Was wir von den Schweizern lernen können

Wie einige von Euch vielleicht mitbekommen haben, war ich vor kurzem eine Woche und einen Tag in meiner geliebten 2. Heimat, der Schweiz. Das Wiedersehen von Verwandten, die ich seit unzähligen Jahren nicht mehr gesehen hatte, war eine wahre Freude, alhamduliLlah. Sie konnten sehen, dass ich irgendwie doch noch „die Alte“ von früher bin, dass man sich mit mir unterhalten und mit mir lachen kann. Und sie beschenkten sogar meine Kinder.

Meine Kinder wiederum genossen es auch in vollen Zügen- konnten sie doch hautnah sehen, woher die Milch und Eier herkommen, durften sie Bus fahren (was ich in Deutschland eher vermeide) und auf einer Fähre Zeit verbringen.

An dieser Stelle möchte ich jedoch über ein spezifisches Thema sprechen, was mir während unserem Aufenthalt in der Schweiz aufgefallen ist: die Freundlichkeit mit- und zueinander!

Schweizer Freundlichkeit

Ich war wirklich positiv überrascht von der Freundlichkeit, mit denen die Schweizer miteinander umgehen. Jeder wird gegrüßt, verabschiedet, ja, selbst dem Busfahrer wird für sein Halten an der Haltestelle gedankt!

Auch mir gegenüber waren die Leute freundlich: sie grüßten mich meistens auch. Das „Schlimmste“, was ich erwarten konnte, war ein Ignorieren im Sinne von „Ich bin mit dir überfordert, deswegen schaue ich dich lieber nicht an.“ Aber nichts da mit niveaulosen Kommentaren, bösen Blicken oder gar Beschimpfungen!

Ungewohntes Miteinander

Diese Freundlichkeit war ich gar nicht mehr gewohnt. Hier in Deutschland mag es zwar einfach anonymer sein, aber selbst in der größeren Stadt Thun (beinah 50.000 Einwohner) und auf der Fähre hab ich in der Schweiz keinen Hass gespürt.

Mir tat es auf der einen Seite gut, einfach mal unbeschwert meinen Urlaub genießen zu können, auf der anderen Seite hat es mich nachdenklich gemacht. Was lief in Deutschland nur falsch? Die Leute dort sind doch sonst für alles offen: ob Punker, Alkoholiker, FKK-ler…? Ich habe den Eindruck, für die Leute dort ist Islam wie ein rotes Tuch für den Stier- Islam? Panik! Hass! Argwohn!

Ungerechte Verallgemeinerung

Naürlich tun die Muslime einiges dafür, dass man sie nicht versteht, und es gibt sicher auch unter den Flüchtlingen einige, die sich nicht benehmen können oder gar zu Verbrechern werden. Aber warum muss man dann alle in einen Topf werfen? Schaut man in den Gefängnissen auch, wer alles Christ ist oder Sonstiges?

Und wie sieht es in Somalia aus mit der Freundlichkeit?

Machen wir mal einen Abstecher nach Somalia. Selbst da sollten sich die Leute von der Schweizer Freundlichkeit eine Scheibe abschneiden. Komme ich dort in eine Arztpraxis, so kommt mir sogar die Deutsche Freundlichkeit freundlicher vor, da wird man wenigstens ab und zu noch gegrüßt. Oftmals hatten wir in Somalia sogar Besuch, der uns zwar gegrüßt hat, jedoch sich nicht wirklich verabschiedet hat. Einfach ein „Dann geh ich jetzt!“ und Tür zu. Da stehe ich dann immer und sehe meine Co-Schwester verdutzt an, bevor wir in Lachen ausbrechen.

Auch Muslime sollten freundlicher zueinander sein

Und die Muslime in der Schweiz wollten mich auch eher ignorieren anstatt zu grüßen. Vielleicht war es eine Art Schüchternheit oder Unwissenheit, aber trotzdem hab‘ ich den Unterschied gemerkt.

Dabei ist das sowas von un- islamisch! Denn es ist das Recht eines Muslims, den anderen zu grüßen, wie man in folgendem Ausspruch des Propheten Mohammed (Frieden und Segen seien mit ihm) deutlich verstehen kann:

„Fünf Pflichten hat ein Muslim gegenüber seinem Bruder: den Gruß zu erwidern, dem Niesenden Barmherzigkeit zu wünschen (indem man ihm Yarhamuk-Allah (möge Allah Sich deiner erbarmen) sagt.), eine Einladung anzunehmen, den Kranken zu besuchen und den Trauerzügen zu folgen.“

Quelle: Sahih Muslim, Das Buch des rechten Benehmens (Hadith 1417)

Gut, da ist die Rede vom zurück- grüßen. Doch wie ich meine „Homies“ kenne, kann man lange auf den Anfangsgruß warten, es sei denn, man kennt sich wirklich ;-)! Also auch die Muslime können noch viel von der Schweizer Freundlichkeit lernen.

Brücken bauen zum Gegenüber

Für ein besseres (interkulturelles) Miteinander hat Vera F. Birkenbihl übrigens einen sehr interessanten Lösungsansatz in folgendem Video, über dass ich gestern „gestolpert“ bin:

Was sie alles beschreibt, muss ich ja nicht wiederholen. Jedoch ist es eine wichtige Sache, Brücken zu bauen, indem man das Anders-Sein des Gegenübers einfach (gegenseitig!) akzeptiert. Durch dieses Verständnis muss man sich dann weder anfeinden, noch Angst voreinander haben, sondern kann einfach wie freundliche (Schweizer) Menschen miteinander umgehen.

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Trotz verschiedener Richtungen an einem Pfahl, trotz unterschiedlicher Meinungen immer noch Mensch.
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Hand in Hand, miteinand‘!

In diesem Sinne einen lieben Gruß an alle,

Eure Khalisa

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Vom Niqab zum Hijab

Warum ich einen Teil meiner Identität abgelegt habe.

In diesem Artikel beschreibe ich meine ersten Schritte ohne Niqab, den Gesichtsschleier. Es soll keine Entmutigung sein für andere Schwestern, die noch stark genug sind, es in Deutschland zu tragen, es ist bloß eine Beschreibung meiner Entscheidung, ihn in Deutschland abzulegen und meine Erfahrungen und Eindrücke dazu.

Wie alles begann

3 Monate nach meiner Konvertierung (in etwa) zog ich den Gesichtsschleier mit der Absicht an, Allah´s Wohlgefallen zu erlangen. Mir wurden all die Beweise aus Qur´an und Sunna (Lebensweise und Aussage des Propheten Mohammeds´ (s.a.s.)) und die Umsetzung der Religion der ersten Muslime vorgezeigt, und
energiegeladen wie die meißten frisch Konvertierten, versuchte ich, alles Gelernte in die Tat umzusetzen.

Damals wurde mir allerdings nur eine Seite der Medaille beigebracht, nämlich, dass es für muslimische Frauen, die als ehrbar erkannt werden wollen, verpflichtend ist, den Gesichtsschleier zu tragen.

Unterschiedliche Auffassungen

Vielleicht mag Euch der Unterschied in der Auffassung des Gesichtsschleiers auffallen: für (augeklärte, praktizierende) Muslime ist er ein Zeichen einer Respekt zu erweisenden, würdevollen
Frau, während ihr in den westlichen Ländern diese Ehrbarkeit abgenommen werden soll, indem sie
den Niqab verbieten wollen. Die Frauen würden ja dazu gezwungen, sich so zu verhüllen- man
müsse sie befreien!!! Dem ist natürlich nicht so, zumindest ist mir kein Fall bekannt, in dem eine
Muslima zum Tragen des Niqabs gezwungen wurde. Meißtens ist es sogar eher das Gegenteil- ihre
Familie und womöglich auch ihr Mann raten ihr ab davon und haben ein riesen Problem damit, dass
sie so selbstbestimmt dieses Stück Soff trotzdem tragen will! Ihr seht also, dass es in keinem Fall leicht für eine bewußte Muslima ist. Denn sobald sie sich für den Gesichtsschleier bewußt
entscheidet, trifft sie nur auf Abneigung, Intoleranz und manchmal gar Übergriffe.
Solange sie stark im Glauben ist und ihren Gesichtsschleier als eine Art Gottesdienst ansieht, so kann sie über all den Anfeindungen stehen, so wie ich das fast 10 Jahre lang tat.

Ich nannte es immer eine „Toleranzprüfung für mein Umfeld!“ und hielt daran fest, alhamduliLlah.

Die Zeiten ändern sich

Inzwischen ist der Hass gegen sich bedeckende Muslime so stark ausgeprägt, dass es beinahe
unmöglich geworden ist, mit Gesichtsschleier bedeckt alleine aus dem Haus zu gehen, ohne
Angst haben zu müssen vor Anfeindungen oder Übergriffen.
Wenn man keine Kinder hat, aber einen Mann, mag man es noch aushalten, nur mit Begleitung
dessen das Haus zu verlassen. Sobald aber Kinder mit ins Spiel kommen, wird es kritisch: die Kinder müssen doch raus, sich bewegen! Sie müssen hier und dort hin gebracht und abgeholt werden, sie müssen ein lebenswertes Leben haben und keins hinter verschlossenen Gittern!

