14.Interview: Aufstieg in England

As salaamu alaikum und Hallo liebe Leser/innen,

Ich freue mich sehr, euch heute eine Premiere vorzustellen: es geht um ein Interview mit einer Schwester, die nicht in ein muslimisches Land ausgewandert ist, sondern nach England. Ja, das geht auch- denn wenn man schon in nicht-muslimischen Ländern bleibt, sollte man sich immer das „Kleinere Übel“ aussuchen. Kleineres Übel in dem Sinne, als dass man seine Religion (Islam) frei ausleben kann. Das ist in England eindeutig besser gewährleistet, als in Deutschland.

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Auf Bussen werden Aussagen des Propheten Mohammed (Frieden und Segen auf ihm) unter die Menge gebracht, mit Vorurteilen abgebaut.

Außerdem ist es auch das erste Mal, dass das Interview hauptsächlich mündlich stattfand. Die Ausformulierung blieb bei mir, wurden jedoch von Carina, unserer heutigen Protagonistin, erweitert und ggf.korrigiert.

Kommen wir nun zu Carina. Sie ist eine ganz besondere Person für mich, denn sie hat mein Leben durch mein Coaching bei ihr ziemlich auf den Kopf gestellt! Mit ihrer wundervollen positiven Art und ihren sagenhaft effektiven Methoden, habe ich mich zu einer selbstbewussten, dankbaren Person entwickeln können, die ihre Stärken und Ziele nun viel besser vor Augen hat, alhamduliLlah. Möge Allah sie dafür reichlichst belohnen!

Auch selber hat die Mutter von 3 Teenager- Mädchen schon so einiges erlebt und in verschiedenen Ländern gelebt, bis sie letztendlich vor ein paar Jahren in England gelandet ist.

Dort arbeitete sie sich von 0 auf 100, und hat inzwischen eine eigene Coaching- und Allergie-Praxis. Zudem ist sie ständig damit beschäftigt, sich weiterzu bilden, um noch mehr Menschen aus ihren Lebenskrisen helfen zu können.

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Carina in ihrer Praxis.

Wer Interesse hat, ihre Seiten zu besuchen, um mehr über ihre Arbeit zu erfahren, wird hier fündig:

Carina´s Website;

Carina´s Kurs über die 4 Temperamente in ihrer ASMU Academy;

Ihre FB-Gruppe zur ASMU Akadamie;

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In ihrer ASMU Akademie bietet Carina zukünftig Kurse an.

Carina´s persönliche FB-Seite;

Ihre Coaching-FB Seite auf Englisch;

Ihre Coaching-FB Seite auf Deutsch;

Ihre Growth and Wellness FB-Gruppe;

Carina´s Youtube- Kanal.

Nun haben wir für euch ein paar Informationen über England als Auswanderungsland zusammengestellt, die hoffentlich von Nutzen sind für den ein oder anderen.

Gerne dürft ihr Kommentieren, Fragen stellen oder einfach nur liken 🙂


Wann und warum bist du ausgerechnet nach England ausgewandert?

Im Mai 2013. Ich liebe Wachstum- in jeder Hinsicht. Wachstum bedeutet für mich, mich frei entwickeln zu können, ohne behindert zu werden.

Außerdem brauche ich ein „gesundes Umfeld“, wo mir alles möglich ist und ich gedeihen kann. So wie eine Blume nur in gutem und gesundem Umfeld gedeihen kann.

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Carina hat das gesunde Umfeld, welches sie braucht, um sich yu entwickeln, in England gefunden.

Und England lag da für mich am nächsten, wo meine Seele sich nicht eingeengt fühlt. Hier gibt es solchen Rassismus nicht wie in Deutschland, alhamduliLlah.

Sicherlich in machen Orten schon. Aber dort muss man ja nicht leben. Ich werde hier respektiert für das, was ich bin. Ich bin Muslim und habe viele Fähigkeiten, die hier sehr honoriert werden, maa schaa Allah. Und das motiviert natürlich.

