11.Interview: Nach 16 Tagen nach Malawi!

As salaamu alaikum und Hallo liebe Leser/innen,

Heute dürfen wir gemeinsam ein Land entdecken, welches zuvor wohl kaum jemand von euch großartig wahrgenommen hat, zumindest wenn es euch so geht wie mir! Die Rede ist von Malawi. Mala- wie??? Als ich den Namen zuerst hörte, wußte ich ehrlich gesagt noch nicht einmal, wie man ihn richtig ausspricht! Ja, peinlicherweise dachte ich sogar, dass das irgendeine Insel bei Afrika ist. Aber gut, dass man nie auslernt 😀 Wie sagt man so schön?

Wer nicht fragt, bleibt dumm! Deswegen hilft es unheimlich, offen zu sein für die ganze Welt, um sie mehr und mehr kennenzulernen.

MalawiRegion1.png

Hier seht ihr das Land auf der Karte. Eigentlich ein Fitzel von Land im Vergleich zu anderen Afrikanischen Ländern. Es würde zum Beispiel 5 mal in Somalia hineinpassen (wenn meine Rechnung stimmt). Deswegen wird es wohl auch so einfach übersehen.

Allerdings ist es ein Land, welches sich lohnt, unter die Lupe zu nehmen: den Bildern nach zu urteilen hat es traumhaft schöne Landschaften, Nationalparks und Strände! Nicht zu Unrecht wird es deshalb auch als “Afrika´s best gehütetes Geheimnis” gehandhabt- ein Insider-Tipp!

Ob ihr´s glaubt oder nicht, hat sich dorthin doch tatsächlich eine Deutsche Frau “verirrt”! Okay, verirrt wäre wohl zu negativ gegriffen. Denn diese Frau hat sich BEWUSST dafür entschieden, dort zu leben und Gutes zu tun! Sie heißt Sabrina und ist bereits seit 12 Jahren Muslima. Für uns hat sie nicht nur das Interview mit seinen schönen Bildern bereitgestellt, sondern uns auch ein paar Eckdaten über´s Land gegeben:

Malawi hatte im Jahr 2010 etwa 14 Millionen Einwohner.
31 % der Landesfläche sind Wald und Buschland, 25 % Wasserfläche, 20 % Ackerland, 15 % Wiesen und Weiden.
Der Malawisee ist der größte See Malawis und zugleich das drittgrößte Binnengewässer Afrikas.

malawi see1.jpeg

In Malawi herrscht subtropisches Klima mit vier Jahreszeiten:
Kühle Saison zwischen Mai und Mitte August; heiße Zeit zwischen Mitte August und November; Regenzeit zwischen November und April, in dieser Zeit kann die Luftfeuchtigkeit morgens fast 100 % betragen; Nachregenzeit zwischen April und Mai.
Muslime in Malawi sind wie im übrigen Afrika fast ausschließlich Sunniten.
Mwanza (der Ort wo wir leben) gehört zu den ärmsten Distrikten Malawis. Ernährung, Alphabetenrate und Einkommen liegen deutlich unter dem nationalen Durchschnitt.
Islam ist die zweit größte Religion im Land (13%). Es gibt viele Koran- Schulen und auch Islamische Zentren, wo Kindern der Islam gelehrt wird.
Jetzt möchte ich euch jedoch dieses spannende Interview nicht vorenthalten und gebe das Wort an diese sagenhaft mutige Frau!


Ich heiße Sabrina und komme aus dem Sauerland. Das liegt in der Nähe von Dortmund.
Ich lebe al hamdulillah mit Allahs Hilfe in einer Mehrehe. Ich bin die zweite Frau meines Mannes. Wir leben hier für Humanitäre Hilfe und für die Dawa.

Frage 1: Wohin bist du ausgewandert und wann?

Al hamdulillah bin ich nach Malawi ausgewandert. Ein Land im Südosten Afrikas, was zwischen Mosambik und Tansania liegt. Im August diesen Jahres sind es in sha Allah 2 Jahre.