Eine schwere Entscheidung

Genau aus dem Grunde hatte ich mich schweren Herzens entschieden, den Niqab in meinem diesjährigen Deutschland-Aufenthalt nicht mehr zu tragen. Ich weiß inzwischen nämlich auch, dass es zwischen den Gelehrten verschiedene Meinung dazu gibt: ob es nun Pflicht ist, speziell in Zeiten der vermehrten Versuchungen, oder nur, wenn man außergewöhnlich hübsch ist, oder ob es einfach eine weitere freiwillige Handlung ist, durch die man Allah näher kommt- es gibt da verschiedene Meinungen unter den Großgelehrten. Da ich in Deutschland/ Europa eine von vielen bin, sehe ich es für mich nicht als Pflicht an, sondern als freiwillige Handlung. Zum Eigenschutz und dem meiner Kinder lasse ich den Gesichtsschleier in Deutschland jedoch weg.

In Somalia hingegen werde ich ihn widerum tragen, denn da falle ich viel zu sehr auf als eine der wenigen „weißen“!

Ein Stück Identität ablegen zur eigenen Sicherheit

Kommen wir nun also zu meinen Erfahrungen. Ich zog den Gesichtsschleier im Äthiopischen
Flughafen aus, als wir gerade auf den Aufzug warteten. Es war, als ob ich ein Stück von mir, meiner Identität ablegen würde- ganz komisch. Ich sagte zu meinen Kindern: fällt euch irgendwas auf? Da sagte meine Tochter sofort: Mama, wo ist dein Niqab? Zieh´ihn schnell an! Da erklärte ich ihnen, dass ich den Niqab in Deutschland nicht anziehen werde, da die Leute uns sonst beschimpfen würden, denn sie würden das nicht verstehen und hätten Angst. In Somalia jedoch würde
ich ihn wieder anziehen.

In den nächsten Tagen sagte meine Tochter jedoch immer wieder- Mama, dein Niqab! Du hast
deinen Niqab vergessen! Genauso fühlte ich mich auch: als ob etwas fehlen würde, als ob ich meine
Jacke im Winter vergessen hätte!

Ungewohnte Blicke, dafür weniger Anfeindungen

Im Flughafen hatte ich dann das Gefühl, mich würde jeder angucken. Ich fühlte mich so nackt.
Selbst wenn ich Dhikr machte (Gedenken an Allah, die man ständig sagen kann), musste es für die anderen aussehen, als ob ich mit mir selbst sprechen würde.
Insgesamt jedoch hatte ich das Gefühl, dass die Leute weniger starrten, als wenn ich mit Niqab da gestanden hätte. Sie hatten einfach keine Angst mehr vor mir. Auch am Schalter war es nun angenehmer, da ich nicht erst den Schleier vor all den neugierigen Blicken entlüften musste.

Reaktion meiner Eltern

Meine Eltern freuten sich natürlich ungemein, als ich ihnen schon von Somalia von meinem Vorhaben erzählte. Sie waren jahrelang sehr tolerant gewesen, sind überall mit mir hingegangen, mussten die kritischen Fragen und Aussagen ihrer Freunde ertragen und mich verteidigen. Vor allem aber litten auch sie unter den Beschimpfungen und bösen Blicken, die ich tagtäglich abbekam.
Nun waren sie also um einiges erleichtert, sogar direkt einen Urlaub in der Schweiz, damit ich meine Verwandten sehen könne und wir dort abspannen könnten, ohne als Alien angesehen zu werden.

Auch das Zusammenwohnen im Haus meiner Eltern, in dem auch ihre Freunde wohnen, welche
mich seit Kleinkindalter kennen, entspannte sich enorm. Ich konnte nun in unser Kellerappartment
oder zum Wäsche waschen, ohne mich komplett verhüllen zu müssen. Früher meinte meine Mutter
dann, „Lass das, ich mach schon!“ und war mit der zusätzlichen Arbeit etwas überfordert (zu Recht). Aber nun brauche ich einfach meine Gebetsabaaya anzuziehen und los geht’s.

Keine Akzeptanz- okay, doch wo bleibt die Toleranz für andere?

Natürlich bin ich immer noch nicht völlig akzeptiert hier in Deutschland, doch hat sich meine Situation insgesamt schon entspannt. Ich erwarte auch nicht, dass die Leute mich akzeptieren, denn laut dem Qur´an werden sie sowieso erst mit mir zufrieden sein, wenn ich so bin wie sie- also komplett unbedeckt. Leider wird meine Erwartung der Toleranz jedoch auch meißtens nicht erfüllt- noch immer merke ich böse Blicke, unverständisvolles Kopfschütteln und Misstrauen. Darüber bin ich zwar auch nicht happy, aber ich kann darüber stehen. Meißtens wechseln sich gute Erlebnisse mit schlechten immer wieder ab: manche sind sogar richtig freundlich und bemüht!

Angstmache seitens der Medien als Grund für den Islamhass

Ich kann die Leute auf der einen Seite verstehen, dass sie Angst vor dem Islam und denjenigen
Muslimen haben, die versuchen, ihre Reigion zu praktizieren. Letztere werden in den Medien
nämlich immer als „DIE Salafisten“ dargestellt, die angeblich hasserfüllt zum Krieg gegen Nicht-Muslime aufrufen und MINDESTENS die Vorstufe zu IS und CO. seien. Dass dem NICHT so ist, sondern dass diese Muslime einfach nur die Bedeckungsregeln ihrer Religion befolgen und 5 mal am Tag beten wollen, außerdem ein friedliches Miteinander bevorzugen, sich jedoch völlig in die Ecke gedrängt sehen- das wird in den Medien nicht berichtet. Nein, stattdessen wird man mit Al-Qaida, IS, Al-Shabab und wie sie
alle heißen, in einen Topf geschmissen. Begeht ein Muslim ein Verbrechen, wird direkt der Zeigefinger auf den Islam ausgestreckt. Kein Wunder also, dass die allgemeine Menschheit, die den
Medien mehr folgt als dem Papst, dann Angst vor uns haben.
TROTZDEM ist es schade, dass die Menschen nicht differenzieren oder uns nicht direkt ansprechen
(auf eine freundliche Art versteht sich). Denn so können auch keine Brücken zwischen den Kluften
gelegt, und kein freundliches Miteinander möglich sein. Das Gegenteil ist nämlich der Fall: die
Muslime werden wie eine zu verabscheuende Randgruppe behandelt, und da wissen wir ja, wie so etwas in der Geschichte eskalieren kann (möge Allah uns bewahren).

Fazit

Ich bereue meine Entscheidung aufjedenfall nicht, auch wenn es traurig ist, dass es in „demokratischen Ländern“ soweit gekommen ist, dass man eben DOCH NICHT so sein kann, wie man will.
Ich freue mich aber auch schon wieder auf Somalia, in dem ich als Muslima respektiert und geehrt
werde, in dem sie „Maa shaa Allah!“ sagen, wenn sie mich so bedeckt sehen. Und in dem ich
einfach daher laufen kann, ohne gehasst zu werden für meinen Glauben. Neben all dem Luxus und
der Familie, den ich in Deutschland genießen kann, ist es als Muslima hier nicht mehr das Gleiche.

Möge Allah es den Muslimen in Europa erleichtern, an ihrer religiösen Lebensweise festzuhalten
und ihnen einen Ausweg zur Auswanderung geben, und möge Er das friedliche und respektvolle
Miteinander ebenfalls erleichtern.

Seid allesamt lieb gegrüßt,
Eure Khalisa

Letzter Teil des Reiseberichts: Kalte Tage in Äthiopien oder: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Nach einer kurzen Nacht packten wir all unsere Sachen für die bevorstehende Reise von Hargeisa (Hauptstadt Somalilands) nach Äthiopien. Es ist immer wieder erstaunlich, wie die Zeit einem aus den Fingern zu gleiten scheint, wenn man sie am meisten benötigt! Dementsprechend knapp in der Zeit, kamen wir mit 2 Jeeps am Flughafen Hargeisa’s an, welcher vor ein paar Jahren neu gebaut wurde und von einer wirklich schönen Grünanlage umgeben ist.

Doppelt hält besser

Dass ein Check-In mit 12 Personen und einigen Koffern seine Zeit in Anspruch nimmt, brauche ich Euch nicht zu sagen. Doch nicht nur das- nach dem Check- In gab es in Hargeisa eine weitere Pass-Kontrolle und danach noch eine Flugticket-Kontrolle. Mag sein, dass es normal ist, mir persönlich kommt das immer übertrieben und doppelt-gemoppelt vor.

Wieder ein Zwischenfall

Bevor wir zur Ticket-Kontrolle gehen konnten, wurde allerdings meine Co-Schwester von dortigen Beamten aufgerufen, ihnen zu folgen. Oh nein, was war denn nun schon wieder? Ich musste  mit den Kindern schon mal alleine durch den letzten Ticket- und Waffen-Check gehen. Besorgt warteten wir auf meine Co-Schwester und unseren Mann. Konnte diese Reise denn nie einmal unkompliziert verlaufen!? Wir waren jedenfalls die letzten, auf die das Flugzeug wartete.

Endlich kamen sie, im Gepäck ein paar Wasserflaschen für die durstigen Kinder. Diese mussten auf der Stelle geleert werden, da es nicht erlaubt war, sie mit ins Flugzeug zu nehmen. Was war also passiert? Einer meiner Koffer, welcher gefüllt war mit Kleidern, die ich in Deutschland verkaufen wollte, erschien den Beamten verdächtig: die Kleidung war so stark mit einem Faden zusammen gezurrt, dass sie befürchteten, wir hätten dadrin die verbotenen Khat-Blätter (eine Droge) versteckt! Da meine Koffer zu schwer waren, wurde ausgerechnet der eine Koffer auf einen anderen Namen überschrieben. Gott sei Dank konnten sie nichts dergleichen finden und wir konnten endlich ins Flugzeug einsteigen.