England ist für mich ein Ansporn, mein höchstes Potential zu erreichen. Und diese Freiheit haben wir hier als Muslime, alhamdullilah.

Wie lange hattest du dich auf deine Hijrah drauf vorbereitet?

Also psychisch hatte ich mich und meine Kinder schon sehr lange auf England vorbereitet, eventuell 4 Jahre. Ich habe meine Kinder einmal pro Woche zu einer privaten Sprachschule gebracht, so dass sie spielerisch Englisch lernen. Das gab mir immer ein gutes Gefühl, weil ich damit meinem Ziel immer ein Stück näher kam.

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Sind ein starkes Team: Carina und ihre Mädels lassen sich durch nichts so leicht von ihren Zielen abbringen!

Ich wusste, das es taff werden kann in England, weil ich hier 2008 schon mal mit meinen Kindern 3 Monate gelebt hatte. Deshalb wollte ich dieses Mal richtig innerlich und äußerlich drauf vorbereitet sein.

Es ist sehr wichtig, dass du weißt, was du hier arbeiten möchtest. Und da kam mir in den Sinn, einfach eine Ausbildung in Hijama Therapie zu machen [Hijama bedeutet Schröpfen]. Das war online möglich, alhamdullilah. Damit konnte ich auch gleich Englisch lernen, was ich damals nur zu 10 % verstanden hatte. Aber man muss sich wirklich solchen Herausforderungen stellen, wenn man einen großen Schritt im Leben gehen möchte. Desweiteren hatte ich mich schon für eine Ausbildung als Allergie- Therapeutin in England angemeldet und ich wußte schon, dass ich dort auch Islamische Medizin studieren werde. Ich hatte dies also alles schon im Vorfeld geplant, denn Planung ist das A und O.

Geh deinen Weg langsam, wenn du möchtest, aber habe immer dein Ziel vor Augen und arbeite darauf hin.

2 Jahre habe ich dann wirklich praktisch meine Ausreise vorbereitet. Habe Leute kontaktiert in England, alle Informationen und Gesetze übers Land eingeholt, Pässe machen lassen.

Am Ende MUSSTE ich dann gehen. Ich wollte nicht mehr- hatte echt Sch… Aber da musste ich dann durch. Habe einfach unsere Tickets gebucht und bin wie im Nichts verschwunden. Es ist schon Überwindung dabei. Augen zu und durch.

Für mich war es am Ende auch schwieriger zu gehen, da ich gerade meine Praxis aufgebaut hatte und Schwestern mit Hijama und anderen Heilmethoden behandelt hatte. Allah hatte mich damals sehr gesegnet. Mir gings finaziell so gut wie nie zuvor und ich liebete meine Arbeit und meine Patienten.

Ich habe tagelang geheult und meine Patienten und Freunde mit mir. Aber ich hatte mich entschieden. Ich wollte eine bessere Zukunft für meine Kinder. Und diese konnte ich mir in Deutschland für meine Kinder absolut nicht vorstellen. Ich wollte meine Kindern diese Ablehnung und den Rassismus ersparen. Und ich wollte, dass sie etwas Schönes aus ihrem Leben machen, trotz Abaya und Kopftuch und mit dem Islam im Herzen.

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Auf, in eine bessere Zukunft!

Wie war es für dich, so als Frau ganz alleine mit Kindern auszuwandern?

Es war sehr, sehr taff. Ich kam dort mit nichts an und hatte auf einmal keine Wohnung zur Verfügung. Dann haben sie mich alle paar Tage in wechselnde Hotels verschifft, bis etwas für mich gefunden wurde. Das ist eine lange Geschichte. Die englischen Muslime wollten mir helfen, um an ein Council Haus zu kommen, damit ich wenig Miete bezahlen muss. Das war allerdings in London, wo die Mieten wahnsinnig hoch sind (ca.3996 Euro im Monat). Aber irgendwie war das kein Leben für mich und die Kinder- dieses ewige Hin- und Herziehen, bis man mal ein besseres Leben hat. Im Ramadan 2013 habe ich dann entschieden, London einfach zu verlassen und es mir und meinen Mädels in Birmingham gemütlich zu machen.

