Umfrage: Welches Buch zuerst?

As salaamu alaikum und Hallo liebe Leser/innen,

Seit längerem kam in mir der Wunsch hoch, ein Buch zu schreiben. Denn einige Themen sind einfach komplexer, als es ein Blogartikel „erlaubt“. Und das Schreiben hat sich als meine neue Leidenschaft entpuppt!

träume geheimnis

Jetzt würde ich es gerne bald in den Angriff nehmen. Jedoch stehen gleich mehrere Themen zur Auswahl, über die ich gern schreiben würde:

  • Mein Weg zum Islam (Das „klassische Thema!“)
  • Hijra-Guide (Ein Ratgeber zum Auswandern, mit Länderübersicht)
  • Mein Leben in der Mehrehe (Erklärt sich von selbst!)
  • Mehrehe- Guide (Ein Ratgeber für alle, die nach (Aus-) Wegen suchen, besser mit diesem Thema umgehen zu können.)

Ich nim euch sehr dankbar, wenn ihr dafür euren Vote abgebt, und zwar hier, in meiner Umfrage dazu!

Ihr könnt natürlich auch hier sehr gern Kommentare und Anregungen hinterlassen.

Vielen Dank und liebe Grüße,

Eure Khalisa

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11.Interview: Nach 16 Tagen nach Malawi!

As salaamu alaikum und Hallo liebe Leser/innen,

Heute dürfen wir gemeinsam ein Land entdecken, welches zuvor wohl kaum jemand von euch großartig wahrgenommen hat, zumindest wenn es euch so geht wie mir! Die Rede ist von Malawi. Mala- wie??? Als ich den Namen zuerst hörte, wußte ich ehrlich gesagt noch nicht einmal, wie man ihn richtig ausspricht! Ja, peinlicherweise dachte ich sogar, dass das irgendeine Insel bei Afrika ist. Aber gut, dass man nie auslernt 😀 Wie sagt man so schön?

Wer nicht fragt, bleibt dumm! Deswegen hilft es unheimlich, offen zu sein für die ganze Welt, um sie mehr und mehr kennenzulernen.

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Hier seht ihr das Land auf der Karte. Eigentlich ein Fitzel von Land im Vergleich zu anderen Afrikanischen Ländern. Es würde zum Beispiel 5 mal in Somalia hineinpassen (wenn meine Rechnung stimmt). Deswegen wird es wohl auch so einfach übersehen.

Allerdings ist es ein Land, welches sich lohnt, unter die Lupe zu nehmen: den Bildern nach zu urteilen hat es traumhaft schöne Landschaften, Nationalparks und Strände! Nicht zu Unrecht wird es deshalb auch als „Afrika´s best gehütetes Geheimnis“ gehandhabt- ein Insider-Tipp!

Ob ihr´s glaubt oder nicht, hat sich dorthin doch tatsächlich eine Deutsche Frau „verirrt“! Okay, verirrt wäre wohl zu negativ gegriffen. Denn diese Frau hat sich BEWUSST dafür entschieden, dort zu leben und Gutes zu tun! Sie heißt Sabrina und ist bereits seit 12 Jahren Muslima. Für uns hat sie nicht nur das Interview mit seinen schönen Bildern bereitgestellt, sondern uns auch ein paar Eckdaten über´s Land gegeben:

Malawi hatte im Jahr 2010 etwa 14 Millionen Einwohner.
31 % der Landesfläche sind Wald und Buschland, 25 % Wasserfläche, 20 % Ackerland, 15 % Wiesen und Weiden.
Der Malawisee ist der größte See Malawis und zugleich das drittgrößte Binnengewässer Afrikas.

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In Malawi herrscht subtropisches Klima mit vier Jahreszeiten:
Kühle Saison zwischen Mai und Mitte August; heiße Zeit zwischen Mitte August und November; Regenzeit zwischen November und April, in dieser Zeit kann die Luftfeuchtigkeit morgens fast 100 % betragen; Nachregenzeit zwischen April und Mai.
Muslime in Malawi sind wie im übrigen Afrika fast ausschließlich Sunniten.
Mwanza (der Ort wo wir leben) gehört zu den ärmsten Distrikten Malawis. Ernährung, Alphabetenrate und Einkommen liegen deutlich unter dem nationalen Durchschnitt.
Islam ist die zweit größte Religion im Land (13%). Es gibt viele Koran- Schulen und auch Islamische Zentren, wo Kindern der Islam gelehrt wird.
Jetzt möchte ich euch jedoch dieses spannende Interview nicht vorenthalten und gebe das Wort an diese sagenhaft mutige Frau!


Ich heiße Sabrina und komme aus dem Sauerland. Das liegt in der Nähe von Dortmund.
Ich lebe al hamdulillah mit Allahs Hilfe in einer Mehrehe. Ich bin die zweite Frau meines Mannes. Wir leben hier für Humanitäre Hilfe und für die Dawa.

Frage 1: Wohin bist du ausgewandert und wann?

Al hamdulillah bin ich nach Malawi ausgewandert. Ein Land im Südosten Afrikas, was zwischen Mosambik und Tansania liegt. Im August diesen Jahres sind es in sha Allah 2 Jahre.

Ich habe al hamdulillah meinen Mann nach nur 4 Tagen geheiratet und vom Tag des Kennenlernens bis zur Auswanderung waren es nur knapp 3 Wochen.

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Frage 2: Warum hast du dir ausgerechnet dieses Land ausgesucht?

Naja ausgesucht mehr oder weniger.
Es war Bestimmung von Allah. Ich hab geheiratet und mein Mann war bereits seit 5 Jahren dort, vor unserer Hochzeit.

Frage 3: Was waren deine Beweggründe für die Hijrah?

Mein Wunsch war es eigentlich schon immer, auszuwandern. Allah ohne Einschränkung zu dienen, was mir in Deutschland nicht mehr möglich war.

Ich habe jetzt nicht extra nach „jemandem“ gesucht, der im Ausland lebt. Im Gegenteil- Allah wollte es so!

Frage 4: Hattest du finanzielle Rücklagen als du ausgewandert bist?

Nein, hatte ich nicht. Allah ist Der beste Versorger und darauf habe ich vertraut, Al hamdulillah.

Frage 5: Hattest du vorab ausreichend Sprachkenntnisse?

Englisch ist hier die Amtssprache und diese beherrsche ich, Al hamdulillah.

Frage 6: Wie hat deine Familie auf deine Auswanderung reagiert?

Ich habe keinen Kontakt zu meiner Familie.

Frage 7: War ein Visum für das Land Malawi notwendig?

Das Visum kann man am Flughafen bei Ankunft erwerben oder aber auch vorab bei der Botschaft in Deutschland beantragen, was aber zeitaufwendig ist/war! Bin im Besitzt eines Aufenthalt Titels für 2 Jahre.

Frage 8: Hat dein Ehemann oder du eine Arbeitsstelle vor Ort, oder wie wird euer Lebensunterhalt gesichert?

Allah ist Der beste Versorger.
Al hamdulillah arbeite ich Fisabillah [für Allah, d.h. freiwillig, ohne Bezahlung; Anm.d.R.] im Islamischen Zentrum der Mädchen. Dort bin ich für das Organisatorische zuständig. Sauberkeit, kleidung, Essen, und Berichte schreiben. Wenn die Mädchen Probleme haben können sie im Vertrauen zu mir.


Zusatzinformation: Dieses Islamische Zentrum ist eine Art Internat, wo den Mädchen Qur´an und andere Islamische Fächer wie Fiqh, Seera und Aqidah gelehrt wird. Von Morgens bis Nachmittags gehen sie zusätzlich noch außerhalb in „normale“ Schulen.

Wer Kontakt mit Sabrina aufnehmen und mehr über ihre Arbeit und das Land erfahren möchte, kann ihrer WhatsApp-Gruppe beitreten (nur für Frauen): https://chat.whatsapp.com/0XRFHNQ29Z39el0jOKX5lc


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Sabrina inmitten ihrer Mädels

Mein Mann ist Ägyptischer Sheikh und wir haben Al hamdulillah eine eigene Organisation (Humanitäre Hilfe, Dawa, Brunnen Bau und Moscheen Bau etc.), die wir in Kürze eröffnen werden in sha Allah. Noch ist mein Mann Manager einer anderen Organisation und gibt fisabillah Islamische Vorträge.

Frage 9: Was magst du besonders an deinem Auswanderland?

Hier kann ich leben wie ich möchte. Werde nicht schief angeguckt wegen meiner Kleidung. Mein Alltag ist nicht durch irgendwelche Termine bei Ämtern oder sonst wo strukturiert. Ich kann meine Religion frei ausleben und Allah dienen Al hamdulillah.
Die Natur ist hier sehr schön Ma sha Allah. Die Menschen hier sind sehr freundlich.

Frage10: Was ist deine größte Herausforderung auf dieser Insel?

Herausforderungen gibt es überall.
Am Anfang war es schwer für mich den Alltag zu meistern. Da Strom oder Fließend Wasser hier ehrlich gesagt „Luxus“ sind. Auf Feuer Kochen muss gelernt sein und hier gibt es überwiegend frische Lebensmittel.

Da ist nichts mit Erbsen und Möhren in der Dose oder Brot vom Bäcker kaufen. Brot backe ich selber und ja manchmal denke ich so mhhh jetzt ne schönen Käse dazu! 🙂

Frage 11: Kannst du dir vorstellen, bis ins hohe Alter dort zu bleiben?

Wenn Allah will, ja. Zurück nach Europa ist keine Option, aber Allahu alam [Allah weiß am besten, Anm.d.R.], wo uns der Weg hinführt!

Frage 12: Dein bestes Erlebnis im Ausland:

Ihr könnt euch nicht vorstellen was es für ein Gefühl ist, wenn jemand die Shahada [Glaubensbekenntins des Islams] ausspricht und du dabei stehst! Allah leitet recht, wen Er will!

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Frage 13: Dein schlimmstes/eindrücklichstes Erlebnis:

Hungernde Kinder/ Menschen/ Geschwister zu sehen. der zu sehen wie manche hausen müssen, weil sie keine Möglichkeit haben, sich Matratzen, Decken und Kissen zu kaufen, geschweige denn, Schuhe oder Kleidung haben.

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Abschlussfrage: Welchen Ratschlag hast du für deine Geschwister, die auch Hijrah machen möchten, parat? Würdest du Malawi als Hijrah- Land empfehlen?

Vertraut auf Allah subhana wa taala!

Manchmal denken wir zu viel nach und vergessen das alles schon geschrieben wurde.

Als Hijrah Land empfehlen?! Würde ich ja. Einfach aus dem Grund weil du deine Religion wirklich frei ausleben kannst Al hamdulillah.


Ich bedanke mich ganz herzlich bei dir, liebe Sabrina. Möge Allah dich reichlichst belohnen für deine Aufopferungen auf Seinem Weg!

Sabrina ist ein erstaunliches Beispiel dafür, was `passieren´ kann, wenn man nicht zuviel nachdenkt, sondern einfach macht und auf Allah vertraut! Nachdem sie ihren Mann auf Islamische Weise kennenlernte und direkt heiratete, scheute sie sich nicht, inerhalb 16 Tagen dieses ferne, von Armut geprägte Land auszuwandern. Und zwar nicht, um dort ein anderes, im Luxus schweigendes Leben aufzubauen. Sondern, um auf gleiche einfache Weise wie die Einwohner dort zu leben, und ganz vielen Menschen (insbesondere Mädchen) zu helfen!

Ich finde, das gebührt jeglichen Respekt. Wenn jeder auch nur ein Stückchen von dieser guten Absicht in die Tat umsetzen würde, wäre die Welt ein ganzes Stück besser, mit mehr Menschlichkeit!

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Weise Worte by Brainfood-Magazin.de

Aber auch, wer (noch) nicht ausgewandert ist, sollte schauen, was er/sie machen kann, um diese Erde zu einem besseren Fleck im Universum zu machen!