Endlich über den Wolken

Für unsere Kinder war es das Highlight schlechthin, endlich mal in einem Flugzeug zu sitzen. Sie waren zwar teils in Dänemark, teils in Deutschland geboren, jedoch im Kleinkind Alter nach Somalia gebracht worden und seitdem nie mehr geflogen (außer meine beiden, aber die waren ja auch zu klein, um etwas davon zu behalten). Die Aufregung und Freude war dementsprechend riesig!

Meine Kleine griff direkt nach der Zeitung der Ehtiopian Arlines, als ob sie alles verstehen würde. Unser Flugzeug war eher ein kleines und im Innenraum wurde es recht laut. Ich zeigte den Kindern noch, wie man den Ohrendruck weg bekommt (gähnen! schlucken!), und versuchte meiner Kleinen klar zu machen, dass sie sich während dem Start NICHT anschnallen dürfe. Schon kam auch schon der Snack des Tages: ein Brötchen mit Wurst (halal, versteht sich)!

Es war das erste Mal für unsere Kinder, dass sie so etwas mit vollem Bewusstsein aßen. Noch mehr! Es schien ihnen zu schmecken. Mein Kleine mochte es allerdings überhaupt nicht- sie schien dem Somali Motto treu zu bleiben: Was der Nomade nicht kennt, das kann ja gar nicht gut sein! 😉

Kaum waren wir für eine Weile in der Luft, senkte sich das Flugzeug 1 Stunde später auch schon wieder zur Landung. Von oben konnten wir bereits das Grüne dieses Landes bewundern. Wir zogen alle unsere dicksten Jacken an, da wir ein kaltes Äthiopien erwartet hatten. Beim Ausstieg mussten wir jedoch feststellen, dass es viel zu warm für unsere Gletscherjacken war.

 Die Visa-Hürde

Während meine Co-Schwester und ihre Kinder beim Schalter ihre Visa vorzeigen konnten, musste ich mit meinen Kids und meinem Mann noch unser Visa beantragen. Das machte dann mal lockere 200 Dollar insgesamt, aber Hauptsache wir bekamen das Visa ohne Probleme. Weiter ging es also zur Gepäckausgabe. Wir wollten gerade mit unseren Koffern aus dem Flughafen raus, da kam ein Beamter auf uns zu und nahm uns mit zu einem Schalter. Wir hätten den Visa-Stempel vergessen. Schön, dass ihr uns das jetzt auch sagt!!

Naja, irgendwie schien unsere Odyssee weiterhin ihren Lauf zu nehmen, also mussten wir innere Gelassenheit üben und auf Allah/Gott vertrauen, dass es irgendwann ein Ende haben wird.

Auf Äthiopischem Boden!

Endlich auf Äthiopischem Boden, wurden wir von zahlreichen tropischen Gewächsen, Reggae- Musik und Freunden meines Mannes begrüßt. Gut, dass er überall auf der Welt jemanden kennt! Sie luden uns in einen gemieteten Bus und auf ging es zu unserem im Voraus ausgewählten Appartement. So dachten wir wenigstens.

 

 Ein unschönes Willkommen

Kaum kamen wir in den Innenhof des Gebäudes, in dem unser Appartement stationiert war, kam auch schon die Besitzerin in ihrem Bademantel an und war sichtlich geschockt von uns. War es die Menge der Leute, oder die vielen Hijabs und Niqabs, die sie verstörten? Wir setzten uns geschafft auf eine kleine Mauer und warteten, beobachteten die heiß verlaufende Diskussion zwischen der Frau und mehreren Somalischen Männern. Sie hätten ihr eine Familie angemeldet und nun das: 12 Personen! Das wäre ihr zu viel! Da war nichts zu machen. Die Freunde meines Mannes mussten eben spontan nach einer neuen Bleibe für uns suchen.

Wir warteten und warteten, Minuten und Stunden vergingen. Wir kramten noch die letzten Kekse aus unserem Gepäck, um unsere hungrigen Mägen zu füllen, und einiges später bekamen wir auch etwas Wasser zum trinken. Meine Co-Schwester fiel bereits zum 2.mal in Ohnmacht und legte sich mit allen erdenklichen Jacken bedeckt auf die Wiese. In derzeit entdeckten unsere Kinder das ungewohnte Grün des Grases und die verschiedenen Blumen.

Neue Chance?

Endlich war es soweit: die Bekannten hatten ein Haus für uns gefunden, was sogar möbliert war! In einem Mini-Auto wurden wir Frauen und Kleinkinder dorthin gefahren, während die anderen liefen. Als wir ausstiegen, kam uns der Geruch von menschlichen Ausscheidungen entgegen. Oh Gott, wo waren wir denn hier gelandet? Inmitten von Blechhütten!

Durch das Tor des Hauses konnten wir aber immerhin ein vernünftig erscheinendes Haus erspähen. Auch wenn die Autotür seitens meiner Co-Schwester sich nicht mehr öffnen ließ, schaffte sie es trotzdem irgendwie raus und zum nächstgelegene Sofa im neuen Haus. Das Wohnzimmer des Hauses sah schon mal richtig wirtlich und annehmbar aus, besser als ich erwartet hatte. Ein großer Samsung-Bildschirm durfte dort natürlich auch nicht fehlen.

Wir warteten auf die Verhandlungen bezüglich unserer Mietkosten. Und siehe da- schon wieder wollte man uns raus schmeißen! Wir wären viel zu viele und müssten extra Money zahlen. Das war aber echt nicht fair, da wir sowieso schon einen hohen Mietpreis ausgemacht hatten: 1200 US Dollar für bloß 2 Wochen! Mein Mann erklärte der Vermieterin, dass es nicht fair sei, die Miete zu erhöhen (wenn, dann die Nebenkosten), und dass ein Teil von uns nach ein paar Tagen sowieso weg gehen würde (damit meinte er mich und meine Kids). Schlussendlich lenkte sie doch ein, aber nur mit der Bedingung, dass wir die junge Frau, die dort in einem außenstehenden Zimmer lebte, als Dienstmädchen einstellen und bezahlen würden. Okay, kein Problem. Hauptsache, wir mussten nicht schon wieder Stunden nach einem anderen Haus suchen!

Endlich Abspannen…

Nachdem die Wellen geglättet waren und das Geld bezahlt, wurde uns endlich etwas Essbares gebracht: Somali Reis und Pasta. Unsere hungrigen Mägen jauchzten vor Freude. Langsam stellte sich auch die Abendkälte ein, doch es gab genug dicke Decken im Haus.

…natürlich nicht, ohne einen Zwischenfall!

Als später mein Mann mit seinen Freunden wieder kam, bekamen wir die Haustür nicht mehr auf. Egal, wie sehr wir es versuchten- sie ließ sich nicht öffnen! Mein Mann stellte sich schon auf eine kalte Nacht unter freiem Himmel ein oder eine Nacht bei seinen Freunden, da kamen sie auf die Idee, dass er über die Nachbarmauer drauf und auf unseren Balkon klettern könne! Das tat er dann auch, aussehend wie ein Schwerverbrecher im Anzug. Subhanallah, was für ein Ende eines chaotischen Tages in einem uns nicht gerade Willkommen heißenden Landes! Nun konnte es nur noch besser werden.

Am nächsten Tag kam die Vermieterin mit einem Handwerker daher und meinte doch tatsächlich, wir hätten die Tür demoliert. Dabei war das Schloss schon vor uns nur noch halb in den Fugen, und die eine Türklinke saß nicht mehr richtig. Sie steigerte sich in ihren Hass rein und meinte, wir sollten sofort aus dem Haus, auf der Stelle! Aber Moment mal- wir hatten schon bezahlt! So einfach geht das nicht! Sie wollte uns das Geld zurück geben. Also sagten wir, wir würden solange drin bleiben, bis wir eine neue Bleibe gefunden hätten. Dagegen konnte sie nichts sagen, sie musste es mürrisch hinnehmen.

Derweil ging mein Mann zur Dänischen Botschaft und bekam einen Telefon-Termin für den nächsten Tag. Schritt für Schritt kamen wir unseren Zielen näher.

Nachmittags kam eine Nichte meines Mannes zu Besuch, die vom Alter her seine Mama hätte sein können. Ich weiß in so einem Fall dann immer nicht recht, wie ich die Person ansprechen soll, denn einfach beim Vornamen nennen würde als unhöflich gelten. Also sagte ich „Mama“ zu ihr. Aber auch sie war etwas verwirrt und dachte, meine Co-Schwester wäre die älteste Tochter unseres Mannes. Ein bisschen Spaß zur Abwechslung tat uns gut. Ich fragte sie, ob sie manchmal nach Somalia kommen würde, aber sie sah sich als Äthiopierin, also gäbe es keinen Grund! Mmh..naja.

Die Hexe lässt nicht locker

Abends erschien diese Hexe von Vermieterin wieder und diskutierte mit unseren Bekannten. Sie wollte nicht mehr warten und uns auf der Stelle raus haben. Subhanallah. Es beruhigte sie ein bisschen, dass unsere Äthiopische Nichte da war. Letztlich kamen sie zu dem Schluss, dass am nächsten Tag alle Schäden (welche nicht von uns verursacht wurden) schriftlich und mit Fotos unterlegt festgehalten werden sollten, und wir doch im Haus bleiben dürften, zumal wir schon bezahlt hatten. Einer der Männer sagte sogar, dass er persönlich für eventuelle Schäden aufkommen würde, falls am Ende unserer Mitzeit etwas festgestellt werden sollte. Die Besitzerin bestand darauf, dass unsere Äthiopische Nichte dann auch vor Ort sein sollte. Also übernachtete sie bei uns.