Als wir und in Birmingham eingelebt hatten, waren wir richtig glücklich. Von allen Städten, in denen ich jetzt gelebt habe, würde ich jedem Birmingham wieder empfehlen.

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2013 endlich in Birmingham angekommen!

Welche Städte kannst du für Neu- Zuwanderer empfehlen?

Birmingham ist sehr gut für den Anfang. Dort ist eine riesen Ummah– selbst ein deutsches Schwesterntreff- und es gibt dort wirklich alles für Muslime: Shops, Fitness, Islamische Schulen, Qur´an Unterrichte, etc. Es wird das „Mekka Europas“ genannt-ist sehr offen und international! An Eid [Muslimisches Fest] gibt es dort eine riesen Kirmes, welche von Muslimen organisiert wird, und zu der sogar Leute aus ganz Europa anreisen.

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Carina mit ihren Mädels an Eid in Birmingham

Mehr als zehntausend Muslime beten hier auf dem Rasen des Small Heath Parks. Wer ein starkes Zusammengehörigkeits-gefühl sucht, geht am besten dorthin. Der einzige Nachteil ist dort der Müll und die Ratten, die selbst vor Katzen kein Reißaus nehmen.

Nottingham.jpgNottingham ist für jene gut geeignet, die einen hohen Bildungsstandard suchen. Dort leben zwar weniger Muslime, jedoch die Gesellschaft an sich inklusive den Muslimen, besteht hauptsächlich aus Akademikern. Es ist dort sehr sauber und die Schulen und Universitäten haben einen sehr guten Ruf. Schwestern dort sind hochgebildet und sehr intellektuell. Bloß vor dem Islam- Internat für Mädchen muss ich leider warnen, da dort so einiges sehr schief läuft und Kinder dort eher den Islam hassen – statt lieben lernen.

Leicester ist auch bekannt für seinen hohen Muslim-Anteil. Vom Lifestyle ist es eine Mischung zwischen Birmingham und Nottingham.

Leeds– Wer es eher großstädtig mag, geht nach Leeds. Leeds ist eine sehr saubere Stadt, wo neben Pakistanern auch sehr viele Araber leben. Hier findest du eher weniger Niqabis, die du zu Hunderten in Birmingham siehst.

Bradford ist ebenfalls ein guter Ort für Muslime. Die Natur ist dort wunderschön und es gibt dort ebenfalls sehr viele Muslime. Dort bin ich letztendlich gelandet. Die Mieten sind hier sehr günstig, allerdings ist es hier mancherorts auch sehr müllig.

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Wunderschöne Natur in Bradford

Welche Schulen dort kannst du empfehlen- Islamische oder Staatliche?

Allgemein sind die Schulen sehr gut organisiert. Schüler werden in 5 Schwierig-keitslevels eingeteilt und entsprechend ihrer Level unterrichtet. Das heißt aber nicht, dass sie nicht auf- oder absteigen können!

Im Internet gibt es eine Übersicht über die Schulen und ihre Qualität. Alle paar Jahre werden sie nämlich von einem Kommittee überprüft und bewertet. Die besten Schulen werden als „outstanding“ gepriesen.