In diesem Sinne seid lieb gegrüßt,

Eure Khalisa

My first trip to Somalia

…Or the first step into another world.

Here I will tell you about the pathway to my new life.

So many questions….

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As you can imagine, such an open-length journey is extremely exciting. What do you take with you? What can you leave out? What at all is existing in a country, where there has been more than 20 years of civil war? These are just a few of the innumerable questions that were buzzing around in my head.

However, I was full of confidence that everything will work out somehow. Because in Islam, trust in Allah is very important. You do and plan what you can, but then you trust in Allah and see, if His plans are the same as yours. He is still the best planner and one thing I learned after a few years in Africa: it always comes different than you think!
This attitude to life helps you a lot to stay calm and not to unnecessarily go crazy (okay, honestly, I’m still working on it :-D).

Summer 2010 – The beginning of an unusual story

We, my husband, my co-wife with her 2 toddlers and myself, started the trip at the end of May 2010. This is the time when the schoolchildren in Somalia have about 3 months of heat-free holidays.
We flew directly from Denmark to Dubai. At the exit the indescribable heat almost killed us. In summer the heat in Dubai reaches 50 degrees. Accordingly, life takes place after sunset. You do not even have to move- the sweat drips on its own! On the other hand, in shops, cars, hotels, and probably houses, there are exaggeratedly cool air conditioners that will make you freeze.

The first test

If you want to travel to Somalia, booking a complete flight is not so easy, at least not through one of these online-booking-systems. Everyone has to take a break in either Kenia, Ethopia, Turkey or Dubai and wait for the next best flight to Somalia. We were allowed to spend about a week in Dubai.
This break turned out to be the first test for me: I was plagued by terrible diarrhea! So it’s best not to eat fast food from outside, better from the hotel! Or just eat vegetarian on the first trip! In Dubai, however, there is enough medicine, so that I was better in time for the onward flight (alhamduliLlah).
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Two opposite stations

In Dubai you experience the total opposite to what awaits you in Somalia: the whole world is gathered. The whole worldly goods are flooding. It only can be described as superlatives (most beautiful and modern,highest, etc.). But our goal was the exact opposite. Life in Somalia is relatively tough. Poverty still prevails or is definitely obvious. Besides, the „natural“ streets and not even one-story houses (mostly) offer you a rather simple life. But it is exactly this rather simple life, which brings you back to reality, to the reality of life. It even brings you much closer to the meaning of life: that we are Allah’s servants and should serve Him (by worshiping Him alone, by good deeds, etc.). That’s why I Prefer the life in Somalia than life abounds.

Let’s start the adventure!

I do not remember exactly where we stopped off. I think it was in Berbera (Somaliland). However, I still remember very well the onward flight to Bosasso (Puntland). That was the worst flight of my life so far! This flying part of an airplane was definitely a sorted out piece from Russia! It was obvious by the poor equipment inside: no ventilation system and no emergency exit! So we were almost melting until we started the flight and freezing short after in the blue sky!
The aisle was so crammed full of travel bags (down to belly height) that even the captain and his crew struggled to get to the cockpit!
I asked my husband: „How can we find the Exit in case of emergency?“ My husband who was struggling to calm down the kids, answered very calm and relaxed: „Sweetheart, there is NO EXIT in this plane!“ He looked somehow amused about the whole situation, while I was not believing what I see!
I was also told that the (Russian) flight crew regularly „smells“ of alcohol. But I could not confirm that, thanks to God. Anyway, it was like a horror-movie which became reality! But in the end, I was so knocked out that I put my head to the metal- wall in front of me (sitting in the front) and tried to get vanished trough the sleep.
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It looked similar to this one, just more worse!
Thank God we arrived safely in Bosasso and I never saw this plane again- and I’m not missing it!

Welcome in Somalia !!!

Now it was time for my first steps on the Somali soil, alhamduliLlah. Bosasso is a city at the Red Sea, so actually a nice start!

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Somehow everything looks a bit surreal: on one hand, fairly high, barren mountains, which are almost threatening, and on the other hand, the beautiful, turquoise-colored sea. In addition, the heavy wind almost blows off your clothes. The heat there (in the summer above 40 degrees) is not much different than in Dubai, but the fresh hot breeze makes it bearable, at least in the Evening.

 We were directly picked up by my brother in law and had been brought to Hotel Jubba. On the way to there you get first an impression of poverty in Somalia, a bitter aftertaste of the long civil war. Because between the airport and the city are the poorest of the poor settled. Not long after those you can see even multi-stores, white and beautiful houses, which are provided with the typical round arches. These are mostly hotels and shops.
You really have a lot to wonder when you arrive in Somalia for the first time!
Everywhere people and goats mingled, who are unstoppable by the cars, unless they activate their horns. Before or between the large shops, whose walls are always very colorfully painted with the contents (for example, sugar, flour, or cell phones, etc.), are often small self-built mini-Shops.
Unfortunately, in front of these mini-Shops you can see everywhere Khat being sold. These are some kind of leaves which operate like a drug and make you very careless about everything. Sadly it is the most common drug for soldiers and lorry drivers. Mostly they are sold by women who are struggling for survival.
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What´s also very obvious: Women and girls wear very colorful hijabs (as opposed to the prevalent black in Dubai). Together with the colorful painted stores, it gives a very impressive and positive picture. Beside this interesting view, the sand is whirled by the cars and the wind, which gives a dusty view under the deep blue sky.

The first night in Somalia

My first night on Somali ground was, beside the tiredness, still a kind of exciting, even though I was far too exhausted to deeply ponder about it: I was actually scared that the fan would fall on my bed! Because it always swayed so much back and forth … but thank God, nothing happened 😉 Beside all, in my Hotel room was everything else you need, even sturdy wooden furniture.

The road between Bosasso and Qardho- adventure for itself!

Since in Bosasso the summer months (late May to late September) are too hot to endure without air conditioning, most families go for this school-free time to the nearest villages or cities. Only the business men and the poor who can not afford to move, stay in Bosasso (and some hard-boiled families).
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One of these relatively nearby small towns is called Qardho. My mother-in-law and part of her children and grandchildren had settled there for the holiday season. So we did not want to waste our time in the heat and drove further to Qardho the next day with the Landcruiser of my husband.
It is an impressive drive of about 4 hours. The street is still left over from the Italians in the 80’s and surprisingly well preserved. Only a bit tight, in the oncoming traffic.This road is the main road, which is the gateway through Somalia.
Sometimes you have to leave the bumpy road to get through it on a country-side-way, but mostly it is good enough to drive on it.

On the way from Bosasso to Qardho you pass many mountains that really do not carry any herbs and therefore look so unreal; you pass as well on dry riverbeds that suddenly produce beautiful tall trees; as well as the semi-steppe, which has room for many camels and other grazing animals due to its dry, almost silver bushes. Not to forget the frequent roadblocks where soldiers stop you with a taut rope or another object to earn a few cents for the next meal. Sometimes you come across a village that consists of a few simple houses or self-made huts, in which no mosque may be missing.

I love this route until today.

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At that time, while it was my first time seeing so many soldiers with weapons, my heart throbbed pretty well.
I prayed at every roadblock and tried to avoid the glare of the soldiers. My husband had been given a gun license because of me (like my bodyguard), but these sparsely paid, often khat-chewing soldiers are sometimes unpredictable.
But thank God everything went well and we arrived safely in Qardho.

Meeting my big family!

It was lunchtime when we honked in our jeep in front of our new home and were then greeted by sooo many children.
I suddenly realized that I can not speak the Somali language at all.
But I had my co-wife with me, who had always translated everything to me (may Allah reward her abundantly). Of course there was no time for that in the beginning. Nevertheless, I got introduced to this lively band as a new, another mom. Whereby I thought I could never remember the many names and (for me) pretty same looking faces! But of course that came with the time…
In order not to let it be too long, I conclude here once. In the next article I will tell you about my first attempts to integrate in Qardho and Bosasso.
One thing is for sure: anyone who embarks on a trip to Somalia should definitely bring with him a good deal of trust in God (taqwah) and, most of all, vitamin B (good relations in case of need).
To be continued and looking forward to your comments, likes and stuff like that (in shaa Allah)!
Your Khalisa from The Germali’s

„Why especially Somalia?“ Or: My Way to There

„Why especially Somalia?“ Or: My Way to There.

„You live in…Somaaaliaa?!? Why???“ and „Whaaaat, how come…???“ – These are maybe the most common questions I have to answer, when I meet someone new. Yes, especially Somali people are surprised by hearing that a German sister moved BY CHOICE to this country, where most of them fled from!

To answer you these questions, I have to go back to 2009, when everything started…

 Once upon a time…

In the beginning of 2009 I was a fresh Muslima (only half year old, alhamduliLlah!). I had a very good friend, who came originally from Mogadishu, capital city of Somalia. She praised her home country so much: how beautiful this city has been (before the war), how fertile the earth, how tasty the fruits (no banana is like theirs!), how beautiful the ocean…and last but not least: how freely you can practice the Deen (religion, way of life) nowadays!

Moreover I could see in multiple videos from the Internet, that beside all that ongoing chaos, there was still a life going on in that country, which I was fascinated of.

Slowly but surely I developed the desire to move to such a country like Somalia. Because in Germany, my own home-country, I got insulted openly and some of the people told me to „go home where you come from!„. Through my Islamic clothes I became a stranger in my own home/city/country!

change1From all the Islamic countries I could go to, Somalia attracted me most. There you are nothing special as a Muslima, even with a full veil. The life was still a kind of simple, which doesn’t distract you from more important things. It reminded me on the history of the first Muslims, who used to live very simple and honest. At the same time, it still has a kind of mix between Arabian and African-flair, which makes life a very relaxed (and for me suitable) experience.

Not sooo easy…

Out of this fascination, I went together with my Somali friend and her German husband to Dubai, where we wanted to travel further to Somalia. But we were not very well financially prepared, as we did not evaluate what such kind of big shift needed. So I decided to go back and make a better, reasonable plan for this important venture.

dont give up dreams

Searching for Mr. Perfect

I realized that before I travel to Somalia, I needed to establish a family life. Because if you travel alone, you are an open victim to all. Beside that, together you´ll be stronger to face every difficulty in life. For that, I needed someone who understands my background and who had the same imagination of life.

There were some other chances for me to get married with from different nationalities, but I couln’d imagine that an Arab or other African would choose Somalia as our new home. That’s why my heart and mind sticked on the Somalis.

Since in my town I knew beside my friend only one Somali family, my friend asked her (half-) sister in Denmark, if she could search for me a suitable “Somali“ husband.

It might sound strange to some of you. The Muslims might think: „What? wasn’t she too shy for searching a husband by herself?“ But I didn’t have a choice, since I don’t have a Muslim family member who could have helped me with that huge task.

For a Non-Muslim it might even sound more strange! „What? How come, she let other people search a husband for her !?“- They may ask themselves.  For your information the Muslim marriage is similar to a „blind date“ from the Internet: you or someone close to you keeps the eyes open to find a suitable match for you. If they found one, you and the potential husband may talk to each other, in order to see, if you have a common understanding of the life, character, goals, etc. The only difference is, that a Muslim can only have a “physical“ contact and relationship with the other gender after they married.

However, my friend got the contact number of the Somali Imam in her sisters city. The Imam him self got the information that he will receive a call from Germany. My friend introduced her self to the Imam and asked him, if there was any suitable „match“ for me. After few weeks of search he found out, there wasn’t. He found some brothers but non of them was ready to move back to Somalia in the near future, which was my condition!

Bingo!

My friend knew that the Imam himself was living between Europe and Somalia as he already moved some of his children back to there, while he is preparing himself and the rest of his family  to move there soon.

Suddenly my friend got the idea to ask that Imam himself, if he would be interested in me. He answered, that he was focusing on finding someone else for me, therefore he needed to get a bit time to rethink in order to change his mindset concerning to this issue. He  mentioned that he had already 2 wives and a few children.

Around two days later, he gave us the answer: If I don’t mind about his big family, he would like to get to know me!