Am nächsten Tag war ich ganz froh über unseren Besuch, denn mein Mann und meine Co-Schwester machten sich auf, um SIM-Karten zu kaufen. Wir hatten nämlich weder Internet noch konnten wir uns anrufen. So war ich aber wenigstens nicht alleine mit den Kindern, sondern hatte Gesellschaft.

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen!

Eine SIM-Karte sollte eigentlich kein großer Akt sein. Doch in Äthiopien schon: sie standen mindestens 2 Stunden in einer Warteschleife. um die SIM- Karten zu registrieren! Damit steht dieses Land weit hinter Somalia, welches Telekommunikations-technisch diesem Land weit voraus ist.

In der Zwischenzeit rief mein Mann bei der Dänischen Botschaft an: sie sollten alle vorbei kommen- natürlich am nächsten Tag! Die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielleicht, vielleicht würde es ja doch ganz schnell gehen, dass sie ihre Pässe beantragt kriegen und ich dann nach Deutschland reisen könnte..!

Die Hexe lässt es eskalieren

Mittags kam die Vermieterin endlich zum Wohnungs-Check. Anscheinend wusste sie selber nicht, wie heruntergekommen ihr Haus eigentlich war. Da half auch nicht das schöne Wohnzimmer.

Sie ging zur Küche und kam keine 2 Minuten wutentbrannt wieder raus, ging an uns vorbei, ohne uns eines Blickes zu würdigen. Draußen erzählte sie dem Vermittler, dass wir die Küche komplett demoliert hätten! Wir sollten nun raus, auf der Stelle!

Mein Mann meinte, dass so einige Sachen im Haus nicht richtig funktionieren würden und die Tür nur das I-Tüpfelchen sei. Klar- in nur zwei Nächten konnten wir die Küchenschränke aus den Fugen bringen, das Badezimmer demolieren und was weiß ich nicht alles…! Es folgte eine Diskussion zwischen der Hexe, dem Vermittler und anderen Somalisch-Äthiopischen Freunden, bis sie sogar beleidigend wurde und mit der Polizei drohte. Go on- ruf sie bitte!

Die Polizei kommt!

Die Situation war so angespannt, dass man darauf einen Bogen hätte spannen können. Mir wäre es lieber gewesen, wir wären einfach in ein Hotel gegangen oder sonst wohin. Aber das wäre unbezahlbar gewesen und außerdem waren wir ja im Recht und hatten nichts zu befürchten.

Wer Recht hat, bekommt auch Recht!

Es kamen 2 Polizisten, welche die Vermieterin schon kannte. Es wurde nochmal heiß diskutiert. Doch die Polizisten gaben uns Recht, da wir tatsächlich schon einen Vertrag mit ihr hatten und gezahlt hatten. Das brachte die Frau ganz außer sich- sie konnte es nicht glauben, dass sie in „ihrem“ Land gegen uns Ausländer nichts machen konnte! Also wurde doch noch der Zustand des Hauses gecheckt und festgehalten und die Frau musste uns zähneknirschend verlassen. Die Polizisten gaben uns zu verstehen, dass sie diese Frau schon kannten und keine guten Erfahrungen mit ihr hatten, dann fuhren sie ebenfalls ab. Puh! Konnte es nun bitte einmal ruhig und ohne Zwischenereignisse weiter gehen!?!?

Ohne Strom und Wasser

Die Hexe ließ es sich nicht nehmen, uns den Strom und das Wasser abzustellen. So ganz unbemerkt, auf eine fiese Art. Von nun an mussten wir also wie Nomaden inmitten der Stadt leben. Das Dienstmädchen namens Hanna sagte zwar, es läge am Regen und die halbe Stadt hätte keinen Strom, wir hatten jedoch unsere Zweifel.

Abends brachte Hanna uns immerhin zwei Kerzen. Das Schlimmste war, dass wir noch nicht einmal Wasser kochen konnten für eine warme Milch (der Gasofen hatte kein Gas) und vor allem überhaupt kein Wasser hatten.

Germali’s lassen sich nicht so einfach unterkriegen!

Wir fanden Gott sei Dank draußen im Hof einen Wasserhahn mit fließend Wasser. Somali’s und Germali’s lassen sich nicht so einfach unterkriegen 😉 Damit füllten wir jegliche Behälter auf, die wir nur finden konnten.

Es folgten 2 Tage ohne Strom und Wasser, abgesehen von vielleicht 2 Stunden, in denen wir doch auf einmal beides hatten. In der Zeit wollte ich meine Kleine baden. Bevor ich jedoch ihre Haare waschen konnte, war das Wasser schon wieder weg. Dafür bekam sie in der Nacht dann ordentlich Fieber, die arme Maus.

Meine Co-Schwester und ihre Kinder waren immerhin sehr erfolgreich in der Dänischen Botschaft. Nur bei der Ältesten, die inzwischen 16 Jahre alt ist, auf ihrem Pass allerdings noch ein 1-jähriges Baby war, hatten die Beamten Probleme bei der Wiedererkennung. Sie forderten Kinderfotos und machten einen Termin für den nächsten Tag.

Besuch in den Slums

Um die Zeit zu überbrücken, machten wir einen Spaziergang in unserer nächsten Umgebung. Ich war negativ beeindruckt: auf der linken Seite überall Slums! Blechhütten und andere Hütten, die im Schlamm standen. Kein Wunder, dass diese Leute ohne ihre Musik, welche beinahe 24 Std.lief und welche unsere Kinder zum tanzen animierte, nicht auskamen. Schnell weg aus diesem Viertel!

Auf der rechten Seite gab es einige recht ordentliche Häuser, manche sogar richtige Villen mit hohem Stacheldrahtzaun auf der Mauer. Auf den Straßen wurden wir immerhin gar nicht blöd angeguckt, denn hier waren fast alle Frauen irgendwie bedeckt: selbst die Christlichen Frauen trugen hier Hijab! Sie nahmen ihre Religion noch sehr ernst.

Die Spannung steigt…

Am nächsten Tag fuhr mein Mann mit der Ältesten wieder zur Botschaft, im Gepäck einige Kinderfotos, die er im Eiltempo von seinem Laptop auf Fotopapier ausdrucken ließ. Das glich beinahe einem Wunder, da an dem Tag die ganze Stadt ohne Strom war (ich glaube, sie gingen dafür in ein Hotel mit Generator oder so).

Ich checkte derweil die Flüge nach Deutschland. Ich wollte nichts sehnlicher, als endlich hier weg! Alle Direktflüge würden allerdings nur nachts fliegen, kurz vor Mitternacht. Da die Flüge am Wochenende einige hundert Euro mehr kosten sollten, hoffte ich, wir könnten noch in dieser Nacht von Donnerstag auf Freitag fliegen. Meine Co-Schwester und ihre Kinder wollten am nächsten Tag sowieso auch weg von hier, wieder zurück nach Hargeisa. Niemand wollte länger hier bleiben. Die Dänischen Pässe könnte mein Mann dann innerhalb der nächsten 3 Monate alleine abholen. Könnte mein Mann die anderen jedoch einfach hier lassen, so dass sie dann alleine hier abreisen würden?

Good news!

Nachmittags kam mein Mann endlich mit guten Nachrichten zu uns: die Botschaft akzeptierte die Kinderfotos und somit den Antrag unserer Ältesten! Konnte es für mich nun losgehen??? Nach einigen Überlegungen hieß es, ja!!!

Ich rief sofort meine Eltern an, dass sie unsere Tickets buchten. Es war ein Wettlauf mit der Zeit, aber Gott sei Dank klappte es sogar noch mit dem Ausdrucken der Tickets. Nun hieß es, Packen, bevor es dunkel wurde und wir nichts mehr sehen könnten im Kerzenlicht.

Merkwürdiger Vorfall…

Komischerweise sah ich um ca. 20 Uhr aus unserem dunklen Zimmer im 1.Stockwerk heraus, wie das Dienstmädchen mit 2 Männern auf unseren Hof kam. Was wollten die denn hier? Ich sah, wie sie zum Stromkasten gingen, und das Licht anmachten! Sofort hatten wir wieder Strom und Wasser!! Wir hatten am Tag zuvor selber dort geschaut, ob wir etwas bewegen könnten, aber ohne Erfolg. Warum also änderten sie ihre Meinung noch kurz vor unserer Abreise und ließen uns Wasser und Strom genießen? Weil das Dienstmädchen begann, uns zu mögen? Ich hatte ihr morgens erzählt, dass wir wahrscheinlich abreisen würden und den ganzen Tag über küsste sie meine Kleine und pflückte unseren sogar Rosen aus dem Garten für unsere Kinder. Gegen Entgelt brachte sie uns sogar Wasserflaschen und machte uns Wasser warm auf ihrem Mini-Kocher, damit wir nicht ganz so verdreckt abreisen könnten. Aber warum konnte sie auf einmal den Strom und das Wasser an schalten?

… welcher uns nicht mehr juckt!

Es war nun egal, denn unsere Stunden dort waren gezählt. Die Antworten werden wir im Diesseits wohl nie erfahren. Das Schlimme war, dass die Vermieterin angeblich auch Muslima war und wohl mit einem reichen Mann aus Saudi Arabien verheiratet war, aber so gemein war zu uns. Während das Dienstmädchen eine Christin war, die sich aber bedeckte und sich viel muslimischer verhielt.

