2.Phase: Bestandsprobe oder “Von nichts kommt nichts!”

Zurück nach Somalia

In diesem Artikel werde ich euch über meine zweite Periode in Somalia berichten, welche vom Winter 2010/11 bis Herbst 2012 andauerte. Es war die bisher härteste Zeit in Somalia für mich, aber darauf werde ich gleich genauer eingehen (in shaa Allah).

Bosasso Landkarte

Diesesmal kamen wir mit annehmbaren Fliegern (alhamduliLlah).

Hinter großer Belohnung steckt viel Anstrengung

Es ist im Islam ein bekanntes Phänomen, dass der Teufel sich zwischen den Muslim und seine Auswanderung (Hijrah) stellen will. In einer der Aussagen unseres Propheten Mohammed (Frieden und Segen seien auf ihm) wird überliefert, dass der Satan sich zwischen 3 Dinge und den Muslim stellen will, wobei eine davon die Hijrah sei: “(…) Satan liegt und wartet auf dem Weg des Sohnes Adams und er liegt und wartet vor dem Weg des Islam. Satan sagt: Wirst du den Islam annehmen und deine Religion und die Religion deiner Vorfahren verleugnen? Dann wird er nicht auf ihn hören und den Islam annehmen. Satan liegt und wartet auf ihn auf dem Weg der Auswanderung und sagt: Wirst du auswandern und dein Land und Himmel verleugnen, wissend, dass derjenige, der auswandert, nur wie das Pferd zu seinem Pflock ist? Dann gehorcht er ihm nicht und wandert aus (…).” (ungefähr übersetzt von mir; Sunan An-Nasa’i 3134; Hasan laut Al-Mundhiri und Sahih laut Sh. Albani)

Satan wird also immer versuchen, einem die Auswanderung auszureden, z.B. indem er einem einflüstert, wie rückständig es doch dort in dem Land ist, und dass man ohne die ganzen Luxusgüter nicht leben kann, uvm. Dabei ist die Belohnung für diese aufgeführten Taten (Konvertierung und Auswanderung) unermeßlich hoch, wie wir am Ende des Hadithes sehen: “Wer auch immer das tut, hat ein Recht bei Allah Dem Erhabenen auf das Paradies.” (gleiche Quelle, von mir übersetzt).

Blumen

Für mich ist es dementsprechend auch die bisher schwerste Zeit gewesen (alhamduliLlah). Diesmal hatten wir vor unserer Abreise aus England unsere Wohnung und alles aufgegeben, also wurde es nun richtig ernst mit unserer Absicht auszuwandern. Ebefalls hatten wir Versicherungen und ähnliches abgemeldet. Nun konnten wir ruhigen Gewissens einen Neuanfang in Somalia wagen (in shaa Allah).

Selbstständig auf dem Markt

Diesmal ging es für uns direkt nach Bosasso, der wohl größten Stadt des Bundesgebietes Puntland. Zu der Zeit war es in Bosasso angenehm kühl. Die Wiedersehensfreude war sehr groß (maa shaa Allah). Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kam die freudige Nachricht von einer Zwillings- Schwangerschaft meiner Co- Schwester (Maa shaa Allah). Das bedeutete jedoch bald für mich, dass ich mehr Aufgaben übernehmen musste, da sie eine Risiko- Schwangerschaft hatte und hauptsächlich liegen sollte. Normalerweise war sie es, die die ganzen Aufgaben draußen erledigte, wie zum Beispiel den täglichen Einkauf auf dem Markt. Denn wir hatten zu der Zeit- wie die meißten Einwohner- keinen Kühlschrank aufgrund der hohen Strompreise. Also musste ich ins kalte Wasser springen und mich mit meinen begrenzten Somalisch- Kenntnissen in die “Höhle des Löwen” wagen!

Bosasso Suuqe
Typische Straße in Zentrum von Bosasso

Der Markt von Bosasso ist riesengroß und wimmelt nur so von Menschen. Allein schon das Geld zählen fiel mir anfangs schwer. Denn jeder Schilling (Cent) ist ein Geldschein!  Man zieht also täglich mit ca. 300 Geldscheinen los, und muss für jedes Gemüse die einzelnen Schillings davon abziehen! Die Verkäuferinnen (meißtens sind es Frauen) zählen dann noch mal alles durch. Anfangs ließ ich mir noch von dem Kind helfen, welches ich mit mir nahm; oder ich gab das Geld direkt der Verkäuferin, so dass sie für mich zählen möge. Aber mit der Zeit wurde ich auch sicherer und es machte mir nichts mehr aus (alhamduliLlah). Der Straßenverkehr war ebenfalls gewöhngsbedürftig: ein Haufen Chaos ohne Regeln! Die einzige Regel ist wohl, dass der Stärkere gewinnt. Und sowohl Fußgänger, als auch Ziegen, die überall zwischen den Autos herum liefen, sowohl als auch Autos, die an jeder beliebeigen Stelle anhielten, machten es nicht weniger riskant. Kein Wunder, dass der Stau manchmal nur mithilfe eines in die Luft schießenden Soldaten behoben werden konnte! Aber nun gut, da musste ich halt durch!