In the beginning the idea of the sister was a bit astonishing for me, but I got exited after when I got the answer of the Imam. The good thing with this brother was, that he had all his bigger children already studying in Somalia- so it was like an „insurance“ for me, that he really would move there after his study.  Moreover, he was educated in worldly things as well in the religion. All of this and more made him really interesting for me.

Closer to my dream…

dreamsFinally my husband came all the way to Germany. It didn’t needed much time to feel that we would be suitable for each other. So after a couple of days we got married. That was in the End of 2009 and I never regret my decision, thanks to God (alhamduliLlah)- now I had someone to share my dreams with and make them come true!

Our wedding was simple and easy, but also very multicultural and emotional. Even my beloved parents and my Grandma were present!

One month later I moved to Denmark and got to know the other wife of my husband. Actually I got to know her already before, when she welcomed me on the Phone into her family! We became best friends up to now (yes, we are only two right now)! Beside that, we made some nice trips to England (second home) and Canada (huge Somali Islamic Conference with 6.000 people, where my husband was a main speaker). I felt like conquering the world!

  …or not yet?

It was spring-time 2010, when we started to plan our travel to Somalia. But my in-laws were worried: „It is too dangerous in here for a white person, therefore I shouldn’t go there!“

My dream seemed to burst. Tears were falling from my eyes.

This encouraged my husband to give all his effort in order that I´ll be able to travel with him anyway in order to keep his promise as well to make my dream come true and our wish and  plan fulfilled. He was not in doubt about that I will fit to there.

dream

Let´s get started!

Despite all of the skeptical messages coming from Somalia, we took finally the decision to travel together.

When my experience to travel to totally new country is not so wide I couldn’t define what to take, what to not take, what’s important and what’s not.

The preparation for the travel was another challenge for me, as I was about to give up from a whole life that I knew since my childhood and choosed to face a knew, unknown one that I had no clue about it.

positive-change

In this article you got to know my prehistory and my reasons for getting that “crazy“ idea to travel to Somalia. It was out of my wish to be able to practice my religion freely, without being told I should go back to my country! But the world is much bigger than Germany, so I had to take the necessary step to change my surrounding…

If you like this article or want to comment or even share it with the world, you are very welcome 🙂

To be continued (in shaa Allah),

Khalisa from The Germali´s

 

 

 

Was bedeutet „The Germali´s?“

Der Name ist eine Kombination aus Germany und Somalia: Ger-mali. Es hat uns wirklich viel Zeit gekostet, bis wir uns auf diesen Namen einigen konnten, der uns von Anfang an doch so zusagte. Zur Auswahl standen ebenso Gersom und andere Namen. Vielleicht wären die etwas eindeutiger gewesen, jedoch klang für uns Germali einfach am schönsten. So sind Frauen halt – sie gehen nach Farbe (z.B. bei Autos) und Klang (bei Logo-Namen) 🙂

Für somalische Leute ohne Deutschkenntnisse klingt der Name wahrscheinlich eher wie „Germal“, was Deutsch bedeutet. Aber da wir uns nun mal an die deutschsprachigen Somali’s und andere Deutschsprachler richten, wird es hoffentlich zu keinen Missverständnissen führen. Ansonsten wären die durch diesen kurzen Beitrag aufgelöst (in shaa Allah).

In diesem Sinne: Viel (Lese-) Vergnügen auf unserem Nationen-verbindenden Blog 🙂

Hello, World! (About Us)

As salamu alaikum and hello dear friends,

Since English is the no.1 language in the world and many of the Somali people, which I would like to reach, are not only in Germany but in English- speaking countries, I decided to write some articles also in English language. From now on, the world can get to know me- and my team from Germali´s, in shaa Allah!

Even though I speak and listen to English language every day (I´m jumping between 3 languages), it´s not the same for me as in my mother tongue, but I found it´s necessary to take one step further. Only with training you can improve, as they say: practice makes perfect 😉

To our English-speaking readers

I would like to introduce our team from the Germali´s:

  • Ubah

deutsch-somali.pngShe is the fire- giver for this blog. It was her fascination about my story (as a German in HER country), which inspired us to develop this blog. Grown up in Germany, but with Somali roots and currently studying in England, she used to live between these 2 cultures: on one hand, the perfectionism of German culture, on the other hand the relaxed, African lifestyle of the Somali´s- very interesting mix by the way! Even though she is very busy most of the time, she will always remain as the inspiration of this blog. Hopefully she will join us in writing articles for you, in order to broaden your horizon as well as inspire you in different ways!

  • Fartun

 

She is my constant supporter and motivator. She does not have direct German ties, but is from the German part of Switzerland (so almost the same!), with Somali roots as well. Fartun lived almost her whole live in that German-Swiss part, so that she felt like a stranger, when she came to Somalia last year. Therefore she is the only team-member, which I´ve personally met– in Somalia! I´m looking forward for her moving once to here, so that we can enjoy more of her articles (in shaa Allah).

  • Asiya

 

She is like me a German sister, married with a Somali and has „Germali-children“. Even though she is married longer time, last year was her first time, when she dared to come to Somalia. It won´t be her last time visiting this county I hope, so in future we will here from here as well. Furthermore, she was the one, who organized the wonderful drawing by lot, when our blog reached 3.000 views (not long time ago lol).

  • Khalisa

 

That´s me, German muslima, married to a Somali and also having „Germali-children“, alhamduliLlah. 2010 was my first visit to Somalia, which got only interrupted by 3 visits to my home country so far. Since 2013 I´m settled in Garowe, the capital city of Puntland state of Somalia, enjoying my religious freedom, which I was missing in Germany. You will get to know much about my life as a German in Somalia, how it is to live in a big family, and much more!

What do we want?

Together we are the „Bridge-builders“ between Germany/outside-of-Somalia-world and Somalia. This aim we want to reach by giving you a multifaceted view about Somalia- by building a bridge between both worlds. That means, we want to give you more differenciated impressions than just the usual side, which is in focus world-wide: poverty, drought and war. As we know, these are the 3 things, everybody get´s in mind when he thinks on this country.

But there is much, much more to discover in this beautiful country! When you come here with 0 expectations, you will be surprised like me in the beginning- how the people managed their life, their schools, their businesses without even a proper government! You would be surprised about the overcrowded schools, the many universities, the very nice shops, and much more.

Beside that, the infrastructure is growing so fast, that after one month absence you will not recognize some streets anymore, because of the new houses and shops!

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Furthermore we want to encourage the people outside of Somalia:

  • The Somali people from abroad– to learn some positive sides of the country, to show their kids their roots, and to encourage them to give some contribution to their home-country. Because it´s easy to blame the countries´mistakes, instead of changing something. So, it is much more important to ponder: what can I personally do, in order that the country can improve? If you say, „But I´m from Mogadishu, it´s too dangerous there!„, I can tell you, that Somalia is much bigger than that…!
  • For Non-Somali´s (especially Muslims): to discover a possible Muslim country to emigrate to, since in Somalia you can freely practice the Deen (religion, way of life). We are ready to help all of those, who are seriously interested, to find a place in Somalia.
  • For Non-Somali´s (especially Non-Muslims): to widen their horizon, to learn more about an undiscovered diamond, where there are thousands of investment-possibilities.

In the end, we are all from Adam and Eve, and the borders in the world are only man-made. So, why don’t we look over the borders?

We hope, you´ll enjoy your visit on our blog. We appreciate every inspiration for our further work or comments. Also we would be very glad, if you support us by liking and sharing this blog.

Thank you very much and see you soon (in shaa Allah) 🙂

Khalisa from the Germali´s

 

10.Interview: Ägypten als Sprungbrett

As salaamu alaikum und Hey liebe Leser/innen,

Schon ist wieder eine Woche herum und so steht das nächste Interview vor der Tür, bzw. vor eurer Nase 🙂 Im heutigen Interview geht es wieder um eine beeindruckende Geschichte einer Deutschen Muslima, die den Schritt der Hijrah, also Auswanderung, gewagt hat: und zwar in das geschichts-trächtige Ägypten! Besagte Person heißt Maryam und kommt sogar aus der gleichen Ruhrgebiets-Stadt wie ich- trotzdem haben wir es immer hingekriegt, uns gerade eben so zu verpassen! Das erste Mal, als andere mir von ihr „vorschwärmten“, war nachdem ich gerade aus Somalia in Deutschland ankam. Da war Maryam einen Tag zuvor nach Ägypten gereist. Ein anderes mal hätte ich die Chance gehabt, sie bei ihrer Abschiedsfeier zu sehen, doch kam mir da irgendetwas dazwischen. Dabei wollte ich sie so gern kennenlernen, da sie u.a. auch Still- und Trageberaterin ist und natürlich eine interessante Persönlichkeit ist! Naja, dafür gibt es ja inzwischen die Social Media- man kann in Verbindung miteinander treten, ganz gleich in welcher Ecke (oder welchem Horn) man lebt!

Dass Maryam ausgerechnet in Ägypten gelandet ist, obwohl sie Deutsche und ihr Mann Marokkaner ist, und warum ihre Tochter ausgerechnet auf eine Amerikanische Schule geht, erfahrt ihr jetzt im folgenden Interview!


Salamu aleikum wa rahmatullahi wa barakatuh,

Ich bin Maryam, und lebe in der Nähe von Kairo.

Dass wir ausgerechnet in Ägypten gelandet sind, ist Qadr [Bestimmung Allah’s, Anm.d.R.]… Denn mein Mann ist Marokkaner und ich Deutsche und eigentlich wäre eine Hijrah nach Marokko das Naheliegendste.

Aber unser Aufenthalt in Ägypten wird mit Allahs Erlaubnis nur unser Sprungbrett sein und wir werden in shaa Allah irgendwann in Marokko landen.

Frage 1: Wohin bist du ausgewandert und wann?

Ich bin mit meinem Mann und meiner Tochter nach Ägypten ausgewandert, das war Anfang 2013 alhamdulillah.

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Frage 2: Warum hast du dir ausgerechnet dieses Land ausgesucht?

Wir sind in Ägypten gelandet durch Allahs Vorherbestimmung. Wir wollten weg aus Deutschland in ein arabisches Land und mein Mann hatte sich in verschiedenen arabischen Ländern beworben. In Ägypten hat es letztendlich geklappt, alhamdulillah.

Frage 3: Was waren deine Beweggründe für die Hijrah?

Das Wichtigste ist natürlich, die Absicht zu haben, die Hijrah für Allah zu vollziehen. Daraus ergibt sich dann der Wunsch, die Hijrah zu vollziehen, um in einem islamischen Umfeld zu leben. Dort, wo man den Islam wirklich ausleben kann, wo man sich nicht ständig für seine islamische Kleidung rechtfertigen muss, wo unsere Tochter den Islam auch außerhalb unserer Familie sieht, wo man wirklich frei sein kann als Muslim.

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Geht die eine Tür zu, geht eine andere auf 🙂

Außerdem hat sich mein Mann nie wirklich wohl gefühlt in Deutschland und er wollte auch nicht, dass unsere Tochter dort aufwächst.

Frage 4: Was schätzt du besonders an Ägypten?

Ich finde, was das Land ausmacht, ist seine vielfältige Geschichte!

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Frage 5: Gibt es etwas, was du dort besonders vermisst?

Ich vermisse die Schwestern, mit denen ich mich immer getroffen habe und ich vermisse es, Spaziergänge zu machen, in Parks zu gehen, mit meiner Tochter auf den Spielplatz. Leider gibt es hier, wo wir leben, keine öffentlichen Parks. Entweder muss man in einem Compound (das ist ein abgesichertes Wohngebiet, in dem meist nur reiche Leute leben) wohnen, dort gibt es Grünflächen oder Grünanlagen oder man muss eine Mitgliedschaft in einem der vielen Clubs haben, was aber auch sehr teuer ist.

Frage 6: Hattest du finanzielle Rücklagen als du ausgewandert bist?

