5.Interview: Willkommen in Marokko, dem Land der Genüsse!

As salaamu alaikum liebe Leser/innen,

Im heutigen Interview geht die Reise in eins der sehr schönen Länder, das auch für Touristen sehr begehrt ist aufgrund seiner vielseitigen Genüsse: Marokko!

MarokkoKarte

Bekannt für seine wunderschönen Märkte mit aromatischen Gewürzen und einer Überfülle an frischem Gemüse, der schönen Natur und Architektut, ist es wohl eins der beliebtesten Länder Afrikas´ für Touristen aus aller Welt.

Ich sage immer, nach Marokko ist es ein leichtes, auszuwandern! Aufgrund den  kulinarischen und landschaftlichen Verlockungen, die es dort gibt. Und auch die Menschen sind sehr freundlich und recht offen. Zudem sind die Flugpreise extrem günstig im Vergleich zu denen nach Somalia!

Aber natürlich hat jede Auswanderung („Hijrah) ihre Erschwernis. Es ist nie einfach, aber es lohnt sich!

Unsere heutige Interview-Partnerin hat es nun also dorthin „verschlagen“: Abida Umm Hamza- die deutsche Muslima, die ihren neuen Landsgenossen Deutsch beibringt!

Frage 1:Wohin bist du ausgewandert und wann?

Nach Marokko, genauer gesagt, nach Kenitra (Westmarokko) im August 2016.

Frage 2: Warum hast du dir ausgerechnet dieses Land ausgesucht?

Da mein Mann Marokkaner ist, war es naheliegend, dass wir seine Heimat aussuchen.

Frage 3: Was waren deine Beweggründe für die Hijrah?

Wir wollten in Ruhe unsere Religion ausleben, ohne sich ständig erklären zu müssen. Dies wird einem in Deutschland recht schwer gemacht, hinsichtlich Hijab, die rechtzeitige Gebetsverrichtung (gerade, wenn man berufstätig ist), Kindererziehung nach dem Islam, da der Einfluss der westlichen Wertegesellschaft doch recht groß ist.

Zudem bekam mein Mann ein gutes Jobangebot in Marokko, was natürlich auch wichtig ist, wenn man auswandern möchte. Eine gewisse „finanzielle Stabilität“ sprich fester Arbeitsplatz ist natürlich ideal, alhamduliLlah.

Frage 4: Hattest du finanzielle Rücklagen als du ausgewandert bist?

Nicht wirklich…

Frage 5: Hattest du vorab ausreichend Sprachkenntnisse?

Alhamdulillah, ich habe Arabisch und Französisch studiert und das sind die beiden Sprachen, die auch hier in Marokko gesprochen werden. Daher klappt es recht gut, auch wenn ich jetzt Marokkanisch (Dialekt) besser verstehe als reden kann. Ich kenne aber auch einige deutsche Schwestern hier (es gibt nämlich eine recht große deutsche Community, mashaAllah!), die wenig bis überhaupt kein Französisch und auch nur wenig Arabisch bzw. Marokkanisch sprechen und das Leben funktioniert auch, alhamdulillah.

Fehlende Sprachkenntnisse sollten also kein Hinderungsgrund für´s Auswandern    sein 😉

Frage 6: Wie hat deine Familie auf deine Auswanderung reagiert?

Meine Eltern wussten eigentlich schon länger, dass wir mit dem Gedanken spielen, eines Tages nach Marokko auszuwandern. Trotzdem war der Schock doch etwas groß, als wir es ihnen eines Tages mitteilten. Ich muss dazu sagen, dass mein einziger Bruder auch im Ausland lebt. So fiel es ihnen dann schwer, auch ihre Tochter im Ausland zu wissen, auch dass man sich nicht mehr so regelmäßig besuchen kann.

Trotzdem haben sie uns verstanden in unseren Wünschen, in einem islamischen Land leben zu wollen.

Marokko4

Wunderschönes Meer in Kenitra

Frage 7: War ein Visum für das Land XY notwendig?

Wer nach Marokko reist, erhält ein 3-monatiges Touristenvisum. Danach ist es ratsam, sich um eine Aufenthaltsgenehmigung zu kümmern (ist mit etwas Bürokratie verbunden, aber im Allgemeinen erhält man eine Aufenthaltsgenehmigung „carte de séjour“ für 1 Jahr)

Frage 8: Hat dein Ehemann oder du eine Arbeitsstelle vor Ort, oder wie wird euer Lebensunterhalt gesichert?