Ich habe al hamdulillah meinen Mann nach nur 4 Tagen geheiratet und vom Tag des Kennenlernens bis zur Auswanderung waren es nur knapp 3 Wochen.

Malawi4

Frage 2: Warum hast du dir ausgerechnet dieses Land ausgesucht?

Naja ausgesucht mehr oder weniger.
Es war Bestimmung von Allah. Ich hab geheiratet und mein Mann war bereits seit 5 Jahren dort, vor unserer Hochzeit.

Frage 3: Was waren deine Beweggründe für die Hijrah?

Mein Wunsch war es eigentlich schon immer, auszuwandern. Allah ohne Einschränkung zu dienen, was mir in Deutschland nicht mehr möglich war.

Ich habe jetzt nicht extra nach “jemandem” gesucht, der im Ausland lebt. Im Gegenteil- Allah wollte es so!

Frage 4: Hattest du finanzielle Rücklagen als du ausgewandert bist?

Nein, hatte ich nicht. Allah ist Der beste Versorger und darauf habe ich vertraut, Al hamdulillah.

Frage 5: Hattest du vorab ausreichend Sprachkenntnisse?

Englisch ist hier die Amtssprache und diese beherrsche ich, Al hamdulillah.

Frage 6: Wie hat deine Familie auf deine Auswanderung reagiert?

Ich habe keinen Kontakt zu meiner Familie.

Frage 7: War ein Visum für das Land Malawi notwendig?

Das Visum kann man am Flughafen bei Ankunft erwerben oder aber auch vorab bei der Botschaft in Deutschland beantragen, was aber zeitaufwendig ist/war! Bin im Besitzt eines Aufenthalt Titels für 2 Jahre.

Frage 8: Hat dein Ehemann oder du eine Arbeitsstelle vor Ort, oder wie wird euer Lebensunterhalt gesichert?

Allah ist Der beste Versorger.
Al hamdulillah arbeite ich Fisabillah [für Allah, d.h. freiwillig, ohne Bezahlung; Anm.d.R.] im Islamischen Zentrum der Mädchen. Dort bin ich für das Organisatorische zuständig. Sauberkeit, kleidung, Essen, und Berichte schreiben. Wenn die Mädchen Probleme haben können sie im Vertrauen zu mir.


Zusatzinformation: Dieses Islamische Zentrum ist eine Art Internat, wo den Mädchen Qur´an und andere Islamische Fächer wie Fiqh, Seera und Aqidah gelehrt wird. Von Morgens bis Nachmittags gehen sie zusätzlich noch außerhalb in “normale” Schulen.

Wer Kontakt mit Sabrina aufnehmen und mehr über ihre Arbeit und das Land erfahren möchte, kann ihrer WhatsApp-Gruppe beitreten (nur für Frauen): https://chat.whatsapp.com/0XRFHNQ29Z39el0jOKX5lc


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Sabrina inmitten ihrer Mädels

Mein Mann ist Ägyptischer Sheikh und wir haben Al hamdulillah eine eigene Organisation (Humanitäre Hilfe, Dawa, Brunnen Bau und Moscheen Bau etc.), die wir in Kürze eröffnen werden in sha Allah. Noch ist mein Mann Manager einer anderen Organisation und gibt fisabillah Islamische Vorträge.

Frage 9: Was magst du besonders an deinem Auswanderland?

Hier kann ich leben wie ich möchte. Werde nicht schief angeguckt wegen meiner Kleidung. Mein Alltag ist nicht durch irgendwelche Termine bei Ämtern oder sonst wo strukturiert. Ich kann meine Religion frei ausleben und Allah dienen Al hamdulillah.
Die Natur ist hier sehr schön Ma sha Allah. Die Menschen hier sind sehr freundlich.

Frage10: Was ist deine größte Herausforderung auf dieser Insel?