Wir hatten so gut wie keine finanziellen Rücklagen, nur die Einnahmen aus unserer Haushaltsauflösung in Deutschland. Was dann dazu führte, dass mein Mann erstmal alleine nach Ägypten ging, um einiges vorzubereiten, wie eine geeignete Wohnung finden, die Wohnung mit dem nötigsten einzurichten, usw.

Frage 7: Hattest du vorab ausreichend Sprachkenntnisse?

Ich konnte so gut wie gar kein Arabisch, außer den Buchstaben und ein paar Wörtern.

Ich habe dann die Chance genutzt und hier in Ägypten einen Sprachkurs besucht, habe da aber die arabische Hochsprache gelernt und nicht den ägyptischen Dialekt. Das alltägliche Leben kann ich damit hier meistern alhamdulillah- also einkaufen gehen, ein Taxi nehmen und dem Fahrer den Weg erklären, usw. Nur bin ich immer noch nicht so weit, um wirkliche Gespräche in Arabisch zu führen. Alhamdulillah habe ich meinen Mann, der alles Wichtige erledigt.

Frage 8: Seid ihr dort krankenversichert?

Nur mein Mann ist krankenversichert durch die Arbeit, aber nur bis zu einem bestimmten Betrag.

Frage 9: Wie hat deine Familie auf deine Auswanderung reagiert?

Es war schwer für sie, da meine Eltern schon sehr alt waren und sie haben auch nie wirklich verstanden, warum wir in ein arabisches Land ziehen wollten. Aber da ich schon lange vorher in einem anderen Teil von Deutschland gelebt habe, war es kein Riesenschritt mehr für sie und letztendlich muss ich mein Leben leben und meine Entscheidungen treffen mit meinem Ehemann.

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Heute, etwa 5 Jahre später, ist es immer noch schwer für meine Mutter, dass ich sie nur einmal im Jahr besuchen kann, aber ich telefoniere oft mit ihr.

Frage 10: War ein Visum für Ägypten notwendig?

Bevor man nach Ägypten reist, braucht man kein Visum zu beantragen, wenn man die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Man kann ein Touristenvisum bei Ankunft am Flughafen erwerben, das gilt dann aber nur 28 Tage. Wenn das Visum abgelaufen ist, und man beispielsweise nach 6 Monaten wieder ins Ausland verreist, muss man am Flughafen eine Strafe zahlen.

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Ein längeres Visum kann man bei den entsprechenden Behörden in Ägypten beantragen. Am einfachsten ist es wenn man ein Kind hat, das in den Kindergarten, zur Vorschule oder Schule in Ägypten geht. Dann bekommt man immer Aufenthalt für das laufende Schuljahr. Oder der Arbeitgeber regelt es mit den Visa.

Frage 11: Hat dein Ehemann oder du eine Arbeitsstelle vor Ort, oder wie wird euer Lebensunterhalt gesichert?

Ja, mein Mann hat hier eine Arbeitsstelle und verdient unseren Lebensunterhalt alhamdulillah. Ab und zu gebe ich Deutsch-Nachhilfe.

Frage 12: Wie sieht es mit sozialen Kontakten aus. Hast du dort Kontakt zu anderen Konvertierten?

Ja alhamdulillah. Haben hier eine kleine Gruppe von konvertierten Schwestern aus allen Teilen Europas (Polen, Belgien, Finnland, Rumänien, früher waren noch Schwestern dabei aus Spanien, Ungarn und den Niederlanden) MashaAllah. Mit einem Teil treffen wir uns einmal pro Woche zum Quranunterricht und die anderen kommen dann dazu, wenn wir uns im Club treffen oder uns einmal im Jahr eine Villa mit Pool mieten für einen Tag und mit unseren Kindern schwimmen und planschen gehen.

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Frage 13: Kannst du dir vorstellen, bis ins hohe Alter dort zu bleiben?

Nein, das möchten wir nicht und das war auch nie unser Ziel. Das heißt aber nicht, dass wir nach Deutschland zurück wollen. Ganz im Gegenteil, wir möchten weiterhin in einem arabischen Land leben, aber eben nicht für immer in Ägypten.

Ägypten war für uns von Anfang an ein Sprungbrett, um aus Deutschland wegzukommen. Aber wir werden sehen, welche Pläne Allah für uns bereit hält.

Frage 14: Wie alt waren deine Kinder bei der Auswanderung?

Meine Tochter war damals 3 Jahre alt.

Frage 15: Welche Schule besuchen deine Kinder dort?

Es gibt sehr viele Möglichkeiten in Ägypten, was die Schulen angeht alhamdulillah. Wir haben uns für eine private Amerikanische Internationale Schule entschieden aus verschiedenen Gründen.

Zum einen, weil unsere Tochter kein Arabisch konnte als wir Hijrah gemacht haben und bis heute nicht so gut arabisch kann, um in einer arabischsprachigen Schule dem Unterricht zu folgen. Dann kommt noch dazu, dass es sehr große Unterschiede in der Bildung gibt. Es kommen auch nur private Schulen in Frage für Nichtägypter. Also gibt es noch zwei Möglichkeiten, eine nationale Schule (mit ägyptischen Lehrplan und teils Unterricht auf Arabisch oder Englisch) oder eine internationale Schule (mit dem Lehrplan des jeweiligen Landes). Es gibt auch islamische Schulen, aber diese unterrichten meist nur auf Arabisch.

Am Ende blieb dann die Wahl zwischen einer deutschen Schule oder einer englischsprachigen. Und auch in den internationalen Schulen steht Arabisch und islamischer Religionsunterricht (in arabischer Sprache) auf dem Stundenplan.

Frage 15a) Und warum habt ihr euch letztendlich für die Amerikanische anstatt die Deutsche Internationale Schule entschieden?

Zum einen weil wir wollten, dass sie sehr gut Englisch kann, zum anderen weil es in der amerikanischen Schule ab vier Jahren die Vorschule gibt und die Kinder da schon Buchstaben lernen, erstes lesen und schreiben und Rechnen und auch schon das arabische Alphabet. Die fangen mit den Kindern hier sogar noch früher an, das zu lernen MashaAllah. Meine Tochter ging zuerst in einen ägyptischen Kindergarten und da haben sie schon angefangen, den Kindern die Buchstaben auf Englisch und arabisch beizubringen.
In der deutschen schule fangen sie erst in der 1. Klasse damit an.
Es gab aber noch andere Gründe, z.B.: Wenn wir doch irgendwann die Möglichkeit haben nach Marokko zu gehen in shaa Allah, dort gibt es keine deutsche Schule… Aber englischsprachige Schulen gibt es überall!

Frage 16: Dein bestes Erlebnis im Ausland:

Das Beste ist natürlich, dass man jeden Tag 5 Mal den Adhan hört.

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Aber es gibt viele schöne Situationen, die ich hier erlebt habe alhamdulillah.

Wir leben hier in einer Nachbarschaft, wo man viele Leute kennt, sich begrüßt, wenn man an ihnen vorbeigeht alhamdulillah. Und wir leben in einem Haus mit nur 5 Parteien und davon sind nur wir und noch eine Partei Mieter. Somit kann man sagen, wir leben im Haus der Vermieterin und ihrer Familie. Und haben ein sehr gutes und persönliches Verhältnis mit ihnen, es ist fast wie eine Ersatzfamilie alhamdulillah. Ich kann meine Tochter mal bei meiner Vermieterin abgeben oder bei einer ihrer Schwiegertöchter, wenn ich was alleine mit meinem Mann erledigen muss, andersherum bringen sie ihre Kinder auch mal zu mir zum Aufpassen, wir besuchen uns gegenseitig und essen im Ramadan manchmal Iftar [Fastenbrechen; Anm.d.R.] zusammen, gehen gemeinsam zum Eidgebet [Festgebet], usw.

Hier merkt man, was Nachbarschaft bedeutet im Islam.

Ein Highlight war auch unsere Reise in den Süden Ägyptens nach Assuan. Mal zu sehen, dass es neben dem hektischen, lauten, vollem und leider auch sehr schmutzigen Kairo, Orte gibt, die anders sind. Wo der Nil noch sauber ist, wo es Natur gibt und keine Hektik.

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Was ich an Ägypten auch mag, dass man hier eine sehr weitreichende Geschichte sehen kann und Orte besuchen kann, die geschichtlich interessant sind, nicht nur die pharaonische Geschichte, sondern auch islamische Geschichte.

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Frage 17: Dein schlimmstes/eindrücklichstes Erlebnis:

Ein wirklich schlimmes Erlebnis habe ich nicht, dennoch hat Ägypten auch negative Seiten mit denen man zurechtkommen muss, wenn man hier lebt.

Da ist der Straßenverkehr, der nicht geordnet ist, wie man es von Deutschland her kennt und man ist sowohl als Fußgänger als auch als Autofahrer oder Insasse in Bussen ständig Gefahren ausgesetzt, was die Ägypter nicht weiter stört, da für sie sowie alles Qadr (Schiksal) ist und man den Unfall nicht vermeiden konnte. Wenn man kein eignes Auto hat und die „öffentlichen“ Transportmittel wie Metro, Microbus und Bus nutzen möchte, sollte man sich darauf einstellen, dass es da auch oft sehr hektisch zu geht und auch nicht so genau auf die Fahrkünste des Busfahrers achten oder welchem Verkehrsunfall man um Haaresbreite gerade entkommen ist, zudem sollte man den Berufsverkehr in Kairo möglichst aus dem Weg gehen.

Ein weiteres großes Problem ist der Müll, der einfach überall rumliegt und auch von Müllbehältern auf der Straße hat hier noch niemand was gehört.

Auch dieses „Komme ich heute nicht, komme ich morgen“- Prinzip ist hier weit verbreitet, genauso wie Unpünktlichkeit, was mich als Deutsche manchmal ziemlich aufregt, obwohl ich es schon gewohnt sein sollte.

Man muss hier einfach vieles mit Humor nehmen und viel Geduld haben.

Abschlussfrage: Welchen Ratschlag hast du für deine Geschwister, die auch Hijrah machen möchten?

Am wichtigsten ist das Vertrauen auf Allah und eine reine Absicht. Denn Allah erleichtert so vieles alhamdulillah. Man braucht aber auch Geduld und sollte wissen, dass am Anfang vielleicht nicht alles so läuft, wie man es sich vorgestellt hat. Es braucht ein wenig Zeit sich einzuleben und zurechtzukommen in einem fremden Land.

Eine gewisse finanzielle Sicherheit erleichtert es natürlich und auch dass man sich vorher über das Land informiert, dass man Kontakt zu anderen Schwestern sucht, die Hijrah in dieses Land gemacht haben und somit jemanden dort hat, der sich schon auskennt und helfen kann. Alhamdulillah ist dies alles durch Internet und Soziale Medien machbar.

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Vielen lieben Dank für deine tiefen Einblicke über deine Auswanderung, liebe Maryam! Möge Allah dich und deine Familie reichlich für eure Aufopferungen belohnen und euch in dem Land alt werden lassen, welches khair (gut) für euch ist!

Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, habe ich dieses Interview um ein paar Fragen erweitert, da es einfach noch einen individuelleren und Detail reicheren Eindruck vermittelt. Schließlich sollt ihr ja auch so viel wie möglich von diesem Land und der Auswanderung dorthin mitnehmen!

So konntet ihr diesesmal deutlich sehen, dass die Auswanderung nicht nur Schockoladen-Seiten hat. Nein, ganz und garnicht! Man opfert auch ganz schön etwas auf (Freunde, Hobbies, etc.), toleriert aufeinmal Dinge, die einen eigentlich zur Weißglut bringen könnten (Chaos, Unpünktlichkeit, u.a.). Denn wenn man einmal den Entschluss zur Auswanderung gefasst hat, möchte und sollte man nicht gleich bei der ersten Hürde wieder die Koffer packen!

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In diesem Sinne gebührt Auswanderern unser größter Respekt. Mögen sie weiterhin standhaft, geduldig und humorvoll bleiben!

Wenn euch das Interview gefallen hat, hinterlasst ruhig ein Like, einen Kommentar oder teilt es mit denjenigen, die es ebenfalls interessieren und inspirieren könnte!