Radius erweitern

Mein Radius in Bosasso wurde ebenfalls erweitert durch das frühmorgendliche besorgen frischer Kuhmilch. In Bosasso gab es damals nur zwei Stellen, wo man diese direkt von den Kühen besorgen konnte: eine Stelle in unserer Nähe, jedoch die kam überhaupt nicht in Frage, da die Kühe dort unter schlimmsten Umständen gehalten wurden. Sie bekamen bloß Mango- und Bananschalen als Futter, und ihre Hufen waren eine Elle lang, bereits nach oben gebogen. Zudem standen sie auf recht engem Raum in  ganz viel Mist. Die andere Stelle lag etwas weiter weg, am Rande der Stadt. Dort liefen die Kühe immerhin frei herum (wobei sie natürlich auch viel Pappe und Essensreste fraßen), und dementsprechend sahen sie auch besser aus. Eine Zeit lang konnte die ältere Verkäuferin, die die Milch sonst immer auf dem Markt verkaufte, aus irgendwelchen Gründen das nicht mehr tun. Also musste ich die Milch abholen, mit ein paar Frauen als Beifahrerinnen, die das gleiche Ziel hatten und mir den Weg zeigten. Direkt nach Sonnenaufgang ging meine Fahrt dorthin los, um die frische Milch zu holen. Danach gin es zum Markt und dann nachhause. Irgendwie genoß ich aber die “neue Freiheit”, einfach mit dem Auto raus zu fahren und Besorgungen zu machen, sprich ein normales Leben zu führen. Denn für übertriebene Besorgnis war nun kein Platz mehr, es ging einfach nicht anders (alhamduliLlah!).

Lichtblick

Ein großer Lichtblick war für mich der Tag, an dem meine Co-Schwester zu mir kam und sagte, sie hätte eine “weiße Schwester” für mich gefunden- und zwar direkt in unserer Nachbarschaft! Sie hatte draußen eine europäische Frau mit zwei Kindern entdeckt, und direkt ihre Telefonnummer “ergattert”, da sie genau wußte, dass ich mich sehr freuen würde. So dauerte es nicht lange, bis ich die Schwester besuchte. Sie kam aus Finnland zu Besuch zu ihren Schwiegereltern und freute sich ebenso, eine Gleichgesinnte zu haben. Von da an kam sie fast jeden Tag zu uns zu Besuch (alhamduliLlah). Meine neue Freundin verhielt sich ganz frei in Bosasso- sie ging überall zu Fuß hin, sei es auf den Markt oder sonstwo hin. Als meine Schwiegerfamilie das erfuhr, war sie etwas beruhigter was meine Ausflüge betraf (alhamduliLlah).

Riskanter Ausflug

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Strand in Bosasso,, etwas außerhalb des sandigen, jedoch vollen Strandes.

Eines Tages fuhr ich zwecks unseres Wochenend- Ausflugs mit einem übervollen Autobus (einige unserer Verwandten Kinder waren auch dabei) zum Strand. Wir waren nur Frauen und Kinder im Auto. Ich war so sehr auf die Huggelpiste auf der ich fuhr konzentriert, dass ich garnicht bemerkte, dass ich direkt auf den Präsidentenpalast des Puntland-Präsidenten drauf zu steuerte! Durch einen Schuß wurde ich dem gewähr und wollte schnell umdrehen. Jedoch ließ ich diese Idee aufgrund eines zweiten Schußes sofort fallen. Dann kam auch schon ein Soldat und fragte, was wir denn vorhätten. Ich war etwas wagemutig, indem ich ihm harrsch antwortete, dass wir bloß zum Strand wollten und ich ihn nicht gesehen hätten. Alhamdulillah ließ er uns gehen. Während unseres ganzen Ausfluges wurden wir von einem merkwürdigen Auto beobachtet, das erst abfuhr, nachdem wir das auch taten. Aber das war uns egal, wir hatten trotzdem einen schönen Ausflug (alhamduliLlah). Das war auch nur ein Einzelvorfall, nicht dass ihr denkt, es läuft jedesmal so ab!

