not to fast and also wanted Allah to answer her supplications (du’a). I could convince her that she has time for the rest of the month, and that her fasting is worth nothing anyway, if she does it only to impress people. In addition, she could ask all fasting in her family to make du’a for her, so she can then benefit from the fasting of others, because the du’a of the fasting is heard at any rate! She found that convincing and so she promptly drank a glass of water and had a leisurely breakfast.
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As you can see, children are slowed down rather than fasting for too long. At the same time, it is a huge incentive for them to fast as quickly as possible, as they grow up in a Muslim environment. Imagine the same situation in Europe…totally opposite!

More motivation for worship activities

The fact that fasting is a natural matter here and everybody is aware of the importance of this month, is also motivating to increase good activities. Because everyone is trying to do their best this month: be it doing good deeds, reading more Qur’an, refraining from bad words, donating, or praying more. It makes you feel strange if you are NOT so active! Of course, the Niyya (intention) is most important – that one does not do his deeds for the sake of people, but for the sake of Allah, hoping to receive His forgiveness and mercy.
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Next Masjid around the next corner

Last but not least, it’s just a blessing to spend your Ramadan here, because you just have to go around the next corner and you’re in a moasjid! All prayers are transmitted through loudspeakers as usual, but the special feature of this month is that even the Tarawih Prayer (a long series of prayers at night, after dinner) sounds in the air. There is no better than these moments, where all God-fearing ones are in prayer and the words of Allah sound from everywhere!

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Final Conclusion

To conlclude,  Ramadan in Somalia is likely to be similar to all other Muslim countries. But the unique thing here is that there are 99% Muslims in here, so really everybody is fasting and praying.
That there is not an abundance of sweets and other delicacies here (which is also not the meaning of Ramadan at all) while seeing so many poor people, makes you more grateful. After all, you have more than thounsands of other people in the country.
So, Alhamdulillah for everything!
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And, have you got the taste? If the flights here would not be so expensive (about 1000 Euro per person), I would smoothly open a travel agency, believe me! With Ramadan specials, camel rides, camel-milk-cure, etc … But what is not yet can still come. The less riots are here, the more people will come here and so the airfares will sink, in shaa Allah.

In this sense, I wish all Muslim readers a blessed Ramadan, all non-Muslims have hopefully got a little insight into another world!
Your Khalisa
PS: Before I forget something very important: Please support those who have nothing to break their fasting during Ramadan ! Islamic Care has great projects that are easy to support and make a difference.
So you can help one person with 4 €  to break the fasting with a  good healthy meal.
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Or you can send your Zakat-ul-Fitr (obligatory donation to every Muslim) worth 7 € to Islamic Care so that they can pass it on to those who really need it.
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Islamic Care is a very trustworthy charitable organization, dedicated to improving the miserable situation of Somalia’s suffering people.
May Allah abundantly reward those who give some of their gifts to the needy and spread a little more humanity, amin!

Interview England: Everything is possible!

 

As salaamu alaikum and Hello dear readers,
In this blog we want to build bridges in many ways: we want to connect people like Non-Muslims and Muslims, Somalis and Non-Somalis, and all the others, through giving them a different picture than they usually get because of generally negative media propaganda.
One of our ways to do that is a series of Interviews with German Muslim women, who made a special journey: they moved from their home country to an „undeveloped“ Muslim country, in order to get freedom of religion. This act is called „Hijrah“ in Muslim terms- to emigrate to a country, where you can freely practice your religion.
We started this series in German language in order to encourage more Muslims in Germany, to do the same and to show them all the possibilities they have. But since our Interview partner this time emigrated to England, we thought it would be nice, if also English speakers get the possibility to widen their horizon and get an insight in the difficulties, which a Muslima has to face in her own country- only because of her different belief.
So I hope, you enjoy the following Interview with our sister Carina El-Behouti!
I am very happy to introduce you today to a premiere: it’s about an interview with a sister who did not emigrate to a Muslim country (as the previous Interview-partners), but to England. Yes, that works too – because if you stay in non-Muslim countries, you should always choose the „lesser evil“. Smaller evil in the sense that one can freely practice his religion (Islam). This is clearly better guaranteed in England than in Germany
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City-Bus in Bradford, advertising sayings of Prophet Mohammad (Peace and blessings be upon him)
It is also the first time that the interview was mainly oral. The formulation remained with me, but was extended and corrected by Carina, our current protagonist.
Let’s come to Carina. She is a German Muslima and a Psychological Coach by profession and passion. For me, she is a very special person, because she has turned my life upside down by coaching me! With her wonderfully positive nature and her amazingly effective methods, I have been able to develop into a self-assured, grateful person who now knows her strengths and goals much better, alhamduliLlah. May Allah reward her for it abundantly!
The mother of 3 teenage girls has also experienced a lot by herself and lived in different countries, until she finally landed in England a few years ago.
There she started to work from 0 to 100, and now has her own coaching and allergy practice. In addition, she is constantly engaged in training and further education, in order to help more people out of their life’s crises.
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Carina in her Practice
Anyone interested in visiting her pages to find out more about her work, will find it here:
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Now we’ve put together some information about England as a country of emigration for you, which I hope will be useful for one or the other.
You are welcome to comment, ask questions or just like it.

When and why did you emigrate to England?

In May 2013. I love growth in every way. For me growth means being able to develop freely without being hindered.
In addition, I need a „healthy environment“ where everything is possible and I can thrive. Just as a flower can only thrive in good and healthy surroundings.
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Carina found the healthy suroundment she needed in England, in order to develop

 

England was closest to me, where I do not feel my soul constricted. Here there is no such racism as in Germany, alhamduliLlah.
Certainly in places there is also racism. But you do not have to live there! I am respected here for what I am. I am Muslim and have many skills that are greatly honored here, maa shaa Allah. And that motivates, of course.
England is an incentive for me to reach my highest potential. And we have this freedom here as Muslims, alhamdullilah.

How long have you been preparing for your Hijrah?

Psychologically I had prepared myself and my children for a very long time for England, possibly 4 years. I took my kids to a private language school once a week so they playfully learn English. It always made me feel good, because it brought me a step closer to my goal.
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They don’t loose their focus easily and hold together: Carina and her kids!
I knew that it could be tough in England because I had lived there for 3 months in 2008 with my children. That’s why I wanted to be properly prepared this time inwardly and outwardly.
It is very important that you know what you want to work here. In order to improve my possibilities, it occurred to me suitable to do an apprenticeship in Hijama therapy [Hijama means cupping]. That was possible online, alhamdullilah. Furthermore it was a good possibility to learn English, which at that time I only understood 10%. But you have to face such challenges if you want to take a big step in life. Furthermore I registered myself beforehand for an apprenticeship as an Allergy Therapist and planned to study Islamic Medicine in England. So I planed already, what I will do when I’ll be in England, and that helped me a lot later on.
Walk your way slowly if you want, but always have your goal in mind and work towards it!
For two years I really prepared my departure. Have contacted people in England, obtained all the information and laws about the country, get passports.
In the end I HAD to go then. I did not want to – was really feeling a kind of fearBut then I had to go through. Just booked our tickets and disappeared like nowhere. It will work out somehow. Eyes shut and go for it!
In the end, it was also harder for me to go, since I had just started my practice and had treated sisters with Hijama and other healing methods. Allah had blessed me very much back then. I was doing better financially than ever before and I loved my job and my patients. It was a real test to go in this situation.
I cried for days and my patients and friends with me. But I had decided. I wanted a better future for my children. And I absolutely could not imagine these in Germany for my children. I wanted to spare my children this rejection and racism. And I wanted them to make something beautiful out of their lives, despite abaya and headscarf and with Islam in their hearts.
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Just go ahead- into a better future!

How was it for you to emigrate as a woman on your own with children?

It was very, very tough. I arrived there with nothing and suddenly had no apartment available. Then they shipped me every few days in changing hotels, until something would be found for me. That is a long story. The English Muslims wanted to help me to get a council house, so I would have to pay little rent. That was in London, where the rents are insanely high (about 3,500 GBP a month). But somehow that was no life for me and the children – this eternal tinkering, until one has a better life. In Ramadan 2013, I decided to just leave London and make myself and my girls comfortable in Birmingham.
When we settled in Birmingham, we were really happy. Of all the cities I have lived in, I would recommend Birmingham to everyone again.
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Carina´s girls- at least they got a settled home in Birmingham (2013)

Which cities can you recommend for new migrants?

Birmingham is very good for the beginning. There is a huge Ummah [Muslim society]- even a German sister club – and there is really everything for Muslims: shops, fitness, Islamic schools, Qur’an classes, etc. It is called The Mekka of Europe”- very open and international! At Eid [Muslim Festival] there is a huge festival organized by Muslims, to which even people from all over Europe travel to. More than 10.000 Muslims pray together on the ground at Small Heath Park. If you are looking for a strong feeling of unity, it is best to go there. The only downside is the garbage and the rats, who take a tear even from cats.

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Carina with her girls in Eid, Birmingham.

NottinghamNottingham is well-suited for those seeking a high standard of education. Although fewer Muslims live there, and society itself, including the Muslims, consists mainly of academics. It is very clean there and the schools and universities have a very good reputation. Sisters there are highly educated and very intellectual. Unfortunately, I cannot recommend the Islam boarding school for girls,  because there is a lot going very wrong and children there rather learn to hate Islam – instead of learning to love it, through their way of extremism.

Leicester is also known for his high Muslim share. Lifestyle is a mix between Birmingham and Nottingham.

Leeds– the suitable city for those, who prefer a big and clean city. There are many Pakistani’s and Arabs, but „Niqabi’s“ are much more found in Birmingham.

Bradford is also a good place for Muslims. The nature is beautiful there and there are also many Muslims. It is not as clean as in Leeds, but the rent is very cheap. There I finally ended up.

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Beautiful nature in Bradford

Which schools can you recommend there – Islamic or state?

Generally, the schools are very well organized. Students are divided into 5 difficulty levels and taught according to their levels. That does not mean that they can not improve to another level!
On the Internet there is an overview of the schools and their quality. Every few years they are checked and evaluated by a committee. The best schools are praised as „outstanding„.
Sadly, Islamic schools are not having it as easy as they used to. Since 2 years, they have to follow the state curriculum, which i.a. strongly propagated the varierity of sexualization (lesbians, gays, etc.). As a parent you just have to be very vigilant and educate your kids. Some Islamic schools also have less qualified teachers. So you have to be well informed about their quality.
State schools vary a lot from the Muslim share. Some even have more Muslims than non-Muslim students, and prayer places and other freedoms are granted to them. One school even organized school vacations to Makkah every year!
Unfortunately, a few schools have recently been closed or radically reclassified, which had a very high Muslim share. Although they were classified as „outstanding,“ they were a thorn in the view of the government.

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Carina’s kids in (public) school uniform, with additional Hijab. In England they are respected and tolerated in this way.
Thankfully, there is also the option of homeschooling here. Whether you homeschool by  yourself, or connect with other homeschool parents- it‘ s up to you!

How long does a mother have maternity protection? And at what age do children have to go to kindergarten?

There is no kindergarten duty here. From the age of 5, children must go to school or stay at home if the mother applies for homeschooling. I know a German sister, who has never sent her 4 girls to school, but has taught them by herself, in order that they don’t forget their mother tongue. Everything is possible here, alhamduLlilah.
Maternity leave is usually one year, but varies from employer to employer.

How can you avoid forced vaccinations if you are a total opponent of it?

Vaccination is not a duty in England, but is indirectly propagated as such. When I learned that it was not a duty, I refused to have my children vaccinated.
This is not welcome here. However, I have learned to only say that one sentence. „You can not force me!„, Then you are taken out of the vaccine system.
I have even given many of my patients this tip and it works for everyone. Although the fear here is very huge, if someone is against vaccination. Simply  be confident, then everything works, in shaa Allah!

Do I have to speak perfect English to get by?

I only spoke a little bit English at the beginning. Honestly, it was very hard for me, without fluent English. That bothered me a lot because I can not do my job as a therapist without good language skills. Of course, you learn that over time. However, I never went to school here, but learned the language from my patients, and the correction came often from my children, who picked up the language so quickly. They speak English for 8 hours a day at school, so that they were far ahead of Mama at some point and smiled more and more about Mami’s English. I can live with it. The main thing is that you keep developing and improving yourself.
On my wall hangs a large self-written picture. „My English is excellent, alhamdullilah.“ Such affirmations can do wonders if you read them every day, in shaa Allah!
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After hardship came release: nowadays Carina and her girls speak English fluently!

Do you regret your decision?

No, just the opposite!
I have not regretted my decision to leave Germany for a single minute, alhamduliLlah! For here, as a Muslim, you simply have a more self-determined, free and carefree life than in Germany.
I can develop freely here and that is very important to me personally.
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England meets America: Carina with her previous mentor Haleh Banani

England is not far from Germany. Do you miss anything from your home country?

I had missed my linseed oil, my mustard and quark for a long time. Sometimes I wish, there was German pudding powder here. But khair in shaa Allah. You can not have everything babe, lol.
I have never missed Germany in itself, for that I had too many traumatic experiences.
In England I am even more respected as a German than in Germany. In Germany I am not even regarded as fully fledged Germans. Whereas, as a therapist from Germany I have more chances to win patients, because Germany is regarded as a country of very high quality – not only by the Muslims, but also by the English.
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Best chances for a good career in England: Carina in her office, in front of her certificates.
For my children it’s the same: when the teachers at school learned that my children are Germans, they are treated preferentially.
Germany has a very good reputation worldwide, I would say. But you should not live in the country itself. Hahaha!

What tips would you advise your brothers & sisters in Islam when it comes to Hijrah to England?

  • Be prepared in any case, trust in Allah, and then progress to action!
  • Do not expect anything from others, just from yourself! That means, take care that you find work there, looking for the best opportunities- it’s in your hands to become succesful!
  • The standard of living of local Muslims is rather high, so see this as motivation to make the best out of you!
  • Also, trust in Allah – if you purposely do the Hijrah, He will never let you down!
As I wavered in the end, if I should now dare to take the step, I read a verse in the Qur’an that spurred me on to leave.
And whoever emigrates in the way of Allah, will find some refuge and aid on earth. And whoever leaves his house and emigrates to Allah and His Messenger, and death overtakes him, whose reward falls to Allah; and Allah is forgiving and merciful.
(Sura 4, verse 100)
That was it for me. And it was like a promise from Allah!
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And why I was so determined from the beginning to go, was the following verse:
Those who call the angels off while doing themselves wrong (to those) say, „What were you in?“ They say, „We were oppressed in the land.“ They (the angels) say, „Was not Allah’s earth far, so that you could have emigrated to it?“ But those, – their sanctuary will be hell, and (how) evil is the outcome! (4:97)
This evil outcome, hell, really frightened me and I thought, „I have been discriminated against in my country and have suffered every day and my children as well, and in the end I am being punished by Allah and going to hell?
It was clear to me that I had to go.
We are not even right to complain to Allah when we are in bad shape in Germany. Allah’s earth is big enough – believe me, dear sisters and brothers. And Allah promises to help. Now it’s up to you to break out of the dilemma and go and have a better life. There is nothing better than freedom. And you will find them all over the world, except in Germany. This is my opinion. Be brave!
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It was the struggle worth: Carina and her girls on their first holiday since their emigration.

Wow, do you realize the energy of this woman? If she puts something in her head, then she creates that too – she pulls it through, to the end, maa shaa Allah!
May Allah reward her tremendously for all her efforts and may Allah repay her with the best that she participated in this interview!
I can just recommend her to anyone as a counselor – be it Muslims or non-Muslims. And with her strong willpower, she is a great role model for us: she shows us that as Muslimas we can achieve something, we just have to realize our full potential and take action, in shaa Allah!
I hope you have been as inspired by Carina as I am. If so, like, comment and share 🙂
Greetings,
Your Khalisa

14.Interview: Aufstieg in England

As salaamu alaikum und Hallo liebe Leser/innen,

Ich freue mich sehr, euch heute eine Premiere vorzustellen: es geht um ein Interview mit einer Schwester, die nicht in ein muslimisches Land ausgewandert ist, sondern nach England. Ja, das geht auch- denn wenn man schon in nicht-muslimischen Ländern bleibt, sollte man sich immer das „Kleinere Übel“ aussuchen. Kleineres Übel in dem Sinne, als dass man seine Religion (Islam) frei ausleben kann. Das ist in England eindeutig besser gewährleistet, als in Deutschland.

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Auf Bussen werden Aussagen des Propheten Mohammed (Frieden und Segen auf ihm) unter die Menge gebracht, mit Vorurteilen abgebaut.

Außerdem ist es auch das erste Mal, dass das Interview hauptsächlich mündlich stattfand. Die Ausformulierung blieb bei mir, wurden jedoch von Carina, unserer heutigen Protagonistin, erweitert und ggf.korrigiert.

Kommen wir nun zu Carina. Sie ist eine ganz besondere Person für mich, denn sie hat mein Leben durch mein Coaching bei ihr ziemlich auf den Kopf gestellt! Mit ihrer wundervollen positiven Art und ihren sagenhaft effektiven Methoden, habe ich mich zu einer selbstbewussten, dankbaren Person entwickeln können, die ihre Stärken und Ziele nun viel besser vor Augen hat, alhamduliLlah. Möge Allah sie dafür reichlichst belohnen!

Auch selber hat die Mutter von 3 Teenager- Mädchen schon so einiges erlebt und in verschiedenen Ländern gelebt, bis sie letztendlich vor ein paar Jahren in England gelandet ist.

Dort arbeitete sie sich von 0 auf 100, und hat inzwischen eine eigene Coaching- und Allergie-Praxis. Zudem ist sie ständig damit beschäftigt, sich weiterzu bilden, um noch mehr Menschen aus ihren Lebenskrisen helfen zu können.

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Carina in ihrer Praxis.

Wer Interesse hat, ihre Seiten zu besuchen, um mehr über ihre Arbeit zu erfahren, wird hier fündig:

Carina´s Website;

Carina´s Kurs über die 4 Temperamente in ihrer ASMU Academy;

Ihre FB-Gruppe zur ASMU Akadamie;

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In ihrer ASMU Akademie bietet Carina zukünftig Kurse an.

Carina´s persönliche FB-Seite;

Ihre Coaching-FB Seite auf Englisch;

Ihre Coaching-FB Seite auf Deutsch;

Ihre Growth and Wellness FB-Gruppe;

Carina´s Youtube- Kanal.

Nun haben wir für euch ein paar Informationen über England als Auswanderungsland zusammengestellt, die hoffentlich von Nutzen sind für den ein oder anderen.

Gerne dürft ihr Kommentieren, Fragen stellen oder einfach nur liken 🙂


Wann und warum bist du ausgerechnet nach England ausgewandert?

Im Mai 2013. Ich liebe Wachstum- in jeder Hinsicht. Wachstum bedeutet für mich, mich frei entwickeln zu können, ohne behindert zu werden.

Außerdem brauche ich ein „gesundes Umfeld“, wo mir alles möglich ist und ich gedeihen kann. So wie eine Blume nur in gutem und gesundem Umfeld gedeihen kann.

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Carina hat das gesunde Umfeld, welches sie braucht, um sich yu entwickeln, in England gefunden.

Und England lag da für mich am nächsten, wo meine Seele sich nicht eingeengt fühlt. Hier gibt es solchen Rassismus nicht wie in Deutschland, alhamduliLlah.

Sicherlich in machen Orten schon. Aber dort muss man ja nicht leben. Ich werde hier respektiert für das, was ich bin. Ich bin Muslim und habe viele Fähigkeiten, die hier sehr honoriert werden, maa schaa Allah. Und das motiviert natürlich.

England ist für mich ein Ansporn, mein höchstes Potential zu erreichen. Und diese Freiheit haben wir hier als Muslime, alhamdullilah.

Wie lange hattest du dich auf deine Hijrah drauf vorbereitet?

Also psychisch hatte ich mich und meine Kinder schon sehr lange auf England vorbereitet, eventuell 4 Jahre. Ich habe meine Kinder einmal pro Woche zu einer privaten Sprachschule gebracht, so dass sie spielerisch Englisch lernen. Das gab mir immer ein gutes Gefühl, weil ich damit meinem Ziel immer ein Stück näher kam.

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Sind ein starkes Team: Carina und ihre Mädels lassen sich durch nichts so leicht von ihren Zielen abbringen!

Ich wusste, das es taff werden kann in England, weil ich hier 2008 schon mal mit meinen Kindern 3 Monate gelebt hatte. Deshalb wollte ich dieses Mal richtig innerlich und äußerlich drauf vorbereitet sein.

Es ist sehr wichtig, dass du weißt, was du hier arbeiten möchtest. Und da kam mir in den Sinn, einfach eine Ausbildung in Hijama Therapie zu machen [Hijama bedeutet Schröpfen]. Das war online möglich, alhamdullilah. Damit konnte ich auch gleich Englisch lernen, was ich damals nur zu 10 % verstanden hatte. Aber man muss sich wirklich solchen Herausforderungen stellen, wenn man einen großen Schritt im Leben gehen möchte. Desweiteren hatte ich mich schon für eine Ausbildung als Allergie- Therapeutin in England angemeldet und ich wußte schon, dass ich dort auch Islamische Medizin studieren werde. Ich hatte dies also alles schon im Vorfeld geplant, denn Planung ist das A und O.

Geh deinen Weg langsam, wenn du möchtest, aber habe immer dein Ziel vor Augen und arbeite darauf hin.

2 Jahre habe ich dann wirklich praktisch meine Ausreise vorbereitet. Habe Leute kontaktiert in England, alle Informationen und Gesetze übers Land eingeholt, Pässe machen lassen.

Am Ende MUSSTE ich dann gehen. Ich wollte nicht mehr- hatte echt Sch… Aber da musste ich dann durch. Habe einfach unsere Tickets gebucht und bin wie im Nichts verschwunden. Es ist schon Überwindung dabei. Augen zu und durch.

Für mich war es am Ende auch schwieriger zu gehen, da ich gerade meine Praxis aufgebaut hatte und Schwestern mit Hijama und anderen Heilmethoden behandelt hatte. Allah hatte mich damals sehr gesegnet. Mir gings finaziell so gut wie nie zuvor und ich liebete meine Arbeit und meine Patienten.

Ich habe tagelang geheult und meine Patienten und Freunde mit mir. Aber ich hatte mich entschieden. Ich wollte eine bessere Zukunft für meine Kinder. Und diese konnte ich mir in Deutschland für meine Kinder absolut nicht vorstellen. Ich wollte meine Kindern diese Ablehnung und den Rassismus ersparen. Und ich wollte, dass sie etwas Schönes aus ihrem Leben machen, trotz Abaya und Kopftuch und mit dem Islam im Herzen.

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Auf, in eine bessere Zukunft!

Wie war es für dich, so als Frau ganz alleine mit Kindern auszuwandern?

Es war sehr, sehr taff. Ich kam dort mit nichts an und hatte auf einmal keine Wohnung zur Verfügung. Dann haben sie mich alle paar Tage in wechselnde Hotels verschifft, bis etwas für mich gefunden wurde. Das ist eine lange Geschichte. Die englischen Muslime wollten mir helfen, um an ein Council Haus zu kommen, damit ich wenig Miete bezahlen muss. Das war allerdings in London, wo die Mieten wahnsinnig hoch sind (ca.3996 Euro im Monat). Aber irgendwie war das kein Leben für mich und die Kinder- dieses ewige Hin- und Herziehen, bis man mal ein besseres Leben hat. Im Ramadan 2013 habe ich dann entschieden, London einfach zu verlassen und es mir und meinen Mädels in Birmingham gemütlich zu machen.

Als wir und in Birmingham eingelebt hatten, waren wir richtig glücklich. Von allen Städten, in denen ich jetzt gelebt habe, würde ich jedem Birmingham wieder empfehlen.

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2013 endlich in Birmingham angekommen!

Welche Städte kannst du für Neu- Zuwanderer empfehlen?

Birmingham ist sehr gut für den Anfang. Dort ist eine riesen Ummah– selbst ein deutsches Schwesterntreff- und es gibt dort wirklich alles für Muslime: Shops, Fitness, Islamische Schulen, Qur´an Unterrichte, etc. Es wird das „Mekka Europas“ genannt-ist sehr offen und international! An Eid [Muslimisches Fest] gibt es dort eine riesen Kirmes, welche von Muslimen organisiert wird, und zu der sogar Leute aus ganz Europa anreisen.

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Carina mit ihren Mädels an Eid in Birmingham

Mehr als zehntausend Muslime beten hier auf dem Rasen des Small Heath Parks. Wer ein starkes Zusammengehörigkeits-gefühl sucht, geht am besten dorthin. Der einzige Nachteil ist dort der Müll und die Ratten, die selbst vor Katzen kein Reißaus nehmen.

Nottingham.jpgNottingham ist für jene gut geeignet, die einen hohen Bildungsstandard suchen. Dort leben zwar weniger Muslime, jedoch die Gesellschaft an sich inklusive den Muslimen, besteht hauptsächlich aus Akademikern. Es ist dort sehr sauber und die Schulen und Universitäten haben einen sehr guten Ruf. Schwestern dort sind hochgebildet und sehr intellektuell. Bloß vor dem Islam- Internat für Mädchen muss ich leider warnen, da dort so einiges sehr schief läuft und Kinder dort eher den Islam hassen – statt lieben lernen.

Leicester ist auch bekannt für seinen hohen Muslim-Anteil. Vom Lifestyle ist es eine Mischung zwischen Birmingham und Nottingham.

Leeds– Wer es eher großstädtig mag, geht nach Leeds. Leeds ist eine sehr saubere Stadt, wo neben Pakistanern auch sehr viele Araber leben. Hier findest du eher weniger Niqabis, die du zu Hunderten in Birmingham siehst.

Bradford ist ebenfalls ein guter Ort für Muslime. Die Natur ist dort wunderschön und es gibt dort ebenfalls sehr viele Muslime. Dort bin ich letztendlich gelandet. Die Mieten sind hier sehr günstig, allerdings ist es hier mancherorts auch sehr müllig.

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Wunderschöne Natur in Bradford

Welche Schulen dort kannst du empfehlen- Islamische oder Staatliche?