Thanks so much,

Eure Khalisa von den Germali´s

Stille Wasser sind…tief!

Dieser Titel passt derzeit sehr gut zu meiner Situation. Denn die meisten, die ich kenne- selbst mir sehr nahe stehende Personen-, wundern sich sehr, sobald sie sich hier im Blog umsehen. „Wiiiiie jetzt- das kommt von dir??? Hätte ich niiie gedacht!!!“ bekomme ich meißtens zu hören. Hmm, auf der einen Seite ist es ein Kompliment, dass sie meinen Schreibstil mögen. Auf der anderen Seite ist es allerdings auch etwas deprimierend, wie anders ich „live“ so herüber kommen mag!

Nun gut, ich konzentriere mich mal auf ersteres 😉 Eigentlich jedoch sollte es die Leute nicht wundern, dass eher ruhige Menschen ein lebendiges Inneres haben, oder? Auch wenn sie es nicht so sehr nach außen ausleben, so heißt das nicht, dass sie innen auch so ruhig sind!

Stille Wasser

Still? Tut mir Leid, dein Typ ist nicht gefragt!

Stille Wasser 1Aus meiner Zeit als Nicht-Muslima wurde mir öfters der Eindruck vermittelt, dass ruhige Typen weniger gefragt seien, gar als „langweilig, zu lieb und zu ernsthaft“ gelten. Die Society ist einfach so gestrickt, dass sie laute, lachende, verrückte Menschen bevorzugt, ansonsten kann man gleich einpacken!

Ich bekam also ziemliche Minderwertigkeits-Komplexe und fühlte mich oftmals nicht angenommen, geschweige denn geschätzt. Oftmals träumte ich mich in meine eigene Welt, in der es ganz bunt aussah. Meine Mutter war meine beste Freundin neben all den menschlichen Enttäuschungen, die ich durchleben sollte.

 

Als ich die Bekanntschaft mit den ersten Arabern in meinem Leben machte, meinten die so: „Du hast ja einen Charakter wie eine Muslima!“ Unbewußt erweckte dies in mir eine Neugierde. Was das wohl heißen möge?

Zeiten ändern sich- Gott sei Dank!

Ungefähr 4 Jahre später, als 24-jährige, nahm ich den Islam an (alhamduliLlah)- und nachdem ich auch die ersten Bekanntschaften mit Schwestern im Glauben machte, fühlte ich mich zum ersten Mal so richtig angenommen und akzeptiert! Denn plötzlich waren es MEINE Charaktereigenschaften, die bei den (muslimischen) Menschen geschätzt wurden!

Zu meiner äußeren ruhigen Art kommt allerdings auch meine Offenheit für Länder und Leute hinzu, und mein trockener Humor, der so manchen Lacher herausfordern kann.

Kreatives Schreibrohr

SCHREIBROHRDurch das Schreiben, was mir wie selbst komponierte Musik aus den Fingern gleitet, kann ich das ausdrücken, was tief in mir ist- es macht riesen Spaß! Denn neben meiner ruhigen Art besitze ich auch einiges an Kreativität, wodurch so manch verrückter Gedanke zustande kommt.

Damals konnte ich dies in der Musik ausdrücken, heute eben im Schreiben.

Worauf ich hinaus möchte…

…und was ich euch damit sagen will? Urteilt bitte nicht vorschnell über ruhige Leute! Denkt nicht, sie hätten nichts drauf! Sie geben ihr buntes Inneres nur nicht jedem preis! Lockt sie einfach aus ihrer Reserve, hört ihnen auch mal zu! Dann können sie eure besten und loyalsten Freunde werden!

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Stille Wasser sind tief, aber farbenfroh!

Ich freue mich aber tierisch, wenn euch meine Artikel gefallen- sowohl vom Inhalt, als auch von der Art.

Die Welt ist einfach zu bunt, um sie über einen Kamm zu scheren, und die Leute ebenso, und das ist auch gut so (anders wär´s langweilig!).

In diesem Sinne noch weiterhin viel Spaß und Lesevergnügen auf unserem Blog 🙂

Eure Khalisa

 

9.Interview: Ein Herz für alle- in Marokko!

As salaamu alaikum und Hallo liebe Freunde,

Im heutigen Interview werdet ihr einen tiefen Einblick von Marokko bekommen- von einer Powerfrau ohnegleichen: Sara Schmidt! Ich bin so glücklich, dass ich sie noch persönlich in meiner Heimatstadt Dortmund kennenlernen durfte. Auch damals war ich schon von ihr fasziniert, denn egal, wo sie ist- diese Frau versetzt immer Steine, packt an, möchte etwas zum besseren verändern!

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Sei es damals auf einem Schwestern-Treff bei ihr zuhause (natürlich mit Vorlesung), Krabbelgruppen-Planung oder „Massen-Hijama“ (Schröpfen nach Art der Sunna. Eine professionelle Schröpferin kommt zu jemandem nach hause und behandelt eine Person nach der Anderen),- mit Sara wird es nie langweilig!

So initiativreich wie sie ist, hat sie durch ihre Selbstständigkeit mit  Forever-Produkten sich und ihrer Familie die Auswanderung nach Marokko ermöglichen können. Über Multilevelmarketing oder Forever Produkte mag es verschiedene Meinungen geben (ich hab mir selber schon welche nach Somalia bringen lassen und bin begeistert!), dafürkann sie damit ihre Existenz sichern, und das verdient allen Respekt.

Mit alledem hält sie außerdem ihrem Mann den Rücken frei, der sehr erfolgreich eine eigene Hilfsorganisation gegründet hat. Selbst ebenfalls konvertierter (allerdings Polnischer) Muslim, baut er mit größter Sorgfalt verschiedenste Brunnen in Tansania und anderen Ländern, um so etwas gegen die Ungerechtigkeit und Armut zu tun. Somit ist er natürlich viel auf Reisen, doch Sara hat genug „Mumm“, um sich alleine in einem fremden Land durchzusetzen.

Als ob Sara nicht genug zu tun hätte, setzt sich die 3-fache Mutter auch noch für Arme, Bedürfte Menschen in Marokko ein: sie sammelt Spenden und rettet damit Leben!

Aber lest selbst, lasst euch von dieser trotz allem bescheidenen gebliebenen Persönlichkeit inspirieren 🙂


Frage 1: Wohin bist du ausgewandert und wann?

Selam aleykum wa Rahmatullahi wa Barakatuhu…

Vor ca. 1,5 Jahren nach Tanger / Marokko.

Ich bin aber schon mal ausgewandert: vor ca. 4 Jahren nach Fes und bin dann nochmal umgezogen nach Kenitra . Nach 6 Monaten bin ich dann aber wieder zurück, weil ich nicht richtig vorbereitet war.

Frage 2: Warum hast du dir ausgerechnet dieses Land ausgesucht?

Da wir in Tansania Brunnen bauen (www.blue-springs.de), hatten wir erst überlegt, dorthin Hijra zu machen. Aber da meinem Mann dort schon so vieles passiert ist- von ausrauben bis hin zur versuchtem Kidnapping, haben wir uns entschieden, dass es in Marokko einfach sicherer für uns ist.

Zudem habe ich mir Marokko ausgesucht, weil es hier einfacher ist wegen dem Visum. Man kann einfach alle 3 Monate rüber nach Spanien für ein paar Stunden und hat damit wieder 3 Monate Zeit wo man im Land bleiben darf. Die Stadt Tanger ist deswegen auch geeignet, weil es Nahe an der Grenze ist und ich kein Führerschein habe.

 

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2a: Wie kommst du zurecht, ohne eine (Schwieger-)Familie vor Ort zu haben? Hast du keine Angst allein als Frau?

Am Anfang wusste ich selbst nicht, wie ich zurecht kommen soll ohne Familie hier und ohne Sprache. Aber ich habe schnell herausgefunden, wo der Supermarkt ist und durch das Internet schnell deutsch sprechende Schwestern gefunden die auch hier leben und mir vieles gezeigt haben. Ganz am Anfang bin ich einfach mit den Kindern in alle Richtungen gelaufen, um zu schauen, was es alles in meiner Umgebung gibt. Und eine Schwester, die ich noch von meiner ersten Auswanderung kannte, ist für ein paar Tage hierher gekommen, um mir einiges zu zeigen und mir mit Erledigungen zu helfen.

Frage 3: Was waren deine Beweggründe für die Hijrah?

Ich wollte meine Religion frei ausleben und mich nicht mehr als Fremde und verhasste fühlen in meinem eigenen Land und ich wollte das meine Kinder den Islam lernen und damit leben können, ohne von Lehrern usw. beeinflusst zu werden.

 

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Mein ältester Sohn ist jetzt bald 16 in sha ALLAH und ich weiß, dass es nicht nur mit der Erziehung zu tun hat, wenn man seinem Kind den Islam beibringen möchte… sobald ein Kind in Deutschland in eine Schule kommt, dann wird es bis zu 10 stunden am Tag von zig anderen Menschen meißt so erzogen, wie es nicht immer mit dem Islam vereinbar ist.

Frage 4: Hattest du finanzielle Rücklagen als du ausgewandert bist?

Ja, wir hatten gut vorgesorgt alhamdulillah. Ich hatte mich vorher selbstständig gemacht und soweit hochgearbeitet, dass ich im Ausland meinen Lebensunterhalt beschreiten kann. Ich habe mittlerweile auch eine Homepage 🙂 www.superfoodsmore.de
Zudem mache ich auch Tijara [Handel, Anm.d.R.] mit Islamischem Spielzeug hier aus Marokko. Dazu habe ich auch einen Online Shop 🙂 www.islamic-buy.de
(ich hoffe ein bisschen Werbung ist erlaubt) 🙂

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Frage 5: Hattest du vorab ausreichend Sprachkenntnisse? Und hast du die Sprache inzwischen gelernt?

Ich kann leider kein Arabisch oder Französisch, aber mittlerweile habe ich die Sprache soweit gelernt, dass ich auf dem Markt einkaufen und Handeln kann, wobei da auch noch viel einfach mit Hand und Fuß erklärt wird 🙂. Ansonsten bekomme ich Hilfe von den anderen Deutsch sprechenden Schwestern, die hier leben Alhamdulillah .

Ich habe hier sehr viele sehr MashALLAH gute Schwestern kennen kennengelernt, die mir helfen bei allem was so ansteht, alhamduliLlah.

Frage 6: Wie hat deine Familie auf deine Auswanderung reagiert?

Nicht sehr viel .. Die Bindung ist nicht so stark .. Und sie wissen, dass ich durchziehe, was ich mir vornehme…

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Frage 7: War ein Visum für das Land XY notwendig? Und wie bekommt man das, ohne Schwiegerfamilie vor Ort?

In Marokko braucht man nicht sofort ein Visum.

Mann kann einfach alle 3 Monate nach Spanien rüber zb zum Shoppen im Lidl 🙂 und dann halt wieder zurück und hat somit dann wieder 3 Monate, in denen man im Land bleiben darf…

Ich mache das jetzt, seitdem ich hier bin. Wobei ich sagen muss, mit den Kindern ohne Auto über die Grenze ist immer sehr anstrengend und auch nicht ungefährlich, aber z.B. mit der Fähre ist es ein schöner Tagesausflug, wenn auch viel kostspieliger.

Ein Visum habe ich jetzt allerdings beantragt und warte nun auf mein vorläufiges Visum. Das war eine endlose Rennerei . Wir mussten mehrere male zur Polizei und haben jedes mal Stundenlang warten müssen, nur damit sie uns dann wieder weg schicken, weil denen noch was eingefallen ist, was noch an Papieren fehlt, usw., usw., usw… Das Schwierige hier ist, dass viele Beamten bestimmten Papierkram gar nicht kennen. Z.B braucht man ein Bankkonto, aber die Banken sagen, ohne Aufenthalt gibt es kein Konto. Dann muss man halt von Marokko aus die Partnerbank in Deutschland anrufen, damit die denen dann erklären, was genau für ein Konto die mir eröffnen sollen, usw… Oder ein ärztliches Attest, indem steht, dass wir alle gesund sind. Die Untersuchung ist dann ein Ultraschall vom Bauch und Blutdruck und Gewicht messen …naja … 😀

Frage 8: Hat dein Ehemann oder du eine Arbeitsstelle vor Ort, oder wie wird euer Lebensunterhalt gesichert? (Hier kannst du für eure Projekte werben!)