Abends um kurz vor neun kamen unsere Bekannten, um uns abzuholen. Aus Sorge, dass meine Koffer zu schwer sein könnten, brachten sie uns sogar noch einen neuen Koffer mit. Möge Allah sie reichlich belohnen für all das, was sie für uns getan hatten! Dann hieß es, Abschied zu nehmen.

Schwerer Abschied

Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als das. Innerlich freute ich mich riesig, dass es nun endlich losgehen sollte. Aber es zerbrach mir fast das Herz, mich von den Kindern zu verabschieden, vor allem von der 11-jährigen Aischa, welche die ganze Zeit schon weinte, da sie besonders an mir und meinen Kindern hing.

Ich drückte sie und versprach, sie ein andermal mitzunehmen und dass die Zeit sicher schnell vorbei gehen würde. Dann mussten wir los.

Und los geht’s- Endspurt!

Mit einem Bus wurden wir zum Flughafen gefahren. Die Straße zum Flughafen gab uns ein anderes, positives Bild vom Lande. Bloß einmal sahen wir auf einer Straßeninsel einen Mann schlafen. Meine Kinder sagten: Schau mal, ein toter Mann! Ich erklärte ihnen, dass dies nur ein sehr armer Mann war, der kein Haus hätte und einfach sehr müde war.

Am Flughafen angelangt, ging dieses mal alles recht schnell und reibungslos vonstatten. Bald schon konnten wir in unseren riesengroßen Flieger der Ethopien Airline steigen und erst einmal tief durchatmen.

Jetzt trennten uns nur noch 7 Stunden Direktflug von unserem Ziel, in Deutschland ein bisschen Urlaub zu machen. Wohlverdienten Urlaub nach so einer dramatischen Reise!

Meine Eltern warteten schon mit 2 Autos auf uns, die Wiedersehensfreude war riesig. Auf dem Heimweg verloren wir uns- die einen fuhren auf der Sauerlandlinie, mein Vater mit meinen Kids und mir über Köln. Welch kräftiges Grün, welch eine wunderschön liebliche Landschaft! Selbst mein Sohn stellte fest: „Deutschland ist aber schön!“.


Meine lieben Leser, Gratulation erst Mal, dass Ihr den Reisebericht bis hierhin durchgelesen habt 🙂  Wir haben uns schon ganz gut von der strapaziösen Reise erholt und genießen unseren Aufenthalt, alhamduliLlah.

Durch jede Schwierigkeit kann man nur stärker werden. Wir setzen jetzt noch eins drauf und machen noch ein bisschen Urlaub in der Schweiz, wo ich meine Verwandten zum ersten mal seit langer Zeit wieder sehen werde.

Ich wünsche Euch auch noch schöne Ferien in diesen tropischen Temperaturen,

Eure Khalisa

 

 

 

 

 

 

 

Reisebericht Teil3: Zwischenstation in Hargeisa oder die Ruhe vor dem Sturm!

Nach der Tagesreise von Garowe nach Hargeisa hieß es, wir könnten nicht sofort weiter reisen, sondern müssten mindestens zwei Tage und Nächte im Hotel verbringen. Das war sowas von nicht geplant, da unsere Zeit und unsere Finanzen dahin zu schmelzen drohten. Zudem graute es mir davor, all unsere Kinder im „Gefängnis Hotel“ bespaßen zu müssen, welche doch einfach zu viel Energie für ein Hotelzimmer hatten.

Aber nun gut, was sollte ich machen? Wohl einfach eine Scheibe von der Somalischen Gelassenheit abschneiden und aufessen! Also sagte ich mir innerlich: lebe im Hier und Jetzt und denke nicht weit im Voraus, denn es kommt sowieso immer anders als du denkst!

Immerhin hatten wir ja schon den 1.Schritt geschafft: von unserem Zuhause weg zu kommen!

Das Hotel- Gefängnis oder Spielplatz?

An diesem Morgen schliefen wir richtig schön aus. Sobald die Kinder aufwachten, machten sie sich an ihr neues Lieblingsspielzeug heran: den Aufzug im Hotel! Das nächste zu entdeckende Highlight war außerdem das Zimmertelefon, mit dem man die anderen Hotelbewohner nerven konnte! Um sie zu beschäftigen, funktionierten wir dann noch die große Zusatzmatratze in eine Rutsche um.

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Das ging ja schon „gut“ los, dachte ich mir…  Gott sei Dank ergab sich später wie von selbst eine Lösung für diese Probleme: den Kindern wurde ein Gruselvideo gezeigt, in dem einer Person die Hand abfiel, weil sie versucht hatte, den Aufzug aufzuhalten. Außerdem wurde an ihren Verstand appelliert: was könnte man tun, wenn der Strom ausfallen würde, während man im Aufzug drin steckt? Von da an liefen sie brav die Treppen rauf und runter oder fuhren nur mit uns zusammen. Zudem gingen die Zimmertelefone für eine Weile zum Hotelpersonal. Zugegebenermaßen etwas radikale, jedoch effektive und notwendige Maßnahmen.

Auf der Suche nach Frühstück…

Wie das nun mal so ist, meldete sich bei uns der Hunger. Sollten wir unser Geld für teures Hotelessen verschwenden, oder einfach mit Brot. Schoko und Marmelade vorlieb nehmen? Wir entschieden uns für Letzteres und so zog ich mit ein paar der Kinder auf, um Frühstück zu besorgen.

In Hargeisa war alles etwas anders, sogar der weiße Sand, welcher einem das Laufen erschwerte.Wo war denn das Meer überhaupt, der Zwillingsbruder vom Sand? Fragte ich mich. In Garowe hingegen ist es nämlich viel steiniger und weniger sandig, eher staubig. Auch die Tierwelt ist anders: in Hargeisa stehen und laufen überall Esel herum, sie werden sogar als Transportmittel benutzt. Bei uns in Garowe sind diese eher eine Seltenheit- dort sieht man überall Ziegen und Schafe, aber weder Esel noch Hunde. Ja, letztere gibt es sogar auch in Hargeisa, wonach unsere Kinder ganz aufgeregt Ausschau hielten! Auch die Fahrzeuge fuhren extrem schnell, so dass man kaum die Straße überqueren mochte- wie es sich für eine riesen Stadt eben gehört.

…und eine Überraschung

Nachdem wir endlich den Supermarkt gefunden hatten, fiel unseren Kleinen direkt das Beste überhaupt ins Auge: Überraschungseier!! Natürlich bettelten sie mich an, diese sofort zu kaufen, zumal sie diese nur von Youtube kannten! Nachdem ich dann auch noch den Rest zusammen hatte, ging es ums bezahlen. Wir waren es gewohnt, das Geld vom Handy direkt zum Shop zu senden (solch ein fortschrittliches System in Somalia!?!). Doch wie zahlten wir nun? Würden sie unsere Golis-Karte aus Puntland akzeptieren? Und wie viel Dollar ist doch gleich der Somaliländische Schilling Wert? Anscheinend viel mehr, als der Somalische Schilling, was uns aber nur noch mehr verwirrte. Letztendlich gaben wir dem jungen Mann an der Kasse unser Handy, welcher schon etwas genervt erschien (er jammerte über Kopfschmerzen- so etwas würde ein Puntlander nie öffentlich tun ;-)), damit er sich sein Geld selber überweist. Geht doch!

Nun fehlte uns nur noch Brot. Eine vermeintliche Bäckerei stellte sich als Restaurant heraus, also gingen wir einfach zur nächstbesten Bude. Haben Sie Brot? Da hielt uns die junge Dame eine lange Stange entgegen. Aha, hier gibt es sogar Baguette Brot! Unsere 16 Jährige hatte nun wieder Kommunikationsprobleme- anscheinend redeten sie hier wirklich einen starken Dialekt! Auch ich verstand beinahe nur Bahnhof. Aber am Ende kauften wir immerhin 4 lange Baguette-Stangen und zeigten den anderen im Hotel stolz unseren hart ergatterten Fang. Dieser sollte sich als ungenügend herausstellen- denn Brot mit Nutella. Marmelade oder Thunfisch, oben (bzw. unten) drauf noch eine Art Buttercreme, das war für unsere Kinder wie Kuchen essen bei Oma, und dementsprechend auch ratz fatz alle! Nicht, dass wir diese Sachen in Garowe nicht hätten. Außer dem Baguette Brot ist all dies auch vorhanden, bloß zu anderen (teureren) Preisen und somit ist es für uns ein nicht alltäglicher Luxus, etwas Besonderes fürs Wochenende. Nun kamen unsere Kids aber in den Genuss, also mussten noch ein paar mehr Stangen herhalten.

Krümmelmonster in Sicht!

Nachdem wir unser Zimmer später wie Krümmelmonster dem Hotelpersonal überließen, gingen wir alle aufs Dach-Restaurant. Von dort hatten wir die beste Aussicht über Hargeisa! Es war sogar schon Mittagszeit und von überall ertönte der Gebetsruf, wenn auch etwas verzerrt durch den starken Wind. Hargeisa ist aufjedenfall um einiges grüner als Garowe, die Leute hier können sich wirklich glücklich schätzen, maa shaa Allah!

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Überall grünt und sprießt es in Hargeisa!

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Hier entstand auch dieses Selfie von mir.