Allgemein sind die Schulen sehr gut organisiert. Schüler werden in 5 Schwierig-keitslevels eingeteilt und entsprechend ihrer Level unterrichtet. Das heißt aber nicht, dass sie nicht auf- oder absteigen können!

Im Internet gibt es eine Übersicht über die Schulen und ihre Qualität. Alle paar Jahre werden sie nämlich von einem Kommittee überprüft und bewertet. Die besten Schulen werden als „outstanding“ gepriesen.

  • Islamische Schulen haben es leider nicht mehr so leicht wie früher. Seit 2 Jahren müssen auch sie dem staatlichen Curriculum folgen, welches u.a. stark die Viel-Sexualisierung (Lesben, Schwule, etc.) propagiert. Da muss man als Eltern einfach sehr wachsam sein und aufklären. Manche Islamischen Schulen haben außerdem nicht so qualifizierte Lehrer. Also muss man sich vorher gut über deren Qualität informieren.
  • Staatliche Schulen variieren sehr vom Muslim-Anteil. Manche haben sogar mehr Muslime als Nicht-Muslime im Schüleranteil, Gebetsplätze und andere Freiheiten werden ihnen auch eingeräumt. Leider wurden in letzter Zeit ein paar Schulen geschlossen bzw. radikal umbesetzt, die einen sehr hohen Muslim-Anteil hatten. Obwohl sie als „Outstanding“ eingestuft wurden, waren sie der Regierung ein Dorn im Auge.

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Carina´s Töchter in ihren Schuluniformen und ihrem Hijab (das Normalste der Welt in England!)- in einer staatlichen Schule, die jährlich Klassenfahrten nach Mekka organisiert hatte.
  • Gott sei Dank gibt es hier jedoch auch die Möglichkeit, Homeschooling zu betreiben. Ob man dies selber macht, oder sich mit anderen Homeschool-Eltern zusammen tut, ist einem selbst überlassen.

Was sollte man unbedingt beachten, wenn man nach England auswandern möchte?

Man muss sich bewußt sein, dass das System hier sehr offen ist und nicht so sicher und bequem wie in Deutschland.

Hier kriegt man nur Unterstützung vom Staat in Form von Kindergeld, Wohngeld, etc., wenn man auch arbeitet und eine Versicherungsnummer hat (National Insurance Number)

Diese bekommt man allerdings erst, wenn man 3 Monate dort gearbeitet hat- sowohl Männlein als auch Weiblein. Wenn man zu wenig verdient, bekommt man nicht mal Wohngeld- ganz wichtig!!

Man muss sich also am besten im Voraus eine Arbeit organisieren oder solange vom Angesparten leben, bis man Arbeit findet.

Wie bekommt man in England finanzielle Unterstützung?

Sobald man 3 Monate gearbeitet hat, hat man ein Anrecht auf die National Insurance Number, ohne die man in England illegal ist.

Dann beantragt man bei der Queen „Child Benefit, welches einem das Recht gibt auf andere Leistungen, wie z.B. Wohngeld, „Work and Child Tax Credit“, etc. gibt und man automatisch staatlich krankenversichert wird.

Wie beantrage ich solche Leistungen, muss ich direkt zur Queen, oder was?

Nein, inzwischen kann und soll man alle Anträge online beantragen!

Wie lange hat eine Mutter Mutterschutz? Und ab welchem Alter müssen Kinder in den Kindergarten?

Kindergarten-Pflicht gibt es hier gar nicht. Ab 5 Jahren müssen die Kinder zur Schule gehen oder bleiben zu Hause, wenn die Mutter Homeschooling beantragt. Ich kenne eine deutsche Schwester, die niemals ihre 4 Mädels zur Schule hat gehen lassen, sondern sie selbst unterrichtet hat, damit sie die Deutsche Sprache lernen. Ist hier alles möglich, alhamduLlilah.

Mutterschutz gibt es in der Regel ein Jahr.

Wie kann man Zwangsimpfungen aus dem Weg gehen, wenn man ein totaler Gegner davon ist?

Impfen ist in England keine Pflicht, wird aber als solche indirekt propagiert. Als ich erfuhr, dass es keine Pflicht ist, habe ich es abglehnt, meine Kinder impfen zu lassen.

Das wird hier nicht gerne gesehen. Ich habe allerdings gelernt , wenn man nur diesen einen Satz sagt. „You can’t force me!“, dann wird man sozusagen komplett aus dem Impfsystem rausgenommen.

Ich habe selbst vielen meiner Patienten diesen Tipp gegeben und das funktioniert bei allen. Obwohl die Angstmache hier sehr groß ist, falls jemand gegen das Impfen ist. Einfach selbstbewusst bleiben, dann klappt alles, in shaa Allah!

Muss ich perfektes Englisch sprechen, um dort zurecht zu kommen?

Ich sprach nur ein bisschen Englisch am Anfang. Es war ehrlich gesagt sehr schwer für mich, ohne fließendes Englisch. Das hat mich schon sehr gestört, da ich ohne gute Sprachkenntnisse schlecht meinen Beruf als Therapeutin ausüben kann. Mit der Zeit lernt man das natürlich. Allerdings ging ich hier nie zur Schule, sondern habe die Sprache von meinen Patienten gelernt und die Korrektur kam oft von meinen Kindern, welche die Sprache so schnell aufnehmen. Sie sprechen ja 8 Stunden am Tag in der Schule Englisch, so dass sie der Mama irgendwann weit voraus waren und immer mehr über Mamis Englisch schmunzelten. Ich kann damit leben. Hauptsache, dass man sich immer weiter entwickelt und verbessert.

An meiner Wand hängt ein großes selbstgeschriebenes Bild. „My English is excellent, alhamdullilah.“ Solche Affirmationen können Wunder bewirken, wenn man sie jeden Tag liest, in schaa Allah!

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Nach Erschwerniss kommt immer Erleichterung: heute sprechen Carina und ihre Kinder flüssiges Englisch.

Bereust du deine Entscheidung?

Nein, ganz im Gegenteil!

Ich habe meine Entscheidung, Deutschland zu verlassen, keine einzige Minute bereut, alhamduliLlah! Denn hier hat man als Muslim einfach ein selbstbestimmteres, freieres und unbeschwerteres Leben als in Deutschland.

Ich kann mich hier frei entfalten und das ist mir persönlich sehr wichtig.

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England trifft auf Amerika: Carina mit ihrer früheren Mentorin Haleh Banani

England ist ja nicht weit von Deutschland.Vermisst du irgendetwas aus deiner alten Heimat?

Ich hatte lange Zeit mein Leinöl, meinen Senf und meinen Quark vermisst. Manchmal wünsche ich mir, es gebe hier normales Puddingpulver wie in DL, Aber khair in schaa Allah. Du kannst nicht alles haben, lol.

Deutschland an sich habe ich nicht ein einziges Mal vermisst, dafür hatte ich zu viele traumatische Erlebnisse gehabt.

In England werde ich sogar als Deutsche mehr respektiert als in Deutschland. In Deutschland werde ich nicht mal als vollwertige Deutsche angesehen. Hier schon. Ich habe z.B. als Therapeutin aus DL mehr Chancen, Patienten zu gewinnen, weil DL als Land sehr hochwertig angesehen wird- nicht nur von den Muslimen, sondern auch von den Engländern.

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Beste Berufschancen in England- Carina in ihrer Praxis, im Hintergrund ihre Zertifikate.

Seit die Lehrer in der Schule erfuhren, dass meine Kinder Deutsche sind, werden sie bevorzugt behandelt. DL hat welweit einen sehr guten Ruf, würde ich sagen. Nur im Land selber sollte man nicht leben. Hahaha!

 

Welche Tipps würdest du deinen Geschwistern im Islam raten, wenn es um die Hijrah nach England geht?

  • Bereitet euch auf jedenfall gut vor, vertraut auf Allah, und dann schreitet aber auch zur Tat!
  • Erwartet nichts von anderen, sondern nur von euch selbst! Das heißt, kümmert euch, dass ihr dort Arbeit findet, sucht nach den besten Möglichkeiten.
  • Der Lebensstandard der hiesigen Muslime ist eher hoch, also sieh dies als Motivation, das Beste aus dir zu machen!
  • Zudem vertraue auf Allah- wenn du mit reiner Absicht die Hijrah vollziehst, wird Er dich nie im Stich lassen!

Als ich noch so schwankte am Ende, ob ich doch nun den Schritt wagen sollte zu gehen, habe ich einen Vers im Qur´an gelesen, der mich sehr angespornt hat zu gehen.

Sure 4, Vers 100: Und wer auswandert in Allahs Weg, wird auf der Erde manche Zuflucht und Hilfsmittelfinden. Und wer sein Haus verläßt und zu Allah und Seinem Gesandten auswandert, und der Tod ereilt ihn dann, dessen Lohn fällt Allah zu; und Allah ist verzeihend und barmherzig.

Das war´s eindeutig für mich. Und es war wie ein Versprechen von Allah.

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Und warum ich von Anfang an überhaupt so entschlossen war, gehen zu MÜSSEN, war folgender Vers:

Diejenigen, die die Engel abberufen, während sie sich selbst Unrecht tun, (zu jenen) sagen sie: „Worin habt ihr euch befunden?“ Sie sagen: „Wir waren Unterdrückte im Lande.“ Sie (die Engel) sagen: „War Allahs Erde nicht weit, so daß ihr darauf hättet auswandern können?“ Jene aber, – ihr Zufluchtsort wird die Hölle sein, und (wie) böse ist der Ausgang! (4:97)

Dieser böse Ausgang, nämlich die Hölle, hat mir richtig Angst gemacht und ich dachte, „Ich wurde diskriminiert in meinem Land und habe jeden Tag gelitten und meine Kinder auch, und am Ende werde ich dafür von Allah noch bestraft und soll zur Hölle gehen?“

Da war für mich klar, dass ich gehen MUSS. Wir haben nicht einmal Recht, uns bei Allah zu beschweren, wenn es uns in Deutschland schlecht geht. Allahs Erde ist groß genug- das könnt ihr mir glauben, liebe Geschwister. Und Allah verspricht zu helfen. Nun liegt es an dir, aus dem Dilemma auszubrechen und zu gehen und ein schöneres Leben zu haben. Es gibt nichts besseres, als die Freiheit. Und die wirst du überall auf der Welt finden, nur nicht in DL. Das ist meine Meinung. Sei mutig!

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Der ganze Struggle hat sich gelohnt: Carina mit ihren Mädels gönnen sich einen Urlaub.

Wow, merkt ihr die Power dieser Frau? Wenn sie sich etwas in den Kopf setzt, dann schafft sie dass auch- sie zieht es durch, bis zum Ende, maa shaa Allah!

Möge Allah sie reichlichst belohnen für all ihre Bemühungen und möge Allah es ihr mit dem besten vergelten, dass sie an diesem Interview teilgenommen hat.

Ich kann sie einfach jedem als Beraterin empfehlen- sei es, für Muslimas oder Nichtmuslimas. Und mit ihrer starken Willenskraft ist sie ein großartiges Vorbild für uns, dass wir auch als Muslimas etwas erreichen können, unser Potential voll ausschöpfen können, in shaa Allah!

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Ich hoffe, ihr seid genauso inspiriert worden von Carina wie ich. Wenn dem so ist, liked und kommentiert, was das Zeug hält 😉

Seid lieb gegrüßt,

Eure Khalisa

Vorteile des Ramadans in Somalia

Heute möchte ich ein paar Vorurteile abbauen und euch die Vorteile eines Ramadans in Somalia aufzeigen. Ja, die gibt es tatsächlich! Auch, wenn sich einige von euch fragen werden: „Wie, in diesem Land kann man fasten, wo man doch eh schon hungert?“, „Auf was kann man sich denn dann beim Fastenbrechen freuen?“, „Wie soll das denn gehen, bei der Hitze?“…

Zugegebenermaßen muss ich gestehen: Ja, es ist ein Unterschied, wenn man hier in Somalia fastet- ein riesen Unterschied sogar! Aber eben nicht nur im negativen Sinne.

Natürlich spreche ich hier nicht vom Ramadan, wie ihn die tausenden von Armen leider verbringen müssen, sondern von durchschnittlichen Familien, die es hier ebenso gibt. Wer die Bedürftigen unterstützen möchte, findet dazu noch etwas am Ende diesen Artikels!

Hier schon mal einige generelle Fakten zum Fasten in Somalia, die euch einen Einblick in die generellen Umstände geben.

Gutes Essen: eine Kostenfrage!

Für eine Großfamilie wie wir, mit zurzeit 22 Leuten, muss man sich gut überlegen, was man sich leisten kann, was wichtig und was weniger wichtig ist. Auf jedenfall muss alles frisch sein, denn alles andere- wie zum Beispiel Hähnchenfleisch aus dem Supermarkt- ist bei der Menge wirklich unbezahlbar. Da diese jedoch sowieso aus Brasilien kommen, ist es wahrscheinlich eh besser, darauf zu verzichten.

Fleisch: ein Muss!

Ohne Fleisch, kein Preis. Ach nee, das ging ja anders! Aber so könnte das Motto der arabischen, als auch somalischen Männer sein: ohne Fleisch wäre die Hauptmahlzeit für sie wertlos! Da sie also nicht ohne Fleisch leben können, gibt es hier abwechselnd Fleisch (meißtens von der Ziege) oder Fisch. Deswegen müssen wir auch jeden Tag zum Markt, da wir keinen Kühlschrank haben. Der nämlich frisst viel zu viel Strom bei hiesigen Strompreisen (Traum: Solarenergie!).

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Was sind nun die Vorteile des Fastens in Somalia?

Mehr Aufwand vs. frische Kost

Bei der Zubereitung hat man es hier etwas aufwendiger: Hackfleisch beispielweise müsste man selber erst durch eine dieser Hand-gekurbelten Maschinen geben, welche meißtens immer verstopfen. Also besser darauf verzichten, oder eine richtig gute Maschine anschaffen!

Auch sämtliche Somalische Teig-Spezialitäten brauchen immer ewig viel Zeit und dazu am besten noch neben dem Gasherd ein zusätzliches Feuer. Aber geschmacks-technisch lohnt es sich natürlich!

 

Die Hitze vs. kurze Fastenzeiten

Die Hitze ist besonders in der Mittagszeit ein Störfaktor. Mit 2-3 mal täglich duschen und dem Ventilator auf höchster Stufe, lässt sich auch das glimpflich überstehen. Dafür sind die Zeiten des Fastens viel ertragbarer, als in Europa: morgens von kurz nach 4 bis Abends um 18 Uhr. Das ist ca.4 Stunden eher, als in Deutschland, und mit der Mittags-Siesta verläuft die Zeit wie im Fluge.

Essen: unbedingt frisch!

Das Essen ist nicht das gleiche, wie in Deutschland. Es ist dafür jedoch viel natürlicher- man verzichtet also auf die ganzen tiefgefrorenen Pseudo-Gemüse und bekommt es direkt vom Markt. Es mag zwar nicht die gleiche Auswahl geben. Dafür bekommt man das Wichtigste überhaupt: frische Wassermelone, Datteln und Wasser! Gutes Essen hängt dann eher vom Einkommen ab und von den Kochkünsten/ Fantasie des Kochs. Und natürlich auch, wieviel Zeit man mit Kochen statt mit besinnlicheren Dingen beschäftigt sein möchte!

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Keine unnötige Gewichtszunahme, da es einige Leckereien einfach nicht gibt!

Da es für die Durchschnitts-Familie hier eher unerschwinglich ist, sich mit den Pringles, Twix, Raffaelo´s, – sprich, dem ganzen Müll aus dem Supermarkt, voll zu stopfen, hat man auch nicht das Problem mit der übermäßigen Gewichtszunahme im Ramadan. Die einzige Süßigkeit sind in der Regel Datteln, Wassermelone und eventuell eine Art süßes (frittiertes) Gebäck. Solange man mit letzterem nicht übertreibt, muss man nicht um seine gute Linie fürchten. Denn selbst die Säfte machen wir selber: frischer Limonen-Saft, bei besonderen Anlässen auch Mango- Saft!

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Man trinkt genug- mehr Durst!

Aufgrund der Hitze empfindet man logischerweise mehr Durst, dementsprechend trinkt man (im Idealfall) auch mehr. Morgens vor dem Fastenbeginn nimmt man eine Brei-Mahlzeit zu sich („Suhuur“) und kann problemlos 3 Gläser Wasser trinken. Ohne beides wird das Fasten später schwer, aber mit dieser Grundlage wird es ziemlich leicht!

Viele Möglichkeiten, Arme zu speisen

Wenn man seinen Ramadan in Somalia verbringt, hat man den Vorteil, dass man nicht erst Geld an irgendeine Spendenorganisation spenden muss. Nein, man sitzt ja direkt an der „Quelle“! Und so hat man zahlreiche Möglichkeiten, den Armen etwas abzugeben, was man selber im Überfluss hat.

Viele helfende Hände

Die meißten Familien hier sind richtig groß. Der Vorteil in so einer Großfamilie ist, dass es viel mehr helfende Hände gibt. Also einerseits gibt es mehr Arbeit, andererseits jedoch gibt es auch mehr Hilfe, um alles wieder herzu richten. Selbst das Kochen ist so ganz angenehm: der eine schnippelt vor, der andere kocht die Hauptspeise, der andere die Nebenspeisen. Okay, vielleicht sollte ich besser in femininer Form schreiben, denn Männer haben in somalischen Küchen nichts zu suchen – es sei denn in Restaurants 😉

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Man ist kein Einzelgänger, sondern fastet mit allen zusammen

Das ist ein sehr wichtiger Punkt für Somalia: man ist als Muslim einfach einer von vielen! Ohne die ständigen Kommentare „Wie schaffst du das bloß!?“, „Das ist doch unmenschlich!“, etc. fällt es einem gleich viel leichter, denn man muss sich nicht ständig rechtfertigen.

Beim gemeinsamen Essen fühlt man sich richtig wohl- nach dem Fasten schmeckt gleich alles viel besser, und man genießt die Zeit zusammen.

Eine spezielle Zeit für Kinder

Auch für die Kinder ist der Ramadan eine spezielle Zeit und versuchen teilweise auch schon zu fasten. Selbst Kleinen sagen nach ihrem Frühstück, dass sie fasten, und schaffen es dann gerade mal bis zum Mittagessen, wenn sie quasi überredet werden, doch endlich etwas zu sich zu nehmen! 9-Jährige schaffen auch schonmal einen ganzen Tag und sind dann stolz wie Oskar. Das reicht dann aber auch für den Rest des Monats 😉

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In obigem Foto seht ihr unsere Kleinen, die von ihrer großen Schwester unterrichtet werden. So ist es eine Entlastung für die Fastenden und ein Vergnügen für die Kinder.

Unsere 11-Jährige Aischa, die gerade ihre letzten Prüfungen in der Schule ablegt und die Jüngste unter allen Klassenkameraden ist, musste ich förmlich zwingen, ihr Fasten zu brechen. Sie meinte, sie würde sich schämen, nicht zu fasten und außerdem wollte sie, dass Allah ihre Bittgebete (Du´a) beantworte. Da meinte ich, dass sie noch den ganzen Rest des Monats Zeit dazu habe, und dass ihr Fasten sowieso nichts Wert ist, wenn sie es nur für andere Leute tut. Außerdem könnte sie alle Fastenden in ihrer Familie um Du´a fragen, so kann sie dann vom Fasten der anderen profitieren (denn das Du´a des Fastenden wird aufjedenfall erhört)! Das fand sie überzeugend und so trank sie prompt ein Glas Wasser und frühstückte gemächlich.

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Wie ihr seht, werden Kinder hier eher gebremst, nicht zu früh schon zu lange zu fasten. Gleichzeitig ist es ein riesen Ansporn für sie, auch so schnell wie möglich durch zu fasten, da sie in einem muslimischen Umfeld aufzuwachsen. Man stelle sich gleiche Situation mal in Deutschland vor… Katastrophe!

Mehr Motivation für Gottesdienstliche Handlungen

Dadurch, dass das Fasten hier selbstverständlich ist und sich der Wichtigkeit dieses Monats bewußt ist, wird man auch zu mehr Aktivitäten motiviert. Denn jeder versucht, sein Bestes zu geben in diesem Monat: seien es, gute Taten zu vollbringen, mehr Qur´an zu lesen, schlechte Wörter zu unterlassen, zu spenden oder mehr zu beten. Da kommt man sich ganz blöd vor, wenn man NICHT so aktiv ist! Allerdings zählt dabei natürlich die Niyya- Absicht- dass man seine Taten nicht der Leute wegen macht, sondern um Allah´s Wohlgefallen und um Seine Vergebung zu erlangen!

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 Moscheen um die nächste Ecke

Last but not least ist es einfach ein Segen, hier seinen Ramadan zu verbringen, denn man braucht nur um die nächste Ecke gehen, und schon ist man in einer Moschee! Alle Gebete werden wie immer durch Lautsprecher übertragen, jedoch das Besondere in diesem Monat ist, dass selbst das Tarawih-Gebet (eine lange Gebetsreihe nachts, etwas nach dem Essen) in der Luft ertönt. Und das aus jeder Ecke! Es gibt keine schönere Stimmung, als diese Momente, wo sich alle Gottergeben im Gebet befinden und die Worte Allah´s von überall erklingen!

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Final Conclusion

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass der Ramadan in Somalia wahrscheinlich allen anderen muslimischen Ländern ähnelt. Das Einzigartige hier ist wohl, dass es hier 99% Muslime gibt, also eigentlich ALLE im Ramadan fasten und beten. Und dass es hier nicht solchen Überfluss an Süßigkeiten und anderen Leckereien gibt, was ja auch garnicht der Sinn des Ramadans ist, und einen schön bescheiden und trotzdem so überaus dankbar macht. Denn schließlich hat man mehr, als Millionen von anderen Menschen im Land.

Also Alhamdulillah für alles!

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Und, seid ihr auf den Geschmack gekommen? Wenn die Flüge hierhin nicht so teuer wären (ca.1000 Euro pro Kopf), würde ich glatt eine Reiseagentur eröffnen, glaubt mir! Mit Ramadan-Specials, Kamelreiten, Kamel-Milch-Kur, etc… Aber was nicht ist, kann ja noch kommen- je weniger Unruhen hier sind, desto mehr Leute werden hierhin kommen, und desto mehr sinken dann irgendwann auch die Flugpreise, in shaa Allah 🙂

In diesem Sinne allen Muslimischen Leser/innen noch einen gesegneten Ramadan, alle Nicht-Muslime haben hoffentlich einen kleinen Einblick gekriegt in eine andere Welt!

Eure Khalisa

PS: Bevor ich noch etwas ganz Wichtiges vergesse: Bitte unterstützt diejenigen, die nichts haben zum Fastenbrechen! Von Islamic Care gibt es ganz tolle Projekte, die einfach  zu unterstützen sind und durch die man ganz viel bewirken kann:

So kann man mit nur 4 Euro ein richtiges Mahl zum Fastenbrechen für eine Person ermöglichen;

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Oder man kann seine Zakat-ul-Fitr (obligatorische Spendengabe für jeden Muslim) im Wert von nur 7 Euro an Islamic Care schicken, so dass sie es denjenigen weitergeben, die es wirklich bitter nötig haben.

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Islamic Care ist ein sehr vertrauenswürdiger gemeinnütziger Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die miserable Lage millionen von Menschen zu verbessern.

Möge Allah all jene reichlich belohnen, die etwas von ihren Gaben den Bedürftigen abgeben und somit ein Stück mehr Menschlichkeit verbreiten, amin!

 

13.Interview: Geballte Frauenpower in Ägypten

As salaamu alaikum und Hallo liebe Leser/innen,

Heute gibt es wieder ein außergewöhnliches Interview für euch, und zwar aus Ägypten. Jede Geschichte ist anders, deswegen lohnt es sich, mehr als nur eine Geschichte pro Hijrah-Land anzuschauen [Hijrah bedeutet Auswanderung]. Diesmal gibt es auch beinahe komplett neue Fragen, die sich u.a. auch auf den aktuellen Monat Ramadan beziehen.

Aus der Not eine Tugend gemacht

Unsere heutige Protagonistin heißt Halima, sie ist deutsche Muslima und hat eine faszinierende Geschichte hinter sich: Nur eine Woche nach ihrem Ägypten-Urlaub entschloss sie sich, in Deutschland die Zelte abzubrechen, um als eine von vielen Muslima´s in Ägypten ihre neue Freiheit zu genießen. Sie gründete dort eine neue Familie, während sie ihre alte hinter sich lassen musste. Und aufgrund eines tragischen Zwischenfalls, machte sie aus der Not eine Tugend und startete ihre Karriere als Deutschlehrerin. Karriere deshalb, weil sie nicht bloß einfache Lehrerin wurde, sondern ganz verschiedene führende Positionen einnahm:

  • DaF- Deutschlehrerin für Kinder und Erwachsene,
  • Leiterin der Kinderabteilung,
  • Eventplanung und internationale Kommunikation,
  • private Sprachkurse,
  • Kursentwicklung und Initiation neuer Kursprogramme,
  • Leitung von Sprachförderungskursen und
  • Betreuerin von Lehrern in Ausbildung.
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Halima mit ihren erwachsenen Studenten

Darüber sagt sie selbst:

Ich liebe meinen Job sehr elhamdulillah, bin gerne Lehrerin. Früher hätte ich nie gedacht, mal Lehrerin zu werden, war damals nach meiner Ausbildung in allen möglichen Jobs, nur um nicht als Pädagogin arbeiten zu müssen, lol. Hab das damals nur meiner Mutter zu Liebe gelernt. Heute ist es mein Traumjob. Ich denke aber auch, dass das sehr daran liegt, dass Lehrer-sein hier in Ägypten ein sehr geschätzter und reservierter Beruf ist.

Das sie eine Powerfrau ist, sieht man auch an den Bildern, die sie mir zur Verfügung stellte: die Mehrzahl an Bildern zeigen sie entweder mit ihren geliebten Schülern, oder ihre Kinder, denen sie eine kreative Beschäftigung gibt. Diese Frau gönnt sich kaum eine Pause!