Mein Mann hat sich vor 4 Monaten mit einem Deutsch-Institut selbstständig gemacht, selber arbeite ich auch dort und gebe Kommunikationskurse.

Die FB-Seite von dem Institut findet ihr hier:

https://m.facebook.com/Schillerhaus-192342891339835/

Frage 9: Kannst du dir vorstellen, bis ins hohe Alter dort zu bleiben?

Ich lebe sehr gerne hier, alhamduliLlah, daher könnte ich mir das durchaus vorstellen, in shaa Allah.

Frage 10: Wie alt waren deine Kinder bei der Auswanderung?

9, 6, 4 und 2 Jahre.

Frage 11: Welche Schule besuchen deine Kinder dort?

Eine Privatschule, dort werden sie zu gleichen Teilen in arabischer und französischer Sprache unterrichtet. (Dort sind die Klassen kleiner, in unserem Fall sogar nur max. 10 Schüler pro Klasse und das Unterrichtsklima besser als in den öffentlichen Schulen mit zum Teil über 40 Schülern)

Frage 12: Dein bestes Erlebnis im Ausland:

Ich könnte von mehr als nur einem guten Erlebnis berichten: der Adhan ist mashaAllah immer um uns herum und bestimmt den Alltag, alhamduliLlah. Auch den Monat Ramadan sowie die beiden großen Feste im Islam werden hier viel intensiver gefeiert.

Es macht eben schon einen Unterschied, ob ein ganzes Land fastet (also die Mehrheit) oder nur einzelne wie in Europa.

Marokko

Größte Moschee in Kenitra

Mit Kindern wird hier viel herzlicher umgegangen, das habe ich in Deutschland nicht oft gehabt, wenn ich mit meinen 4 Kindern in der Stadt unterwegs war. Auch als Ausländerin wird man hier sehr herzlich und stets freundlich empfangen und behandelt. Das erlebt man in Deutschland auch eher selten.

Das Leben wird hier nicht von Hektik und Stress bestimmt, es herrscht eine leichte Tendenz zum laissez-faire 😉

Frage 13: Dein schlimmstes/ eindrücklichstes Erlebnis:

Schlimme Erlebnisse hatte ich hier alhamduliLlah keine, der Straßenverkehr hier hat es in sich.

Als Fußgänger hier steht man in der Verkehrshierarchie ganz unten.

Fußgängerampeln gibt es keine, Zebrastreifen stellen lediglich eine Art Deko dar, werden aber nicht beachtet. Laufrad- bzw. Fahrradfahren mit kleineren Kindern ist hier ungeeignet.

Auch der ignorante Umgang mit Müll stört mich nach wie vor (kleinerer Müll wird sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen einfach auf die Straße geworfen) aber in shaa Allah ändert sich auch hier das Umweltbewußtsein.

Man darf nicht zu viel verlangen, das Umdenken braucht seine Zeit. Das perfekte Land gibt es nunmal nicht.

Abschlussfrage: Welchen Ratschlag hast du für deine Geschwister, die auch Hijrah machen möchten, parat?

Den perfekten Plan für die Hijrah gibt es wohl nicht, man sollte den „Sprung ins kalte Wasser“ wagen und bezüglich schulpflichtiger Kinder ist es ratsam die Hijrah nicht hinauszuzögern, da es in Marokko keine deutsche Schule gibt und man sonst eventuell sehr viel mehr aufholen muss. Und bekanntermaßen ist es für Kinder einfacher, je jünger sie sind.

Leichter macht es eine Hijrah natürlich auch, wenn man eine feste Arbeit hat, da es natürlich auch hier viele Ausgaben gibt. (Miete, Schulgeld, Essen etc.). Aber Vertrauen auf Allah ist wie bei allen Dingen im Leben unerlässlich!

Vielen Dank!

 

Ich bedanke mich auch recht herzlich bei dir, liebe Abida! Möge Allah mit dir und deiner Familie zufrieden sein und euch ein gesegnetes Leben schenken!

Liebe Leser, vielleicht ist euch auch schon eine Gemeinsamkeit aller bisherigen Hijrah-Berichte aufgefallen. Aber jetzt noch nicht die Zeit gekommen, ein Resümée zu ziehen. Erstmal wollen wir noch einige weitere Länder mitsamt persönlicher Geschichten gemeinsam entdecken!

Bis dahin (in shaa Allah),

Eure Khalisa

 

 

 

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