Lesefieber

Gestern Abend um 21 Uhr. Alle Kinder endlich im Bett und ich gesellte mich noch zu meinen Eltern. Doch zum Quatschen war mir nicht zumute aufgrund meiner Mandelentzündung, also griff ich mir ein Buch. „Die Geschichte des Wassers“ (von Maja Lunde) klang wie etwas, was mich evtl. für mein Brunnenbau Projekt inspirieren würde! Also fing ich an, zwischen den 2 dort integrierten Geschichten hin und her zu hoppsen und- konnte einfach nicht mehr aufhören, so spannend war es!
Zugleich aber auch zutiefst rührend. Jedenfalls heulte ich Rotz und Wasser!😭😭😭

🔹Auf der einen Seite ging es um die norwegische 67-jährige Umweltaktivistin Signe, die im Jahre 2017 etwas vom teuer verpackten Gletscher-Eis (welches eigtl. nach Dubai/Saudi sollte) auf ihr Segelboot hiefte und den Rest im Meer entlud. Dann machte sie sich schleunigst mit ihrem Boot auf den Weg zu ihrem Ex-Mann, die ganze Strecke von Norwegen bis nach Frankreich. Jener war es nämlich, der für diese Gletscher-Aktion in ihrer Heimat mitverantwortlich war. Ihm wollte sie das Eis vor die Füße knallen und ihn auffordern, diese Sache zu unterbinden! Unterwegs nimmt sie den Leser mit in ihre ganze Liebestragödie und ihre Leidenschaft, die Erde noch für die nächsten Generationen ertragbar zu erhalten…
🔹Auf der anderen Seite haben wir die Leidensgeschichte von David und seiner Tochter Lou im Jahre 2041, die aufgrund der ganz Südeuropa eintreffenden Dürre und eines Brandes, der ihnen einen Teil ihrer Familie nahm, zu Flüchtlingen wurden, genau wie Millionen andere auch. Was sie dort alles erleben, raubt einem fast den Atem. Aber einen Hoffnungsschimmer hatten sie dann doch : das Segelboot von Signe!! Doch wie sollten sie es in Bewegung setzen, wo doch der Kanal schon längst eingetrocknet war?…

Natürlich möchte ich Euch nicht die ganze Geschichte aufbinden. Jedoch hat mich dieses Buch echt nicht mehr losgelassen, und zwar in vielerlei Hinsicht:
🔹Wie gut tat es, mal wieder in einer andere Welt einzutauchen! Ich hatte das Buch innerhalb 9 Marathon-Lesestunden verschlungen (okay, 4 Std. Schlaf dazwischen!). Und gerade deswegen wurde mir bewusst, warum ich mir dieses Vergnügen nicht so häufig gönne- denn das Ende finden ist bei guten Büchern schwer!

🔹Die Dürre versetzte mich zurück nach Somalia, wo ich viele Folgen der Dürre mit eigenen Augen sehen konnte. So konnte ich mir das Szenario wirklich gut vorstellen.

🔹Zugleich hatte diese fiktive Vorhersage etwas sehr bedrohliches auf sich: was, wenn sich Europa wirklich Richtung Dürre entwickelt? Oder ist es gar schon dabei, so ganz schleichend? Angesichts der vergangenen heißen Sommer, der Erderwärmung und den gleichzeitigen Naturkatastrophen garnicht mal soooo abwegig!!

🔹Schließlich stellt sich für mich die Frage, die bei so manch anderen wohl schon viel früher angekommen ist, bei dem ein oder anderen jedoch noch garnicht: Was können wir gegen die Erderwärmung tun??? Wie ein Echo hallt sie in mir weiter, und ich werde mich wohl selber auf die Suche machen müssen. Um eine Antwort parat zu haben für meine nächsten Generationen, in shaa Allah…

Entsprechend dieser Dramatik darf man in diesem Buch natürlich auch kein Happy End im klassischen Sinne erwarten. Doch ganz verloren lässt die Autorin einen auch nicht. Bin gespannt, den Bestseller der Autorin zu lesen (Die Geschichte der Bienen). Hoffentlich brauche ich keine 1-wöchige Auszeit dafür, um mir wieder die Zeit für einen Roman zu nehmen 🙂

Welcher Roman hat dich besonders bewegt? Ist dir ein klassisches Happy End in einem Buch wichtig?

In diesem Sinne, keep reading!

Eure Khalisa V.

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