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Homeschooling mit ihren Kindern

Nun lasst euch also mitnehmen in eine andere Welt, die Welt von Halima!


1. Wohin und wann hast du die Hijrah vollzogen?

Ich bin 2010 Hals über Kopf nach Ägypten ausgewandert. Ich war zuvor 2 Wochen auf Urlaub hier und als ich wieder in Deutschland war, habe ich mich gefühlt, als würde ich nicht mehr dort hin gehören.

1 Woche später war ich wieder in Ägypten und bin bis heute nicht wieder in Deutschland gewesen.

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Damals noch mit Niqab

2. Hattet ihr euch lange darauf vorbereitet?

Nein, vorbereitet habe ich mich gar nicht wirklich.

Ich hatte einfach das Gefühl, khalas [fertig, arab.] – wenn du jetzt nicht gehst, wirst du nie als freie Muslimin leben!

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3. Wie alt waren deine Kinder und in was für eine Bildungsinstitution gehen sie?

Mein ältester Sohn aus erster Ehe war damals 4 und sollte eigentlich nach kommen. Leider kam es nie dazu und er lebt bei seinem Vater in Deutschland, ich hatte leider bis heute noch keine Möglichkeit, ihn wieder zu sehen,- eine lange Geschichte. Wir haben aber Kontakt elhamdulillah. Meine anderen Kinder habe ich hier in Ägypten bekommen. Mit meinem heutigen Mann habe ich elhamdulillah 3 Kinder (fast 7, fast 4 und 1,5 Jahre alt), eigentlich hätten wir 6, aber 3 sind verstorben. Khair in sha Allah…

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Halima mit ihren Kindern

Hier gehen die beiden Kleinen in einen Kindergarten, in dem sie ma sha Allah Englisch, Arabisch, Koran etc. lernen. Der Ältere geht sporadisch zur Schule. Er geht nur, wenn er Lust hat. Wir unterrichten unsere Kinder elhamdulillah hauptsächlich zu Hause. Zur Schule und Kita gehen sie nur wegen der Schulpflicht. Ansonsten nehme ich sie manchmal mit zur Arbeit.

4. Wie habt ihr die Eingewöhnungsphase überstanden?

Elhamdulillah sehr gut. Ägypten ist ein Land, in dem es noch Menschen gibt, die dich nicht aufgrund der Herkunft oder Religion in eine Schublade stecken.

Die Menschen hier sind sehr hilfsbereit und freundlich. Mein Mann hat mir ma sha Allah auch viel geholfen.

5. Kannst du dich dort verständigen, hattest du sprachliche Vorkenntnisse?

Ich spreche elhamdulillah fließend englisch, was mir am Anfang sehr half. Mein Mann und ich sprechen bis heute Englisch miteinander, er spricht kein deutsch. Wir sprechen immer noch Englisch, obwohl ich mittlerweile fast fließend Arabisch spreche, wir haben uns einfach daran gewöhnt.

6. Bist du dort gut integriert?

Elhamdulillah, ja.
Ich arbeite extrem viel, seid mein Mann arbeitsunfähig ist. Meist um die 12- 16 Stunden täglich. Ich bin Deutschlehrerin und arbeite zudem in einer leitenden Position in einem ägyptisch- deutschen Kulturzentrum. Zusätzlich gebe ich private Unterrichte. Ich habe hier elhamdulillah allein schon durch meine Arbeit sehr viele Kontakte und gute Freunde.

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7. Was magst du besonders an Ägypten?

Besonders an Ägypten gefällt mir die Geräuschkulisse.

5 Mal täglich den Adhan zu hören, ist ein Geschenk Allahs. Als ich ihn das erste Mal hören dürfte, hat es mich so sehr berührt, das mir die Tränen kamen.Ich bin schon viele Jahre vor meiner Auswanderung konvertiert, hatte aber in Deutschland nie die Chance, den Adhan zu hören.

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Außerdem finde ich es total beeindruckend, dass Ägypter in der erstaunlichen Lage sind, wirklich alles zu reparieren. Egal was es ist, die kriegen echt alles wieder zum Laufen und das mit Methoden- ma sha Allah, da würden wir Deutschen im Leben nicht drauf kommen!

8. Was magst du nicht besonders?

Zum Thema Negatives ist hier vor allem ein riesiges Manko an Bildung und medizinischer Versorgung vorhanden. Die meisten Ägypter leben am Existenzminimum, die Schere zwischen arm und reich wird durch die steigende Inflation immer größer und das rasend schnell. Zudem sind die wenigsten hier krankenversichert, sodass ein Arztbesuch schnell richtig teuer werden kann. Damals, als meine Zwillingsmädchen nach dem Kaiserschnitt in Inkubatoren mussten, hat uns das in den wenigen Tagen ihres kurzen Lebens mehrere zehntausend Pfund gekostet. Zudem mussten wir enorme Anstrengungen aufbringen, um an Medikamente und Blutkonserven für sie zu kommen.

Hätten damals nicht deutsche Freunde finanziell geholfen, wären sie wahrscheinlich schon viel früher gestorben, Allahu 3lm [Allah weiß am besten].

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Zudem kosten Schulen hier extrem viel Geld und je nachdem wie viel man sich leisten kann, hängt es eben davon ab, welche Qualität man in der Schule geboten bekommt. Deutsche und amerikanische Schulen kosten mehrerer zehntausend Pfund im Jahr, was wir uns definitiv nicht leisten können, trotz meines vergleichsweise guten Gehalts. Die Schule, auf die mein Sohn geht, kostet uns etwa 2000 Pfund im Jahr, die Kita den selben Betrag monatlich. Die Kita ist ma sha Allah für eine ägyptische sehr gut und sauber und die Lehrer, auch wenn sie nicht ausgebildet sind, geben sich die allergrößte Mühe. In der Schule meines Sohnes ist das anders.

In staatlichen Schulen sind die Klassen oft um die 40 bis sogar 60 Kinder stark mit nur einer Lehrerin, die oft nichts vom Lehren versteht. Auch sind viele ägyptische Lehrer sehr streng und Züchtigung gehört vereinzelt noch zum Lehrplan.

Es gibt hier eine gemeinnützige Organisation, in der auch eine liebe Kollegin und Freundin aktiv ist, die versucht durch Aufklärung und Seminare, die ägyptischen Lehrer zu trainieren und ihnen andere Methoden beizubringen. Leider hat sich durch Traditionen und westliche Einflüsse das Weltbild an den Schulen hier teilweise verändert. Khair in sha Allah, einer der Gründe warum wir unsere Kids überwiegend zu Hause unterrichten. Elhamdulillah wird aber in allen Schulen Koran unterrichtet, sogar in den deutschen, außer den Christlichen Schulen natürlich.

Was ich außerdem schade finde ist, dass es leider aufgrund der steigenden Armut hier immer mal wieder vorkommen kann, dass jemand versucht einen übers Ohr zu hauen. Mein schlimmstes Erlebnis hier war zur Zeit des Militär-putsches. Damals trug ich noch Niqab, heute „nur noch“ Hijab. Damals waren meine Kleinen noch nicht geboren. Nur mein Sohn, der hier der Älteste ist. Ich wurde damals von einem älteren Herrn auf der Straße belästigt und beleidigt, er ging sogar mit seinen Schuhen auf mich los.

Damals hatten manche Ägypter Angst vor Ausländern und glaubten, dass Ausländer den Terrorismus unterstützen würden, Da trotz Niqab nicht zu verbergen war, dass ich Ausländerin bin, da mein Sohn schon damals sehr gut deutsch sprach und mich somit immer wieder „verriet“, wurde ich leider Opfer dieses Herrn.

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Elhamdulillah ist es glimpflich angegangen.

9. Fürst du dort ein selbstbestimmtes Leben? Was bedeutet das für dich?

Elhamdulillah mittlerweile haben wir es etwas besser, wenn es auch schwer ist. Uns geht es aber bei weitem besser, als vielen anderen. Ich finanziere unser komplettes Leben, während mein Mann sich um unsere Wohnung und die Kids kümmert, wenn ich arbeite. Nach der Arbeit und an freien Tagen übernehme dann ich.

10. Wie sieht der Ramadan in Egypten aus? Was macht ihn speziell? Tust du in der Zeit arbeiten? Sind die Schulen geöffnet? Erzähl mal ein bisschen!

Ich mag den Ramadan hier sehr. Wir besuchen Familie und Freunde, gehen extra viel in die Moschee etc.

Ich liebe diese Zeit, in der alle versuchen, Allah so nah wie möglich zu kommen und jeder versucht, sein bestes zu tun. Ich arbeite auch in dieser Zeit, aber elhamdulillah meist etwas später, sodass man sich mehr auf seinen Deen [Religion] konzentrieren kann.

Die Schulen sind in diesem Monat geschlossen. So oder so sind die Sommerferien hier sehr lang. In der Schule meines Sohnes zum Beispiel bis zu 4 Monate lang (Er geht auf eine ägyptische Volksschule, wenn auch nur sporadisch, wegen dem Nachweis). Die Kitas arbeiten normal, schließen aber meist früher, damit alle pünktlich zum Iftar zu Hause sind.

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Eine der zahlreichen dekorierten Nebenstraßen Kairo´s

11. Würdest du dort gerne alt werden?

Ich hoffe, dass ich hier meine Augen an meinem letzten Tag in dieser Dunja schließen darf in sha Allah. Ich möchte zwischen Muslimen sein, wenn ich sterbe in sha Allah.

12. Kannst du Ägypten als Auswanderungsland empfehlen? Wenn ja, wieso?

Ja, definitiv. Das Leben hier ist zwar für einige sehr hart, wie für uns auch, dennoch gibt es nicht besseres, als sich in der Ummah zu wissen.

Zu wissen, dass deine Kinder den Islam von Anfang an lernen, sie zu hören, wenn sie nebenan in der Moschee den Koran rezitieren, ma sha Allah. Als motivierte Muslimin in Deutschland hatte ich es oft sehr schwer, hier fragt dich niemand danach, ob und warum du Muslimin bist. Hier akzeptiert man die Menschen, wie sie sind elhamdulillah.

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13. Welchen Ratschlag hast du für diejenigen, die auch vom Auswandern träumen?

Traut euch. Denkt nicht all zu lange darüber nach. Allah versorgt einen, egal wo man ist elhamdulillah. Wenn man auf Allah vertraut, wovor soll man dann Angst haben?

Für mich war es die beste Entscheidung meines Lebens, auch wenn sie sehr schnell kam. Ich bereue es keine Sekunde elhamdulillah

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Vielen Dank und baarakaLlahu feeki für deine Interview-Teilnahme, liebe Halima. Möge Allah dich und deine Familie reichlich belohnen für all eure Bemühungen auf Seinem Weg, und möge Er euch eure Situation immens erleichtern!

Liebe Leser/innen, ich denke, ihr seid genauso beeindruckt wie ich von dieser Geschichte. Vor allem zu sehen, wie diese Familie trotz eines Schicksalsschlags zusammen hält und „mal eben so“ die Rollen tauscht (Frau arbeitet, Mann kümmert sich um Kinder), ist wirklich beispielhaft und verdient größten Respekt! Ich hoffe, dass es viele zum Nachdenken anregt. Denn wenn eine Frau sogar ihre Familie im Ausland ernähren kann- wieso dann nicht auch andere?

Allen Muslimen wünsche ich noch einen gesegneten Ramadan, und allen anderen ebenso eine schöne Zeit. Likes, Kommentare, etc. herzlich Willkommen 🙂

Liebe Grüße,

Eure Khalisa

Auflösung der Umfrage

As salaamu alaikum und Hallo allesamt,

Heute kläre ich euch endlich über meine letzte Umfrage auf- Welches Buchthema interessiert euch am meisten?

Ich muss sagen, dass ich mir ein paar mehr Antworten erwünscht hatte bei so vielen Followern. Aber versuchen wir es mal, positiv zu sehen: Immerhin 33 Leute haben ihre Meinung und somit ihr Interesse mitgeteilt, ca.4 Leute haben mir noch privat ihren Wunsch geschrieben, was aber nichts am Ergebnis geändert hat. Immerhin also 37 Leute!

Was kam heraus?

Während die wenigsten an meiner persönlichen Geschichte, wie ich zum Islam kam, interessiert sind (ok, der Titel hätte noch verändert werden müssen, und einige Freunde kennen sie natürlich schon), hat es der Mehrehe-Guide mit einer Stimme mehr auf Platz 3 geschafft.

Der „Hijrah-Guide“ und „Mein Leben in der Mehrehe“ haben sich einen Wettkampf geleistet, den letzteres Thema schlußendlich mit 2 Stimmen Vorsprung gewann.

Das Gewinnerbuch ist also theoretisch „Mein Leben in der Mehrehe!“.

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Was ist die Konsequenz?

Die logische Konsequenz sollte eigentlich sein, dass ich ein Buch über das Gewinner-Thema schreibe.

Also setzte ich mich schon mal daran, eine Mind-Map zu dem Thema zu machen. Gleichzeitig fing ich mit meinem lang ersehnten Kurs an zum Thema, wie man sein eigenes Buch innerhalb 90 Tagen schreibt und auch selbst veröffentlicht. Auf einmal wurde mir dabei bewußt, dass ich zurzeit mehr für das Thema Hijrah brenne, da es gerade so aktuell ist, auch auf diesem Blog. Und es ist weithin bekannt, dass das am besten wird, wofür man „brennt“!

Aufgehoben ist nicht aufgeschoben!!

Das Thema Mehrehe ist nicht weniger meine Herzensangelegenheit, wird dafür aber auch nicht weglaufen. Es wird einfach das nächste Thema sein (in shaa Allah)!

Bloß passt das andere Thema über die Auswanderung gerade so gut zu meiner Interview-Reihe und wäre ein genialer Abschluss für dieses Thema, so dass ich mich doch dazu entschieden habe, den Hijra-Guide vorzuziehen.

Ich hoffe, ihr nehmt mir das nicht übel und versteht meine Vorgehensweise 🙂

Möge Allah mit euch zufrieden sein für eure Teilnahme und möge Er mir dieses Hammer-Projekt erleichtern!

In den nächsten Tagen werde ich eine weitere, mehr spezifische Umfrage starten zum Thema Hijra, in shaa Allah.

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Liebe Grüße,

Eure Khalisa

 

 

From the drought to the rainy season

Now it is finally here again – the rainy season! Alhamdulillah- thank God, one can only say – it was sorely needed!

In this article, I will tell you about the drought, what effect it had on my life in Somalia, how the rainy season is and what’s going on when it rains!
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What does rainy season mean in Somalia?

In addition to the 2 dry seasons, there are ’normally‘ also 2 rainy seasons in Somalia:
1. From October – December,
2. From April – June.
The term rainy season does not mean that it pours continuously, but that from time to time rain is expected.
The term rainy season is also somewhat misleading in Somalia, because even in these months falls only low rainfall. Rainy season in Somalia is the period of occasional rainfall and NOT persistent rainfall typical of other tropical regions.
Depending on the monsoon winds there is sometimes more, sometimes less rain. Also the precipitation varies from region to region: while the precipitation in the north is only 50mm, it rains in the tropical south, after all, 400 mm – provided that there is no drought and everything is „on schedule“.

What if the rain stops?

The last few years it rained relatively sparse, or the rain was missed completely. That ended last year in the total drought, which lasted until recently.
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Somali sheep looking for food. Their „double decker- butt“ is barely visible.

Drought 2017

This long-lasting drought brought the land and its people to their limits of existence. Many did not survive this time. Most of them because they lived as nomads far away from civilization. While fleeing to the cities, many had to leave their livestock and even family members behind. There are horrible stories about it that really tear your heart …
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The world should have been woken up this time before it will come to the same catastrophe as 2010/11: at that time, at least 260,000 people died as a result of the drought, millions of people fled to the surrounding cities. Therefore, the German Newspaper Tagesspiegel reported:
Developments in recent months show that the famine could be even more devastating than it was six years ago. Six million people are at risk of famine. One million people are already fleeing the drought. By the end of the year it will be two million. And in the coming months, when the rain stops, a complete crop will fail. The livestock will become extinct.
That’s how it happened. It rained in some parts of the country, but only 2-3 times, which is no more than a drop in the desert.

That’s why you can see at the corner of every small or bigger city camps with thousands of drougth- refugees.

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How do the Somali’s deal with the drought?

The Somali’s are very faithful people and so they see these times of drought as a kind of trial of God.
It is a kind of examination, because He wants to cleanse people of their sins, to bring them to a higher level:
Abu Hurayrah reported that the Prophet (peace be upon him) said, „The Muslim will never endure exertion, sickness, tribulation, sorrow, evil, or harm, even if only a thorn stings him, without Allah making it atonement imputed for his sins. „(See Hadith no. 540)
[Sahih al-Bukhari, chapter 68 / Hadithnr. 5641]
Even the people closest to Allah / God like Jesus and all other messengers (may peace and blessings be with them) have been severely tested. Hence the saying that Allah tests those whom He most loves, the most!
But it is worthwhile- Allah promises those who patiently endure without moaning also a great reward:
And we will surely test you with something of fear and hunger and loss of wealth and lives and fruits, but give good tidings to the patient.
 [Sûrah al-Baqarah (2): 155]
Moreover, such a drought can be seen as a cleansing of sins, as well as a test for those whom Allah loves so much, as they follow His message, and want to raise them to higher ranks.
That’s why you hear from most Somali people when asked, „How are you?“ despite everything : „Alhamdulillah alla kulli haal!“ [Praise be to Allah in all circumstances] as an answer.
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In addition, in case of drought, the Somalis follow the example of the Prophet (peace and blessings be upon him): When the rain comes, shops and schools are closed on a particular day and the whole city meets on a big place to pray the rain prayer. This is a short, special prayer that includes a subsequent admonition. From politicians to the poorest – everyone is there, without any distinction.

How did I live in the drought, as a Westener?

Often I was asked if the drought had affected my life. Thankfully, it did not affected me and my family to the extent that it has hit people in the countryside. No, we got to feel it here rather indirectly:
  • During the day, the tap water was gone very often when you most needed. It came only in the evening or at night at the latest, in which we could then fill vats with water. Actually, I was amazed that groundwater could still be found at all, which was directed to the houses in the city. But in the daytime we had to bring extra water from our wells to our toilets, showers, laundry and dish washing as soon as our supply of the night was empty. Not an easy task – especially in the hot season – but still a luxury, if you think more carefully!

 

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Our well
  • If it came up very extreme, we could not get a supply of well water. Then we had to wait a few days until it was brought in the middle of the night. Since the well water was taken from (groundwater) reservoirs from the surrounding areas, people had to wait for it, because during the day it was given to the needy animals. But in such a country you do not give up so easily – there is a solution for everything (most of the time)! Often we then brought water in these yellow containers from my sister-in-law’s well by car.
  • After all, we had continuous drinking water, which was filled with a tank truck in large 100-liter containers. Of these we had 2, but after one of them broke down and the tanker had to come every few days, they had brought us a huge container!

 

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  • At times there was hardly any choice of vegetables on the market, let alone fruits. Then you have to be content with the main food. Which kind of vegetables were available varied from day to day: today there were carrots, tomorrow lemons; then no carrots, but white cabbage, etc. Also, the meat prices had risen extremely (no wonder, since the animals died away).
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On that day we could get only one carrot. But you have to make the best out of it 😉
  • Once, unfortunately, I experienced also a cholera case in our home: a new housemaid, who was still fit in the morning, suddenly started vomiting in the noon. She said that came from cleaning the toilet and just kept working. Until she folded up on the floor at midday. We thought it was just an upset stomach, gave her lemon water, and wanted to take her to the hospital in the afternoon. Thankfully, her mother came and they went alone without our knowledge to the hospital. That’s what saved her life, AlhamduliLlah. In the afternoon, my co-sister found her half-dead in the hospital, put on tens of needles. After all, we were able to make up for our mistake by paying her the medication. Cholera occurs very easily as soon as sufficient hygiene due to lack of water is not guaranteed. Then you have to act very fast, otherwise the death will be faster in front of the door than you can imagine…

 

Everything is relative!

In comparison, we still had it very, very good, Alhamdulillah! And yet, by temporarily losing otherwise naturally things, one learns to appreciate everything that is taken for granted!

What if it rains?

If it rains then, as in the last few weeks, life suddenly turns upside down: rain means at the same time school-free, free of any trips, after-school coachings, etc.!
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In general, therefore, I have often wondered if Somali’s are maybe made of sugar, because as soon as it looks like it’s going to rain, it becomes excuse nr.1 for any activity! Good thing we do not live in rainy Germany 😉 (Of course, Somali’s in Germany get used to the rainy weather in Germany, I guess!)

What is „snow-free“ in Germany is called „rain-free“ in Somalia

It is perhaps comparable to „snow free“ in Germany, when it (in exceptional cases) at times snows so much that you can not get ahead by bus and car. In my childhood this was still a normal case every winter. At that time I could even ski on our neighboring meadow!
But yes, times are changing, even in Somalia! Nowadays there „snow free“ is very rare in Germany, as well as the rain became less in Somalia.

Rainy season is fun- time!

So when it rains, it is as if whole pails are getting spilled over you – it’s pouring so much! Accordingly, everything is under water outside. For the kids, it is pure fun – a bath in the open air! They pound and splash what they can, drumming and dancing!
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The kids are enjoying the bath in the rain
In addition, the children come up with the craziest ideas when suddenly they can not play outside anymore: just climbing the walls!
(Good thing it does not rain too often here ;-))
For the housewives, it is rather less funny (although of course they are happy for the environment). After all, to take care of the wet clothes and floors, which, in no time at all, can cause a risk of slipping, is of course associated with work. In addition, for safety reasons, the elictricity often went off, so that everything has to be done under a romantic flashlight. But well, that does not happen too many times.

This peace afterwords …!

When the spectacle is over, there is nothing better for me than smelling this fresh scent of earth, flowers and cooled air, which reminds me a lot of my German homeland 🙂
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Current situation

Currently it has been raining already several times in Garowe, so that I can not count it on one hand anymore. The other parts of Somalia have probably come into the benefit as well – in some there were even real floods.
Before the rain, it is always unbearably humid, until then the great relief comes. It is also the time of insects (not harmful ones), flies and mosquitos. To keep everything hygienic we clean the whole house with Dieselwater.
To summarize, we’re doing quite well this year and hopefully, that’s not the end, it’s just the beginning of a new time period without drougth!
But: Nature, agriculture and livestock have not yet fully recovered. This will only change, when the rain-loving camels give birth to their children. Then again the camel’s milk and the other things will flow, in shaa Allah. However, the thousands who have lost their homes and their possessions need still our support.
So pray and donate all for Somalia and all the countries that suffer (still) from drought and their consequences!
Best regards,
Your Khalisa
PS: If you want to support one of the many relief organizations, I can recommend the aid organization Islamic Care. We know them personally and they are very dedicated too maa shaa Allah!

12.Interview: Vom Stadtkind zum Melkprofi!

As salaamu alaikum und Hallo liebe Leser/innen,

Nach einem Aussetzer aus privaten Gründen, geht es heute in alter, bzw. neuer Frische an unser nächstes Hijrah-Interview 🙂

Ich freue mich sehr, euch wieder eine einzigartige Auswanderungs-Geschichte vorzustellen. Sie führt uns nun zum dritten mal nach Algerien, ist jedoch wieder ganz anders und zeigt die vielfältigen Möglichkeiten auf, die man im Ausland haben kann!

Es geht also diesmal um die Schwester Umm Idris [Mutter von Idris], welche mit ihren 4 Kinder den Schritt ins Land ihres Mannes gewagt hat.

Sie hat sich damit nicht nur den Traum vom Auswandern erfüllt, sondern auch einen lang gehegten Kindheitstraum: nämlich mit Tieren zu arbeiten!

Nun kommt das wirklich nicht alle Tage vor: ein Stadtmädchen bevorzugt das Leben auf einem Bauernhof!?! Ich kann es allerdings ein Stück weit nachvollziehen, denn auch ich liebe Tiere und Natur. Auf Dauer wäre mir das jedoch zu einsam.

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Dafür muss man glaube ich einfach der Typ dafür sein, denn nicht jeder kommt mit dieser Einsamkeit zurecht. Wobei dies auch ein sehr guter Schutz vor den Fitan [Versuchungen] ist, die heutzutage überall vermehrt auftreten.

Lest also selbst diese ungewöhnliche Geschichte von einer starken Persönlichkeit:


Frage 1: Wohin bist du ausgewandert?

zeit für neuesNach Algerien AlhamduliLLAH., seit Ende 2016.

Frage 2: Wie alt waren deine Kinder bei der Auswanderung?

7, 5, 3 und 1 Jahr.

Frage 3: Warum hast du dir ausgerechnet dieses Land ausgesucht?

Mein Mann ist Algerier und uns schien es allgemein am unkompliziertesten, dahin auszuwandern.

Frage 4: Was waren deine Beweggründe für die Hijrah?

Natürlich in erster Linie, um den Islam besser leben zu können und auch meinen Kindern ein besseres islamisches Umfeld zu geben.


Frage 5: Hattest du finanzielle Rücklagen als du ausgewandert bist?

Ja, alhamduliLlah.

Frage 6: Hattest du vorab ausreichend Sprachkenntnisse?

Naja „ausreichend“ vielleicht nicht gerade. In Algerien wird in erster Linie Arabisch gesprochen, aber z.T. in einem Dialekt, der in mancher Hinsicht weit vom Hocharabischen entfernt ist. Meine Arabisch Kenntnisse waren allerdings auch nicht gerade sehr ausgeprägt.

Französisch ist hier zweite Amtssprache und das konnte ich noch ganz passabel aus Schulzeiten, AlhamduliLLAH. Ich habe aber auch festgestellt, dass doch recht viele, gerade von den jüngeren Generationen, auch Englisch sprechen. Dadurch, dass ich nun mit drei Sprachen mehr oder weniger gut kommunizieren kann, ist es mir möglich, meinen Alltag zu meistern 😁

Frage 7: Wie hat deine Familie auf deine Auswanderung reagiert?

Meine Familie war leider überhaupt nicht begeistert [haben sich aber inzwischen damit abgefunden!].