Verpatzte Siesta

Etwas später nahmen wir eine Kleinigkeit zu uns und alle gingen auf ihre Hotelzimmer, um die Somalische Tradition der Siesta nicht zu verpassen. Unsere Größte hatte die Kleinen schon zu Bett gebracht (welch ein Vorteil, eine Großfamilie zu haben!), also wollte ich mich auch auf den Weg begeben. Da stellte sich allerdings heraus, dass mein Zimmerschlüssel von einem unserer Mädels verlegt wurde, da sie beim Zimmerumzug half und die schlafende Truppe sicherheitshalber von außen eingeschlossen hatte. Also nichts da mit Nap, nun hieß es, Schlüsselsuche! Wir hatten uns vorher darauf geeinigt, uns von 3 auf 2 Hotelzimmer zu reduzieren- eins für die großen und kleinen Männer und eins für die Mädels unter uns. Daher mussten wir alle 3 Zimmer nach dem Schlüssel durchsuchen, den wir letztendlich auch fanden. Nun war es jedoch zu spät für mich und meine Siesta: die ersten Kiddies wachten schon wieder auf!

Immerhin hatten wir an dem Tag wieder lang ersehntes WLAN, welches ich 24 Stunden nicht mehr zu Gesicht bekommen hatte, also vergass ich meine Müdigkeit etwas beim herum surfen und Messagen. Ja, alles gut, wir sind gut angekommen- nein, nicht in Deutschland, sondern erstmal in Hargeisa 😉

Somalische Verwandtschaftsbande

Am späten Nachmittag kam auf einmal Besuch in unser wieder voll gekrümmeltes Zimmer (peinlich! aber wieso stellen die in Hotels nie einen Besen zur Verfügung?). Aha, diese Frau, welche etwas älter war als mein Mann, war also seine Großnichte. Zur Nachhilfe: die Tochter der Tochter seiner Schwester. Oder kurz gesagt: ihre Großmutter ist die (älteste) Schwester meines Mannes. Kapito? 😀 Ja, ich würde mich jetzt auch am Kopf kratzen, wenn ich nicht schon an Somalische Verwandtschaftsbande gewöhnt wäre!

Jedenfalls gingen wir mit der lieben Großnichte und ihrer Tochter auf das Dach-Restaurant und eröffneten eine Tee-Runde, welche ich durch Kaffee genüsslich ergänzte. Ja, es ist etwas ungewohnt, dass man in Somalia eine Frau Kaffee trinken sieht (und das auch noch ganz offiziell), doch ich darf mir so was ja erlauben- schließlich bin ich keine Somalierin 😉

Ich erinnerte meinen Mann, dass wir unbedingt einen Wasserkocher benötigten, um hier im kalten Hargeisa überhaupt mal duschen zu können. Während man Abends in Garowe die idealste Temperatur hat und man sich in T-Shirt aufhalten kann, war es in Hargeisa schon übelst kalt für unsere Verhältnisse, sodass wir unsere Jacken heraus kramen mussten. Was denkt ihr dann, wie kalt das Wasser war? Die Nichte wollte sofort los, um diesen Wasserkocher zu besorgen. Ich ergriff die Chance, um mal etwas von der City zu sehen und ging mit ihr.

City-Trip- eine willkommene Abwechslung

Draußen machten sich meine Augen auf die Suche nach ihrem Auto. Wir steuerten allerdings schnurstracks auf einen der ziemlich maroden Autobusse zu. Ahhh, wir mussten also die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen!? Bismillah und einsteigen hieß es auch schon. Der Fahrer schien erst mal den Bus nicht an zu kriegen und rollte einfach ohne Motor schon mal los, bis es doch noch an ging. Sichtlich angespannt erzählte ich  meiner Verwandten, dass es das erste Mal für mich war, dass ich in so einem Teil durch die Gegend fuhr. In Garowe bin ich bisher nur selber Auto gefahren oder als Beifahrerin und nur manchmal hat es mich in eine Rikscha verschlagen. Aber nun gut, diese Erfahrung sollte ich nun halt auch machen! Ich bereute nur, dass ich meine kleine Tochter mitgenommen hatte in dieses Chaos.

Es war schon richtig dunkel, als wir im Zentrum von Hargeisa ankamen. Ich zückte schon mein Handy heraus, um diesen Moment für euch festzuhalten. „Vorsicht, mach hier bloß keine Fotos- das Handy wird dir weggerissen!“ Oha, also war diese Großstadt auch noch gefährlicher als Garowe! Zu meinem Erstaunen sah ich kurz darauf 4 Asiaten unbehelligt durch die Straße laufen. Meine Verwandte meinte noch zu mir, dass diese wohl so richtig über den Tisch gezogen werden, sobald sie einen Laden betreten würden. Traurig, aber wahr. Ich hielt meine Tochter fest wie an kurzen Zügeln, während sie bemerkte: „Mama, die Leute in Hargeisa mögen wirklich Musik!“. Kein Wunder, denn schon zum 3. mal fuhr ein Auto mit Schindarassa-bum durch die Gegend. Noch so ein Unterschied zu unserer Gegend, wo man so etwas kaum antrifft.

Beste Preise

Wir passierten zig Melonen-Stände, welche hier zu Spottpreisen verkauft werden (Vergleich: ein Wassermelone in Garowe kostet 5-10 Dollar, in Hargeisa 1-2!), bis wir in das Herz des Zentrums eindrangen: dem Markt! Dieser war überwältigend voll für diese Zeit und man konnte dort wirklich ALLES finden. Auch unseren heiß ersehnten Kocher und sogar Kindersocken, die wir ebenso benötigten. Ich zückte mein I-Phone, um zu bezahlen, aber denkste! Nicht mit den Somali’s! Sie bezahlte peinlicher weise alles für mich und meinte, ich würde für sie das Gleiche tun, wenn sie zu uns kommen würde. Das liebe ich so an den Somali’s: ihre Großzügigkeit!

 

Ab und zu „durfte“ ich dann doch noch ein paar Fotos machen und hatte wieder etwas Neues zu entdecken: der Sohn unserer Verwandten wurde eben zum Friseur geschickt, und der Friseur kam mit Feuer auf ihn zu gelaufen. Schau mal, was der da macht! Sagte ich zu meiner ganz amüsierten Verwandten, die mir erklärte, dass damit nur die Bakterien von der Schere verbrannt werden würden. In der Zwischenzeit hatten wir Zeit zum quatschen, so gut es eben ging mit meinen Somalisch Kenntnissen.

In der Rush-Hour ist nicht zu spaßen

Bald darauf machten wir uns dann auf den Heimweg, bzw. auf die Suche nach einem Bus. Wir hatten wohl die Rush-Hour der Nachhause-Gänger erwischt. Jedenfalls war es ein Rufen und Schimpfen, zeitweise wirkte es etwas bedrohlich. Busfahrer wollten uns überzeugen, ihren Bus zu wählen. Letztendlich fanden wir einen, der sogar innen richtig kitschige Buntlampen installiert hatte. Bloß weg hier von diesem Chaos!

In dieser Nacht schlief ich mit der Vorfreude auf den nächsten Tag ein, denn unsere Verwandte wollte uns zu sich nach Hause laden, also endlich weg aus diesem Hotel!

Ein Tag voller Freude und Erholung

Am Vormittag des nächsten Tages holte die Großnichte uns auch schon ab- mit dem öffentlichen Bus, versteht sich! Aber tagsüber ist das etwas ganz anderes. Unterwegs kauften wir Wassermelonen und kamen schließlich an ihrem Haus an.

Unsere Kinder konnten ihren Augen kaum trauen- was sie da direkt neben dem Haus der Verwandten sahen, haute sie fast um vor Freude: ein Riesenrad!!! Oha, da hatte ich die Großnichte am Tag zuvor sogar richtig verstanden- sie hat einen Spielplatz direkt neben ihrem Haus!

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Das Riesenrad als beliebtester Nachbar (man schließe die Augen vorm Müll).
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Unsere Ruhe-Oase für diesen Tag

Erstmal hieß es aber, rein ins Haus und auf ein köstliches Mittagessen warten. Es war so gemütlich in diesem Haus, dass wir direkt einschliefen. Die Reise steckte uns noch immer in den Knochen.

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Nachmittags ging es dann endlich los: auf zum Spielplatz! Was wir dort sahen, beeindruckte Groß und Klein: dieser Spielplatz war nicht wie unser kleiner Spielplatz in Garowe, sondern für Somalische Verhältnisse wie ein riesen Kirmes-Platz! Wir mussten nur für die Hälfte der Kinder Eintritt zahlen, und schon ging es los: schaukeln, wippen, rutschen, was das Zeug hält.

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Mein „Kollege“ im Kinder bespaßen und ich 🙂

Kinderträume werden wahr!

Kurz darauf kam natürlich, was nicht zu vermeiden war: die Kinder wollten unbedingt auf’s Riesenrad! Wir organisierten extra Geld und so wurde es extra für uns angemacht. Für unsere Kinder wurden an diesem Abend Kinderträume wahr!

 

Beim Riesenrad blieb es natürlich nicht- die Kinder wollten auch auf ein echtes Karussel und das riesengroße Schaukel-Schiff! Und das Beste: ich musste mit auf Letzteres, damit meine Kleine auch drauf kann! Ich hatte etwas Respekt davor und so setzte sich meine Co-Schwester neben meine Tochter. In der letzten Sekunde setzte ich mich dann aber doch noch rein. Warum auch nicht!? Es wurde ein riesen Spaß und der Besitzer achtete extra drauf, uns nicht zu hoch hin und her schwingen zu lassen. Aber die Menge rief, „noch höher, noch höher!“, bis wir fast auf unseren Köpfen standen.