  • Islamische Schulen haben es leider nicht mehr so leicht wie früher. Seit 2 Jahren müssen auch sie dem staatlichen Curriculum folgen, welches u.a. stark die Viel-Sexualisierung (Lesben, Schwule, etc.) propagiert. Da muss man als Eltern einfach sehr wachsam sein und aufklären. Manche Islamischen Schulen haben außerdem nicht so qualifizierte Lehrer. Also muss man sich vorher gut über deren Qualität informieren.
  • Staatliche Schulen variieren sehr vom Muslim-Anteil. Manche haben sogar mehr Muslime als Nicht-Muslime im Schüleranteil, Gebetsplätze und andere Freiheiten werden ihnen auch eingeräumt. Leider wurden in letzter Zeit ein paar Schulen geschlossen bzw. radikal umbesetzt, die einen sehr hohen Muslim-Anteil hatten. Obwohl sie als „Outstanding“ eingestuft wurden, waren sie der Regierung ein Dorn im Auge.

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Carina´s Töchter in ihren Schuluniformen und ihrem Hijab (das Normalste der Welt in England!)- in einer staatlichen Schule, die jährlich Klassenfahrten nach Mekka organisiert hatte.

  • Gott sei Dank gibt es hier jedoch auch die Möglichkeit, Homeschooling zu betreiben. Ob man dies selber macht, oder sich mit anderen Homeschool-Eltern zusammen tut, ist einem selbst überlassen.

Was sollte man unbedingt beachten, wenn man nach England auswandern möchte?

Man muss sich bewußt sein, dass das System hier sehr offen ist und nicht so sicher und bequem wie in Deutschland.

Hier kriegt man nur Unterstützung vom Staat in Form von Kindergeld, Wohngeld, etc., wenn man auch arbeitet und eine Versicherungsnummer hat (National Insurance Number)

Diese bekommt man allerdings erst, wenn man 3 Monate dort gearbeitet hat- sowohl Männlein als auch Weiblein. Wenn man zu wenig verdient, bekommt man nicht mal Wohngeld- ganz wichtig!!

Man muss sich also am besten im Voraus eine Arbeit organisieren oder solange vom Angesparten leben, bis man Arbeit findet.

Wie bekommt man in England finanzielle Unterstützung?

Sobald man 3 Monate gearbeitet hat, hat man ein Anrecht auf die National Insurance Number, ohne die man in England illegal ist.

Dann beantragt man bei der Queen „Child Benefit, welches einem das Recht gibt auf andere Leistungen, wie z.B. Wohngeld, „Work and Child Tax Credit“, etc. gibt und man automatisch staatlich krankenversichert wird.

Wie beantrage ich solche Leistungen, muss ich direkt zur Queen, oder was?

Nein, inzwischen kann und soll man alle Anträge online beantragen!

Wie lange hat eine Mutter Mutterschutz? Und ab welchem Alter müssen Kinder in den Kindergarten?

Kindergarten-Pflicht gibt es hier gar nicht. Ab 5 Jahren müssen die Kinder zur Schule gehen oder bleiben zu Hause, wenn die Mutter Homeschooling beantragt. Ich kenne eine deutsche Schwester, die niemals ihre 4 Mädels zur Schule hat gehen lassen, sondern sie selbst unterrichtet hat, damit sie die Deutsche Sprache lernen. Ist hier alles möglich, alhamduLlilah.

Mutterschutz gibt es in der Regel ein Jahr.

Wie kann man Zwangsimpfungen aus dem Weg gehen, wenn man ein totaler Gegner davon ist?

Impfen ist in England keine Pflicht, wird aber als solche indirekt propagiert. Als ich erfuhr, dass es keine Pflicht ist, habe ich es abglehnt, meine Kinder impfen zu lassen.

Das wird hier nicht gerne gesehen. Ich habe allerdings gelernt , wenn man nur diesen einen Satz sagt. „You can’t force me!“, dann wird man sozusagen komplett aus dem Impfsystem rausgenommen.

Ich habe selbst vielen meiner Patienten diesen Tipp gegeben und das funktioniert bei allen. Obwohl die Angstmache hier sehr groß ist, falls jemand gegen das Impfen ist. Einfach selbstbewusst bleiben, dann klappt alles, in shaa Allah!