Frage 8: War ein Visum für das Land XY notwendig?

Ja, ein Visum war nötig.

Frage 9: Hat dein Ehemann oder du eine Arbeitsstelle vor Ort, oder wie wird euer Lebensunterhalt gesichert?

Ja, wir haben einen Bauernhof. Wir leben sozusagen ein wenig „ab vom Schuss“. Die nächste große Straße ist ca. 10km entfernt, der Weg zu uns ist Feldweg. AlhamduliLLAH haben wir hier aber Strom und dank unseres Brunnens auch fließend Wasser.

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Die nächst- größte Stadt im Sandsturm
Frage 10: Weshalb habt ihr euch ausgerechnet für das Leben in Abgeschiedenheit entschieden?
Wir haben lange auf unsere Hijra hingearbeitet und meinem Mann war es wichtig, dass wir von vornherein hier ein Einkommen haben werden biidhnillah. In dieser „Überlegungszeit“ sind die Grundstückspreise sehr gefallen, sodass mein Mann auf die Idee mit dem Bauernhof kam und quasi „zugeschlagen“ hat, AlhamduliLLAH. Außerdem bietet eine Landwirtschaftliche Tätigkeit für uns als Familie sehr viele Vorteile: als erstes ist es natürlich etwas, was immer benötigt wird,- anders als ein einfaches Geschäft. Da kann es immer wieder vorkommen, dass das Interesse verloren geht für die Dinge, die man verkauft.
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Desweiteren kann man sich zu einem gewissen Teil selbst versorgen und hat somit die absolute Gewissheit über die Qualität der eigenen Lebensmittel. Und natürlich ist es auch gut für unsere Kinder, hier aufzuwachsen AlhamduliLLAH. Sie wissen, wie Obst und Gemüse wächst, wie man Tiere versorgt und können unbeschwert auf unserem Grundstück spielen, denn weit und breit fährt kein Auto.
Frage 11: Stört es euch nicht, so abgeschieden zu leben?
Die Abgeschiedenheit stört uns nur bedingt. Als ich noch ein Kind war, wurde ich sozusagen auch eher in die „Richtung“ lieber „unter sich sein“ erzogen, indem meine Eltern es mir so vor lebten. Z.b. Haben Sie ein abgeschiedenes Gartengrundstück in Deutschland, wo wir unsere Ferien verbrachten.
Das heißt natürlich nicht, dass ich partout nicht gern unter Menschen bin, im Gegenteil gefällt mir das auch, aber nach einer gewissen Zeit merke ich, dass es mir „zu viel“ wird und ich wieder für mich alleine sein möchte.

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Frage 12: Das klingt ja interessant! Hattet ihr Agrarwissenschaftliche Vorkenntnisse?
Mein Mann ist hier in der Gegend, die von Landwirtschaft und Viehhaltung geprägt ist, aufgewachsen und hat dem entsprechend auch genügend Vorkenntnisse gehabt. Ich hingegen bin eher in der Stadt groß geworden, aber AlhamduliLLAH hat es mich schon als Kind immer aufs Land gezogen, wo meine Großeltern leben. Mein Opa hatte einen kleinen Gemüsegarten mit Kartoffeln, Möhren usw. Außerdem war ich schon immer total vernarrt in Tiere, insbesondere Pferde und habe gerne meine Ferien auf einem Reiterhof verbracht. Von daher ist mir Stallarbeit auch nicht fremd.
Allerdings sind hier auch einige total neue Aufgaben auf mich zugekommen: z.B. Melken, mit der Hand versteht sich 😉
Da hab ich schon einige Zeit rumprobieren müssen, bis ich den Dreh raus hatte und ich sag euch, das ist super anstrengend SubhanaALLAH! Denn man beansprucht da Muskeln in der Hand, die man vorher gar nicht kannte. Bis man da 8 Liter aus so einer Kuh gemolken hat, das dauert.
Diese Hürde war nun AlhamduliLLAH geschafft, da bringt mein Mann eine ZIEGE zum melken 😅 Die ist dann auch nochmal anders zu melken, als eine Kuh. Naja jetzt bin ich Melkprofi 😁
Ja und ansonsten genieße ich die Arbeit mit den Tieren sehr, auch wenn mal eins krank ist, da kann ich meinen Kindheitstraum der Tierärztin ausleben😅 Spritzen kann ich nun auch verabreichen. Auch für unsere Kinder ist es hier toll AlhamduliLLAH. Sie haben schon einige Tiergeburten miterleben können.

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Frage 13: Kannst du dir vorstellen, bis ins hohe Alter dort zu bleiben?

Definitiv ja. InshaALLAH

 

Frage 14: Welche Schule besuchen deine Kinder dort?

Sie besuchen eine normale staatliche Schule.

Frage 15: Dein bestes Erlebnis im Ausland?

„Das“ Erlebnis an sich gibt es eigentlich nicht. Viel mehr ist es das schöne Gefühl unter Muslimen Leben zu können, das ich sehr schätze AlhamduliLLAH. Ebenso, dass ich meine Religion hier ohne Probleme,wie man sie zuvor in Deutschland hatte, praktizieren kann.

Frage 16: Dein schlimmstes/ eindrücklichstes Erlebnis:

AlhamduliLLAH ist mir hier noch nix wirklich „schlimmes“ passiert. Aber vielleicht ein Punkt, der für mich am Anfang sehr schwierig war: Dass man sehr abhängig vom Ehemann ist. In Deutschland konnte ich viele Dinge selbst erledigen, hier ist man meist durch die sprachlichen Schwierigkeiten erstmal eingeschränkt. Aber auch allgemein, wie Dinge ablaufen o.ä. kennt man noch nicht und ist auf Hilfe angewiesen wa AlhamduliLLAH.

Abschlussfrage: Welchen Ratschlag hast du für deine Geschwister, die auch Hijrah machen möchten, parat?

Denkt immer daran, dass Allah der beste Planer ist!

Egal wie sehr ihr euch über das Hijra- Land informiert und andere Schwestern, die schon in dem Land leben, nach ihren Erfahrungen befragt- für euch kann alles komplett anders kommen. Das meine ich jetzt im positiven Sinne 😉

Also wenn Schwestern z.B. negative Dinge berichten, kann es sein, dass ihr diese nie erlebt. Vertraut auf Allah! Und haltet euch immer wieder vor Augen, wie viel Gutes eine Hijra in sich trägt, MashaALLAH.

Wenn ihr dann den Schritt wagt, so haltet an der schönen Geduld fest. SABR, SABR UND NOCHMALS SABR. Gebt nicht so einfach auf!
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Nach Schnee kommt immer auch Sonnenschein, nach Erschwernis kommt immer Erleichterung!
Es werden schwierige und turbulente Zeiten kommen, aber vergesst nicht: Der Shaytan will euch nur den großen Lohn und Segen der Hijra wegnehmen!

 👍Vielen Dank und baarakaLlahu feeki für dein sehr interessantes Interview, liebe Umm Idris! Möge Allah euch reichlich für eure Auswanderung belohnen und euch alles erleichtern!
Liebe Leser/innen, ihr könnt glaube ich selber heraus lesen, dass es sich lohnt, auszuwandern, wenn man dadurch sogar seinen Kindheitstraum erfüllen kann. Da nimmt man dann gerne anfängliche Schwierigkeiten wie (vorübergehende) Abhängigkeit in Kauf. Abgesehen davon ist Selbstversorgung heutzutage das Beste, was man machen kann!
Diese Familie hat sich zwar lange innerlich auf die Auswanderung vorbereitet, jedoch auch gezeigt, dass man bei richtiger Gelegenheit einfach „zuschlagen“ MUSS, um sie nicht zu verpassen.
Mögen noch viel mehr Familien durch unsere Beispiele ermuntert werden, die Auswanderung zu wagen!
In diesem Sinne, liebe Grüße!
Eure Khalisa

 

Von der Dürre zur Regenzeit

Nun ist sie eeendlich wieder da- die Regenzeit! Gott sei Dank kann man da nur sagen- es war auch bitter nötig!

In diesem Artikel werde ich euch über die Dürre berichten, welchen Effekt sie auf mein Leben in Somalia hatte, was die Regenzeit ausmacht und was so `abgeht´, wenn es dann doch mal regnet!

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Was bedeutet Regenzeit in Somalia?

`Normalerweise´ gibt es neben den 2 Trockenzeiten auch 2 Regenzeiten in Somalia: einmal von Oktober bis Dezember, und von April bis Juni. Der Begriff Regenzeit bedeutet dann nicht, dass es ununterbrochen schüttet, sondern dass ab und zu mit Regen zu rechnen ist.

Der Begriff Regenzeit ist in Somalia ebenfalls etwas irreführend, da auch in diesen Monaten nur geringe Niederschlagsmengen fallen. Regenzeit bezeichnet in Somalia also vielmehr die Zeit, in der gelegentlich mit Regen zurechnen ist und keine anhaltenden Niederschläge, wie sie für andere tropischen Regionen kennzeichnend sind.

Quelle: Klima & beste Reisezeit – Somalia | afrika-travel.de

Je nach Monsunwinden gibt es mal mehr, mal weniger Regen. Je nach Region variiert außerdem auch die Niederschlagsmenge: während der Niederschlag im Norden bloß 50mm beträgt, so regnet es im tropischen Süden immerhin 400 mm- vorrausgesetzt, dass es keine Dürre gibt und alles „nach Plan“ läuft.

Was, wenn der Regen ausbleibt?

Die letzten Jahre regnete es allerdings vergleichsweise sehr spärlich, oder der Regen fiel völlig aus. Das endete dann auch letztes Jahr in der totalen Dürre, welche bis jetzt vor kurzem anhielt.

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Somalische Schafe auf der Suche nach Futter. Ihr sonstiger „Doppeldecker- Hintern“ ist kaum noch zu sehen.

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Diese lang anhaltende Dürre brachte Land und seine Leute bis an ihre Existenzgrenze. Viele haben diese Zeit nicht überlebt. Die meisten davon, weil sie als Nomaden fernab von jeder Zivilisation lebten. Auf der Flucht in die Städte mussten so manche ihr Vieh und sogar Familienmitglieder hinter sich lassen. Darüber gibt es grausige Geschichten, die einem wirklich das Herz zerreißen…

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Dabei wollte und sollte die Welt dieses mal aufwachen, bevor es zu dergleichen Katastrophe wie 2010/11 käme: damals starben mind. 260.000 Menschen an den Folgen der Dürre, Millionen Menschen flüchteten in die umliegenden Städte (ob bei den Folgen auch die ganzen Cholera-Opfer mitinbegriffen sind, ist mir nicht bekannt). So berichtete der Tagesspiegel zum Beispiel:

Die Entwicklung der vergangenen Monate zeigt, dass die Hungersnot diesmal noch verheerender ausfallen könnte als vor sechs Jahren. Sechs Millionen Menschen sind von der Hungersnot bedroht. Eine Million Menschen sind bereits auf der Flucht vor der Dürre. Bis Ende des Jahres werden es zwei Millionen sein. Und in den kommenden Monaten, wenn der Regen ausbleibt, wird eine komplette Ernte ausfallen. Die Viehbestände werden aussterben.

Tagesschau, Mai 2017

So kam es dann auch. Es regnete zwar an manchen Stellen des Landes, aber bloß 2-3 mal, was nicht mehr als ein Tropfen in der Wüste ist.

Und so sieht man heutzutage überall in den großen und kleinen Städten ganze Lager von Flüchtlingen, welche sich meißtens am Stadtrand befinden.

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Wie gehen die Somali´s mit der Dürre um?

Die Somali´s sind sehr gläubige Menschen und so sehen sie diese Zeiten der Dürre als eine Art Prüfung Gottes.

Prüfung, daher, weil Er die Menschen von ihren Sünden reinigen möchte, um sie auf eine höhere Stufe zu bringen:

Abu Huraira berichtete, dass der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: „Niemals wird der Muslim Anstrengung, Krankheit, Trübsal, Kummer, Übel oder Schaden erleiden, sogar wenn ihn nur ein Dorn sticht, ohne daß Allah ihm dies als Sühne für seine Sünden zurechnet.“ (Siehe Hadith Nr.5640)

[Sahih al-Buchari, Kapitel 68/Hadithnr. 5641]

Selbst die Menschen, die Allah/ Gott am nächsten standen (Jesus und alle anderen Gesandten, möge Frieden und Segen mit ihnen sein), wurden auf´s Härteste geprüft. Daher auch der Ausspruch, dass Allah diejenigen am meisten prüft, die Er am meisten liebt!

Gott/ Allah verspricht denjenigen, die ohne zu jammern geduldig ausharren, allerdings auch eine großartige Belohnung:

Er sagt: „Und gewiß werden Wir euch prüfen durch etwas Angst, Hunger und Minderung an Besitz, Menschenleben und Früchten. Doch verkünde den Geduldigen eine frohe Botschaft, die, wenn sie ein Unglück trifft, sagen: „Wir gehören Allah und zu Ihm kehren wir zurück.“ Auf diese läßt ihr Herr Segnungen und Barmherzigkeit herab und diese werden rechtgeleitet sein.

 [Sûrah al-Baqarah (2): 155]

Solch eine Dürre kann also sowohl als Reinwaschung von Sünden angesehen werden, als auch als Prüfung für diejenigen, die Allah so sehr liebt, da sie Seiner Botschaft folgen, und sie auf höhere Ränge erheben möchte.

Deswegen werdet ihr die meisten Somali´s auf die Frage „Wie geht´s?“ trotz alledem „Alhamdulillah alla kulli haal!“ [Gelobt sei Allah unter allen Umständen] als Antwort bekommen.

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Zudem folgen die Somali´s im Falle von Dürre auch dem Beispiel des Propheten (Frieden und Segen seien auf ihm): Wenn der Regen auf sich warten läßt, werden an einem verabredeten Tag die Geschäfte und Schulen geschlossen, und die ganze Stadt trifft sich auf einem großen Platz, um für Regen zu beten. Dafür gibt es ein kurzes, spezielles Gebet, welches auch eine anschließende Ansprache/Ermahnung beinhaltet. Von Politikern bis zu den Ärmsten- alle nehmen daran teil.

Wie habe ich in der Dürre gelebt, als Westlerin?

Oftmals wurde ich gefragt, ob sich die Dürre auch auf mein Leben ausgewirkt hat. Das hat sie Gott sei Dank längst nicht in dem Ausmaße, wie es die Leute auf dem Land getroffen hat. Nein, wir haben es hier eher indirekt mitbekommen:

  • Tagsüber blieb sehr oft das Leitungswasser weg. Es kam erst Abends oder spätestens Nachts wieder, in der wir dann Bottiche mit Wasser füllen konnten. Eigentlich war ich erstaunt, dass überhaupt noch Grundwasser gefunden werden konnte, welches an die Häuser in der Stadt geleitet wurde. Das hatte für uns zur Bedeutung, dass wir für unsere Toilettengänge, Duschen, Wäsche waschen und Geschirrspülen extra Wasser aus unserem Brunnen anschleppen mussten, sobald unser Vorrat von der Nacht alle war. Nicht unbedingt eine leichte Aufgabe- gerade in der heißen Zeit- aber immer noch Luxus, wenn man mal genauer nachdenkt!
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Unser Brunnen
  • Wenn es mal ganz hoch kam, konnten wir keinen Nachschub an Brunnenwasser bekommen. Dann mussten wir einige Tage warten, bis es dann mitten in der Nacht gebracht wurde. Denn das Brunnenwasser wurde von (Grundwasser-) Reservoiren aus dem Umland geholt und wurde tagsüber den bedürftigen Tieren gegeben. In solch einem Land gibt man aber nicht so leicht auf- es gibt für alles eine Lösung (meißtens)! Oftmals haben wir dann mit dem Auto Wasser in diesen gelben Behältern von dem Brunnen meiner Schwägerin geholt.
  • Immerhin hatten wir durchgehend Trinkwasser, welches uns mit einem Tanklaster in große 100-Liter Behälter gefüllt wurde. Davon hatten wir 2, jedoch nachdem einer davon kaputt ging und der Tankwagen alle paar Tage kommen musste, hatten sie uns einen riesen Bottig gebracht!
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Unser Trinkwasser-Behälter
  • Auf dem Markt gab es zeitweise auch kaum noch Auswahl an Gemüse, geschweige denn Früchten. Da muss man sich dann mit den Hauptnahrungsmitteln begnügen. Welches Gemüse available war, variierte dann von Tag zu Tag: heute gab´s Möhren, morgen dafür Zitronen; dann keine Möhren, dafür Weißkohl, etc. Auch die Fleisch-Preise stiegen extrem (kein Wunder, wenn die Tiere wegsterben).
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An diesem Tag gab es nur 1 große Möhre. Aber man muss das Beste aus allem machen 😉
  • Einmal bekam ich leider auch einen Cholera-Fall mit: eine neue Haushaltsgehilfin, die am Morgen noch ganz fit war, begann vormittags auf einmal, sich zu übergeben. Sie meinte, dass käme vom Reinigen der Toilette und arbeitete einfach weiter. Bis sie mittags auf dem Boden zusammengeklappte. Wir dachten, es sei nur eine Magenverstimmung, gaben ihr Zitronenwasser, und wollten sie nach der Mittagsruhe ins Krankenhaus bringen. Gott sei Dank kam ihre Mutter und sie gingen ohne unser Wissen einfach alleine los Richtung Krankenhaus. Das hat ihr dann auch das Leben gesichert. alhamduliLlah: Nachmittags fand meine Co-Schwester sie halb- tot im Krankenhaus, an zig Kanülen gelegt. Immerhin konnten wir unseren Fehler wieder gut machen, indem wir ihr die Medikamente bezahlten. Cholera tritt ganz schnell auf, sobald keine ausreichende Hygiene aufgrund Wassermangel gewährleistet ist. Mann muss dann sehr schnell handeln, andernfalls ist der Tot schneller vor der Tür, als man es sich vorzustellen vermag!

Alles ist relativ!

Im Vergleich haben wir es also trotzdem noch sehr, sehr gut gehabt, Alhamdulillah! Und trotzdem lernt man durch zeitweisen Verlust von sonst so selbstverständlichen Dingen, alles Selbstverständliche wieder zu schätzen!

Was, wenn es regnet?

Wenn es dann doch mal regnet, wie in den letzten Tagen, steht das Leben hier plötzlich Kopf: Regen bedeutet gleichzeitig Schulfrei, frei von jeglichen Ausgängen, Nachhilfen, etc.!

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Generell habe ich mich deshalb öfters gefragt, ob Somali´s vielleicht aus Zucker sind, denn sobald es auch nur nach Regen aussieht, ist das Entschuldigungsgrund Nummer 1 für jegliche Aktivitäten! Nur gut, dass wir nicht im Regenreichen Deutschland leben 😉 (Wobei sich Germali-Somali´s natürlich an das Regenwetter in Deutschland gewöhnen, nehme ich an!)

Was in Deutschland „Schneefrei“ ist, heißt in Somalia „Regenfrei“

Es ist vielleicht vergleichbar mit „Schneefrei“ in Deutschland, wenn es dann (ausnahmsweise) mal so viel schneit, dass man mit Bus und Auto nicht mehr voran kommt. In meiner Kindheit war das noch Normalfall in jedem Winter. Damals konnte ich sogar noch Ski fahren auf unserer Nachbarwiese!

Aber ja, die Zeiten ändern sich, auch in Somalia! Denn so wie es heute seltener „Schneefrei“ gibt, so gibt es hier in Somalia auch seltener Regen.

Regenzeit ist Freudenzeit!

Wenn es dann also regnet, ist es, als ob ganze Kübel über einen ausgeschüttet werden- so sehr schüttet es! Dementsprechend steht draußen auch alles unter Wasser. Für die Kinder ist es der reinste Spaß- ein Bad unter freiem Himmel! Sie pitschen und plantschen, was das Zeug hält, trommeln und tanzen noch dazu!

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Zudem kommen die Kinder auf die verrücktesten Ideen, wenn sie plötzlich nicht mehr draußen spielen können: Da klettern sie einfach mal die Wände hoch!

(Nur gut, dass es hier nicht allzu häufig regnet 😉 )

Für die Hausfrauen ist es eher weniger witzig (obwohl sie sich natürlich mit freuen). Denn hinterher all die Kinder mitsamt ihrer Wäsche zu trocknen und die Böden zu reinigen, die im Null-komma-nix zur Ausrutschgefahr werden, ist natürlich mit Arbeit verbunden. Zudem fällt aus Sicherheitsgründen oftmals auch der Strom aus, sodass dies alles unter romantischen Taschenlampen-Licht vollzogen werden muss. Aber naja, so oft kommt das ja auch nicht vor!

Dieser Frieden danach…!

Wenn das Spektakel dann vorbei ist, gibt es für mich nichts Schöneres, als diesen frischen Duft von Erde, Blumen und abgekühlter Luft in mich einzusaugen, der mich doch stark an meine Deutsche Heimat erinnert 🙂

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Aktuelle Situation

Aktuell hat es hier in Garowe nun schon einige male geregnet, so dass ich es nicht mehr an einer Hand abzählen kann. Auch die anderen Teile Somalia´s sind wohl in den Genuß gekommen- bei manchen gab es sogar richtige Überschwemmungen.

Bevor es regnet, ist es immer unerträglich schwül, bis dann die große Erleichterung kommt. Es ist ebenfalls die Zeit der kleinen (harmlosen!) Insekten, Mücken und Fliegen. Um das Haus hygienisch zu halten, reinigen wir das ganze Haus mit Diesel-Wasser.

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir also in diesem Jahr schon ganz gut dabei sin und HOFFENTLICH ist das noch nicht das Ende, sondern erst der Anfang einer neuen Zeit ohne Dürre!

Noch hat sich die Natur, die Land- und Viehwirtschaft nicht gänzlich erholt. Das wird sich wohl erst ändern, wenn die bei Regen zeugungswütigen Kamele ihre Kinder gebären. Dann wird auch wieder die Kamelmilch und die anderen Dinge fließen, in shaa Allah. Jedoch die tausenden, welche ihre Heime und ihren Besitz verloren haben, brauchen (weiterhin) unsere Unterstützung.

Betet und spendet also alle für Somalia und all die Länder, die (noch) unter Dürre und ihren Nachfolgen leiden!

Liebe Grüße,

Eure Khalisa

PS: Wer eine der vielen Hilfsorganisationen unterstützen möchte, dem kann ich die Hilfsorganisation Islamic Care empfehlen. Wir kennen sie persönlich und sie sind maa shaa Allah sehr engagiert!

A Powerwoman from Turkey: We need Somalia!

As salaamu alaikum and Hello dear friends,

Yesterday  I had a very exciting occasion, which I want to share with you. It is about a short, but very nice meeting with a sister from Turkey! Actually it was not only her- her business-partner came to visit us as well- they came to Somalia for the second time.

I´m always glad to meet new people, especially those from outside. So we introduced each other and then I asked her:

„How come, you came to Somalia?“

Dilan answered, that she had a friend in the United States who is originally from Gabon, but had lots of Somali friends. He told her about Somalia and it´s possibilities to invest in. She got to know many interesting projects and decided to have a look at it by herself. Her main dream is to give Somali children a better future.

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Has a heart for children: Dilan

A foreign woman dares to come to this dangerous country? You might ask yourself. Yes, indeed- and she fell in love with it! She returned safely and happy back to her home and had a mission: She want to help the country to develop and to show the world, that Somalia isn’t a country to be afraid of!

The best thing I got to hear from her: „Not only Somalia needs us- we need Somalia as well!!!“

That is a very inspiring statement! We need Somalia!??

If you really know this country, you immediately understand it: Somalia has already everything- it needs only people to help digging the treasure out! Somalia could be a very rich country, if there would be more people who discover it and assist the Somali´s with their projects. Because ideas and possibilities are there- missing are investments and some professional guidance.

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Business Meeting with Dilan and Borak

Thank God that there are people like Dilan, who have such a good heart. By investing in the country she automatically invests in the childrens´ future as well!

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Left to rigth: Borak with my son, Dilan, me, my Co-wife, her daugther and our husband

After our meeting my husband went with this nice people to show them some of his projects. One hour later they flew together to Istanbul, where there will happen a big Somali Business Conference, in shaa Allah.

Isn’t it nice to hear something positive like this? Isn’t it heartwarming that there are people and especially a woman so engaged to make the world a better place?

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May Allah reward Dilan and all others, who believe in a better future for Somalia and give their best effort for it´s development, amin!

With best regards,

Khalisa

 

 

Alles Neu macht der Mai? [Update]

Passend zu diesem Sprichwort gebe ich euch in diesem Artikel ein kleines Update über das, was in meinem Leben in Somalia zurzeit vorgeht. Zurzeit passieren nämlich so viele Dinge, dass ich kaum Zeit habe, um zu schreiben. Hier ein kurzer Überblick:

Zum einen hat mein derzeitiges Coaching einiges los- und ausgelöst, welches mich zu neuen Erkenntnissen und neuen Zielen gebracht hat. So steht zum Beispiel bald ein Studiumwechsel an und ich mache mich bald an mein erstes Buch, so Allah will.

Different
…and being different together makes a lot more fun!

Auch habe ich ganz neue, bereichernde Bekanntschaften machen dürfen. Tolle Schwestern, die alle versuchen, sich weiter zu entwickeln und etwas zu bewegen.

Sich gegenseitig zu motivieren, stärken und mit Ideen bereichern, zusammen „die Welt rocken“ ist einfach viel besser, als allein!

Zudem durfte ich etwas Taschengeld mit meinem ersten Magazin-Artikel verdient! Ein ganz tolles Jugend-Magazin für Muslime. Wird heute ausgedruckt und dazu werde ich sicher noch etwas auf unserer Facebook- Seite posten. Jedenfalls war es mein erster Auftrag als Schreiberin und mein erstes selber verdientes Geld seit beinahe 10 Jahren! Auch wenn Geld nicht alles ist, war es doch ein super Gefühl!

Außerdem haben wir neue Pläne geschmiedet, wovon ihr sicher auch noch erfahren werdet.  Und zu guter Letzt liebe Gäste und sogar Geschenke empfangen können. Alhamdulillah für alles!