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Im Karussel-Flow!
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Die Schiffsschaukel in action.

Es geht weiter!

Um 20:30 war es dann aber höchste Zeit, Abschied zu nehmen, denn überraschenderweise sollte es am nächsten morgen ganz früh weiter gehen- und zwar ins Flugzeug, nach Äthiopien! Die Stimmung war ausgelassen und die Kinder so k.o. zugleich, wie schon lange nicht mehr. Gott sei Dank schafften wir nach einem flinken Abendessen noch den (Bus-) Weg zum Hotel.

Wie unsere Reise weiter ging und was uns in Äthiopien erwartete, erfahrt ihr (in shaa Allah) im nächsten und zugleich letzten Teil. Macht euch auf etwas gefasst!

Liebe Grüße,

Eure Khalisa

 

 

 

 

 

Reisebericht Teil 2: Auf nach Hargeisa!

Am Donnerstag Morgen, den 19.7. war es endlich soweit: wir traten tatsächlich die langersehnte Reise an! Die erste Etappe sollte uns von Garowe (Hauptstadt Puntlands) nach Hargeisa (Hauptstadt Somalilands) führen, was ungefähr 12 Stunden in Anspruch nehmen würde.

Nachdem wir seit 1 Monat eigentlich schon startklar waren, nahmen die letzten Details doch noch unsere ganze Zeit und Energie in Anspruch. Aber nun war selbst für eine Person gesorgt, die für unser Haus mitsamt den Haustieren und Bodyguards nebenan sorgen würde, alhamduliLlah. Nun konnte es also wirklich losgehen.

Reisefieber

Ich war so extrem aufgeregt, dass ich am Reiseabend einfach nicht einschlafen konnte. Mit nur 40 Minuten Schlaf musste ich um kurz nach 3 jedoch schon wieder aus den Federn. Aber wenn es ums Reisen geht, nimmt man das gerne auf sich!

Eigentlich sollte es um 4 Uhr los gehen, doch wie konnte es anders sein- der Busfahrer hatte verschlafen! Eine Stunde später stiegen wir dann jedoch in unseren Reisebus ein, dessen Qualität mich wirklich überraschte: ein ganzer Omnibus für uns allein- und das auch noch in passabler Qualität! Ich hatte eher einen Kleinbus erwartet, in dem wir zusammengequetscht auf den 2 Hinterbänken sitzen würden, übertönt vom ungefilterten Fahrgeräusch. Aber nichts dergleichen war der Fall: Für uns 12 Leute standen immerhin 14 Sitze zur Verfügung, sogar mit Mittelgang und teils abgedunkelten Fenstern. Ein Stein viel mir vom Herzen. So würde es sich angenehm die Tagesreise nach Hargeisa reisen lassen!

Über die Grenzen hinweg

Mein Herz hüpfte förmlich vor Freude und Aufregung und unseren Kindern ging es nicht anders, als es endlich los ging. Der Busfahrer trug eine fette Lederjacke und saß auf einem künstlichen Schafsfell, auf dem ich an seiner Stelle sicher eingeschlafen wäre, jedoch machte er einen guten Job und fuhr uns rasant aber sicher über die einzige geteerte Landstraße.

Je weiter wir Garowe verließen, machte sich bei uns auch schon die Spannung breit: würden wir sicher die nur 80 km weit entfernte Staatsgrenze zwischen Puntland und Somaliland überqueren? Je näher wir an die Grenze kamen, desto aufgeregter wurden wir und desto mehr Bitgebete sprach wohl jeder für sich. Die Stadt Tukaraq, welche kürzlich von den Somaliländern eingenommen wurde, war unsere Hauptsorge. Auf dem Weg dorthin sahen wir immer wieder auffällig viele Militärfahrzeuge am Straßenrand, kampfbereit bei der nächstbesten Provokation.

An dieser Stelle ist wohl etwas Hintergrundinformation unumgänglich, damit ihr versteht, wieso dort überhaupt gekämpft wird: Somalia war früher von 3 Kolonien besetzt: 1. Von Italien (Vom Süden bis hin nach Garowe), 2. von England (dem heutigen Somaliland) und 3. von Frankreich (dem heutigen Djibouti). Diese Staatsmächte sorgten dafür, dass jeder etwas vom „Kuchen Somalia’s“ abbekommen würde, indem sie mit dem Lineal die jeweiligen Grenzen kennzeichneten. Nachdem sie Somalia den Rücken kehrten, wurde Djibouti als unabhängiges Land ernannt und Somaliland wollte das Gleiche, auch wenn es bedeuten würde, dass Somalia an sich immer schwächer werden würde, je kleiner es man zerstückelt.

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Somalia früher (alles gelb Gekennzeichnete) und heute.

Die Grenze zwischen Puntland und Somaliland variiert immer wieder, da sie ab und zu heiß umkämpft wird. Schließlich gibt es direkt hinter Garowe ein wertvolles Ölvorkommen, welches beide Bundesstaaten für sich deklarieren wollen. Zurzeit gehört es noch zu Puntland, jedoch rücken die Somaliländer immer weiter vor- so hissten sie vor kurzem ihre Fahne in der Stadt Tukaraq und nahmen sie nach einigen Kämpfen ein.

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Konflikt zw. Puntland und Somaliland (Foto by RAOnline).

Zu unserer großen Erleichterung konnten wir die Stadt Tukaraq jedoch ohne jegliche Komplikationen durchqueren. Wir wurden zwar angehalten und ein Soldat schaute grimmig in unseren Bus, jedoch wird das beinahe an jedem Dorf auf dieser Strecke gemacht, war also nichts Ungewöhnliches daran.

Das Witzigste aber war, das diese viel berüchtigte „Stadt“ bloß ein kleines, unscheinbares Dorf war, in dem zwar die Hälfte der Bevölkerung bereits geflohen war, jedoch was wirklich nichtig erschien im Vergleich zu der „Stadt“ in unserem Kopfkino! Was auch noch witzig (oder doch traurig?) war: der Busfahrer wechselte an der Grenze zu Somaliland sein Nummernschild: von einem Puntland-Schild zu einem Somaliland-Schild! Das war wohl so gang und gebe, wenn nicht sogar ein indirekter Gruppenzwang zwecks eigener Sicherheit.

Ungeplanter Zwischenstopp

Bald nachdem wir in Somaliland waren, wurden wir doch noch an einer der Straßensperren gründicher untersucht: der Soldat öffnete unsere Schiebetür und entdeckte meine graugrünen Augen. „Wer ist DAS denn? Raus mit dir!!“ Ich weckte meinen auf der Rückbank ruhenden Ehegatten auf und folgte ihm nach draußen. Dort musste er erstmal einige Fragen über sich ergehen lassen, bis unser (übrigens Somali-ländischer) Busfahrer dem Soldaten erklärte, dass er da mit dem Sultan spricht. Welcher Sultan? Mein Mann sagte etwas gereizt, dass das keine Rolle spielen würde und wir alle Muslime seien, egal welche Rangordnung wir hätten. Der Soldat ließ jedoch nicht locker und bekam dann vom Busfahrer die Information, die er haben wollte.

Nach diesen angespannten und beinahe bedrohlichen Minuten schickte mein Mann mich zum Bus zurück. Weitere Minuten später kamen sie lachend wieder. Ich erfuhr auf unserer Weiterfahrt, dass sie das Thema gewechselt hätten und mein Mann sie sogar mit unanfechtbarer Logik und einer Portion Humor von dem Unsinn der Land-Spalterei überzeugen konnte. Zumindest solange, bis sie ihr Gehirn mit der nächsten Fuhre an Khat-Blättern betäuben würden.

Auch die Speisung darf auf Reisen nicht zu kurz kommen

Nach den kurzen Atem-aussetzer-Momenten konnten wir entspannt ein Frühstück auf einem der Dächer in Las `Anood einnehmen. Dort war es so frisch und extrem windig, dass man sich kaum die Hände waschen konnte!

Nach einer gemütlich entspannten Weiterfahrt kamen wir an eine Art Somali (-ländische) Raststätte, an der wohl alle Reisenden des Tages ihr Mittagsmahl zu sich nahmen. Auch wenn wir noch nicht sooo hungrig waren, bestand unser Fahrer auf einer Mittagspause. Die dortigen Sanitäranlagen unter freiem Himmel hatten etwas für sich. Am liebsten hätte ich da einen Stuhl hingestellt und mich etwas gesonnt. Aber in einem Plumpsklo geht das widerum schlecht! Also gingen wir ersteinmal beten und nahmen unser Mittagessen ein.

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Unser Bus: nur einer von Vielen.
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Freiluft-Toilette
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A Guete! Bon Appetito! Guten Appetit!
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Familienbild

Besondere Belohnung für die ganzen Strapazen: Das Shaikh Gebirge!

Am Nachmittag erreichten wir den wortwörtlichen Klimax unserer Tagesreise: auf Terpentinen a la Schweiz fuhren wir durch das größte Gebirge Somalia’s- das Shaikh-Gebirge. Wir konnten es nicht unterlassen, auf einer Plattform anzuhalten, welche von Bergen umgeben und einem Abgrund begrenzt etwas filmreifes an sich hatte. Gleichzeitig war diese atemberaubende Schönheit so schwer zu filmen, dass ich kaum wackelfreie Fotos machen konnte!

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Erstes Etappenziel erreicht!