Muss ich perfektes Englisch sprechen, um dort zurecht zu kommen?

Ich sprach nur ein bisschen Englisch am Anfang. Es war ehrlich gesagt sehr schwer für mich, ohne fließendes Englisch. Das hat mich schon sehr gestört, da ich ohne gute Sprachkenntnisse schlecht meinen Beruf als Therapeutin ausüben kann. Mit der Zeit lernt man das natürlich. Allerdings ging ich hier nie zur Schule, sondern habe die Sprache von meinen Patienten gelernt und die Korrektur kam oft von meinen Kindern, welche die Sprache so schnell aufnehmen. Sie sprechen ja 8 Stunden am Tag in der Schule Englisch, so dass sie der Mama irgendwann weit voraus waren und immer mehr über Mamis Englisch schmunzelten. Ich kann damit leben. Hauptsache, dass man sich immer weiter entwickelt und verbessert.

An meiner Wand hängt ein großes selbstgeschriebenes Bild. „My English is excellent, alhamdullilah.“ Solche Affirmationen können Wunder bewirken, wenn man sie jeden Tag liest, in schaa Allah!

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Nach Erschwerniss kommt immer Erleichterung: heute sprechen Carina und ihre Kinder flüssiges Englisch.

Bereust du deine Entscheidung?

Nein, ganz im Gegenteil!

Ich habe meine Entscheidung, Deutschland zu verlassen, keine einzige Minute bereut, alhamduliLlah! Denn hier hat man als Muslim einfach ein selbstbestimmteres, freieres und unbeschwerteres Leben als in Deutschland.

Ich kann mich hier frei entfalten und das ist mir persönlich sehr wichtig.

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England trifft auf Amerika: Carina mit ihrer früheren Mentorin Haleh Banani

England ist ja nicht weit von Deutschland.Vermisst du irgendetwas aus deiner alten Heimat?

Ich hatte lange Zeit mein Leinöl, meinen Senf und meinen Quark vermisst. Manchmal wünsche ich mir, es gebe hier normales Puddingpulver wie in DL, Aber khair in schaa Allah. Du kannst nicht alles haben, lol.

Deutschland an sich habe ich nicht ein einziges Mal vermisst, dafür hatte ich zu viele traumatische Erlebnisse gehabt.

In England werde ich sogar als Deutsche mehr respektiert als in Deutschland. In Deutschland werde ich nicht mal als vollwertige Deutsche angesehen. Hier schon. Ich habe z.B. als Therapeutin aus DL mehr Chancen, Patienten zu gewinnen, weil DL als Land sehr hochwertig angesehen wird- nicht nur von den Muslimen, sondern auch von den Engländern.

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Beste Berufschancen in England- Carina in ihrer Praxis, im Hintergrund ihre Zertifikate.

Seit die Lehrer in der Schule erfuhren, dass meine Kinder Deutsche sind, werden sie bevorzugt behandelt. DL hat welweit einen sehr guten Ruf, würde ich sagen. Nur im Land selber sollte man nicht leben. Hahaha!

 

Welche Tipps würdest du deinen Geschwistern im Islam raten, wenn es um die Hijrah nach England geht?

  • Bereitet euch auf jedenfall gut vor, vertraut auf Allah, und dann schreitet aber auch zur Tat!
  • Erwartet nichts von anderen, sondern nur von euch selbst! Das heißt, kümmert euch, dass ihr dort Arbeit findet, sucht nach den besten Möglichkeiten.
  • Der Lebensstandard der hiesigen Muslime ist eher hoch, also sieh dies als Motivation, das Beste aus dir zu machen!
  • Zudem vertraue auf Allah- wenn du mit reiner Absicht die Hijrah vollziehst, wird Er dich nie im Stich lassen!