Mein erstes Highlight war meine Kamera, die mir meine lieben Eltern aus Deutschland geschickt haben. Besser gesagt wurde der Auftrag in Deutschland aufgegeben, von Amazon dann zu meiner Tante in die Schweiz geschickt, und von dort aus hat es mir jemand hierhin gebracht (möge Allah alle Beteiligten reichlich belohnen!). Mein liebstes Stück hat also bereits eine halbe Weltreise hinter sich! Und schon ein paar Schnappschüsse mit meiner Schweizer Tante machen dürfen:

Auch den Schweizer Käse haben wird nach einer Erholungsphase im Kühlschrank direkt verzehrt. Für Somali´s ist dieser starke Grayezer zwar nichts, dafür war es für mich ein Genuß, der mich an meine Kindheit erinnerte, Schließlich bin ich ja auch halb-Schweizerin, da liegt der Käse.Geschmack quasi im Blut 😉

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Meine Kamera ist übrigens eine Outdoor- Kamera von Olympus (neuestes Modell), damit sie hiesige Wetter-Umstände (Sandig) und allzu flinke Kinderhände überstehen kann! Sie soll ja nicht so enden, wie meine zig kaputt gegangenen Handies!

Sie ist fähig, 15 Meter tief ins Wasser zu fallen (okay, wir haben hier kein Meer, dafür jede Menge Wasser, welches verschüttet wird!) und auch einen Sturz vom Schrank (wo ich sie verstaue und vor Kinderhänden schütze) überstehen kann (ca.2 Meter). Also Voraussetzungen für ein langes Leben hat sie erfüllt, in shaa Allah!

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Zwar ist der Zoom nicht der Stärkste, jedoch die Bildqualität ist doch deutlich zu sehen. Ich muss sie nur noch finden! Denn die ersten Bilder haben einen klaren Blau-Stich 😀

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Das üben wir aber nochmal!

Trotzdem hoffe ich, den Dreh noch heraus zu kriegen und euch zukünftig mit besseren Fotos bescheren zu können 🙂

Ein weiteres Highlight war das riesen Spielzeug-Auto, welches extra aus Dubai angeschifft wurde. Mit lieben Grüßen vom Onkel Umar für seinen gleichnamigen Enkel. Ich habe es sogar selbst zusammen gebaut. Allerdings mussten die Kinder sich noch bis zum nächsten Morgen gedulden, da ein Kabel gerissen war und erst wieder reapriert werden musste. Naja, seitdem habe ich keine Ruhe mehr, da mein Sohn sich seine neue Errungenschaft natürlich mit seinen 8 Geschwistern und Cousinen und Cousins teilen muss!…

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Kaum zu glauben, dass so etwas nun auf Somalischem Boden herumfährt! Sogar Qur´an, Kinderlieder und Radio kann man im Auto abspielen.

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Ich bin sehr dankbar für all diese Segnungen, alhamduliLlah, und teile sie deswegen mit euch, damit ihr seht: alles ist möglich- selbst in Somalia!

So, das war eine kleine Einsicht in meine aufregende Zeit in Somalia…to be continued in shaa Allah!

Eure Khalisa

 

 

 

Umfrage: Welches Buch zuerst?

As salaamu alaikum und Hallo liebe Leser/innen,

Seit längerem kam in mir der Wunsch hoch, ein Buch zu schreiben. Denn einige Themen sind einfach komplexer, als es ein Blogartikel „erlaubt“. Und das Schreiben hat sich als meine neue Leidenschaft entpuppt!

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Jetzt würde ich es gerne bald in den Angriff nehmen. Jedoch stehen gleich mehrere Themen zur Auswahl, über die ich gern schreiben würde:

  • Mein Weg zum Islam (Das „klassische Thema!“)
  • Hijra-Guide (Ein Ratgeber zum Auswandern, mit Länderübersicht)
  • Mein Leben in der Mehrehe (Erklärt sich von selbst!)
  • Mehrehe- Guide (Ein Ratgeber für alle, die nach (Aus-) Wegen suchen, besser mit diesem Thema umgehen zu können.)

Ich nim euch sehr dankbar, wenn ihr dafür euren Vote abgebt, und zwar hier, in meiner Umfrage dazu!

Ihr könnt natürlich auch hier sehr gern Kommentare und Anregungen hinterlassen.

Vielen Dank und liebe Grüße,

Eure Khalisa

11.Interview: Nach 16 Tagen nach Malawi!

As salaamu alaikum und Hallo liebe Leser/innen,

Heute dürfen wir gemeinsam ein Land entdecken, welches zuvor wohl kaum jemand von euch großartig wahrgenommen hat, zumindest wenn es euch so geht wie mir! Die Rede ist von Malawi. Mala- wie??? Als ich den Namen zuerst hörte, wußte ich ehrlich gesagt noch nicht einmal, wie man ihn richtig ausspricht! Ja, peinlicherweise dachte ich sogar, dass das irgendeine Insel bei Afrika ist. Aber gut, dass man nie auslernt 😀 Wie sagt man so schön?

Wer nicht fragt, bleibt dumm! Deswegen hilft es unheimlich, offen zu sein für die ganze Welt, um sie mehr und mehr kennenzulernen.

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Hier seht ihr das Land auf der Karte. Eigentlich ein Fitzel von Land im Vergleich zu anderen Afrikanischen Ländern. Es würde zum Beispiel 5 mal in Somalia hineinpassen (wenn meine Rechnung stimmt). Deswegen wird es wohl auch so einfach übersehen.

Allerdings ist es ein Land, welches sich lohnt, unter die Lupe zu nehmen: den Bildern nach zu urteilen hat es traumhaft schöne Landschaften, Nationalparks und Strände! Nicht zu Unrecht wird es deshalb auch als „Afrika´s best gehütetes Geheimnis“ gehandhabt- ein Insider-Tipp!

Ob ihr´s glaubt oder nicht, hat sich dorthin doch tatsächlich eine Deutsche Frau „verirrt“! Okay, verirrt wäre wohl zu negativ gegriffen. Denn diese Frau hat sich BEWUSST dafür entschieden, dort zu leben und Gutes zu tun! Sie heißt Sabrina und ist bereits seit 12 Jahren Muslima. Für uns hat sie nicht nur das Interview mit seinen schönen Bildern bereitgestellt, sondern uns auch ein paar Eckdaten über´s Land gegeben:

Malawi hatte im Jahr 2010 etwa 14 Millionen Einwohner.
31 % der Landesfläche sind Wald und Buschland, 25 % Wasserfläche, 20 % Ackerland, 15 % Wiesen und Weiden.
Der Malawisee ist der größte See Malawis und zugleich das drittgrößte Binnengewässer Afrikas.

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In Malawi herrscht subtropisches Klima mit vier Jahreszeiten:
Kühle Saison zwischen Mai und Mitte August; heiße Zeit zwischen Mitte August und November; Regenzeit zwischen November und April, in dieser Zeit kann die Luftfeuchtigkeit morgens fast 100 % betragen; Nachregenzeit zwischen April und Mai.
Muslime in Malawi sind wie im übrigen Afrika fast ausschließlich Sunniten.
Mwanza (der Ort wo wir leben) gehört zu den ärmsten Distrikten Malawis. Ernährung, Alphabetenrate und Einkommen liegen deutlich unter dem nationalen Durchschnitt.
Islam ist die zweit größte Religion im Land (13%). Es gibt viele Koran- Schulen und auch Islamische Zentren, wo Kindern der Islam gelehrt wird.
Jetzt möchte ich euch jedoch dieses spannende Interview nicht vorenthalten und gebe das Wort an diese sagenhaft mutige Frau!


Ich heiße Sabrina und komme aus dem Sauerland. Das liegt in der Nähe von Dortmund.
Ich lebe al hamdulillah mit Allahs Hilfe in einer Mehrehe. Ich bin die zweite Frau meines Mannes. Wir leben hier für Humanitäre Hilfe und für die Dawa.

Frage 1: Wohin bist du ausgewandert und wann?

Al hamdulillah bin ich nach Malawi ausgewandert. Ein Land im Südosten Afrikas, was zwischen Mosambik und Tansania liegt. Im August diesen Jahres sind es in sha Allah 2 Jahre.

Ich habe al hamdulillah meinen Mann nach nur 4 Tagen geheiratet und vom Tag des Kennenlernens bis zur Auswanderung waren es nur knapp 3 Wochen.

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Frage 2: Warum hast du dir ausgerechnet dieses Land ausgesucht?

Naja ausgesucht mehr oder weniger.
Es war Bestimmung von Allah. Ich hab geheiratet und mein Mann war bereits seit 5 Jahren dort, vor unserer Hochzeit.

Frage 3: Was waren deine Beweggründe für die Hijrah?

Mein Wunsch war es eigentlich schon immer, auszuwandern. Allah ohne Einschränkung zu dienen, was mir in Deutschland nicht mehr möglich war.

Ich habe jetzt nicht extra nach „jemandem“ gesucht, der im Ausland lebt. Im Gegenteil- Allah wollte es so!

Frage 4: Hattest du finanzielle Rücklagen als du ausgewandert bist?

Nein, hatte ich nicht. Allah ist Der beste Versorger und darauf habe ich vertraut, Al hamdulillah.

Frage 5: Hattest du vorab ausreichend Sprachkenntnisse?

Englisch ist hier die Amtssprache und diese beherrsche ich, Al hamdulillah.

Frage 6: Wie hat deine Familie auf deine Auswanderung reagiert?

Ich habe keinen Kontakt zu meiner Familie.

Frage 7: War ein Visum für das Land Malawi notwendig?

Das Visum kann man am Flughafen bei Ankunft erwerben oder aber auch vorab bei der Botschaft in Deutschland beantragen, was aber zeitaufwendig ist/war! Bin im Besitzt eines Aufenthalt Titels für 2 Jahre.

Frage 8: Hat dein Ehemann oder du eine Arbeitsstelle vor Ort, oder wie wird euer Lebensunterhalt gesichert?

Allah ist Der beste Versorger.
Al hamdulillah arbeite ich Fisabillah [für Allah, d.h. freiwillig, ohne Bezahlung; Anm.d.R.] im Islamischen Zentrum der Mädchen. Dort bin ich für das Organisatorische zuständig. Sauberkeit, kleidung, Essen, und Berichte schreiben. Wenn die Mädchen Probleme haben können sie im Vertrauen zu mir.


Zusatzinformation: Dieses Islamische Zentrum ist eine Art Internat, wo den Mädchen Qur´an und andere Islamische Fächer wie Fiqh, Seera und Aqidah gelehrt wird. Von Morgens bis Nachmittags gehen sie zusätzlich noch außerhalb in „normale“ Schulen.

Wer Kontakt mit Sabrina aufnehmen und mehr über ihre Arbeit und das Land erfahren möchte, kann ihrer WhatsApp-Gruppe beitreten (nur für Frauen): https://chat.whatsapp.com/0XRFHNQ29Z39el0jOKX5lc


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Sabrina inmitten ihrer Mädels

Mein Mann ist Ägyptischer Sheikh und wir haben Al hamdulillah eine eigene Organisation (Humanitäre Hilfe, Dawa, Brunnen Bau und Moscheen Bau etc.), die wir in Kürze eröffnen werden in sha Allah. Noch ist mein Mann Manager einer anderen Organisation und gibt fisabillah Islamische Vorträge.

Frage 9: Was magst du besonders an deinem Auswanderland?

Hier kann ich leben wie ich möchte. Werde nicht schief angeguckt wegen meiner Kleidung. Mein Alltag ist nicht durch irgendwelche Termine bei Ämtern oder sonst wo strukturiert. Ich kann meine Religion frei ausleben und Allah dienen Al hamdulillah.
Die Natur ist hier sehr schön Ma sha Allah. Die Menschen hier sind sehr freundlich.

Frage10: Was ist deine größte Herausforderung auf dieser Insel?

Herausforderungen gibt es überall.
Am Anfang war es schwer für mich den Alltag zu meistern. Da Strom oder Fließend Wasser hier ehrlich gesagt „Luxus“ sind. Auf Feuer Kochen muss gelernt sein und hier gibt es überwiegend frische Lebensmittel.

Da ist nichts mit Erbsen und Möhren in der Dose oder Brot vom Bäcker kaufen. Brot backe ich selber und ja manchmal denke ich so mhhh jetzt ne schönen Käse dazu! 🙂

Frage 11: Kannst du dir vorstellen, bis ins hohe Alter dort zu bleiben?

Wenn Allah will, ja. Zurück nach Europa ist keine Option, aber Allahu alam [Allah weiß am besten, Anm.d.R.], wo uns der Weg hinführt!

Frage 12: Dein bestes Erlebnis im Ausland:

Ihr könnt euch nicht vorstellen was es für ein Gefühl ist, wenn jemand die Shahada [Glaubensbekenntins des Islams] ausspricht und du dabei stehst! Allah leitet recht, wen Er will!

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Frage 13: Dein schlimmstes/eindrücklichstes Erlebnis:

Hungernde Kinder/ Menschen/ Geschwister zu sehen. der zu sehen wie manche hausen müssen, weil sie keine Möglichkeit haben, sich Matratzen, Decken und Kissen zu kaufen, geschweige denn, Schuhe oder Kleidung haben.

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Abschlussfrage: Welchen Ratschlag hast du für deine Geschwister, die auch Hijrah machen möchten, parat? Würdest du Malawi als Hijrah- Land empfehlen?

Vertraut auf Allah subhana wa taala!

Manchmal denken wir zu viel nach und vergessen das alles schon geschrieben wurde.

Als Hijrah Land empfehlen?! Würde ich ja. Einfach aus dem Grund weil du deine Religion wirklich frei ausleben kannst Al hamdulillah.


Ich bedanke mich ganz herzlich bei dir, liebe Sabrina. Möge Allah dich reichlichst belohnen für deine Aufopferungen auf Seinem Weg!

Sabrina ist ein erstaunliches Beispiel dafür, was `passieren´ kann, wenn man nicht zuviel nachdenkt, sondern einfach macht und auf Allah vertraut! Nachdem sie ihren Mann auf Islamische Weise kennenlernte und direkt heiratete, scheute sie sich nicht, inerhalb 16 Tagen dieses ferne, von Armut geprägte Land auszuwandern. Und zwar nicht, um dort ein anderes, im Luxus schweigendes Leben aufzubauen. Sondern, um auf gleiche einfache Weise wie die Einwohner dort zu leben, und ganz vielen Menschen (insbesondere Mädchen) zu helfen!

Ich finde, das gebührt jeglichen Respekt. Wenn jeder auch nur ein Stückchen von dieser guten Absicht in die Tat umsetzen würde, wäre die Welt ein ganzes Stück besser, mit mehr Menschlichkeit!

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Weise Worte by Brainfood-Magazin.de

Aber auch, wer (noch) nicht ausgewandert ist, sollte schauen, was er/sie machen kann, um diese Erde zu einem besseren Fleck im Universum zu machen!

In diesem Sinne seid lieb gegrüßt,

Eure Khalisa

My first trip to Somalia

…Or the first step into another world.

Here I will tell you about the pathway to my new life.

So many questions….

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As you can imagine, such an open-length journey is extremely exciting. What do you take with you? What can you leave out? What at all is existing in a country, where there has been more than 20 years of civil war? These are just a few of the innumerable questions that were buzzing around in my head.

However, I was full of confidence that everything will work out somehow. Because in Islam, trust in Allah is very important. You do and plan what you can, but then you trust in Allah and see, if His plans are the same as yours. He is still the best planner and one thing I learned after a few years in Africa: it always comes different than you think!
This attitude to life helps you a lot to stay calm and not to unnecessarily go crazy (okay, honestly, I’m still working on it :-D).

Summer 2010 – The beginning of an unusual story

We, my husband, my co-wife with her 2 toddlers and myself, started the trip at the end of May 2010. This is the time when the schoolchildren in Somalia have about 3 months of heat-free holidays.
We flew directly from Denmark to Dubai. At the exit the indescribable heat almost killed us. In summer the heat in Dubai reaches 50 degrees. Accordingly, life takes place after sunset. You do not even have to move- the sweat drips on its own! On the other hand, in shops, cars, hotels, and probably houses, there are exaggeratedly cool air conditioners that will make you freeze.

The first test

If you want to travel to Somalia, booking a complete flight is not so easy, at least not through one of these online-booking-systems. Everyone has to take a break in either Kenia, Ethopia, Turkey or Dubai and wait for the next best flight to Somalia. We were allowed to spend about a week in Dubai.
This break turned out to be the first test for me: I was plagued by terrible diarrhea! So it’s best not to eat fast food from outside, better from the hotel! Or just eat vegetarian on the first trip! In Dubai, however, there is enough medicine, so that I was better in time for the onward flight (alhamduliLlah).
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Two opposite stations

In Dubai you experience the total opposite to what awaits you in Somalia: the whole world is gathered. The whole worldly goods are flooding. It only can be described as superlatives (most beautiful and modern,highest, etc.). But our goal was the exact opposite. Life in Somalia is relatively tough. Poverty still prevails or is definitely obvious. Besides, the „natural“ streets and not even one-story houses (mostly) offer you a rather simple life. But it is exactly this rather simple life, which brings you back to reality, to the reality of life. It even brings you much closer to the meaning of life: that we are Allah’s servants and should serve Him (by worshiping Him alone, by good deeds, etc.). That’s why I Prefer the life in Somalia than life abounds.

Let’s start the adventure!

I do not remember exactly where we stopped off. I think it was in Berbera (Somaliland). However, I still remember very well the onward flight to Bosasso (Puntland). That was the worst flight of my life so far! This flying part of an airplane was definitely a sorted out piece from Russia! It was obvious by the poor equipment inside: no ventilation system and no emergency exit! So we were almost melting until we started the flight and freezing short after in the blue sky!
The aisle was so crammed full of travel bags (down to belly height) that even the captain and his crew struggled to get to the cockpit!
I asked my husband: „How can we find the Exit in case of emergency?“ My husband who was struggling to calm down the kids, answered very calm and relaxed: „Sweetheart, there is NO EXIT in this plane!“ He looked somehow amused about the whole situation, while I was not believing what I see!
I was also told that the (Russian) flight crew regularly „smells“ of alcohol. But I could not confirm that, thanks to God. Anyway, it was like a horror-movie which became reality! But in the end, I was so knocked out that I put my head to the metal- wall in front of me (sitting in the front) and tried to get vanished trough the sleep.
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It looked similar to this one, just more worse!
Thank God we arrived safely in Bosasso and I never saw this plane again- and I’m not missing it!

Welcome in Somalia !!!

Now it was time for my first steps on the Somali soil, alhamduliLlah. Bosasso is a city at the Red Sea, so actually a nice start!

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Somehow everything looks a bit surreal: on one hand, fairly high, barren mountains, which are almost threatening, and on the other hand, the beautiful, turquoise-colored sea. In addition, the heavy wind almost blows off your clothes. The heat there (in the summer above 40 degrees) is not much different than in Dubai, but the fresh hot breeze makes it bearable, at least in the Evening.

 We were directly picked up by my brother in law and had been brought to Hotel Jubba. On the way to there you get first an impression of poverty in Somalia, a bitter aftertaste of the long civil war. Because between the airport and the city are the poorest of the poor settled. Not long after those you can see even multi-stores, white and beautiful houses, which are provided with the typical round arches. These are mostly hotels and shops.
You really have a lot to wonder when you arrive in Somalia for the first time!
Everywhere people and goats mingled, who are unstoppable by the cars, unless they activate their horns. Before or between the large shops, whose walls are always very colorfully painted with the contents (for example, sugar, flour, or cell phones, etc.), are often small self-built mini-Shops.
Unfortunately, in front of these mini-Shops you can see everywhere Khat being sold. These are some kind of leaves which operate like a drug and make you very careless about everything. Sadly it is the most common drug for soldiers and lorry drivers. Mostly they are sold by women who are struggling for survival.
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What´s also very obvious: Women and girls wear very colorful hijabs (as opposed to the prevalent black in Dubai). Together with the colorful painted stores, it gives a very impressive and positive picture. Beside this interesting view, the sand is whirled by the cars and the wind, which gives a dusty view under the deep blue sky.

The first night in Somalia

My first night on Somali ground was, beside the tiredness, still a kind of exciting, even though I was far too exhausted to deeply ponder about it: I was actually scared that the fan would fall on my bed! Because it always swayed so much back and forth … but thank God, nothing happened 😉 Beside all, in my Hotel room was everything else you need, even sturdy wooden furniture.

The road between Bosasso and Qardho- adventure for itself!

Since in Bosasso the summer months (late May to late September) are too hot to endure without air conditioning, most families go for this school-free time to the nearest villages or cities. Only the business men and the poor who can not afford to move, stay in Bosasso (and some hard-boiled families).
Bosasso
One of these relatively nearby small towns is called Qardho. My mother-in-law and part of her children and grandchildren had settled there for the holiday season. So we did not want to waste our time in the heat and drove further to Qardho the next day with the Landcruiser of my husband.
It is an impressive drive of about 4 hours. The street is still left over from the Italians in the 80’s and surprisingly well preserved. Only a bit tight, in the oncoming traffic.This road is the main road, which is the gateway through Somalia.
Sometimes you have to leave the bumpy road to get through it on a country-side-way, but mostly it is good enough to drive on it.

On the way from Bosasso to Qardho you pass many mountains that really do not carry any herbs and therefore look so unreal; you pass as well on dry riverbeds that suddenly produce beautiful tall trees; as well as the semi-steppe, which has room for many camels and other grazing animals due to its dry, almost silver bushes. Not to forget the frequent roadblocks where soldiers stop you with a taut rope or another object to earn a few cents for the next meal. Sometimes you come across a village that consists of a few simple houses or self-made huts, in which no mosque may be missing.

I love this route until today.

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At that time, while it was my first time seeing so many soldiers with weapons, my heart throbbed pretty well.
I prayed at every roadblock and tried to avoid the glare of the soldiers. My husband had been given a gun license because of me (like my bodyguard), but these sparsely paid, often khat-chewing soldiers are sometimes unpredictable.
But thank God everything went well and we arrived safely in Qardho.

Meeting my big family!

It was lunchtime when we honked in our jeep in front of our new home and were then greeted by sooo many children.
I suddenly realized that I can not speak the Somali language at all.
But I had my co-wife with me, who had always translated everything to me (may Allah reward her abundantly). Of course there was no time for that in the beginning. Nevertheless, I got introduced to this lively band as a new, another mom. Whereby I thought I could never remember the many names and (for me) pretty same looking faces! But of course that came with the time…
In order not to let it be too long, I conclude here once. In the next article I will tell you about my first attempts to integrate in Qardho and Bosasso.
One thing is for sure: anyone who embarks on a trip to Somalia should definitely bring with him a good deal of trust in God (taqwah) and, most of all, vitamin B (good relations in case of need).
To be continued and looking forward to your comments, likes and stuff like that (in shaa Allah)!
Your Khalisa from The Germali’s

„Why especially Somalia?“ Or: My Way to There

„Why especially Somalia?“ Or: My Way to There.

„You live in…Somaaaliaa?!? Why???“ and „Whaaaat, how come…???“ – These are maybe the most common questions I have to answer, when I meet someone new. Yes, especially Somali people are surprised by hearing that a German sister moved BY CHOICE to this country, where most of them fled from!

To answer you these questions, I have to go back to 2009, when everything started…

 Once upon a time…

In the beginning of 2009 I was a fresh Muslima (only half year old, alhamduliLlah!). I had a very good friend, who came originally from Mogadishu, capital city of Somalia. She praised her home country so much: how beautiful this city has been (before the war), how fertile the earth, how tasty the fruits (no banana is like theirs!), how beautiful the ocean…and last but not least: how freely you can practice the Deen (religion, way of life) nowadays!

Moreover I could see in multiple videos from the Internet, that beside all that ongoing chaos, there was still a life going on in that country, which I was fascinated of.

Slowly but surely I developed the desire to move to such a country like Somalia. Because in Germany, my own home-country, I got insulted openly and some of the people told me to „go home where you come from!„. Through my Islamic clothes I became a stranger in my own home/city/country!

change1From all the Islamic countries I could go to, Somalia attracted me most. There you are nothing special as a Muslima, even with a full veil. The life was still a kind of simple, which doesn’t distract you from more important things. It reminded me on the history of the first Muslims, who used to live very simple and honest. At the same time, it still has a kind of mix between Arabian and African-flair, which makes life a very relaxed (and for me suitable) experience.

Not sooo easy…

Out of this fascination, I went together with my Somali friend and her German husband to Dubai, where we wanted to travel further to Somalia. But we were not very well financially prepared, as we did not evaluate what such kind of big shift needed. So I decided to go back and make a better, reasonable plan for this important venture.

dont give up dreams

Searching for Mr. Perfect

I realized that before I travel to Somalia, I needed to establish a family life. Because if you travel alone, you are an open victim to all. Beside that, together you´ll be stronger to face every difficulty in life. For that, I needed someone who understands my background and who had the same imagination of life.

There were some other chances for me to get married with from different nationalities, but I couln’d imagine that an Arab or other African would choose Somalia as our new home. That’s why my heart and mind sticked on the Somalis.

Since in my town I knew beside my friend only one Somali family, my friend asked her (half-) sister in Denmark, if she could search for me a suitable “Somali“ husband.

It might sound strange to some of you. The Muslims might think: „What? wasn’t she too shy for searching a husband by herself?“ But I didn’t have a choice, since I don’t have a Muslim family member who could have helped me with that huge task.

For a Non-Muslim it might even sound more strange! „What? How come, she let other people search a husband for her !?“- They may ask themselves.  For your information the Muslim marriage is similar to a „blind date“ from the Internet: you or someone close to you keeps the eyes open to find a suitable match for you. If they found one, you and the potential husband may talk to each other, in order to see, if you have a common understanding of the life, character, goals, etc. The only difference is, that a Muslim can only have a “physical“ contact and relationship with the other gender after they married.

However, my friend got the contact number of the Somali Imam in her sisters city. The Imam him self got the information that he will receive a call from Germany. My friend introduced her self to the Imam and asked him, if there was any suitable „match“ for me. After few weeks of search he found out, there wasn’t. He found some brothers but non of them was ready to move back to Somalia in the near future, which was my condition!