Herausforderungen gibt es überall.
Am Anfang war es schwer für mich den Alltag zu meistern. Da Strom oder Fließend Wasser hier ehrlich gesagt “Luxus” sind. Auf Feuer Kochen muss gelernt sein und hier gibt es überwiegend frische Lebensmittel.

Da ist nichts mit Erbsen und Möhren in der Dose oder Brot vom Bäcker kaufen. Brot backe ich selber und ja manchmal denke ich so mhhh jetzt ne schönen Käse dazu! 🙂

Frage 11: Kannst du dir vorstellen, bis ins hohe Alter dort zu bleiben?

Wenn Allah will, ja. Zurück nach Europa ist keine Option, aber Allahu alam [Allah weiß am besten, Anm.d.R.], wo uns der Weg hinführt!

Frage 12: Dein bestes Erlebnis im Ausland:

Ihr könnt euch nicht vorstellen was es für ein Gefühl ist, wenn jemand die Shahada [Glaubensbekenntins des Islams] ausspricht und du dabei stehst! Allah leitet recht, wen Er will!

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Frage 13: Dein schlimmstes/eindrücklichstes Erlebnis:

Hungernde Kinder/ Menschen/ Geschwister zu sehen. der zu sehen wie manche hausen müssen, weil sie keine Möglichkeit haben, sich Matratzen, Decken und Kissen zu kaufen, geschweige denn, Schuhe oder Kleidung haben.

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Abschlussfrage: Welchen Ratschlag hast du für deine Geschwister, die auch Hijrah machen möchten, parat? Würdest du Malawi als Hijrah- Land empfehlen?

Vertraut auf Allah subhana wa taala!

Manchmal denken wir zu viel nach und vergessen das alles schon geschrieben wurde.

Als Hijrah Land empfehlen?! Würde ich ja. Einfach aus dem Grund weil du deine Religion wirklich frei ausleben kannst Al hamdulillah.


Ich bedanke mich ganz herzlich bei dir, liebe Sabrina. Möge Allah dich reichlichst belohnen für deine Aufopferungen auf Seinem Weg!

Sabrina ist ein erstaunliches Beispiel dafür, was `passieren´ kann, wenn man nicht zuviel nachdenkt, sondern einfach macht und auf Allah vertraut! Nachdem sie ihren Mann auf Islamische Weise kennenlernte und direkt heiratete, scheute sie sich nicht, inerhalb 16 Tagen dieses ferne, von Armut geprägte Land auszuwandern. Und zwar nicht, um dort ein anderes, im Luxus schweigendes Leben aufzubauen. Sondern, um auf gleiche einfache Weise wie die Einwohner dort zu leben, und ganz vielen Menschen (insbesondere Mädchen) zu helfen!

Ich finde, das gebührt jeglichen Respekt. Wenn jeder auch nur ein Stückchen von dieser guten Absicht in die Tat umsetzen würde, wäre die Welt ein ganzes Stück besser, mit mehr Menschlichkeit!

DCIM100GOPRO

Weise Worte by Brainfood-Magazin.de

Aber auch, wer (noch) nicht ausgewandert ist, sollte schauen, was er/sie machen kann, um diese Erde zu einem besseren Fleck im Universum zu machen!

In diesem Sinne seid lieb gegrüßt,

Eure Khalisa

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2 Comments Add yours

  1. kafe hadjer says:

    Ma scha Allah und ein ganz herzliches Dankeschön an Dich und Sabrina für dieses Interview.

    So konnte ich mich wieder an das Land erinnern, in dem ich damals vor über 25 Jahren als überzeugte und bibeltreue Christin mit einer Gruppe aus unserer Gemeinde eine von uns nach dort entsandte Missionarin besuchte.

    Allah gebe ihr weiterhin viel Kraft für die Da’wa und das Leben dort.

    Liked by 1 person

    1. thegermalis says:

      Amiin! Baarakallahu feeki für deinen Kommentar. Wow, da hast du ja auch schon viel erlebt!

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