Ich selbst habe mich in Deutschland selbstständig gemacht im Multilevelmarketing. Ich verkaufe Produkte für die Gesundheit und das alles Online (inkl. passives Einkommen). Als ich dort den Manager erreicht hatte, sind wir einen Monat später ausgewandert.

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Frage 9: Kannst du dir vorstellen, bis ins hohe Alter dort zu bleiben?

Ja 🙂 Ich war in der Zwischenzeit auch nicht mehr in Deutschland und möchte es auch nicht.

Ich lebe hier, wo andere Monate lang sparen, um hier Urlaub machen zu können,
Tanger ist meiner Meinung nach einer der schönsten Städte Marokkos. Hier gibt es das Meer,Wälder, Berge, Spielplätze und auch Indoorspielplätze, Man kann einfach mit der Fähre innerhalb von 30 Min rüber nach Spanien . Es gibt viele deutsche Schwestern hier, usw…

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Frage 10: Wie alt waren deine Kinder bei der Auswanderung?

14, 2 und 1.

Frage 11: Seid ihr dort krankenversichert?

Nein. Einmal Arm brechen hat uns hier 500 € gekostet, aber dafür muss dann einfach Rücklagen schaffen.

Frage 12: Welche Schule besuchen deine Kinder dort? Bist du zufrieden mit ihrer Bildung?

Mein ältester geht zur Koranschule. Wenn er weit genug ist mit dem Koran lernen, kommen andere Fächer dazu. Mit dem Zeugnis kann er hinterher dann studieren gehen.

Die beiden kleinen werden noch zu Hause unterrichtet, 4x die Woche. Sie werden im Koran, Alif ba [Arabisches Alphabet, Anm.d.R.], Marokkanisch und richtig Arabisch unterrichtet von einer sehr, sehr lieben Marokkanerin.

Die Kindergärten hier gefallen mir alle nicht außer einer und da bekommt man nur einen Platz mit Aufenthalt

Frage 13: Dein bestes Erlebnis im Ausland:

Ich habe eine Marokko-Rundreise gemacht und das Land kennen gelernt. Wir waren in der Wüste und im Atlasgebirge , am Wasserfall, und, und, und…
Die Menschen hier sind alle gastfreundlich und ich hatte nie das Gefühl, das wir nicht willkommen sind.

 

Wir haben hier auch viele arme Familien besucht.

Es tut der Seele gut, mit den Armen zu sein. So kommen einem die eigenen Sorgen so klein vor und man wird dankbar für das, was man hat alhamdulillah.

Wir haben hier eine Familie besucht, die mit ihren 4 Kindern auf dem Friedhof lebt. Oder eine Witwe mit 9 Kindern wo der Jüngste behindert ist, das Mädchen hat einen Wasserkopf und deformierte Beine und einen Herzfehler. Oder die Familie von Firdaus, das Mädchen mit der Mondscheinkrankheit.


Mitlerweile bekommen wir Spenden, um den Armen helfen zu können alhamdulillah . Jetzt aktuell sammeln wir Spenden, um 80 armen Familien zu Ramadan Iftar Pakete geben zu können …. Unsere aktuellen Projekte könnt ihr auf meiner Facebook Seite verfolgen.


Frage 14: Dein schlimmstes/eindrücklichstes Erlebnis:

Viele reden immer davon, wie gefährlich es hier ist, aber bis jetzt ist nie was passiert. Obwohl ich seit über einem Jahr alleine hier bin und das ohne Auto… Das einzigste, was einmal nicht schön war: als ein ca 10-Jähriger uns belästigt hat ….

Abschlussfrage: Welchen Ratschlag hast du für deine Geschwister, die auch Hijrah machen möchten, parat?

Ich werde von so vielen Schwestern kontaktiert, die alle sagen, dass sie sofort gehen würden, wenn sie könnten. Aber kaum eine tut wirklich was, um gehen zu können.

Macht Tijara! Verzichte auf Coffee to go und Döner und spare dein Geld! Vielleicht kommt mal eine Zeit, wo du nicht mehr in der Lage bist, zu gehen und dann wirst du jeden Cent, den du sinnlos ausgegeben hast, bereuen. Gerade, wenn man Kinder hat, sollte man jede Chance nutzen, um sich auf den Weg zu machen und auf ALLAH swt vertrauen.

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Vielen Dank für deine Teilnahme und deine geteilten Erlebnisse, liebe Sara! Möge Allah dich und deine Familie reichlichst belohnen für all eure Mühen, die Welt ein Stück lebbarer zu machen!!!

Ich hoffe, nein, ich denke, dass euch dieses Interview ebenso beeindruckt hat, wie mich. Sara ist das beste Beispiel dafür, dass man nicht einfach nur reden sollte, sondern „einfach“ tun!

Zudem sieht man in diesem Beispiel ganz klar, dass man nicht allein gelassen wird, wenn man seiner Religion wegen ausgewandert ist- und insbesondere dann nicht, wenn man sogar noch anderen hilft! So heißt es so schön in einem Ausspruch des Propheten (Frieden und Segen seien auf ihm:

Wer seinem Bruder hilft, dem wird Allah helfen. Und wer einem Muslim bei der Beseitigung seiner Sorgen hilft, dem wird Allah bei seinen Sorgen am Tage des Gericht helfen. Ebenso wird Allah demjenigen, der die Schwächen eines anderen Muslims verdeckt, am Tag des Gerichts seine Fehler verbergen.”

(Überliefert bei al-Buẖārī und Muslim)

Für mich steht fest: von dieser Art selbstloser Leute, die sich für die Menschheit einsetzen, sollte es mehr geben!

Laßt uns also alle ein Stück von dieser „einfach-machen!“- Art abschneiden und loslegen mit dem, was wir so machen können! Probieren geht über studieren 😉

Liebe Grüße,

Eure Khalisa

Wohltätigkeit verpackt in Würde

Soeben bin ich in Facebook auf eine Geschichte gestoßen, die mich sehr berührte. Es geht zum einen um das Verhältnis, wofür wir unser Geld ausgeben, und zum anderen geht es darum, wie man spendet, ohne die Person zu entwürdigen.

Ein sehr passendes Thema für diesen Blog also- schließlich ist Somalia (zu Recht) bekannt für seine Armut.

Nun lest selbst einmal die Geschichte, dessen Autor mir unbekannt ist:


Sie fragte ihn: „Für wieviel verkaufst du die Eier?“
Der alte Verkäufer antwortete: „Ein Ei kostet 0.25 Doller, Madame.“
Sie sagte zu ihm: „Ich werde 6 Eier für 1,25 Dollar nehmen oder ich werde gehen.“
Der alte Verkäufer antwortete: „Komm, nimm sie zum gewünschten Preis. Vielleicht ist das ein guter Anfang, weil ich heute noch kein einziges Ei verkaufen konnte. „

Sie nahm die Eier und ging davon, mit dem Gefühl, dass sie gewonnen hat. Sie stieg in ihr schickes Auto und ging mit ihrer Freundin in ein schickes Restaurant. Dort bestellten sie und ihre Freundin, was immer sie wollten. Sie assen ein wenig und liessen viel von dem, was sie bestellt hatten stehen. Dann verlangtens ei nach der Rechnung. Das Essen kostete sie 45,00 Dollar. Sie gab 50,00 Dollar und sagte dem Besitzer des Restaurants, er soll das Rückgeld behalten.

Dies mag für den Besitzer ziemlich normal gewesen sein, aber sehr schmerzhaft für den armen Eierverkäufer.

Der Punkt ist, warum zeigen wir immer, dass wir die Macht haben, wenn wir von den Bedürftigen kaufen?
Und warum werden wir grosszügig bei denen, die unsere Grosszügigkeit nicht brauchen?

Ich habe mal irgendwo gelesen:
»Mein Vater hat von armen Leuten einfache Waren zu hohen Preisen gekauft, obwohl er sie nicht brauchte. Manchmal bezahlte er sogar extra dafür. Ich war von dieser Tat betroffen und fragte ihn, warum er das mache? Dann antwortete mein Vater: „Es ist Wohltätigkeit verpackt in Würde mein Kind“

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In dieser Geschichte wird uns klargemacht, wie leicht es für uns doch ist, Geld für teilweise banale, überflüssige Dinge auszugeben. Nicht, dass Essen banal wäre. Doch auch da muss man ja mit der Masse nicht übertreiben, so dass die Hälfte weggeschmissen wird. Und dann noch jemandem großzügiges Trinkgeld geben, der es nicht sooo sehr braucht, wie jemand, der fast von nichts lebt. Was sind schon 3 Euro mehr oder weniger?! Außerdem steht man dann gut dar- in den Augen der Freunde und des Lieblingsrestaurants.

Andererseits wird dann beim armen Eiermann sehr darauf geachtet, dass man jaaa nicht zuviel ausgibt: man stellt sich zwar großzügig dar, indem man ihm die Eier für einen Euro mehr ausgibt, jedoch ist dieser eine Euro nichts im Vergleich zu den 3 Euro Trinkgeld, über die man kaum nachgedacht hat.

Zuletzt möchte ich noch etwas ansprechen, was mir hier in Somalia auch schon häufig aufgefallen ist: Wie in obiger Geschichte erwähnt wird, achtet ein Vater besonders auf die Würde der armen Person, indem Dinge kauft, die er eigentlich gar nicht benötigt, und das noch zu gutem Preis- anstatt einfach so Geld hinzustrecken. Somit fühlt die Person sich nicht erniedrigt und abgestempelt- nein, sie konnte ja auch etwas zurück geben! Wer mag es schon, bloß seine Hand auszustrecken und bemitleidet zu werden?

Wie auch im Islam überliefert wurde, ist es besser, seine Kräfte einzusetzen, als dass man sich vor anderen demütigt und bettelt:

Der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: „Daß einer von euch sein Seil nimmt, damit ein Bündel Brennholz auf seinem Rücken herbeibringt und es verkauft, und Allah dadurch sein Antlitz (vor der Demütigung) bewahrt, ist besser für ihn, als wenn er die Menschen anbettelt, die ihm entweder etwas geben oder nichts geben!

[Sahih al-Buchari, Kapitel 24/Nr. 1471]

Dazu fällt mir direkt eine Begebenheit ein, die ich letztens in der Stadt erlebte: Ich sah einen Jungen, der nicht schlecht gekleidet war, auf dem Boden saß und Schuhe putzte. Ironischerweise auch noch vor einem der Luxusläden namens „Golden Hours“, in welches er die Schuhe nach der Reinigung brachte.

Da sagte ich unserer Großen Tochter, „Schau mal, dieser Junge- anstatt zur Schule zu gehen, muss er Schuhe putzen!“ Sie sollte ein Foto für mich machen. Daraufhin erwiderte sie: „Mama, das ist doch auch eine Arbeit!“ In dem Sinne von: besser als betteln! Das brachte mich zum Nachdenken.

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Der Junge, der sich sein Leben mit Schuhputzen verdient. In dem Milchpulver-Kanister sind seine Putzutensilien.

Nicht, dass ich vorher nicht schon solche Schuhputzer gesehen hätte- die gibt es zuhauf in Somalia. Jedoch überraschte mich seine gepflegte Kleidung, da solche Jungs eher ziemlich abgenutzte Kleidung und vom Staub benetzte Gesichter haben.

gebende Hand.jpgNatürlich wäre es für den Jungen besser, zur Schule gehen zu können. Jedoch ist es für ihn weniger demütigend, etwas zu tun, um sich seinen Unterhalt zu „verdienen“, als nur am Straßenrand zu sitzen und zu betteln.