Bingo!

My friend knew that the Imam himself was living between Europe and Somalia as he already moved some of his children back to there, while he is preparing himself and the rest of his family  to move there soon.

Suddenly my friend got the idea to ask that Imam himself, if he would be interested in me. He answered, that he was focusing on finding someone else for me, therefore he needed to get a bit time to rethink in order to change his mindset concerning to this issue. He  mentioned that he had already 2 wives and a few children.

Around two days later, he gave us the answer: If I don’t mind about his big family, he would like to get to know me!

In the beginning the idea of the sister was a bit astonishing for me, but I got exited after when I got the answer of the Imam. The good thing with this brother was, that he had all his bigger children already studying in Somalia- so it was like an „insurance“ for me, that he really would move there after his study.  Moreover, he was educated in worldly things as well in the religion. All of this and more made him really interesting for me.

Closer to my dream…

dreamsFinally my husband came all the way to Germany. It didn’t needed much time to feel that we would be suitable for each other. So after a couple of days we got married. That was in the End of 2009 and I never regret my decision, thanks to God (alhamduliLlah)- now I had someone to share my dreams with and make them come true!

Our wedding was simple and easy, but also very multicultural and emotional. Even my beloved parents and my Grandma were present!

One month later I moved to Denmark and got to know the other wife of my husband. Actually I got to know her already before, when she welcomed me on the Phone into her family! We became best friends up to now (yes, we are only two right now)! Beside that, we made some nice trips to England (second home) and Canada (huge Somali Islamic Conference with 6.000 people, where my husband was a main speaker). I felt like conquering the world!

  …or not yet?

It was spring-time 2010, when we started to plan our travel to Somalia. But my in-laws were worried: „It is too dangerous in here for a white person, therefore I shouldn’t go there!“

My dream seemed to burst. Tears were falling from my eyes.

This encouraged my husband to give all his effort in order that I´ll be able to travel with him anyway in order to keep his promise as well to make my dream come true and our wish and  plan fulfilled. He was not in doubt about that I will fit to there.

dream

Let´s get started!

Despite all of the skeptical messages coming from Somalia, we took finally the decision to travel together.

When my experience to travel to totally new country is not so wide I couldn’t define what to take, what to not take, what’s important and what’s not.

The preparation for the travel was another challenge for me, as I was about to give up from a whole life that I knew since my childhood and choosed to face a knew, unknown one that I had no clue about it.

positive-change

In this article you got to know my prehistory and my reasons for getting that “crazy“ idea to travel to Somalia. It was out of my wish to be able to practice my religion freely, without being told I should go back to my country! But the world is much bigger than Germany, so I had to take the necessary step to change my surrounding…

If you like this article or want to comment or even share it with the world, you are very welcome 🙂

To be continued (in shaa Allah),

Khalisa from The Germali´s

 

 

 

Was bedeutet „The Germali´s?“

Der Name ist eine Kombination aus Germany und Somalia: Ger-mali. Es hat uns wirklich viel Zeit gekostet, bis wir uns auf diesen Namen einigen konnten, der uns von Anfang an doch so zusagte. Zur Auswahl standen ebenso Gersom und andere Namen. Vielleicht wären die etwas eindeutiger gewesen, jedoch klang für uns Germali einfach am schönsten. So sind Frauen halt – sie gehen nach Farbe (z.B. bei Autos) und Klang (bei Logo-Namen) 🙂

Für somalische Leute ohne Deutschkenntnisse klingt der Name wahrscheinlich eher wie „Germal“, was Deutsch bedeutet. Aber da wir uns nun mal an die deutschsprachigen Somali’s und andere Deutschsprachler richten, wird es hoffentlich zu keinen Missverständnissen führen. Ansonsten wären die durch diesen kurzen Beitrag aufgelöst (in shaa Allah).

In diesem Sinne: Viel (Lese-) Vergnügen auf unserem Nationen-verbindenden Blog 🙂

Hello, World! (About Us)

As salamu alaikum and hello dear friends,

Since English is the no.1 language in the world and many of the Somali people, which I would like to reach, are not only in Germany but in English- speaking countries, I decided to write some articles also in English language. From now on, the world can get to know me- and my team from Germali´s, in shaa Allah!

Even though I speak and listen to English language every day (I´m jumping between 3 languages), it´s not the same for me as in my mother tongue, but I found it´s necessary to take one step further. Only with training you can improve, as they say: practice makes perfect 😉

To our English-speaking readers

I would like to introduce our team from the Germali´s:

  • Ubah

deutsch-somali.pngShe is the fire- giver for this blog. It was her fascination about my story (as a German in HER country), which inspired us to develop this blog. Grown up in Germany, but with Somali roots and currently studying in England, she used to live between these 2 cultures: on one hand, the perfectionism of German culture, on the other hand the relaxed, African lifestyle of the Somali´s- very interesting mix by the way! Even though she is very busy most of the time, she will always remain as the inspiration of this blog. Hopefully she will join us in writing articles for you, in order to broaden your horizon as well as inspire you in different ways!

  • Fartun

 

She is my constant supporter and motivator. She does not have direct German ties, but is from the German part of Switzerland (so almost the same!), with Somali roots as well. Fartun lived almost her whole live in that German-Swiss part, so that she felt like a stranger, when she came to Somalia last year. Therefore she is the only team-member, which I´ve personally met– in Somalia! I´m looking forward for her moving once to here, so that we can enjoy more of her articles (in shaa Allah).

  • Asiya

 

She is like me a German sister, married with a Somali and has „Germali-children“. Even though she is married longer time, last year was her first time, when she dared to come to Somalia. It won´t be her last time visiting this county I hope, so in future we will here from here as well. Furthermore, she was the one, who organized the wonderful drawing by lot, when our blog reached 3.000 views (not long time ago lol).

  • Khalisa

 

That´s me, German muslima, married to a Somali and also having „Germali-children“, alhamduliLlah. 2010 was my first visit to Somalia, which got only interrupted by 3 visits to my home country so far. Since 2013 I´m settled in Garowe, the capital city of Puntland state of Somalia, enjoying my religious freedom, which I was missing in Germany. You will get to know much about my life as a German in Somalia, how it is to live in a big family, and much more!

What do we want?

Together we are the „Bridge-builders“ between Germany/outside-of-Somalia-world and Somalia. This aim we want to reach by giving you a multifaceted view about Somalia- by building a bridge between both worlds. That means, we want to give you more differenciated impressions than just the usual side, which is in focus world-wide: poverty, drought and war. As we know, these are the 3 things, everybody get´s in mind when he thinks on this country.

But there is much, much more to discover in this beautiful country! When you come here with 0 expectations, you will be surprised like me in the beginning- how the people managed their life, their schools, their businesses without even a proper government! You would be surprised about the overcrowded schools, the many universities, the very nice shops, and much more.

Beside that, the infrastructure is growing so fast, that after one month absence you will not recognize some streets anymore, because of the new houses and shops!

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Furthermore we want to encourage the people outside of Somalia:

  • The Somali people from abroad– to learn some positive sides of the country, to show their kids their roots, and to encourage them to give some contribution to their home-country. Because it´s easy to blame the countries´mistakes, instead of changing something. So, it is much more important to ponder: what can I personally do, in order that the country can improve? If you say, „But I´m from Mogadishu, it´s too dangerous there!„, I can tell you, that Somalia is much bigger than that…!
  • For Non-Somali´s (especially Muslims): to discover a possible Muslim country to emigrate to, since in Somalia you can freely practice the Deen (religion, way of life). We are ready to help all of those, who are seriously interested, to find a place in Somalia.
  • For Non-Somali´s (especially Non-Muslims): to widen their horizon, to learn more about an undiscovered diamond, where there are thousands of investment-possibilities.

In the end, we are all from Adam and Eve, and the borders in the world are only man-made. So, why don’t we look over the borders?

We hope, you´ll enjoy your visit on our blog. We appreciate every inspiration for our further work or comments. Also we would be very glad, if you support us by liking and sharing this blog.

Thank you very much and see you soon (in shaa Allah) 🙂

Khalisa from the Germali´s

 

10.Interview: Ägypten als Sprungbrett

As salaamu alaikum und Hey liebe Leser/innen,

Schon ist wieder eine Woche herum und so steht das nächste Interview vor der Tür, bzw. vor eurer Nase 🙂 Im heutigen Interview geht es wieder um eine beeindruckende Geschichte einer Deutschen Muslima, die den Schritt der Hijrah, also Auswanderung, gewagt hat: und zwar in das geschichts-trächtige Ägypten! Besagte Person heißt Maryam und kommt sogar aus der gleichen Ruhrgebiets-Stadt wie ich- trotzdem haben wir es immer hingekriegt, uns gerade eben so zu verpassen! Das erste Mal, als andere mir von ihr „vorschwärmten“, war nachdem ich gerade aus Somalia in Deutschland ankam. Da war Maryam einen Tag zuvor nach Ägypten gereist. Ein anderes mal hätte ich die Chance gehabt, sie bei ihrer Abschiedsfeier zu sehen, doch kam mir da irgendetwas dazwischen. Dabei wollte ich sie so gern kennenlernen, da sie u.a. auch Still- und Trageberaterin ist und natürlich eine interessante Persönlichkeit ist! Naja, dafür gibt es ja inzwischen die Social Media- man kann in Verbindung miteinander treten, ganz gleich in welcher Ecke (oder welchem Horn) man lebt!

Dass Maryam ausgerechnet in Ägypten gelandet ist, obwohl sie Deutsche und ihr Mann Marokkaner ist, und warum ihre Tochter ausgerechnet auf eine Amerikanische Schule geht, erfahrt ihr jetzt im folgenden Interview!


Salamu aleikum wa rahmatullahi wa barakatuh,

Ich bin Maryam, und lebe in der Nähe von Kairo.

Dass wir ausgerechnet in Ägypten gelandet sind, ist Qadr [Bestimmung Allah’s, Anm.d.R.]… Denn mein Mann ist Marokkaner und ich Deutsche und eigentlich wäre eine Hijrah nach Marokko das Naheliegendste.

Aber unser Aufenthalt in Ägypten wird mit Allahs Erlaubnis nur unser Sprungbrett sein und wir werden in shaa Allah irgendwann in Marokko landen.

Frage 1: Wohin bist du ausgewandert und wann?

Ich bin mit meinem Mann und meiner Tochter nach Ägypten ausgewandert, das war Anfang 2013 alhamdulillah.

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Frage 2: Warum hast du dir ausgerechnet dieses Land ausgesucht?

Wir sind in Ägypten gelandet durch Allahs Vorherbestimmung. Wir wollten weg aus Deutschland in ein arabisches Land und mein Mann hatte sich in verschiedenen arabischen Ländern beworben. In Ägypten hat es letztendlich geklappt, alhamdulillah.

Frage 3: Was waren deine Beweggründe für die Hijrah?

Das Wichtigste ist natürlich, die Absicht zu haben, die Hijrah für Allah zu vollziehen. Daraus ergibt sich dann der Wunsch, die Hijrah zu vollziehen, um in einem islamischen Umfeld zu leben. Dort, wo man den Islam wirklich ausleben kann, wo man sich nicht ständig für seine islamische Kleidung rechtfertigen muss, wo unsere Tochter den Islam auch außerhalb unserer Familie sieht, wo man wirklich frei sein kann als Muslim.

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Geht die eine Tür zu, geht eine andere auf 🙂

Außerdem hat sich mein Mann nie wirklich wohl gefühlt in Deutschland und er wollte auch nicht, dass unsere Tochter dort aufwächst.

Frage 4: Was schätzt du besonders an Ägypten?

Ich finde, was das Land ausmacht, ist seine vielfältige Geschichte!

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Frage 5: Gibt es etwas, was du dort besonders vermisst?

Ich vermisse die Schwestern, mit denen ich mich immer getroffen habe und ich vermisse es, Spaziergänge zu machen, in Parks zu gehen, mit meiner Tochter auf den Spielplatz. Leider gibt es hier, wo wir leben, keine öffentlichen Parks. Entweder muss man in einem Compound (das ist ein abgesichertes Wohngebiet, in dem meist nur reiche Leute leben) wohnen, dort gibt es Grünflächen oder Grünanlagen oder man muss eine Mitgliedschaft in einem der vielen Clubs haben, was aber auch sehr teuer ist.

Frage 6: Hattest du finanzielle Rücklagen als du ausgewandert bist?

Wir hatten so gut wie keine finanziellen Rücklagen, nur die Einnahmen aus unserer Haushaltsauflösung in Deutschland. Was dann dazu führte, dass mein Mann erstmal alleine nach Ägypten ging, um einiges vorzubereiten, wie eine geeignete Wohnung finden, die Wohnung mit dem nötigsten einzurichten, usw.

Frage 7: Hattest du vorab ausreichend Sprachkenntnisse?

Ich konnte so gut wie gar kein Arabisch, außer den Buchstaben und ein paar Wörtern.

Ich habe dann die Chance genutzt und hier in Ägypten einen Sprachkurs besucht, habe da aber die arabische Hochsprache gelernt und nicht den ägyptischen Dialekt. Das alltägliche Leben kann ich damit hier meistern alhamdulillah- also einkaufen gehen, ein Taxi nehmen und dem Fahrer den Weg erklären, usw. Nur bin ich immer noch nicht so weit, um wirkliche Gespräche in Arabisch zu führen. Alhamdulillah habe ich meinen Mann, der alles Wichtige erledigt.

Frage 8: Seid ihr dort krankenversichert?

Nur mein Mann ist krankenversichert durch die Arbeit, aber nur bis zu einem bestimmten Betrag.

Frage 9: Wie hat deine Familie auf deine Auswanderung reagiert?

Es war schwer für sie, da meine Eltern schon sehr alt waren und sie haben auch nie wirklich verstanden, warum wir in ein arabisches Land ziehen wollten. Aber da ich schon lange vorher in einem anderen Teil von Deutschland gelebt habe, war es kein Riesenschritt mehr für sie und letztendlich muss ich mein Leben leben und meine Entscheidungen treffen mit meinem Ehemann.

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Heute, etwa 5 Jahre später, ist es immer noch schwer für meine Mutter, dass ich sie nur einmal im Jahr besuchen kann, aber ich telefoniere oft mit ihr.

Frage 10: War ein Visum für Ägypten notwendig?

Bevor man nach Ägypten reist, braucht man kein Visum zu beantragen, wenn man die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Man kann ein Touristenvisum bei Ankunft am Flughafen erwerben, das gilt dann aber nur 28 Tage. Wenn das Visum abgelaufen ist, und man beispielsweise nach 6 Monaten wieder ins Ausland verreist, muss man am Flughafen eine Strafe zahlen.

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Ein längeres Visum kann man bei den entsprechenden Behörden in Ägypten beantragen. Am einfachsten ist es wenn man ein Kind hat, das in den Kindergarten, zur Vorschule oder Schule in Ägypten geht. Dann bekommt man immer Aufenthalt für das laufende Schuljahr. Oder der Arbeitgeber regelt es mit den Visa.

Frage 11: Hat dein Ehemann oder du eine Arbeitsstelle vor Ort, oder wie wird euer Lebensunterhalt gesichert?

Ja, mein Mann hat hier eine Arbeitsstelle und verdient unseren Lebensunterhalt alhamdulillah. Ab und zu gebe ich Deutsch-Nachhilfe.

Frage 12: Wie sieht es mit sozialen Kontakten aus. Hast du dort Kontakt zu anderen Konvertierten?

Ja alhamdulillah. Haben hier eine kleine Gruppe von konvertierten Schwestern aus allen Teilen Europas (Polen, Belgien, Finnland, Rumänien, früher waren noch Schwestern dabei aus Spanien, Ungarn und den Niederlanden) MashaAllah. Mit einem Teil treffen wir uns einmal pro Woche zum Quranunterricht und die anderen kommen dann dazu, wenn wir uns im Club treffen oder uns einmal im Jahr eine Villa mit Pool mieten für einen Tag und mit unseren Kindern schwimmen und planschen gehen.

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Frage 13: Kannst du dir vorstellen, bis ins hohe Alter dort zu bleiben?

Nein, das möchten wir nicht und das war auch nie unser Ziel. Das heißt aber nicht, dass wir nach Deutschland zurück wollen. Ganz im Gegenteil, wir möchten weiterhin in einem arabischen Land leben, aber eben nicht für immer in Ägypten.

Ägypten war für uns von Anfang an ein Sprungbrett, um aus Deutschland wegzukommen. Aber wir werden sehen, welche Pläne Allah für uns bereit hält.

Frage 14: Wie alt waren deine Kinder bei der Auswanderung?

Meine Tochter war damals 3 Jahre alt.

Frage 15: Welche Schule besuchen deine Kinder dort?

Es gibt sehr viele Möglichkeiten in Ägypten, was die Schulen angeht alhamdulillah. Wir haben uns für eine private Amerikanische Internationale Schule entschieden aus verschiedenen Gründen.

Zum einen, weil unsere Tochter kein Arabisch konnte als wir Hijrah gemacht haben und bis heute nicht so gut arabisch kann, um in einer arabischsprachigen Schule dem Unterricht zu folgen. Dann kommt noch dazu, dass es sehr große Unterschiede in der Bildung gibt. Es kommen auch nur private Schulen in Frage für Nichtägypter. Also gibt es noch zwei Möglichkeiten, eine nationale Schule (mit ägyptischen Lehrplan und teils Unterricht auf Arabisch oder Englisch) oder eine internationale Schule (mit dem Lehrplan des jeweiligen Landes). Es gibt auch islamische Schulen, aber diese unterrichten meist nur auf Arabisch.

Am Ende blieb dann die Wahl zwischen einer deutschen Schule oder einer englischsprachigen. Und auch in den internationalen Schulen steht Arabisch und islamischer Religionsunterricht (in arabischer Sprache) auf dem Stundenplan.

Frage 15a) Und warum habt ihr euch letztendlich für die Amerikanische anstatt die Deutsche Internationale Schule entschieden?

Zum einen weil wir wollten, dass sie sehr gut Englisch kann, zum anderen weil es in der amerikanischen Schule ab vier Jahren die Vorschule gibt und die Kinder da schon Buchstaben lernen, erstes lesen und schreiben und Rechnen und auch schon das arabische Alphabet. Die fangen mit den Kindern hier sogar noch früher an, das zu lernen MashaAllah. Meine Tochter ging zuerst in einen ägyptischen Kindergarten und da haben sie schon angefangen, den Kindern die Buchstaben auf Englisch und arabisch beizubringen.
In der deutschen schule fangen sie erst in der 1. Klasse damit an.
Es gab aber noch andere Gründe, z.B.: Wenn wir doch irgendwann die Möglichkeit haben nach Marokko zu gehen in shaa Allah, dort gibt es keine deutsche Schule… Aber englischsprachige Schulen gibt es überall!

Frage 16: Dein bestes Erlebnis im Ausland:

Das Beste ist natürlich, dass man jeden Tag 5 Mal den Adhan hört.

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Aber es gibt viele schöne Situationen, die ich hier erlebt habe alhamdulillah.

Wir leben hier in einer Nachbarschaft, wo man viele Leute kennt, sich begrüßt, wenn man an ihnen vorbeigeht alhamdulillah. Und wir leben in einem Haus mit nur 5 Parteien und davon sind nur wir und noch eine Partei Mieter. Somit kann man sagen, wir leben im Haus der Vermieterin und ihrer Familie. Und haben ein sehr gutes und persönliches Verhältnis mit ihnen, es ist fast wie eine Ersatzfamilie alhamdulillah. Ich kann meine Tochter mal bei meiner Vermieterin abgeben oder bei einer ihrer Schwiegertöchter, wenn ich was alleine mit meinem Mann erledigen muss, andersherum bringen sie ihre Kinder auch mal zu mir zum Aufpassen, wir besuchen uns gegenseitig und essen im Ramadan manchmal Iftar [Fastenbrechen; Anm.d.R.] zusammen, gehen gemeinsam zum Eidgebet [Festgebet], usw.

Hier merkt man, was Nachbarschaft bedeutet im Islam.

Ein Highlight war auch unsere Reise in den Süden Ägyptens nach Assuan. Mal zu sehen, dass es neben dem hektischen, lauten, vollem und leider auch sehr schmutzigen Kairo, Orte gibt, die anders sind. Wo der Nil noch sauber ist, wo es Natur gibt und keine Hektik.

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Was ich an Ägypten auch mag, dass man hier eine sehr weitreichende Geschichte sehen kann und Orte besuchen kann, die geschichtlich interessant sind, nicht nur die pharaonische Geschichte, sondern auch islamische Geschichte.

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Frage 17: Dein schlimmstes/eindrücklichstes Erlebnis:

Ein wirklich schlimmes Erlebnis habe ich nicht, dennoch hat Ägypten auch negative Seiten mit denen man zurechtkommen muss, wenn man hier lebt.

Da ist der Straßenverkehr, der nicht geordnet ist, wie man es von Deutschland her kennt und man ist sowohl als Fußgänger als auch als Autofahrer oder Insasse in Bussen ständig Gefahren ausgesetzt, was die Ägypter nicht weiter stört, da für sie sowie alles Qadr (Schiksal) ist und man den Unfall nicht vermeiden konnte. Wenn man kein eignes Auto hat und die „öffentlichen“ Transportmittel wie Metro, Microbus und Bus nutzen möchte, sollte man sich darauf einstellen, dass es da auch oft sehr hektisch zu geht und auch nicht so genau auf die Fahrkünste des Busfahrers achten oder welchem Verkehrsunfall man um Haaresbreite gerade entkommen ist, zudem sollte man den Berufsverkehr in Kairo möglichst aus dem Weg gehen.

Ein weiteres großes Problem ist der Müll, der einfach überall rumliegt und auch von Müllbehältern auf der Straße hat hier noch niemand was gehört.

Auch dieses „Komme ich heute nicht, komme ich morgen“- Prinzip ist hier weit verbreitet, genauso wie Unpünktlichkeit, was mich als Deutsche manchmal ziemlich aufregt, obwohl ich es schon gewohnt sein sollte.

Man muss hier einfach vieles mit Humor nehmen und viel Geduld haben.

Abschlussfrage: Welchen Ratschlag hast du für deine Geschwister, die auch Hijrah machen möchten?

Am wichtigsten ist das Vertrauen auf Allah und eine reine Absicht. Denn Allah erleichtert so vieles alhamdulillah. Man braucht aber auch Geduld und sollte wissen, dass am Anfang vielleicht nicht alles so läuft, wie man es sich vorgestellt hat. Es braucht ein wenig Zeit sich einzuleben und zurechtzukommen in einem fremden Land.

Eine gewisse finanzielle Sicherheit erleichtert es natürlich und auch dass man sich vorher über das Land informiert, dass man Kontakt zu anderen Schwestern sucht, die Hijrah in dieses Land gemacht haben und somit jemanden dort hat, der sich schon auskennt und helfen kann. Alhamdulillah ist dies alles durch Internet und Soziale Medien machbar.

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Vielen lieben Dank für deine tiefen Einblicke über deine Auswanderung, liebe Maryam! Möge Allah dich und deine Familie reichlich für eure Aufopferungen belohnen und euch in dem Land alt werden lassen, welches khair (gut) für euch ist!

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, habe ich dieses Interview um ein paar Fragen erweitert, da es einfach noch einen individuelleren und Detail reicheren Eindruck vermittelt. Schließlich sollt ihr ja auch so viel wie möglich von diesem Land und der Auswanderung dorthin mitnehmen!

So konntet ihr diesesmal deutlich sehen, dass die Auswanderung nicht nur Schockoladen-Seiten hat. Nein, ganz und garnicht! Man opfert auch ganz schön etwas auf (Freunde, Hobbies, etc.), toleriert aufeinmal Dinge, die einen eigentlich zur Weißglut bringen könnten (Chaos, Unpünktlichkeit, u.a.). Denn wenn man einmal den Entschluss zur Auswanderung gefasst hat, möchte und sollte man nicht gleich bei der ersten Hürde wieder die Koffer packen!

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In diesem Sinne gebührt Auswanderern unser größter Respekt. Mögen sie weiterhin standhaft, geduldig und humorvoll bleiben!

Wenn euch das Interview gefallen hat, hinterlasst ruhig ein Like, einen Kommentar oder teilt es mit denjenigen, die es ebenfalls interessieren und inspirieren könnte!

Thanks so much,

Eure Khalisa von den Germali´s

Stille Wasser sind…tief!

Dieser Titel passt derzeit sehr gut zu meiner Situation. Denn die meisten, die ich kenne- selbst mir sehr nahe stehende Personen-, wundern sich sehr, sobald sie sich hier im Blog umsehen. „Wiiiiie jetzt- das kommt von dir??? Hätte ich niiie gedacht!!!“ bekomme ich meißtens zu hören. Hmm, auf der einen Seite ist es ein Kompliment, dass sie meinen Schreibstil mögen. Auf der anderen Seite ist es allerdings auch etwas deprimierend, wie anders ich „live“ so herüber kommen mag!

Nun gut, ich konzentriere mich mal auf ersteres 😉 Eigentlich jedoch sollte es die Leute nicht wundern, dass eher ruhige Menschen ein lebendiges Inneres haben, oder? Auch wenn sie es nicht so sehr nach außen ausleben, so heißt das nicht, dass sie innen auch so ruhig sind!

Stille Wasser

Still? Tut mir Leid, dein Typ ist nicht gefragt!

Stille Wasser 1Aus meiner Zeit als Nicht-Muslima wurde mir öfters der Eindruck vermittelt, dass ruhige Typen weniger gefragt seien, gar als „langweilig, zu lieb und zu ernsthaft“ gelten. Die Society ist einfach so gestrickt, dass sie laute, lachende, verrückte Menschen bevorzugt, ansonsten kann man gleich einpacken!

Ich bekam also ziemliche Minderwertigkeits-Komplexe und fühlte mich oftmals nicht angenommen, geschweige denn geschätzt. Oftmals träumte ich mich in meine eigene Welt, in der es ganz bunt aussah. Meine Mutter war meine beste Freundin neben all den menschlichen Enttäuschungen, die ich durchleben sollte.

