Unverhofftes „Wiedersehen“!

As salaamu alaikum und Hallo meine lieben Leser/innen,

Nach dem letzten Interview mit UmmIlyas, welche über ihre Auswanderung nach Algerien berichtete, habe ich etwas wundervolles erfahren: Ich habe sie bereits gesehen- und zwar in einer sehr herzbewegenden Doku!

Wooow, ich konnte es kaum glauben, dass SIE das ist, mit der ich gesprochen hatte!

Luise- eine deutsche Muslima im Fernsehen

Denn damals, im Sommer 2008 bin ich auf die folgende Doku über sie gestoßen: „Luise- eine deutsche Muslima“. Bei Arte erschienen, mit dem Grimme-Preis, dem Juliane-Bartel-Preis und dem Norddeutschen Filmpreis für die beste Dokumentation ausgezeichnet (also die Redakteurin Beatrix Schwehm).

Impact dieser Doku

Ich weiß nicht mehr genau, ob ich gerade frisch zum Islam konvertiert war, oder kurz davor stand, als ich sehr von dieser Doku bewegt wurde. Jedenfalls habe ich Luise sehr bewundert, wie selbstbewußt und Lebensfroh sie sich präsentierte, wie selbstverständlich sie versuchte, alles Gelernte in die Tat umzusetzen. Und ich fand sie super sympathisch. Sie stellte irgendwie ein Idol für mich dar- wenn auch eher unterbewußt-

Aufjedenfall fühlte ich mich stark ermutigt, meinen neuen Weg weiterzu gehen, genau so wie sie!

Konvertiten und ihre Eltern

Dass man auch mit den Eltern und nahestehenden über alles reden kann (und sollte), hat diese Doku mir auch nochmal klargemacht. Gegenseitige Offenheit und Empathiegefühl ist da ganz klar von Vorteil. Wobei einem in dieser Doku Luises´Mutter fast schon Leid tun kann: als ob es das schlimmste auf Erden sei, dass die Tochter nun Muslima ist! Das zeigte mir einige Parallelen in der Denkweise von Eltern von Konvertiten: sie fragen sich oftmals, „Was ist da schief gelaufen? Was hab ich falsch gemacht als Mutter/Elternteil?„… als ob die Tochter auf einmal ein anderer Mensch sei, der vor allem etwas ganz schlimmes vollbracht hat!

Dabei ist sie bloß dabei, ihren inneren Frieden zu finden, und sie ist und bleibt IMMER die Tochter- egal, welchen Glauben sie im Herzen, oder welches Tuch sie auf dem Kopf hat!

Möge Allah unsere Eltern reichlich entschädigen für die Sorgen, die sie sich (unnötig) gemacht haben wegen unserer Konvertierung und möge Er auch sie diesen inneren Frieden finden lassen!

Und ich glaube eins kann UmmIlyas bestimmt bestätigen: wenn man ersteinmal die ersten `Hürden´(Vorurteile) zusammen durch Gespräche überwunden hat, kann man eine viel intensivere, innigere Beziehung zu seinen Eltern aufbauen!

Selbst im Interview mit UmmIlyas wird deutlich, dass sie und ihre Eltern diese Hürde längst überwunden haben und einen Weg miteinander gefunden haben, wie sie miteinander auskommen- und das sogar sehr gut (alhamduliLlah)!

Erste „reelle“ Begegnung

Umso mehr traf es mich also wie ein Blitz, als ich von einer anderen, ebenfalls nach Algerien ausgewanderten Freundin erfuhr, dass ich soeben besagte Luise interviewt hatte!!! Sofort kontaktierte ich sie und fragte sie, warum sie mir das nicht vorher gesagt hätte!

Da meinte sie in ihrer humorvollen Art, dass sie das nicht jedem direkt auf die Nase binden würde, nach dem Motto „Schau mal, wie toll ich bin- ich war im Fernsehen!„, hahaha 😀 Das stimmt natürlich auch wieder.

Sharing is caring 🙂

Ich finde es aber aufjedenfall erwähnenswert (hab mir auch ihre Erlaubnis geholt, um euch darüber zu berichten), zumal es mich geprägt hat und es durch ihre Hijrah auch wieder in unseren Blog herein passt.