Ich hoffe, diese Geschichte hat euch auch zum Nachdenken gebracht darüber, wie ihr euer Geld ausgebt und in welcher Weise ihr spendet.

In naher Zukunft plane ich, Geld zu sammeln für solche Fälle in shaa Allah (in einer angenehmen Art und Weise). Muss nur noch die Seite dafür einrichten.

Bis dahin,

Eure Khalisa

8.Interview: Mit einer Portion Gottvertrauen ab in die Wüste!

As salaamu alaikum und Hallo liebe Leser/innen,

In unserem heutigen Interview dürft ihr euch auf eine außergewöhnliche Geschichte einer Deutschen Muslima freuen- Umm Saad (Mutter des Saad). Sie lernte ihren Mann nur 2 Monate nach ihrer Konvertierung auf modernste Weise kennen- durch das Internet. Kurze Zeit später landete sie nirgendwo anders, als in Saudi Arabien! Wow, das Traumland der meißten Muslime und der Alptraum so manchen Nicht-Muslims (aufgrund von Vorurteilen)! Ihre Reise ging allerdings nicht schnurstracks nach Mekka oder Medina, sondern nach Riad.

Saudi Riad

Ein paar Zusatzinformationen

Bestimmt ist euch bereits bekannt, dass Riad die Hauptstadt Saudi Arabiens ist- mit ihren 4,6 millionen Einwohnern ist sie nicht nur der Hauptsitz der Regierung und des Haupt-Könighauses, sondern auch zahlreichen Botschaften. Die Stadt, welche in etwa dem Umfang Groß-Londons entspricht, ist außerdem die Gründungsstadt (1932) des  Königreiches Saudi Arabien. Diesem Königreich gingen natürlich allerlei Machtkämpfe  voran. Die Königsfamilie ist aber bis heute an der Macht.

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Schloß Masmak

Riad bedeutet auf Arabisch „Die Gärten“. Dies hat seinen Ursprung in der Tatsache, dass die Stadt 1735 auf den Ruinen der Stadt Hadscher gebaut wurde, als eine Art ummauerter Garten.

Saudi King Abdullah Park
Heutzutage gibt es zahlreiche wunderschöne Parks in Saudi. Zum Beispiel den King Abdullah Park.

Heutzutage ist Riad ein wichtiger Durchreiseort für die Pilger, die nach Mekka und Medina reisen. Tradition und Geschichte stößt hier also auf die Moderne. Selbst die Häuser sind in amerikanischem Schachbrett-Style aufgebaut.

Nun aber genug zu der Stadt an sich und zurück zu Umm Saad! Diese konnte bisher „nur“ die kleine Pilgerfahrt (Umrah) machen, da sie 7 Kinder im Alter von 6 Monaten und 10 Jahren hat (möge Allah sie segnen). Da hat sie sicherlich alle Hände voll zu tun.

Neben ihrer stückweiten Naivität bezüglich ihrer Auswanderung und ihrer Konvertierung, haben wir auch noch andere Dinge gemeinsam: wir leben beide in einer Mehrehe! Das gehört jetzt allerdings nicht zum Thema, desewegen leite ich nun das Wort an Umm Saad weiter 😉

Frage 1: Wohin bist du ausgewandert und wann?

Nach Saudi Arabien, Riyad, im Jahre 2008.

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Auf nach Riad!

Frage 2: Warum hast du dir ausgerechnet dieses Land ausgesucht?

Bei mir war es wohl etwas einfach Alhamdulillah, weil mein Mann Saudi ist.

Frage 3: Was waren deine Beweggründe für die Hijrah?

Da ich es in Deutschland einfach nicht mehr ausgehalten habe und da weg wollte, Alhamdulillah war es mein Qadr [Bestimmung, Anm.d.R.] in sha Allah, nach Saudi zu gehen.

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Al Rajhi Moschee, einer der grössten in Riyad, in der auch die Totengebete stattfinden.

Frage 4: Hattest du finanzielle Rücklagen als du ausgewandert bist?

Nein keine, aber dies war in meinem Fall nicht nötig.

Frage 5: Hattest du vorab ausreichend Sprachkenntnisse?

Nein absolut keine!

Frage 6: Wie hat deine Familie auf deine Auswanderung reagiert?

Anfangs natuerlich nicht sehr gut, aber nachdem sie gesehen haben, wie gut es mir hier geht und wie glücklich ich bin, haben sie es langsam akzeptiert.

Saudi - Kingdom Centre
Kingdom Centre in Riad.

Frage 7: War ein Visum für das Land XY notwendig?

Ja und ich musste leider 1 Jahr lang drauf warten.

Frage 8: Hat dein Ehemann oder du eine Arbeitsstelle vor Ort, oder wie wird euer Lebensunterhalt gesichert?

Mein Mann arbeitet.

Frage 9: Kannst du dir vorstellen, bis ins hohe Alter dort zu bleiben?

Ja auf jeden fall in sha Allah, aber nicht in Riyad, sondern entweder in Medinah oder Mekkah in sha Allah.

Frage 10: Wie alt waren deine Kinder bei der Auswanderung?

Meine Kinder sind alle in Saudi geboren.

Frage 11: Welche Schule besuchen deine Kinder dort?

Sie besuchen eine Staatliche Schule.

Frage 12: Dein bestes Erlebnis im Ausland:

Mein bestes oder besser gesagt schönstes Erlebnis war, wie lieb und gastfreundlich die Leute hier sind.

Gerade weil man immer sehr Negatives über die Saudis hört in Deutschland, doch sehr erstaunlich. Ich war extrem positiv überrascht, Alhamdulillah.

Natürlich meine Umrah und ich hoffe, dass ich eines Tages meine Hajj vollziehen kann In sha Allah.

Hadsch
Traum eines jeden Muslims: der Ort, an dem ca. 2 Millionen Menschen gleich sind und nur eines wollen: zu ihrem Schöpfer beten und in Frieden ihre Pilgerfahrt (Hadsch) durchzuführen!

Frage 13: Dein schlimmstes/eindrücklichstes Erlebnis:

Auf jeden fall der Kulturschock und auch das extrem heisse Klima im Sommer, aber darauf war ich schon etwas vorbereitet, da ich zuvor ein Jahr lang in Bahrain lebte.

Frage 14: Wurden deine Erwartungen vom Land über- oder untertroffen?

Ich hatte damals garnicht viel nachgedacht, sondern bin trotz all dem Negativen etc. nach Saudi und hab es bis jetzt nicht bereut Alhamdulillah.

Ich hatte damals zahlreiche Freunde, die mir abrieten, zu gehen und hätte ich all dem eine zweite Überlegung gegeben, wäre ich wahrscheinlich nicht gegangen, subhan Allah [Gepriesen sei Allah- Ausruf bei Verwunderung; Anm.d.R.]. Ein Weg ins Ungewisse und Unbekannte, jedoch mit Erfolg Alhamdulillah!

Abschlussfrage: Welchen Ratschlag hast du für deine Geschwister, die auch Hijrah machen möchten (sspeziell nach Saudi), parat? Speziell für welche, die auch von Saudi Arabien träumen? 

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Al Faisaliyah Center (1.Wolkenkratzer in Saudi Arabien)

Niemals aufgeben, gerade wenn es um die Hijrah [Auswanderung, Anm.d.R.] geht in sha Allah!

Immer Du´a [Bittgebet; Anm.d.R.] machen, natuerlich. Ich habe sehr viele Schwestern kennengelernt, die einen harten und langen Weg nach Saudi hatten und einfach nur glücklich und dankbar sind, hier leben zu können. Speziell Saudi würde ich [als Hijrah-Land] empfehlen, wegen Mekkah und Medinah, auch da gerade diese beiden Städte geschützt sind, Alhamdulillah. [Die Schwester bezieht sich hier auf eine Überlieferung im Islam, nach der die Menschen dieser beiden Städte vor dem Dajjal (Anti-Christ) beschützt sein werden; Anm.d.R.]

Möge Allah all meinen Geschwistern die sich aufrichtig die Hijrah wünschen, es Ihnen ermoeglichen, Ameen ya Rabb. Nach dem Erschwerniss kommt die Erleichterung in sha Allah!

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Allahumma amiin zu deiner Du´a, liebe Schwester, und danke dir vielmals für deine Teilnahme! Möge Allah dir und allen, die es sich wünschen, auch die Große Pilgerfahrt (Hadsch) ermöglichen!

Kurzes Fazit

Wie ihr seht, ist jede Auswander-Geschichte einfach einzigartig. Die Geschichte von Umm Saad sticht mit ihrer Naivität und damit verbundenem Gottvertrauen heraus. Schließlich reiste sie mit ihrem frisch verheirateten Mann, den sie wohl noch nicht so gut kannte, in das offiziell „konservativste“ Land aller Länder- vor dem sie sogar ihre Freunde warnten!

Ähnlich wie bei Somalia, ist jedoch die negative Berichterstattung an den ganzen Vorurteilen gegenüber Saudi Arabien Schuld.

Wenn sich die Medien auch mal auf die positiven Seiten solcher Länder konzentrieren würde, sähe die Welt (bzw. das Kopfkino vieler Leute) schon ganz anders aus.

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Wadi Hanifa

In diesem Sinne hoffe ich, euch ein Stück weit den Horizont erweitert zu haben 🙂

Bis bald (in shaa Allah),

Eure Khalisa

 

Online Freundschaften

Was bedeuten „Online- Freundschaften“ eigentlich? Spielen sie die gleiche Rolle wie „echte“ Freundschaften? Oder sind sie diesen gleichzustellen? Was tun, wenn man „nur noch“ Freundschaften online auslebt? Diese Fragen schwirren mir gerade im Kopf herum, also versuche ich sie mal zu ordnen und auszuführen.

Was mich zu solchen Fragen treibt

Wie kommt es, dass ich mir diese Fragen stelle? Zum einen „lebe“ ich schon seit geraumer Zeit mit diesen „Online- Freundschaften“ (abgesehen von meinem besten Freund, meinem Mann), und zum anderen habe ich den Eindruck, dass immer Menschen sich ein Parallel-leben im Online Portal aufgebaut haben, während sie in der Realität ziemlich einsam sind.

Ich selbst schließe mich davon nicht aus– es fing schon in meiner Jugend an, dass ich mich in Internet-Chats wiederfand. Denn mit den Mädchen-Cliquen aus meiner Schule hatte ich so meine Probleme: ich fühlte mich oft nicht dazu gehörig. Wir waren irgendwie nicht auf der gleichen Wellenlänge (Ohne wertend sein zu wollen! Denn jede Welle ist einzigartig ;-)).

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Aus den Augen, aus dem Sinn?!

Oftmals musste ich auch schon verwundert feststellen, wie „echte“ Freundschaften nur für eine gewisse Zeit hielten: nämlich solange, bis man sich aus den Augen verlor, da man die Schule, Wohnort, Studium oder einfach Interessen wechselte. Nach dem Motto: „Aus den Augen, aus dem Sinn“.

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So sollte es sein: wahre Freundschaft hält auch trotz Entfernung! Ist aber leider meißtens nicht so.

Anderes Land, andere Leute…wer macht den Anfang?

Heutzutage fehlen mir etwas die „echten“ Sozialen Kontakte, da ich nunmal in einem anderen Land lebe, in dem ich mich zwar angenommen, jedoch trotzdem anders fühle. Frühere Freunde sind zumindest „aus den Augen“. Zwischen den Somalischen Frauen und mir ist oftmals eine Barriere- sie trauen sich vielleicht nicht auf mich zuzukommen, oder sind sich unsicher, wie sie sich mit mir überhaupt unterhalten können. Deswegen ist es `einfacher´, wenn jeder seinen Weg geht.

Somalische Frauen, die aus dem Ausland kommen, sind in der Regel viel offener mir gegenüber, und wir verstehen uns meißtens auf Anhieb. Immerhin haben wir den gleichen „Background“, wie man so schön sagt! Leider gibt es von denen nicht so viele, oder sie bleiben oft nicht lange oder ich habe sie noch nicht getroffen.