 

Als ich die Bekanntschaft mit den ersten Arabern in meinem Leben machte, meinten die so: „Du hast ja einen Charakter wie eine Muslima!“ Unbewußt erweckte dies in mir eine Neugierde. Was das wohl heißen möge?

Zeiten ändern sich- Gott sei Dank!

Ungefähr 4 Jahre später, als 24-jährige, nahm ich den Islam an (alhamduliLlah)- und nachdem ich auch die ersten Bekanntschaften mit Schwestern im Glauben machte, fühlte ich mich zum ersten Mal so richtig angenommen und akzeptiert! Denn plötzlich waren es MEINE Charaktereigenschaften, die bei den (muslimischen) Menschen geschätzt wurden!

Zu meiner äußeren ruhigen Art kommt allerdings auch meine Offenheit für Länder und Leute hinzu, und mein trockener Humor, der so manchen Lacher herausfordern kann.

Kreatives Schreibrohr

SCHREIBROHRDurch das Schreiben, was mir wie selbst komponierte Musik aus den Fingern gleitet, kann ich das ausdrücken, was tief in mir ist- es macht riesen Spaß! Denn neben meiner ruhigen Art besitze ich auch einiges an Kreativität, wodurch so manch verrückter Gedanke zustande kommt.

Damals konnte ich dies in der Musik ausdrücken, heute eben im Schreiben.

Worauf ich hinaus möchte…

…und was ich euch damit sagen will? Urteilt bitte nicht vorschnell über ruhige Leute! Denkt nicht, sie hätten nichts drauf! Sie geben ihr buntes Inneres nur nicht jedem preis! Lockt sie einfach aus ihrer Reserve, hört ihnen auch mal zu! Dann können sie eure besten und loyalsten Freunde werden!

Stille Wasser2
Stille Wasser sind tief, aber farbenfroh!

Ich freue mich aber tierisch, wenn euch meine Artikel gefallen- sowohl vom Inhalt, als auch von der Art.

Die Welt ist einfach zu bunt, um sie über einen Kamm zu scheren, und die Leute ebenso, und das ist auch gut so (anders wär´s langweilig!).

In diesem Sinne noch weiterhin viel Spaß und Lesevergnügen auf unserem Blog 🙂

Eure Khalisa

 

9.Interview: Ein Herz für alle- in Marokko!

As salaamu alaikum und Hallo liebe Freunde,

Im heutigen Interview werdet ihr einen tiefen Einblick von Marokko bekommen- von einer Powerfrau ohnegleichen: Sara Schmidt! Ich bin so glücklich, dass ich sie noch persönlich in meiner Heimatstadt Dortmund kennenlernen durfte. Auch damals war ich schon von ihr fasziniert, denn egal, wo sie ist- diese Frau versetzt immer Steine, packt an, möchte etwas zum besseren verändern!

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Sei es damals auf einem Schwestern-Treff bei ihr zuhause (natürlich mit Vorlesung), Krabbelgruppen-Planung oder „Massen-Hijama“ (Schröpfen nach Art der Sunna. Eine professionelle Schröpferin kommt zu jemandem nach hause und behandelt eine Person nach der Anderen),- mit Sara wird es nie langweilig!

So initiativreich wie sie ist, hat sie durch ihre Selbstständigkeit mit  Forever-Produkten sich und ihrer Familie die Auswanderung nach Marokko ermöglichen können. Über Multilevelmarketing oder Forever Produkte mag es verschiedene Meinungen geben (ich hab mir selber schon welche nach Somalia bringen lassen und bin begeistert!), dafürkann sie damit ihre Existenz sichern, und das verdient allen Respekt.

Mit alledem hält sie außerdem ihrem Mann den Rücken frei, der sehr erfolgreich eine eigene Hilfsorganisation gegründet hat. Selbst ebenfalls konvertierter (allerdings Polnischer) Muslim, baut er mit größter Sorgfalt verschiedenste Brunnen in Tansania und anderen Ländern, um so etwas gegen die Ungerechtigkeit und Armut zu tun. Somit ist er natürlich viel auf Reisen, doch Sara hat genug „Mumm“, um sich alleine in einem fremden Land durchzusetzen.

Als ob Sara nicht genug zu tun hätte, setzt sich die 3-fache Mutter auch noch für Arme, Bedürfte Menschen in Marokko ein: sie sammelt Spenden und rettet damit Leben!

Aber lest selbst, lasst euch von dieser trotz allem bescheidenen gebliebenen Persönlichkeit inspirieren 🙂


Frage 1: Wohin bist du ausgewandert und wann?

Selam aleykum wa Rahmatullahi wa Barakatuhu…

Vor ca. 1,5 Jahren nach Tanger / Marokko.

Ich bin aber schon mal ausgewandert: vor ca. 4 Jahren nach Fes und bin dann nochmal umgezogen nach Kenitra . Nach 6 Monaten bin ich dann aber wieder zurück, weil ich nicht richtig vorbereitet war.

Frage 2: Warum hast du dir ausgerechnet dieses Land ausgesucht?

Da wir in Tansania Brunnen bauen (www.blue-springs.de), hatten wir erst überlegt, dorthin Hijra zu machen. Aber da meinem Mann dort schon so vieles passiert ist- von ausrauben bis hin zur versuchtem Kidnapping, haben wir uns entschieden, dass es in Marokko einfach sicherer für uns ist.

Zudem habe ich mir Marokko ausgesucht, weil es hier einfacher ist wegen dem Visum. Man kann einfach alle 3 Monate rüber nach Spanien für ein paar Stunden und hat damit wieder 3 Monate Zeit wo man im Land bleiben darf. Die Stadt Tanger ist deswegen auch geeignet, weil es Nahe an der Grenze ist und ich kein Führerschein habe.

 

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2a: Wie kommst du zurecht, ohne eine (Schwieger-)Familie vor Ort zu haben? Hast du keine Angst allein als Frau?

Am Anfang wusste ich selbst nicht, wie ich zurecht kommen soll ohne Familie hier und ohne Sprache. Aber ich habe schnell herausgefunden, wo der Supermarkt ist und durch das Internet schnell deutsch sprechende Schwestern gefunden die auch hier leben und mir vieles gezeigt haben. Ganz am Anfang bin ich einfach mit den Kindern in alle Richtungen gelaufen, um zu schauen, was es alles in meiner Umgebung gibt. Und eine Schwester, die ich noch von meiner ersten Auswanderung kannte, ist für ein paar Tage hierher gekommen, um mir einiges zu zeigen und mir mit Erledigungen zu helfen.

Frage 3: Was waren deine Beweggründe für die Hijrah?

Ich wollte meine Religion frei ausleben und mich nicht mehr als Fremde und verhasste fühlen in meinem eigenen Land und ich wollte das meine Kinder den Islam lernen und damit leben können, ohne von Lehrern usw. beeinflusst zu werden.

 

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Mein ältester Sohn ist jetzt bald 16 in sha ALLAH und ich weiß, dass es nicht nur mit der Erziehung zu tun hat, wenn man seinem Kind den Islam beibringen möchte… sobald ein Kind in Deutschland in eine Schule kommt, dann wird es bis zu 10 stunden am Tag von zig anderen Menschen meißt so erzogen, wie es nicht immer mit dem Islam vereinbar ist.

Frage 4: Hattest du finanzielle Rücklagen als du ausgewandert bist?

Ja, wir hatten gut vorgesorgt alhamdulillah. Ich hatte mich vorher selbstständig gemacht und soweit hochgearbeitet, dass ich im Ausland meinen Lebensunterhalt beschreiten kann. Ich habe mittlerweile auch eine Homepage 🙂 www.superfoodsmore.de
Zudem mache ich auch Tijara [Handel, Anm.d.R.] mit Islamischem Spielzeug hier aus Marokko. Dazu habe ich auch einen Online Shop 🙂 www.islamic-buy.de
(ich hoffe ein bisschen Werbung ist erlaubt) 🙂

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Frage 5: Hattest du vorab ausreichend Sprachkenntnisse? Und hast du die Sprache inzwischen gelernt?

Ich kann leider kein Arabisch oder Französisch, aber mittlerweile habe ich die Sprache soweit gelernt, dass ich auf dem Markt einkaufen und Handeln kann, wobei da auch noch viel einfach mit Hand und Fuß erklärt wird 🙂. Ansonsten bekomme ich Hilfe von den anderen Deutsch sprechenden Schwestern, die hier leben Alhamdulillah .

Ich habe hier sehr viele sehr MashALLAH gute Schwestern kennen kennengelernt, die mir helfen bei allem was so ansteht, alhamduliLlah.

Frage 6: Wie hat deine Familie auf deine Auswanderung reagiert?

Nicht sehr viel .. Die Bindung ist nicht so stark .. Und sie wissen, dass ich durchziehe, was ich mir vornehme…

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Frage 7: War ein Visum für das Land XY notwendig? Und wie bekommt man das, ohne Schwiegerfamilie vor Ort?

In Marokko braucht man nicht sofort ein Visum.

Mann kann einfach alle 3 Monate nach Spanien rüber zb zum Shoppen im Lidl 🙂 und dann halt wieder zurück und hat somit dann wieder 3 Monate, in denen man im Land bleiben darf…

Ich mache das jetzt, seitdem ich hier bin. Wobei ich sagen muss, mit den Kindern ohne Auto über die Grenze ist immer sehr anstrengend und auch nicht ungefährlich, aber z.B. mit der Fähre ist es ein schöner Tagesausflug, wenn auch viel kostspieliger.

Ein Visum habe ich jetzt allerdings beantragt und warte nun auf mein vorläufiges Visum. Das war eine endlose Rennerei . Wir mussten mehrere male zur Polizei und haben jedes mal Stundenlang warten müssen, nur damit sie uns dann wieder weg schicken, weil denen noch was eingefallen ist, was noch an Papieren fehlt, usw., usw., usw… Das Schwierige hier ist, dass viele Beamten bestimmten Papierkram gar nicht kennen. Z.B braucht man ein Bankkonto, aber die Banken sagen, ohne Aufenthalt gibt es kein Konto. Dann muss man halt von Marokko aus die Partnerbank in Deutschland anrufen, damit die denen dann erklären, was genau für ein Konto die mir eröffnen sollen, usw… Oder ein ärztliches Attest, indem steht, dass wir alle gesund sind. Die Untersuchung ist dann ein Ultraschall vom Bauch und Blutdruck und Gewicht messen …naja … 😀

Frage 8: Hat dein Ehemann oder du eine Arbeitsstelle vor Ort, oder wie wird euer Lebensunterhalt gesichert? (Hier kannst du für eure Projekte werben!)

Ich selbst habe mich in Deutschland selbstständig gemacht im Multilevelmarketing. Ich verkaufe Produkte für die Gesundheit und das alles Online (inkl. passives Einkommen). Als ich dort den Manager erreicht hatte, sind wir einen Monat später ausgewandert.

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Frage 9: Kannst du dir vorstellen, bis ins hohe Alter dort zu bleiben?

Ja 🙂 Ich war in der Zwischenzeit auch nicht mehr in Deutschland und möchte es auch nicht.

Ich lebe hier, wo andere Monate lang sparen, um hier Urlaub machen zu können,
Tanger ist meiner Meinung nach einer der schönsten Städte Marokkos. Hier gibt es das Meer,Wälder, Berge, Spielplätze und auch Indoorspielplätze, Man kann einfach mit der Fähre innerhalb von 30 Min rüber nach Spanien . Es gibt viele deutsche Schwestern hier, usw…

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Frage 10: Wie alt waren deine Kinder bei der Auswanderung?

14, 2 und 1.

Frage 11: Seid ihr dort krankenversichert?

Nein. Einmal Arm brechen hat uns hier 500 € gekostet, aber dafür muss dann einfach Rücklagen schaffen.

Frage 12: Welche Schule besuchen deine Kinder dort? Bist du zufrieden mit ihrer Bildung?

Mein ältester geht zur Koranschule. Wenn er weit genug ist mit dem Koran lernen, kommen andere Fächer dazu. Mit dem Zeugnis kann er hinterher dann studieren gehen.

Die beiden kleinen werden noch zu Hause unterrichtet, 4x die Woche. Sie werden im Koran, Alif ba [Arabisches Alphabet, Anm.d.R.], Marokkanisch und richtig Arabisch unterrichtet von einer sehr, sehr lieben Marokkanerin.

Die Kindergärten hier gefallen mir alle nicht außer einer und da bekommt man nur einen Platz mit Aufenthalt

Frage 13: Dein bestes Erlebnis im Ausland:

Ich habe eine Marokko-Rundreise gemacht und das Land kennen gelernt. Wir waren in der Wüste und im Atlasgebirge , am Wasserfall, und, und, und…
Die Menschen hier sind alle gastfreundlich und ich hatte nie das Gefühl, das wir nicht willkommen sind.

 

Wir haben hier auch viele arme Familien besucht.

Es tut der Seele gut, mit den Armen zu sein. So kommen einem die eigenen Sorgen so klein vor und man wird dankbar für das, was man hat alhamdulillah.

Wir haben hier eine Familie besucht, die mit ihren 4 Kindern auf dem Friedhof lebt. Oder eine Witwe mit 9 Kindern wo der Jüngste behindert ist, das Mädchen hat einen Wasserkopf und deformierte Beine und einen Herzfehler. Oder die Familie von Firdaus, das Mädchen mit der Mondscheinkrankheit.


Mitlerweile bekommen wir Spenden, um den Armen helfen zu können alhamdulillah . Jetzt aktuell sammeln wir Spenden, um 80 armen Familien zu Ramadan Iftar Pakete geben zu können …. Unsere aktuellen Projekte könnt ihr auf meiner Facebook Seite verfolgen.


Frage 14: Dein schlimmstes/eindrücklichstes Erlebnis:

Viele reden immer davon, wie gefährlich es hier ist, aber bis jetzt ist nie was passiert. Obwohl ich seit über einem Jahr alleine hier bin und das ohne Auto… Das einzigste, was einmal nicht schön war: als ein ca 10-Jähriger uns belästigt hat ….

Abschlussfrage: Welchen Ratschlag hast du für deine Geschwister, die auch Hijrah machen möchten, parat?

Ich werde von so vielen Schwestern kontaktiert, die alle sagen, dass sie sofort gehen würden, wenn sie könnten. Aber kaum eine tut wirklich was, um gehen zu können.

Macht Tijara! Verzichte auf Coffee to go und Döner und spare dein Geld! Vielleicht kommt mal eine Zeit, wo du nicht mehr in der Lage bist, zu gehen und dann wirst du jeden Cent, den du sinnlos ausgegeben hast, bereuen. Gerade, wenn man Kinder hat, sollte man jede Chance nutzen, um sich auf den Weg zu machen und auf ALLAH swt vertrauen.

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Vielen Dank für deine Teilnahme und deine geteilten Erlebnisse, liebe Sara! Möge Allah dich und deine Familie reichlichst belohnen für all eure Mühen, die Welt ein Stück lebbarer zu machen!!!

Ich hoffe, nein, ich denke, dass euch dieses Interview ebenso beeindruckt hat, wie mich. Sara ist das beste Beispiel dafür, dass man nicht einfach nur reden sollte, sondern „einfach“ tun!

Zudem sieht man in diesem Beispiel ganz klar, dass man nicht allein gelassen wird, wenn man seiner Religion wegen ausgewandert ist- und insbesondere dann nicht, wenn man sogar noch anderen hilft! So heißt es so schön in einem Ausspruch des Propheten (Frieden und Segen seien auf ihm:

Wer seinem Bruder hilft, dem wird Allah helfen. Und wer einem Muslim bei der Beseitigung seiner Sorgen hilft, dem wird Allah bei seinen Sorgen am Tage des Gericht helfen. Ebenso wird Allah demjenigen, der die Schwächen eines anderen Muslims verdeckt, am Tag des Gerichts seine Fehler verbergen.”

(Überliefert bei al-Buẖārī und Muslim)

Für mich steht fest: von dieser Art selbstloser Leute, die sich für die Menschheit einsetzen, sollte es mehr geben!

Laßt uns also alle ein Stück von dieser „einfach-machen!“- Art abschneiden und loslegen mit dem, was wir so machen können! Probieren geht über studieren 😉

Liebe Grüße,

Eure Khalisa

Wohltätigkeit verpackt in Würde

Soeben bin ich in Facebook auf eine Geschichte gestoßen, die mich sehr berührte. Es geht zum einen um das Verhältnis, wofür wir unser Geld ausgeben, und zum anderen geht es darum, wie man spendet, ohne die Person zu entwürdigen.

Ein sehr passendes Thema für diesen Blog also- schließlich ist Somalia (zu Recht) bekannt für seine Armut.

Nun lest selbst einmal die Geschichte, dessen Autor mir unbekannt ist:


Sie fragte ihn: „Für wieviel verkaufst du die Eier?“
Der alte Verkäufer antwortete: „Ein Ei kostet 0.25 Doller, Madame.“
Sie sagte zu ihm: „Ich werde 6 Eier für 1,25 Dollar nehmen oder ich werde gehen.“
Der alte Verkäufer antwortete: „Komm, nimm sie zum gewünschten Preis. Vielleicht ist das ein guter Anfang, weil ich heute noch kein einziges Ei verkaufen konnte. „

Sie nahm die Eier und ging davon, mit dem Gefühl, dass sie gewonnen hat. Sie stieg in ihr schickes Auto und ging mit ihrer Freundin in ein schickes Restaurant. Dort bestellten sie und ihre Freundin, was immer sie wollten. Sie assen ein wenig und liessen viel von dem, was sie bestellt hatten stehen. Dann verlangtens ei nach der Rechnung. Das Essen kostete sie 45,00 Dollar. Sie gab 50,00 Dollar und sagte dem Besitzer des Restaurants, er soll das Rückgeld behalten.

Dies mag für den Besitzer ziemlich normal gewesen sein, aber sehr schmerzhaft für den armen Eierverkäufer.

Der Punkt ist, warum zeigen wir immer, dass wir die Macht haben, wenn wir von den Bedürftigen kaufen?
Und warum werden wir grosszügig bei denen, die unsere Grosszügigkeit nicht brauchen?

Ich habe mal irgendwo gelesen:
»Mein Vater hat von armen Leuten einfache Waren zu hohen Preisen gekauft, obwohl er sie nicht brauchte. Manchmal bezahlte er sogar extra dafür. Ich war von dieser Tat betroffen und fragte ihn, warum er das mache? Dann antwortete mein Vater: „Es ist Wohltätigkeit verpackt in Würde mein Kind“

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In dieser Geschichte wird uns klargemacht, wie leicht es für uns doch ist, Geld für teilweise banale, überflüssige Dinge auszugeben. Nicht, dass Essen banal wäre. Doch auch da muss man ja mit der Masse nicht übertreiben, so dass die Hälfte weggeschmissen wird. Und dann noch jemandem großzügiges Trinkgeld geben, der es nicht sooo sehr braucht, wie jemand, der fast von nichts lebt. Was sind schon 3 Euro mehr oder weniger?! Außerdem steht man dann gut dar- in den Augen der Freunde und des Lieblingsrestaurants.

Andererseits wird dann beim armen Eiermann sehr darauf geachtet, dass man jaaa nicht zuviel ausgibt: man stellt sich zwar großzügig dar, indem man ihm die Eier für einen Euro mehr ausgibt, jedoch ist dieser eine Euro nichts im Vergleich zu den 3 Euro Trinkgeld, über die man kaum nachgedacht hat.

Zuletzt möchte ich noch etwas ansprechen, was mir hier in Somalia auch schon häufig aufgefallen ist: Wie in obiger Geschichte erwähnt wird, achtet ein Vater besonders auf die Würde der armen Person, indem Dinge kauft, die er eigentlich gar nicht benötigt, und das noch zu gutem Preis- anstatt einfach so Geld hinzustrecken. Somit fühlt die Person sich nicht erniedrigt und abgestempelt- nein, sie konnte ja auch etwas zurück geben! Wer mag es schon, bloß seine Hand auszustrecken und bemitleidet zu werden?

Wie auch im Islam überliefert wurde, ist es besser, seine Kräfte einzusetzen, als dass man sich vor anderen demütigt und bettelt:

Der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: „Daß einer von euch sein Seil nimmt, damit ein Bündel Brennholz auf seinem Rücken herbeibringt und es verkauft, und Allah dadurch sein Antlitz (vor der Demütigung) bewahrt, ist besser für ihn, als wenn er die Menschen anbettelt, die ihm entweder etwas geben oder nichts geben!

[Sahih al-Buchari, Kapitel 24/Nr. 1471]

Dazu fällt mir direkt eine Begebenheit ein, die ich letztens in der Stadt erlebte: Ich sah einen Jungen, der nicht schlecht gekleidet war, auf dem Boden saß und Schuhe putzte. Ironischerweise auch noch vor einem der Luxusläden namens „Golden Hours“, in welches er die Schuhe nach der Reinigung brachte.

Da sagte ich unserer Großen Tochter, „Schau mal, dieser Junge- anstatt zur Schule zu gehen, muss er Schuhe putzen!“ Sie sollte ein Foto für mich machen. Daraufhin erwiderte sie: „Mama, das ist doch auch eine Arbeit!“ In dem Sinne von: besser als betteln! Das brachte mich zum Nachdenken.

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Der Junge, der sich sein Leben mit Schuhputzen verdient. In dem Milchpulver-Kanister sind seine Putzutensilien.

Nicht, dass ich vorher nicht schon solche Schuhputzer gesehen hätte- die gibt es zuhauf in Somalia. Jedoch überraschte mich seine gepflegte Kleidung, da solche Jungs eher ziemlich abgenutzte Kleidung und vom Staub benetzte Gesichter haben.

gebende Hand.jpgNatürlich wäre es für den Jungen besser, zur Schule gehen zu können. Jedoch ist es für ihn weniger demütigend, etwas zu tun, um sich seinen Unterhalt zu „verdienen“, als nur am Straßenrand zu sitzen und zu betteln.

Ich hoffe, diese Geschichte hat euch auch zum Nachdenken gebracht darüber, wie ihr euer Geld ausgebt und in welcher Weise ihr spendet.

In naher Zukunft plane ich, Geld zu sammeln für solche Fälle in shaa Allah (in einer angenehmen Art und Weise). Muss nur noch die Seite dafür einrichten.

Bis dahin,

Eure Khalisa

8.Interview: Mit einer Portion Gottvertrauen ab in die Wüste!

As salaamu alaikum und Hallo liebe Leser/innen,

In unserem heutigen Interview dürft ihr euch auf eine außergewöhnliche Geschichte einer Deutschen Muslima freuen- Umm Saad (Mutter des Saad). Sie lernte ihren Mann nur 2 Monate nach ihrer Konvertierung auf modernste Weise kennen- durch das Internet. Kurze Zeit später landete sie nirgendwo anders, als in Saudi Arabien! Wow, das Traumland der meißten Muslime und der Alptraum so manchen Nicht-Muslims (aufgrund von Vorurteilen)! Ihre Reise ging allerdings nicht schnurstracks nach Mekka oder Medina, sondern nach Riad.

Saudi Riad

Ein paar Zusatzinformationen

Bestimmt ist euch bereits bekannt, dass Riad die Hauptstadt Saudi Arabiens ist- mit ihren 4,6 millionen Einwohnern ist sie nicht nur der Hauptsitz der Regierung und des Haupt-Könighauses, sondern auch zahlreichen Botschaften. Die Stadt, welche in etwa dem Umfang Groß-Londons entspricht, ist außerdem die Gründungsstadt (1932) des  Königreiches Saudi Arabien. Diesem Königreich gingen natürlich allerlei Machtkämpfe  voran. Die Königsfamilie ist aber bis heute an der Macht.

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Schloß Masmak

Riad bedeutet auf Arabisch „Die Gärten“. Dies hat seinen Ursprung in der Tatsache, dass die Stadt 1735 auf den Ruinen der Stadt Hadscher gebaut wurde, als eine Art ummauerter Garten.

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Heutzutage gibt es zahlreiche wunderschöne Parks in Saudi. Zum Beispiel den King Abdullah Park.

Heutzutage ist Riad ein wichtiger Durchreiseort für die Pilger, die nach Mekka und Medina reisen. Tradition und Geschichte stößt hier also auf die Moderne. Selbst die Häuser sind in amerikanischem Schachbrett-Style aufgebaut.

Nun aber genug zu der Stadt an sich und zurück zu Umm Saad! Diese konnte bisher „nur“ die kleine Pilgerfahrt (Umrah) machen, da sie 7 Kinder im Alter von 6 Monaten und 10 Jahren hat (möge Allah sie segnen). Da hat sie sicherlich alle Hände voll zu tun.

Neben ihrer stückweiten Naivität bezüglich ihrer Auswanderung und ihrer Konvertierung, haben wir auch noch andere Dinge gemeinsam: wir leben beide in einer Mehrehe! Das gehört jetzt allerdings nicht zum Thema, desewegen leite ich nun das Wort an Umm Saad weiter 😉

Frage 1: Wohin bist du ausgewandert und wann?

Nach Saudi Arabien, Riyad, im Jahre 2008.

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Auf nach Riad!

Frage 2: Warum hast du dir ausgerechnet dieses Land ausgesucht?

Bei mir war es wohl etwas einfach Alhamdulillah, weil mein Mann Saudi ist.

Frage 3: Was waren deine Beweggründe für die Hijrah?

Da ich es in Deutschland einfach nicht mehr ausgehalten habe und da weg wollte, Alhamdulillah war es mein Qadr [Bestimmung, Anm.d.R.] in sha Allah, nach Saudi zu gehen.

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Al Rajhi Moschee, einer der grössten in Riyad, in der auch die Totengebete stattfinden.

Frage 4: Hattest du finanzielle Rücklagen als du ausgewandert bist?

Nein keine, aber dies war in meinem Fall nicht nötig.

Frage 5: Hattest du vorab ausreichend Sprachkenntnisse?

Nein absolut keine!

Frage 6: Wie hat deine Familie auf deine Auswanderung reagiert?

Anfangs natuerlich nicht sehr gut, aber nachdem sie gesehen haben, wie gut es mir hier geht und wie glücklich ich bin, haben sie es langsam akzeptiert.

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Kingdom Centre in Riad.