Luises´Geschichte geht weiter…

Es gibt inzwischen sogar einen 2. Teil ihrer Geschichte: ausgerechnet über ihre Auswanderung nach Algerien! 2 Jahre lang begleitet sie die Reporterin auf ihrem Versuch, sich in einem fremden Land zu integrieren. Leider ist es nicht kostenlos und ich selber kann mir das Video nicht so einfach zukommen lassen (wegen der Entfernung und der nicht-vorhandenen Post). Aber ich finde es hochspannend!

Hier geht´s zu dem Link über den 2.Teil über Luises´Geschichte- ihre Auswanderung.

„Anders sein“ verbindet

Als ich mich auf die Suche nach einer kostenlosen Version ihres 2.Filmes machte, stieß ich auf eine weitere Doku, in der mir ihr Gesicht wieder entgegenstrahlte: Eine kurze Doku von einer jungen Frau, die einen Tag mit Niqab (Gesichtsschleier) herum läuft, um zu sehen, wie es ist, „anders“ zu sein (davon kann ich ja auch ein Liedchen singen- bzw.eine ganze Oper, lol!). Und siehe da- da war Luise bzw, UmmIlyas wieder ganz aktiv und überzeugend dabei!

Ich finde es toll und unterstützenswert, wenn Muslima´s sich mit ihren Fähigkeiten an die Öffentlichkeit trauen und der Welt einen Einblick in das Leben als Muslima geben. Das ist ein ganz großer Schritt in Richtung gegenseitigem Verständnis, Achtung und Wertschätzung.

Ebenso wie ich (bzw. wir alle hier vom Blog) sowohl über Somalia, als auch über das Leben als (deutsche) Muslima aufklären will und so Vorurteile abbauen möchte, so tut das UmmIlyas auf ihre Art.

Mögen dadurch noch mehr Vorurteile ab- und mehr Verständnis und ein friedlicheres Miteinander aufgebaut werden.

Ich hoffe, euch hat diese Geschichte auch ein wenig bewegt. Wenn dem so ist, lasst ruhig einen Kommentar und/ oder ein Like hier 🙂

Bis bald (in shaa Allah),

Eure Khalisa

 

 

 

 

 

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6 Antworten auf „Unverhofftes „Wiedersehen“!

    1. thegermalis

      Maa shaa Allah, scheint richtig berühmt zu sein😍 Es gibt wenige solcher schönen Doku’s, welche einfach neutral gehalten sind und auch mal die Muslime zu Wort kommen lassen (ohne direkt negativ zu bewerten)…also die Preise hat die Filmemacherin sich verdient😊

      Gefällt 1 Person

  1. vanessabenz

    Subhanallah ich war völlig überrascht als ich deinem Beitrag gelesen habe, denn ich habe auch die Doku mit Luisa gesehen und das war zu dem Zeitpunkt als ich kurz vor konvertieren gewesen war. Das hat mich dann noch mehr dazu inspiriert und bewegt Alhamdulilah. Auch muss ich sagen ich habe meine Mutter im Nachhinein total in Luises Mutter wieder gesehen (von ihrer Reaktion auf meine Konvertierung zum Islam). Leider ist es bis heute noch ein sehr schwieriges Verhältnis kheir inshallah.

    Danke für deinen Beitrag liebe Khalisa ♥️

    Gefällt 2 Personen

    1. thegermalis

      Subhanallah, das ist wirklich faszinierend, wieviele Menschen diese Doku ergriffen und bewegt hat😍 Freue mich sehr über dein Feedback liebes 😘
      Die Preise hat die Macherin zu recht verdient, denn es ist meines Wissens nach eine der wenigen Doku’s (wenn nicht sogar die Einzige), welche sowohl Konvertierte bzw. Muslime als auch ihre Angehörigen zu Wort kommen lassen. Wunderbare Toleranzarbeit😊

      Gefällt 1 Person

  2. meriam

    ach wie schoen das ich die schwester wiedersehn durfte habe die dokus im fernseh gesehn und sie so in mein herz geschlossen, an dieser stelle hier alles alles liebe von marokko nach algerien moege allah die familie beschuetzen und sie fuer die hijra belohnen amin

    Gefällt 1 Person

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