Online – einfacher oder auch besser?

Da liegt es natürlich auf der Hand, sich mit Schwestern online auszutauschen, die einen vollkommen verstehen, mit denen man auf einer Wellenlänge schwimmt. Oftmals sind es sehr interessante Augenblicke, in denen man interessante Persönlichkeiten „kennenlernt“, welche ebenfalls interessiert an meinem Leben hier in Somalia sind.

FriendshipOnline

Nachdem man sich seine Geschichten gegenseitig ausgetauscht hat, geht man allerdings wieder seinem Alltag nach, denn schließlich hat man ja viel zu tun, und kennt die andere Person zu wenig, um sie mit alltäglichen Lapalien vollzuquatschen.

So bleibt man am Ende

wieder

allein.

 

Kann also eine „Online-Freundschaft“ den gleichen Stellenwert haben, wie eine Freundschaft, die man von Face-zu-Face aufgebaut hat?

Diese Frage mag jeder individuell anders beantworten. Dennoch tendiere ich zu der Behauptung, dass dem nicht so ist- es ist nicht das gleiche. Denn wenn ich meinem Gegenüber ins Gesicht schaue, erkenne ich schon in den ersten Sekunden (spätestens nach dem ersten Treffen), ob man sich mit dieser Person wieder treffen möchte, oder eher nicht. Dasselbe online abzuspüren, nur durch schreiben oder Audio´s, bedarf schon etwas längerem Zeitaufwand. Ebenso kann sich eine Person hinter ihrem Handy anders geben, als sie wirklich ist, bzw. macht man sich ein völlig anderes Bild vom Gegenüber, da man auch die Körpersprache zum Beispiel nicht mitbekommt.

Durch das alleinige online schreiben geht auf der einen Seite außerdem wertvolle Zeit verloren, auf der anderen Seite verpasst man durch diese eher oberflächlichen Kontakte eine potentielle gute Freundin, da man diesen online Freundschaften evetnuell nicht sonderlich Bedeutung beimisst. Der Alltag nimmt einen nämlich ein, bevor es überhaupt zu einem Telefonat kommen könnte, nach all der Schreiberei.

Lösungsidee: live!

Einfacher wäre es wahrscheinlich, wenn man direkt telefonieren würde-aber live! Das ist schon viel lebendiger und man merkt auch direkt, ob die „Chemie“ stimmt, um darauf eine Freundschaft aufzubauen. Zu solch einem Live- Kontakt kommt es jedoch meißtens weniger, wenn man sich `bloß´online geschrieben hat.

Allerdings gibt es da auch online Freundschaften, die weiter gehen, als nur seine Geschichten auszutauschen und gut ist. Das sind natürlich wenige Ausnahmen, aber immerhin!

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Echte Bekanntschaften auf Halbzeit

Denn selbst „echte“ Bekanntschaften sind heutzutage bloß „part-time- echt“ und der Rest spielt sich dann doch bei WhatsApp und Co. ab, da jeder seinem eigenen Leben hinterher rennt.

Vielleicht hinterlassen „echte“ Freundschaften jedoch einen tieferen Effekt im Herzen, da man die Person mit all ihren Seiten „aufsaugt“. Was hat solch eine Freundschaft jedoch für einen Wert, wenn man so gut wie vergessen ist, sobald man verschiedene Wege geht? Ist sie dann nicht ebenso vorübergehend und oberflächlich wie eine „online“- Freundschaft?

Lösungsansatz: kombinieren!

Jeder mag seine eigenen, individuellen Erfahrungen und Antworten haben (welche ihr gern kommentieren könnt!). Meine Antwort ist (derzeit), dass es Unterschiede bei Freundschaften gibt:

So manche Online- Freundschaft kann mehr in die Tiefe gehen, als ein Treffen mit der Freundin, in der der Gesprächsstoff oberflächlicher nicht sein könnte. Auf der anderen Seite ist eine „echte“ Freundschaft lebendiger und vielleicht erfüllender, da man im direkten DIALOG steht mit seinem Gegenüber, statt im MONOLOG so mancher Audio.

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Meine Tipps, welche zuerst an mich selbst gehen, sind also:

Akzeptiere, dass jede Freundschaft ihren Sinn und Zweck erfüllt- auch wenn sie noch so kurz andauern sollte, oder nur solange währt, bis man „aus den Augen“ des anderen entschwunden ist.

Manche Leute begleiten dich in einer speziellen Phase deines Lebens, weil genau dann sie dich brauchten (oder andersherum).

Wenn jeder aber in verschiedenem Tempo weiter wächst, kann es eben passieren, dass man sich in verschiedene Richtungen entwickelt und neue Freunde findet, die zum weiteren wachsen beitragen können (oder andersherum du ihnen). Das ist also ein vollkommen natürliches, und nicht persönlich zu nehmendes Phänomen!

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Zum anderen sollte man die „online“- Freundschaften nicht verteufeln– sie können tiefsinniger sein, als manche „echten“ Gespräche. Versuche jedoch am besten, die „lebendige“ Variante des Gesprächs mit einzubinden: über Telefonate, Skype- oder anderen Videoanrufe! Dadurch wird man eine viel persönlichere und realistischere Verbindung zur jeweiligen Person aufbauen, als bloß über´s Schreiben.

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So, genug von nächtlichen Gedankengängen, die ich hier einfach mal `loswerden´ wollte.

Ich möchte an dieser Stelle auch denjenigen danken, die mir trotz dieser großen Entfernung zur Seite stehen oder standen. Auch wenn es teilweise nur vorrübergehende Freundschaften sind, haben sie doch mein Leben berreichert!

Gerne dürft ihr eure Erfahrungen und Meinungen im Kommentarfeld hinterlassen!

Bis bald (in shaa Allah),

Eure Khalisa

Unverhofftes „Wiedersehen“!

As salaamu alaikum und Hallo meine lieben Leser/innen,

Nach dem letzten Interview mit UmmIlyas, welche über ihre Auswanderung nach Algerien berichtete, habe ich etwas wundervolles erfahren: Ich habe sie bereits gesehen- und zwar in einer sehr herzbewegenden Doku!

Wooow, ich konnte es kaum glauben, dass SIE das ist, mit der ich gesprochen hatte!

Luise- eine deutsche Muslima im Fernsehen

Denn damals, im Sommer 2008 bin ich auf die folgende Doku über sie gestoßen: „Luise- eine deutsche Muslima“. Bei Arte erschienen, mit dem Grimme-Preis, dem Juliane-Bartel-Preis und dem Norddeutschen Filmpreis für die beste Dokumentation ausgezeichnet (also die Redakteurin Beatrix Schwehm).

Impact dieser Doku

Ich weiß nicht mehr genau, ob ich gerade frisch zum Islam konvertiert war, oder kurz davor stand, als ich sehr von dieser Doku bewegt wurde. Jedenfalls habe ich Luise sehr bewundert, wie selbstbewußt und Lebensfroh sie sich präsentierte, wie selbstverständlich sie versuchte, alles Gelernte in die Tat umzusetzen. Und ich fand sie super sympathisch. Sie stellte irgendwie ein Idol für mich dar- wenn auch eher unterbewußt-

Aufjedenfall fühlte ich mich stark ermutigt, meinen neuen Weg weiterzu gehen, genau so wie sie!

Konvertiten und ihre Eltern

Dass man auch mit den Eltern und nahestehenden über alles reden kann (und sollte), hat diese Doku mir auch nochmal klargemacht. Gegenseitige Offenheit und Empathiegefühl ist da ganz klar von Vorteil. Wobei einem in dieser Doku Luises´Mutter fast schon Leid tun kann: als ob es das schlimmste auf Erden sei, dass die Tochter nun Muslima ist! Das zeigte mir einige Parallelen in der Denkweise von Eltern von Konvertiten: sie fragen sich oftmals, „Was ist da schief gelaufen? Was hab ich falsch gemacht als Mutter/Elternteil?„… als ob die Tochter auf einmal ein anderer Mensch sei, der vor allem etwas ganz schlimmes vollbracht hat!

Dabei ist sie bloß dabei, ihren inneren Frieden zu finden, und sie ist und bleibt IMMER die Tochter- egal, welchen Glauben sie im Herzen, oder welches Tuch sie auf dem Kopf hat!

Möge Allah unsere Eltern reichlich entschädigen für die Sorgen, die sie sich (unnötig) gemacht haben wegen unserer Konvertierung und möge Er auch sie diesen inneren Frieden finden lassen!

Und ich glaube eins kann UmmIlyas bestimmt bestätigen: wenn man ersteinmal die ersten `Hürden´(Vorurteile) zusammen durch Gespräche überwunden hat, kann man eine viel intensivere, innigere Beziehung zu seinen Eltern aufbauen!

Selbst im Interview mit UmmIlyas wird deutlich, dass sie und ihre Eltern diese Hürde längst überwunden haben und einen Weg miteinander gefunden haben, wie sie miteinander auskommen- und das sogar sehr gut (alhamduliLlah)!

Erste „reelle“ Begegnung

Umso mehr traf es mich also wie ein Blitz, als ich von einer anderen, ebenfalls nach Algerien ausgewanderten Freundin erfuhr, dass ich soeben besagte Luise interviewt hatte!!! Sofort kontaktierte ich sie und fragte sie, warum sie mir das nicht vorher gesagt hätte!

Da meinte sie in ihrer humorvollen Art, dass sie das nicht jedem direkt auf die Nase binden würde, nach dem Motto „Schau mal, wie toll ich bin- ich war im Fernsehen!„, hahaha 😀 Das stimmt natürlich auch wieder.

Sharing is caring 🙂

Ich finde es aber aufjedenfall erwähnenswert (hab mir auch ihre Erlaubnis geholt, um euch darüber zu berichten), zumal es mich geprägt hat und es durch ihre Hijrah auch wieder in unseren Blog herein passt.

Luises´Geschichte geht weiter…

Es gibt inzwischen sogar einen 2. Teil ihrer Geschichte: ausgerechnet über ihre Auswanderung nach Algerien! 2 Jahre lang begleitet sie die Reporterin auf ihrem Versuch, sich in einem fremden Land zu integrieren. Leider ist es nicht kostenlos und ich selber kann mir das Video nicht so einfach zukommen lassen (wegen der Entfernung und der nicht-vorhandenen Post). Aber ich finde es hochspannend!

Hier geht´s zu dem Link über den 2.Teil über Luises´Geschichte- ihre Auswanderung.

„Anders sein“ verbindet

Als ich mich auf die Suche nach einer kostenlosen Version ihres 2.Filmes machte, stieß ich auf eine weitere Doku, in der mir ihr Gesicht wieder entgegenstrahlte: Eine kurze Doku von einer jungen Frau, die einen Tag mit Niqab (Gesichtsschleier) herum läuft, um zu sehen, wie es ist, „anders“ zu sein (davon kann ich ja auch ein Liedchen singen- bzw.eine ganze Oper, lol!). Und siehe da- da war Luise bzw, UmmIlyas wieder ganz aktiv und überzeugend dabei!

Ich finde es toll und unterstützenswert, wenn Muslima´s sich mit ihren Fähigkeiten an die Öffentlichkeit trauen und der Welt einen Einblick in das Leben als Muslima geben. Das ist ein ganz großer Schritt in Richtung gegenseitigem Verständnis, Achtung und Wertschätzung.

Ebenso wie ich (bzw. wir alle hier vom Blog) sowohl über Somalia, als auch über das Leben als (deutsche) Muslima aufklären will und so Vorurteile abbauen möchte, so tut das UmmIlyas auf ihre Art.

Mögen dadurch noch mehr Vorurteile ab- und mehr Verständnis und ein friedlicheres Miteinander aufgebaut werden.

Ich hoffe, euch hat diese Geschichte auch ein wenig bewegt. Wenn dem so ist, lasst ruhig einen Kommentar und/ oder ein Like hier 🙂

Bis bald (in shaa Allah),

Eure Khalisa