Nach dem Shaikh-Gebirge führte unser Weg an der Hafenstadt Berbera vorbei, an der wir allzu gerne einen Stopp am Meer eingeführt hätten. Die Zeit jedoch drängte uns- wir wollten noch vor Sonnenuntergang in Hargeisa ankommen!

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Zementgebirge bei Berbera
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Ehemalige Zement-Raffinerie

In der Tat erreichten wir genau zur Zeit des Sonnenuntergangs die Hauptstadt Somalilands. Wir merkten sofort einige Unterschiede, denn Hargeisa ist eine wahre riesen Metropole im Vergleich zu Garowe! Die ganzen Hochhäuser am Straßenrand wiesen darauf hin.

Schließlich standen wir vor unserem hochmodernen Hotel. Wir hatten unsere erste Etappe tatsächlich geschafft!

Erste Entdeckungen

Während wir mit der Zimmerverteilung zugange war, entdeckten unsere insgesamt 9 Kinder zum ersten Mal einen Lift. Welch eine Aufregung und Freude!

Erste Ernüchterung

Zugleich erfuhren wir, dass der Äthiopisch-Somalische Freund meines Mannes, welcher extra aus Mogadischu kam, um uns bei der Weiterreise zu helfen, unseren Plan der schnellen Weiterreise apprupt ändern wollte: Wir könnten auf keinen Fall vor Sonntag weiter reisen! Das würde bedeuten, wir müssten die nächsten 3 Nächte mit unseren 9 Kindern in diesem teuren Hotel die Insassen schlaflos machen (halte mal 9 Kinder ruhig, die es gewohnt sind, 3/4 des Tages herum zu rennen!) und würden unnötige Zeit und Geld verschwenden. Na toll! Ich verdrängte mein grausames Kopfkino und fiel erstmal totmüde auf die Matratze am Boden, die wir uns zusätzlich haben bringen lassen.


Tut mir Leid liebe Leute, ich habe schon wieder so viel geschrieben! Wenn ich jedoch die Details weglassen würde, könnte ich direkt schreiben: „Am ersten Tag fuhren wir mit dem Bus nach Hargeisa, Punkt.“ Aber ich denke, gerade die Details machen diesen Reisebericht aus und sind hoffentlich interessant für euch!

Um es allerdings nicht zu ermüdend werden zu lassen (für uns alle), werde ich erst morgen weiter schreiben, in shaa Allah.

Bis dann,

Eure Khalisa

Reisebericht: Vorbereitungen, der schwerste Teil einer Reise!

As salamu alaikum und Hallo liebe Leser/innen,

Nun ist es einige Zeit her, dass ihr von mir etwas gehört habt. Das hatte einen guten Grund, denn ich war mit nichts weniger als mit Reisen und deren Vorbereitungen beschäftigt!

Inzwischen sitze ich doch tatsächlich in meinem neuen coolen Arbeitszimmer in Deutschland, möchte euch aber einen kleinen Rückblick über meine letzte Reise nicht vorenthalten.

Warum nach Deutschland?

Wieso ich mich entschloss, diesen Sommer in Deutschland zu verbringen?

Das hatte einige Gründe: 1. War ich schon 3 Jahre nicht mehr dort und meine Kinder können kaum noch Deutsch sprechen. 2. Stehen ein paar Arztgänge bevor, die in Somalia in der Form nicht möglich sind, und 3. War nun der beste Zeitpunkt, bevor mein 5 1/2 jähriger Sohn mit seiner Schullaufbahn anfängt, noch einmal für eine längere Zeit als nur 4 Wochen solch eine Reise anzutreten. Zudem hätten sonst meine Eltern ein 3.Mal in Folge nach Somalia kommen müssen, um uns zu sehen, was ja auch kein leichtes Unterfangen für sie ist.

Vorbereitungen

Der wohl schwierigste Teil der Reise sind immer die Vorbereitungen dazu. Gerade, weil wir meine Reise mit der Reise meiner Co-Schwester und ihrer Kinder verbinden wollten, gestaltete sich diese als eine wahre Geduldsprobe. Denn Letztere wollten nach Äthopien reisen, um ihre abgelaufenen Dänischen Pässe neu zu beantragen. Dafür mussten sie allerdings nicht nur Somalische Pässe, sondern auch Visa für Äthiopien beantragen- also eine Menge Behördengänge standen ihnen bevor!

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Pässe (spez.Westliche)…
reisebilder weheartit.com
…sind das Tor zur Welt!

Sie fingen damit schon während dem Ramadan an, also irgendwann im Mai. Somalische Pässe zu beantragen würde höchstens 3 Wochen dauern, so sagte man ihnen. Daraus wurden dann allerdings 4-5 Wochen. Nun gut, die Visa Beantragung müsste dann aber eine Sache von 1-2 Tagen sein und dann könnten wir los! Koffer wurden gepackt, Somalische Kleidung und Parfüms zum Weiterverkauf wurden im Akkordtempo eingekauft. Fehlten ja nur noch die Visa! Das war Anfang Juli.

Aber da hatten wir wohl beinahe vergessen, dass wir uns in Afrika, der Korruptionshochburg Nr.1 befinden.

Am Tag der geplanten Visa-Beantragung kamen mein Mann und seine andere Familie völlig enttäuscht zurück: die Äthiopische Botschaft sei geschlossen! Die hätten das Oberhaupt gewechselt und seien die nächsten Tage mit Besprechungen und Fortbildungen beschäftigt. Na toll… In der Zwischenzeit wurde uns von ein paar Leuten aus Somaliland schon Panik gemacht: Wir sollten die Grenze zwischen Puntland und Somaliland (zwei Bundesgebiete) möglichst schnell überqueren, da sie dort wahrscheinlich die Straße wieder sperren würden aufgrund von Grenzkämpfen (einen Kommentar darüber erspar‘ ich euch an dieser Stelle)!

Die Spannung steigt…

Wir überlegten jeden anderen Weg, jedoch waren wir wirklich auf diese Äthiopische Botschaft in Garowe angewiesen. Das schienen die auszunutzen. Denn als meinem Mann und seiner Truppe endlich ein Termin zur Visa-Abholung gegeben wurde (2 Wochen später- die Zwischenstory erspar ich euch ebenfalls), bekam er zu Ohren, dass sie von der Liste der Visa-Bekommer für diesen Tag herausgestrichen wurden. Ja, ihr habt richtig gehört! Mit Absicht hatte der Vorgesetzte seinem Untergesetzten befohlen, diese (unsere) Familie von der Liste zu nehmen, ansonsten würde er sie zerreißen. Da der Angestellte sich weigerte, dies zu tun, machte der Vorgesetzte seine Warnung wahr: Er zerriss die Liste, auf der mein Mann und seine andere Familie als Visa-Empfänger drauf stand, und schrieb eine neue Liste- ohne sie.

…und ist kaum noch zu ertragen!

Ich weiß nicht, wie mein Mann sich noch kontrollieren konnte, als er das erfuhr. Vielleicht half es ihm, dass er an dem Tag fastete. Jedenfalls war es auch dieser Vorgesetzte, der die Somalischen Pässe ebenfalls herausgezögert hatte. Warum? Das weiß nur unser Gütige Herr!

Mein Mann beschwerte sich daraufhin bei dem Vize-Präsidenten Puntlands, welcher ihm sogar ein Eil-Schreiben für die Visa-Stelle ausgestellt hatte. Denn mittlerweile war es Mitte Juli und die Schulferien der Kinder schwanden nur so dahin! Da auch dieses Eil-Schreiben nicht ernst genommen wurde, half erst ein persönlicher Anruf des Vize-Präsidenten, dass mein Mann und seine andere Familie doch noch die Visa bekamen- einen Tag später, versteht sich!

Endlich ist es soweit…

Endlich bekamen sie die Visa dann am Montag, den 16.7., also 2 Wochen später als geplant, aber besser, als gar nicht. Ich traute mich schon kaum zu fragen, wann es denn nun endlich weiter ginge, denn ich nervte schon jeden Tag mit meinen Fragen. Also wartete ich ab. Doch nichts passierte! Kein Startschuss wurde gefeuert, dass es am nächsten Tag losgehen könne… Also fragte ich doch.

Oder doch noch nicht?!

Es hieß, wir müssten auf einen Freund meines Mannes warten, der Äthiopischer Staatsbürger sei und uns in Hargeisa bei unsere Weiterreise weiter helfen würde. Denn wie wichtig hier Beziehungen sind, um etwas zu erreichen, könnt ihr euch gar nicht vorstellen! Dieser Freund musste allerdings erst von Mogadischu nach Hargeisa fliegen, und würde dort auf uns warten.

Ich musste mich wirklich zusammen reißen, auch wenn ich mir sagte, es sei für irgendetwas gut, dass es nicht so lief, wie wir es gerne wollten. Allah ist der Beste Planer und wollte uns entweder von etwas Schlechtem abhalten, oder unsere Geduld prüfen.

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Am Mittwoch hieß es dann noch, es wäre besser, Donnerstags zu reisen, da es Sunnah wäre (der Prophet s.a.s. reiste wohl auch Donnerstags). Außerdem würden wir sowieso nicht vor dem Wochenende bei der Dänischen Botschaft in Äthiopien antanzen können. Aber wenigstens konnte ich nun meine wieder ausgepackte Kleidung einpacken.

Ob es am nächsten Tag wirklich los ging und wie unser erster Reisetag von Garowe nach Hargeisa verlief, erzähle ich euch in shaa Allah morgen!

Eure Khalisa