Frage 7: War ein Visum für das Land XY notwendig?

Ja und ich musste leider 1 Jahr lang drauf warten.

Frage 8: Hat dein Ehemann oder du eine Arbeitsstelle vor Ort, oder wie wird euer Lebensunterhalt gesichert?

Mein Mann arbeitet.

Frage 9: Kannst du dir vorstellen, bis ins hohe Alter dort zu bleiben?

Ja auf jeden fall in sha Allah, aber nicht in Riyad, sondern entweder in Medinah oder Mekkah in sha Allah.

Frage 10: Wie alt waren deine Kinder bei der Auswanderung?

Meine Kinder sind alle in Saudi geboren.

Frage 11: Welche Schule besuchen deine Kinder dort?

Sie besuchen eine Staatliche Schule.

Frage 12: Dein bestes Erlebnis im Ausland:

Mein bestes oder besser gesagt schönstes Erlebnis war, wie lieb und gastfreundlich die Leute hier sind.

Gerade weil man immer sehr Negatives über die Saudis hört in Deutschland, doch sehr erstaunlich. Ich war extrem positiv überrascht, Alhamdulillah.

Natürlich meine Umrah und ich hoffe, dass ich eines Tages meine Hajj vollziehen kann In sha Allah.

Hadsch
Traum eines jeden Muslims: der Ort, an dem ca. 2 Millionen Menschen gleich sind und nur eines wollen: zu ihrem Schöpfer beten und in Frieden ihre Pilgerfahrt (Hadsch) durchzuführen!

Frage 13: Dein schlimmstes/eindrücklichstes Erlebnis:

Auf jeden fall der Kulturschock und auch das extrem heisse Klima im Sommer, aber darauf war ich schon etwas vorbereitet, da ich zuvor ein Jahr lang in Bahrain lebte.

Frage 14: Wurden deine Erwartungen vom Land über- oder untertroffen?

Ich hatte damals garnicht viel nachgedacht, sondern bin trotz all dem Negativen etc. nach Saudi und hab es bis jetzt nicht bereut Alhamdulillah.

Ich hatte damals zahlreiche Freunde, die mir abrieten, zu gehen und hätte ich all dem eine zweite Überlegung gegeben, wäre ich wahrscheinlich nicht gegangen, subhan Allah [Gepriesen sei Allah- Ausruf bei Verwunderung; Anm.d.R.]. Ein Weg ins Ungewisse und Unbekannte, jedoch mit Erfolg Alhamdulillah!

Abschlussfrage: Welchen Ratschlag hast du für deine Geschwister, die auch Hijrah machen möchten (sspeziell nach Saudi), parat? Speziell für welche, die auch von Saudi Arabien träumen? 

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Al Faisaliyah Center (1.Wolkenkratzer in Saudi Arabien)

Niemals aufgeben, gerade wenn es um die Hijrah [Auswanderung, Anm.d.R.] geht in sha Allah!

Immer Du´a [Bittgebet; Anm.d.R.] machen, natuerlich. Ich habe sehr viele Schwestern kennengelernt, die einen harten und langen Weg nach Saudi hatten und einfach nur glücklich und dankbar sind, hier leben zu können. Speziell Saudi würde ich [als Hijrah-Land] empfehlen, wegen Mekkah und Medinah, auch da gerade diese beiden Städte geschützt sind, Alhamdulillah. [Die Schwester bezieht sich hier auf eine Überlieferung im Islam, nach der die Menschen dieser beiden Städte vor dem Dajjal (Anti-Christ) beschützt sein werden; Anm.d.R.]

Möge Allah all meinen Geschwistern die sich aufrichtig die Hijrah wünschen, es Ihnen ermoeglichen, Ameen ya Rabb. Nach dem Erschwerniss kommt die Erleichterung in sha Allah!

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Allahumma amiin zu deiner Du´a, liebe Schwester, und danke dir vielmals für deine Teilnahme! Möge Allah dir und allen, die es sich wünschen, auch die Große Pilgerfahrt (Hadsch) ermöglichen!

Kurzes Fazit

Wie ihr seht, ist jede Auswander-Geschichte einfach einzigartig. Die Geschichte von Umm Saad sticht mit ihrer Naivität und damit verbundenem Gottvertrauen heraus. Schließlich reiste sie mit ihrem frisch verheirateten Mann, den sie wohl noch nicht so gut kannte, in das offiziell „konservativste“ Land aller Länder- vor dem sie sogar ihre Freunde warnten!

Ähnlich wie bei Somalia, ist jedoch die negative Berichterstattung an den ganzen Vorurteilen gegenüber Saudi Arabien Schuld.

Wenn sich die Medien auch mal auf die positiven Seiten solcher Länder konzentrieren würde, sähe die Welt (bzw. das Kopfkino vieler Leute) schon ganz anders aus.

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Wadi Hanifa

In diesem Sinne hoffe ich, euch ein Stück weit den Horizont erweitert zu haben 🙂

Bis bald (in shaa Allah),

Eure Khalisa

 

Online Freundschaften

Was bedeuten „Online- Freundschaften“ eigentlich? Spielen sie die gleiche Rolle wie „echte“ Freundschaften? Oder sind sie diesen gleichzustellen? Was tun, wenn man „nur noch“ Freundschaften online auslebt? Diese Fragen schwirren mir gerade im Kopf herum, also versuche ich sie mal zu ordnen und auszuführen.

Was mich zu solchen Fragen treibt

Wie kommt es, dass ich mir diese Fragen stelle? Zum einen „lebe“ ich schon seit geraumer Zeit mit diesen „Online- Freundschaften“ (abgesehen von meinem besten Freund, meinem Mann), und zum anderen habe ich den Eindruck, dass immer Menschen sich ein Parallel-leben im Online Portal aufgebaut haben, während sie in der Realität ziemlich einsam sind.

Ich selbst schließe mich davon nicht aus– es fing schon in meiner Jugend an, dass ich mich in Internet-Chats wiederfand. Denn mit den Mädchen-Cliquen aus meiner Schule hatte ich so meine Probleme: ich fühlte mich oft nicht dazu gehörig. Wir waren irgendwie nicht auf der gleichen Wellenlänge (Ohne wertend sein zu wollen! Denn jede Welle ist einzigartig ;-)).

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Aus den Augen, aus dem Sinn?!

Oftmals musste ich auch schon verwundert feststellen, wie „echte“ Freundschaften nur für eine gewisse Zeit hielten: nämlich solange, bis man sich aus den Augen verlor, da man die Schule, Wohnort, Studium oder einfach Interessen wechselte. Nach dem Motto: „Aus den Augen, aus dem Sinn“.

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So sollte es sein: wahre Freundschaft hält auch trotz Entfernung! Ist aber leider meißtens nicht so.

Anderes Land, andere Leute…wer macht den Anfang?

Heutzutage fehlen mir etwas die „echten“ Sozialen Kontakte, da ich nunmal in einem anderen Land lebe, in dem ich mich zwar angenommen, jedoch trotzdem anders fühle. Frühere Freunde sind zumindest „aus den Augen“. Zwischen den Somalischen Frauen und mir ist oftmals eine Barriere- sie trauen sich vielleicht nicht auf mich zuzukommen, oder sind sich unsicher, wie sie sich mit mir überhaupt unterhalten können. Deswegen ist es `einfacher´, wenn jeder seinen Weg geht.

Somalische Frauen, die aus dem Ausland kommen, sind in der Regel viel offener mir gegenüber, und wir verstehen uns meißtens auf Anhieb. Immerhin haben wir den gleichen „Background“, wie man so schön sagt! Leider gibt es von denen nicht so viele, oder sie bleiben oft nicht lange oder ich habe sie noch nicht getroffen.

Online – einfacher oder auch besser?

Da liegt es natürlich auf der Hand, sich mit Schwestern online auszutauschen, die einen vollkommen verstehen, mit denen man auf einer Wellenlänge schwimmt. Oftmals sind es sehr interessante Augenblicke, in denen man interessante Persönlichkeiten „kennenlernt“, welche ebenfalls interessiert an meinem Leben hier in Somalia sind.

FriendshipOnline

Nachdem man sich seine Geschichten gegenseitig ausgetauscht hat, geht man allerdings wieder seinem Alltag nach, denn schließlich hat man ja viel zu tun, und kennt die andere Person zu wenig, um sie mit alltäglichen Lapalien vollzuquatschen.

So bleibt man am Ende

wieder

allein.

 

Kann also eine „Online-Freundschaft“ den gleichen Stellenwert haben, wie eine Freundschaft, die man von Face-zu-Face aufgebaut hat?

Diese Frage mag jeder individuell anders beantworten. Dennoch tendiere ich zu der Behauptung, dass dem nicht so ist- es ist nicht das gleiche. Denn wenn ich meinem Gegenüber ins Gesicht schaue, erkenne ich schon in den ersten Sekunden (spätestens nach dem ersten Treffen), ob man sich mit dieser Person wieder treffen möchte, oder eher nicht. Dasselbe online abzuspüren, nur durch schreiben oder Audio´s, bedarf schon etwas längerem Zeitaufwand. Ebenso kann sich eine Person hinter ihrem Handy anders geben, als sie wirklich ist, bzw. macht man sich ein völlig anderes Bild vom Gegenüber, da man auch die Körpersprache zum Beispiel nicht mitbekommt.

Durch das alleinige online schreiben geht auf der einen Seite außerdem wertvolle Zeit verloren, auf der anderen Seite verpasst man durch diese eher oberflächlichen Kontakte eine potentielle gute Freundin, da man diesen online Freundschaften evetnuell nicht sonderlich Bedeutung beimisst. Der Alltag nimmt einen nämlich ein, bevor es überhaupt zu einem Telefonat kommen könnte, nach all der Schreiberei.

Lösungsidee: live!

Einfacher wäre es wahrscheinlich, wenn man direkt telefonieren würde-aber live! Das ist schon viel lebendiger und man merkt auch direkt, ob die „Chemie“ stimmt, um darauf eine Freundschaft aufzubauen. Zu solch einem Live- Kontakt kommt es jedoch meißtens weniger, wenn man sich `bloß´online geschrieben hat.

Allerdings gibt es da auch online Freundschaften, die weiter gehen, als nur seine Geschichten auszutauschen und gut ist. Das sind natürlich wenige Ausnahmen, aber immerhin!

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Echte Bekanntschaften auf Halbzeit

Denn selbst „echte“ Bekanntschaften sind heutzutage bloß „part-time- echt“ und der Rest spielt sich dann doch bei WhatsApp und Co. ab, da jeder seinem eigenen Leben hinterher rennt.

Vielleicht hinterlassen „echte“ Freundschaften jedoch einen tieferen Effekt im Herzen, da man die Person mit all ihren Seiten „aufsaugt“. Was hat solch eine Freundschaft jedoch für einen Wert, wenn man so gut wie vergessen ist, sobald man verschiedene Wege geht? Ist sie dann nicht ebenso vorübergehend und oberflächlich wie eine „online“- Freundschaft?

Lösungsansatz: kombinieren!

Jeder mag seine eigenen, individuellen Erfahrungen und Antworten haben (welche ihr gern kommentieren könnt!). Meine Antwort ist (derzeit), dass es Unterschiede bei Freundschaften gibt:

So manche Online- Freundschaft kann mehr in die Tiefe gehen, als ein Treffen mit der Freundin, in der der Gesprächsstoff oberflächlicher nicht sein könnte. Auf der anderen Seite ist eine „echte“ Freundschaft lebendiger und vielleicht erfüllender, da man im direkten DIALOG steht mit seinem Gegenüber, statt im MONOLOG so mancher Audio.

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Meine Tipps, welche zuerst an mich selbst gehen, sind also:

Akzeptiere, dass jede Freundschaft ihren Sinn und Zweck erfüllt- auch wenn sie noch so kurz andauern sollte, oder nur solange währt, bis man „aus den Augen“ des anderen entschwunden ist.

Manche Leute begleiten dich in einer speziellen Phase deines Lebens, weil genau dann sie dich brauchten (oder andersherum).

Wenn jeder aber in verschiedenem Tempo weiter wächst, kann es eben passieren, dass man sich in verschiedene Richtungen entwickelt und neue Freunde findet, die zum weiteren wachsen beitragen können (oder andersherum du ihnen). Das ist also ein vollkommen natürliches, und nicht persönlich zu nehmendes Phänomen!

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Zum anderen sollte man die „online“- Freundschaften nicht verteufeln– sie können tiefsinniger sein, als manche „echten“ Gespräche. Versuche jedoch am besten, die „lebendige“ Variante des Gesprächs mit einzubinden: über Telefonate, Skype- oder anderen Videoanrufe! Dadurch wird man eine viel persönlichere und realistischere Verbindung zur jeweiligen Person aufbauen, als bloß über´s Schreiben.

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So, genug von nächtlichen Gedankengängen, die ich hier einfach mal `loswerden´ wollte.

Ich möchte an dieser Stelle auch denjenigen danken, die mir trotz dieser großen Entfernung zur Seite stehen oder standen. Auch wenn es teilweise nur vorrübergehende Freundschaften sind, haben sie doch mein Leben berreichert!

Gerne dürft ihr eure Erfahrungen und Meinungen im Kommentarfeld hinterlassen!

Bis bald (in shaa Allah),

Eure Khalisa

Unverhofftes „Wiedersehen“!

As salaamu alaikum und Hallo meine lieben Leser/innen,

Nach dem letzten Interview mit UmmIlyas, welche über ihre Auswanderung nach Algerien berichtete, habe ich etwas wundervolles erfahren: Ich habe sie bereits gesehen- und zwar in einer sehr herzbewegenden Doku!

Wooow, ich konnte es kaum glauben, dass SIE das ist, mit der ich gesprochen hatte!

Luise- eine deutsche Muslima im Fernsehen

Denn damals, im Sommer 2008 bin ich auf die folgende Doku über sie gestoßen: „Luise- eine deutsche Muslima“. Bei Arte erschienen, mit dem Grimme-Preis, dem Juliane-Bartel-Preis und dem Norddeutschen Filmpreis für die beste Dokumentation ausgezeichnet (also die Redakteurin Beatrix Schwehm).

Impact dieser Doku

Ich weiß nicht mehr genau, ob ich gerade frisch zum Islam konvertiert war, oder kurz davor stand, als ich sehr von dieser Doku bewegt wurde. Jedenfalls habe ich Luise sehr bewundert, wie selbstbewußt und Lebensfroh sie sich präsentierte, wie selbstverständlich sie versuchte, alles Gelernte in die Tat umzusetzen. Und ich fand sie super sympathisch. Sie stellte irgendwie ein Idol für mich dar- wenn auch eher unterbewußt-

Aufjedenfall fühlte ich mich stark ermutigt, meinen neuen Weg weiterzu gehen, genau so wie sie!

Konvertiten und ihre Eltern

Dass man auch mit den Eltern und nahestehenden über alles reden kann (und sollte), hat diese Doku mir auch nochmal klargemacht. Gegenseitige Offenheit und Empathiegefühl ist da ganz klar von Vorteil. Wobei einem in dieser Doku Luises´Mutter fast schon Leid tun kann: als ob es das schlimmste auf Erden sei, dass die Tochter nun Muslima ist! Das zeigte mir einige Parallelen in der Denkweise von Eltern von Konvertiten: sie fragen sich oftmals, „Was ist da schief gelaufen? Was hab ich falsch gemacht als Mutter/Elternteil?„… als ob die Tochter auf einmal ein anderer Mensch sei, der vor allem etwas ganz schlimmes vollbracht hat!

Dabei ist sie bloß dabei, ihren inneren Frieden zu finden, und sie ist und bleibt IMMER die Tochter- egal, welchen Glauben sie im Herzen, oder welches Tuch sie auf dem Kopf hat!

Möge Allah unsere Eltern reichlich entschädigen für die Sorgen, die sie sich (unnötig) gemacht haben wegen unserer Konvertierung und möge Er auch sie diesen inneren Frieden finden lassen!

Und ich glaube eins kann UmmIlyas bestimmt bestätigen: wenn man ersteinmal die ersten `Hürden´(Vorurteile) zusammen durch Gespräche überwunden hat, kann man eine viel intensivere, innigere Beziehung zu seinen Eltern aufbauen!

Selbst im Interview mit UmmIlyas wird deutlich, dass sie und ihre Eltern diese Hürde längst überwunden haben und einen Weg miteinander gefunden haben, wie sie miteinander auskommen- und das sogar sehr gut (alhamduliLlah)!

Erste „reelle“ Begegnung

Umso mehr traf es mich also wie ein Blitz, als ich von einer anderen, ebenfalls nach Algerien ausgewanderten Freundin erfuhr, dass ich soeben besagte Luise interviewt hatte!!! Sofort kontaktierte ich sie und fragte sie, warum sie mir das nicht vorher gesagt hätte!

Da meinte sie in ihrer humorvollen Art, dass sie das nicht jedem direkt auf die Nase binden würde, nach dem Motto „Schau mal, wie toll ich bin- ich war im Fernsehen!„, hahaha 😀 Das stimmt natürlich auch wieder.

Sharing is caring 🙂

Ich finde es aber aufjedenfall erwähnenswert (hab mir auch ihre Erlaubnis geholt, um euch darüber zu berichten), zumal es mich geprägt hat und es durch ihre Hijrah auch wieder in unseren Blog herein passt.

Luises´Geschichte geht weiter…

Es gibt inzwischen sogar einen 2. Teil ihrer Geschichte: ausgerechnet über ihre Auswanderung nach Algerien! 2 Jahre lang begleitet sie die Reporterin auf ihrem Versuch, sich in einem fremden Land zu integrieren. Leider ist es nicht kostenlos und ich selber kann mir das Video nicht so einfach zukommen lassen (wegen der Entfernung und der nicht-vorhandenen Post). Aber ich finde es hochspannend!

Hier geht´s zu dem Link über den 2.Teil über Luises´Geschichte- ihre Auswanderung.

„Anders sein“ verbindet

Als ich mich auf die Suche nach einer kostenlosen Version ihres 2.Filmes machte, stieß ich auf eine weitere Doku, in der mir ihr Gesicht wieder entgegenstrahlte: Eine kurze Doku von einer jungen Frau, die einen Tag mit Niqab (Gesichtsschleier) herum läuft, um zu sehen, wie es ist, „anders“ zu sein (davon kann ich ja auch ein Liedchen singen- bzw.eine ganze Oper, lol!). Und siehe da- da war Luise bzw, UmmIlyas wieder ganz aktiv und überzeugend dabei!

Ich finde es toll und unterstützenswert, wenn Muslima´s sich mit ihren Fähigkeiten an die Öffentlichkeit trauen und der Welt einen Einblick in das Leben als Muslima geben. Das ist ein ganz großer Schritt in Richtung gegenseitigem Verständnis, Achtung und Wertschätzung.

Ebenso wie ich (bzw. wir alle hier vom Blog) sowohl über Somalia, als auch über das Leben als (deutsche) Muslima aufklären will und so Vorurteile abbauen möchte, so tut das UmmIlyas auf ihre Art.

Mögen dadurch noch mehr Vorurteile ab- und mehr Verständnis und ein friedlicheres Miteinander aufgebaut werden.

Ich hoffe, euch hat diese Geschichte auch ein wenig bewegt. Wenn dem so ist, lasst ruhig einen Kommentar und/ oder ein Like hier 🙂

Bis bald (in shaa Allah),

Eure Khalisa

 

 

 

 

 

7.Interview: Algerien² – Chwija bi chwija (Step by Step)!

As salaamu alaikum wa Rahmatullahi wa Barakatuh liebe Leser/innen,

Das heutige Interview führt uns ein zweites mal ins wunderschöne Algerien. Denn es gibt eine Menge deutsche Schwestern dort, und jede Auswanderung ist nochmal ganz individuell.

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Jardin d´Essai- Großer Stadtpark in Algier

 

Unsere heutige Protagonistin heißt UmmIlyas („Mutter von Ilyas“) und hat sich von ihren Eltern losgelöst, obwohl sie deren einzige Tochter ist. Das ist bestimmt für niemanden leicht gewesen- weder für ihre Eltern, noch für sie! Jedoch muss man eben bereit sein, etwas aufzugeben, wenn man auswandern will.

 

Das Schöne in diesem Fall ist. dass sie und ihre Eltern sich jedes Jahr gegenseitig besuchen! Ich finde das sehr vorblidlich und bewundernswert. Das zeigt eine Menge Toleranz von Seiten der Eltern.

Allerdings kann man auch sagen: Wer sein Kind wirklich liebt, kennt keine Grenzen! Der wird sein Kind lieben, egal ob es Hindi, Christ oder Muslim geworden ist!

Gott sei Dank habe ich ebenso solche Eltern, die sich nach Somalia getraut haben. Ich dachte allerdings, dies sei ein Einzelfall 🙂

Die Überschrift hat sich UmmIlyas wohl so ausgesucht, weil sie diese andere Mentalität mit  mehr Gelassenheit schätzen gelernt hat. Und wohl auch, weil es eine gewisse Zeit braucht, bis man sich in einem fremden Land an alles gewöhnt hat- eben Step by Step!

Nun möchte ich euch die Geschichte von UmmIlyas aber nicht länger vorenthalten. Los geht´s also mit dem 7.Interview!

Frage 1: Wohin bist du ausgewandert?

Wir sind nach Algerien ausgewandert, in einen Vorort von Algier.

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Die Straße von UmmIlyas

Frage 2: Warum hast du dir ausgerechnet dieses Land ausgesucht?

Mein Mann ist Algerier. Deswegen lag es auf der Hand, in dieses Land aus zu wandern.

Frage 3: Was waren deine Beweggründe für die Hijrah?

Die Atmosphäre in Deutschland hat sich meiner Meinung nach verschärft. Nach Sarazzin, AfD und Co. ist es nicht mehr so wie früher. Allerdings war es vorher auch schon nicht immer leicht. Abgesehen davon war ich es leid, mich andauernd zu rechtfertigen, zu verteidigen, zu erklären. Ich wollte meine Kinder auch davor schützen, immer das Gefühl zu haben „anders“ zu sein (im negativen Sinne).

Frage 4: Hattest du finanzielle Rücklagen als du ausgewandert bist?

Wir hatten uns ein kleines Polster angespart…

Frage 5: Hattest du vorab ausreichend Sprachkenntnisse?

Naja…ich bin einigermaßen klar gekommen. Mein Algerisch war/ist `so lala´. Aber ich kann alleine einkaufen, Auto fahren und Co. Dafür reicht es aus!

Frage 6: Wie hat deine Familie auf deine Auswanderung reagiert?

Sie haben es befürchtet und waren sehr traurig. Da ich ihre einzige Tochter bin, ist es nochmal härter. Aber sie kommen jedes Jahr zu Besuch im Frühling. Und in den Sommerferien sind wir oft in Deutschland…von daher geht es… Aber sie hätten uns lieber bei sich in der Nähe…!

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Madame L´Afrique- Kirche im Herzen Algiers

Frage 7: War ein Visum für das Land XY notwendig?

Ja, für Algerien braucht man ein Visum. Aber mittlerweile habe ich mein Zwei-Jahres Visum…was in sha Allah bald auf zehn Jahre aufgestockt wird.

Frage 8: Hat dein Ehemann oder du eine Arbeitsstelle vor Ort, oder wie wird euer Lebensunterhalt gesichert?

Mein Mann arbeitet über Deutschland…hat also einen deutschen Arbeitgeber…ist aber weltweilt aktiv.

Frage 9: Kannst du dir vorstellen, bis ins hohe Alter dort zu bleiben?

Ja, das kann ich mir vorstellen….der Gedanke ist zwar noch etwas seltsam…aber ja!

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Garten von UmmIlyas

Frage 10: Wie alt waren deine Kinder bei der Auswanderung?

Meine Tochter war 10, mein Sohn 7 und meine Kleine grade ein Jahr…

Frage 11: Welche Schule besuchen deine Kinder dort?

Im Moment besuchen die Großen noch eine Privatschule…aber nächstes Schuljahr wechseln sie auf eine staatliche Schule…Meine Kleine geht in einen Kindergarten, auch privat… Aber das auch nur, weil er direkt in unserer Straße liegt.

Frage 12: Dein bestes Erlebnis im Ausland:

Ganz allgemein die Atmosphäre… Freundlichkeit, die Leute hier sind einfach lockerer. Es ist nicht so verkrampft.

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Moschee in einer der Nebenstraßen bei UmmIlyas

Frage 13: Dein schlimmstes/eindrücklichstes Erlebnis:

Dass mein Sohn in der Schule von der Lehrerin geschlagen wurde…und sie keine Einsicht zeigte, nachdem wir mit ihr gesprochen hatten…

Abschlussfrage: Welchen Ratschlag hast du für deine Geschwister, die auch Hijrah machen möchten, parat?

Mein Tipp: Man sollte nicht erwarten, nur weil man in ein „islamisches“ Land auswandert, jetzt alles super islamisch ist. Weder die Menschen, noch die Gesetzgebung hält sich unbedingt an den Islam. Es gibt auch hier Alkohol, Drogen, Gewalt, Kriminalität und Prostitution!

Und man darf nicht nachlassen, seine Religion weiter zu studieren und zu lernen! Es ist trügerisch zu denken..“ach ich lebe ja in einem islamischen Land, das reicht!“ (der Gedanke kann sich einschleichen!) Man muss weiter lernen und seine Religion kennen. Denn es schleichen sich gerne Traditionen ein, die nichts mit dem Islam zu tun haben…

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Algerien- das Europa Afrika´s!

Vielen Dank liebe UmmIlyas für die Teilnahme am Interview und für den Einblick in deine Auswanderung. Möge Allah es euch mit dem Besten vergelten, dass ihr die Zelte abgebrochen habt auf Seinem Wege!

Was mir dazu noch einfällt: Es ist wirklich nicht damit getan, die Hijrah (Auswanderung) zu machen, und gut ist. Nein, dann fängt der „Kampf mit dem inneren Schweinehund“ erst so richtig an!! Denn dann kommt es darauf an, Ausdauer zu zeigen in seinem Vorhaben, und sich nicht durch so manchen unangenehmen Vorfall aus der Bahn werfen zu lassen!