Als ich noch so schwankte am Ende, ob ich doch nun den Schritt wagen sollte zu gehen, habe ich einen Vers im Qur´an gelesen, der mich sehr angespornt hat zu gehen.

Sure 4, Vers 100: Und wer auswandert in Allahs Weg, wird auf der Erde manche Zuflucht und Hilfsmittelfinden. Und wer sein Haus verläßt und zu Allah und Seinem Gesandten auswandert, und der Tod ereilt ihn dann, dessen Lohn fällt Allah zu; und Allah ist verzeihend und barmherzig.

Das war´s eindeutig für mich. Und es war wie ein Versprechen von Allah.

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Und warum ich von Anfang an überhaupt so entschlossen war, gehen zu MÜSSEN, war folgender Vers:

Diejenigen, die die Engel abberufen, während sie sich selbst Unrecht tun, (zu jenen) sagen sie: „Worin habt ihr euch befunden?“ Sie sagen: „Wir waren Unterdrückte im Lande.“ Sie (die Engel) sagen: „War Allahs Erde nicht weit, so daß ihr darauf hättet auswandern können?“ Jene aber, – ihr Zufluchtsort wird die Hölle sein, und (wie) böse ist der Ausgang! (4:97)

Dieser böse Ausgang, nämlich die Hölle, hat mir richtig Angst gemacht und ich dachte, „Ich wurde diskriminiert in meinem Land und habe jeden Tag gelitten und meine Kinder auch, und am Ende werde ich dafür von Allah noch bestraft und soll zur Hölle gehen?“

Da war für mich klar, dass ich gehen MUSS. Wir haben nicht einmal Recht, uns bei Allah zu beschweren, wenn es uns in Deutschland schlecht geht. Allahs Erde ist groß genug- das könnt ihr mir glauben, liebe Geschwister. Und Allah verspricht zu helfen. Nun liegt es an dir, aus dem Dilemma auszubrechen und zu gehen und ein schöneres Leben zu haben. Es gibt nichts besseres, als die Freiheit. Und die wirst du überall auf der Welt finden, nur nicht in DL. Das ist meine Meinung. Sei mutig!

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Der ganze Struggle hat sich gelohnt: Carina mit ihren Mädels gönnen sich einen Urlaub.


Wow, merkt ihr die Power dieser Frau? Wenn sie sich etwas in den Kopf setzt, dann schafft sie dass auch- sie zieht es durch, bis zum Ende, maa shaa Allah!

Möge Allah sie reichlichst belohnen für all ihre Bemühungen und möge Allah es ihr mit dem besten vergelten, dass sie an diesem Interview teilgenommen hat.

Ich kann sie einfach jedem als Beraterin empfehlen- sei es, für Muslimas oder Nichtmuslimas. Und mit ihrer starken Willenskraft ist sie ein großartiges Vorbild für uns, dass wir auch als Muslimas etwas erreichen können, unser Potential voll ausschöpfen können, in shaa Allah!

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Ich hoffe, ihr seid genauso inspiriert worden von Carina wie ich. Wenn dem so ist, liked und kommentiert, was das Zeug hält 😉

Seid lieb gegrüßt,

Eure Khalisa

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4 Antworten auf „14.Interview: Aufstieg in England

  1. zawjatutalib

    Ma schā Allah da will man ja am liebsten selber sofort nach England . Tolles Interview hat Spaß gemacht zu lesen ich liebe die Interview Reihe auf deinem Blog schwester. Möge Allah der Schwester Carina und auch dir weiterhin Erfolg gewähren Amin

    Gefällt 2 Personen

    1. thegermalis

      Baarakallahu feeki meine liebe, freut mich, dass es so gut bei euch ankommt und motiviert! Wobei du ja an einem noch besseren Ort bist, Allahumma baarik 😉 Amiin zu deiner Du´a, möge Allah auch dir Erfolg gewähren und dir alles, was du erreichen willst, leicht machen!

      Gefällt 1 Person

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