Unter einem Dach mit Schwiegermutter

Im Mai 2011 musste meine Co- Schwester uns verlassen, da sie ihre Zwillinge in Dänemark bekommen sollte. Es war für alle kein leichter Abschied, zumal auch mein Mann mit ihr gehen musste. Dafür zog meine Schwiegermutter (möge Allah ihr gnädig sein) zu uns, um mir mit allem zu helfen. Somit begann für mich das ‘echte’ somalische Leben: ich hatte plötzlich niemanden mehr, mit dem ich mich verständigen konnte außer auf Somalisch (und das war damals noch ziemlich begrenzt); ich lernte Wäsche von Hand zu waschen, auf Feuer zu kochen und lernte auch die gesamte Familie nochmal besser kennen, da jeden Tag welche zu Besuch kamen. Leider war es dann auch wieder soweit, dass es zu heiß wurde, um in Bosasso zu bleiben. Also mussten wir nach Qardho umziehen, wo ich ja schon bei meinem ersten Aufenthalt in Somalia war.

Qardho isku eg

Meine Schwiegermutter hatte wirklich viel Verständnis und Geduld mit mir in Anbetracht dessen, dass wir aus zwei völlig verschiedenen Welten kamen. Sie war das harte Nomaden-leben gewohnt, zog mit 10 Kindern und noch anderen anvertrauten Kindern durch die Steppe, und auch im hohen Alter wollte sie sich kaum bei irgendetwas helfen lassen (maa shaa Allah). Daneben kam ich mir als verwöhntes Stadtmädchen ganz komisch vor! Ich fragte mich manchmal, was mir nun mein Abitur gebracht hat für solch ein Situation.

Ich konnte also viel von ihr lernen, und abgesehen von ein paar Missverständnissen haben wir uns irgendwie doch gut verstanden (alhamduliLlah). Sie war aber auch sehr besorgt um mich, so dass ich mir für jedes rausgehen einen guten Grund (die gab es Gott sei Dank genug) überlegen musste.

Rätsel des Tages: Woher kommt sie?

Fragezeichen.jpgQardho ist eine kleine (aber recht grüne) Stadt, die dank der sommerlichen Zuzügler aus Bosasso richtig an Größe zunahm. Aber trotzdem ist es noch sehr dörflich. Wenn ich durch die Straßen fuhr, bekam ich immer sehr viel Aufmerksamkeit und Kommentare, obwohl ich von Kopf bis Fuß bedeckt war! Es kam sogar vor, dass einige Kinder mich als “Gaalo” riefen. Das ist ein Begriff für einen Nicht- Muslim. Für sie konnte jeder Weiße Mensch einfach nur ein “Gaalo” sein, egal wie muslimisch man sich bedeckte! Und auch gebildetere Leute rätselten des öfteren, ob ich nun Araberin sei oder was sonst noch. Sie waren also keine Ausländer gewohnt, höchstens gut bewachte UNO- Mitarbeiter und ein paar Arabische Ärzte oder Lehrer.

Das hat mich aber nicht davon abgehalten, im Ramadan nachts zur Moschee beten zu gehen mit meiner Schwägerin. Auch da schauten sie natürlich, aber es war anders, da die Frauen dort gebildeter waren. Außerdem war ich durch das Gebet unverkennlich ein Muslim (alhamduliLlah) 🙂

Internet- Entzug – heute unvorstellbar!

Qur'an
Kein Internet: mehr Zeit für den Qur’an!

Mit den ganzen Kindern meines Mannes war es natürlich nicht immer einfach, aber sie gaben mir auch einen Grund, dort zu bleiben und für sie da zu sein. Denn so hatte mein Mann und seine andere Frau noch indirekt einen Draht zu ihren Kindern und waren ständig auf dem neuesten Stand. Internet hatten wir anfangs noch nicht, dafür ein Festnetz- Telefon, was natürlich ins Ausland nicht ganz billig war. Mit meinen Eltern hielt ich aber trotzdem immer so einmal in der Woche den Kontakt. Durch den Internet- Entzug (damals kannte ich kein WhatsApp und war auch nicht auf FB) lernte ich in der Zeit jedoch sehr intensiv das Rezitieren des Qur’ans (alhamduliLlah). Dazu wurde ich auch durch die Kinder angespornt, die Vormittags und Nachmittags zur Qur’an- Schule gingen (es war ja ihre Ferienzeit, also hatten sie keine Schule). Abends half ich ihnen dann mit ihren Hausaufgaben, die aus dem Auswendiglernen bestimmer Stellen im Qur’an bestanden. Diese Internet- Entzugs-Phase tat mir also eigentlich ganz gut! Später hatten wir Internet, aber es funktionierte nicht immer. Dadurch hatte ich ab und zu wertvolle Kontakte zu einem Muslima- Forum.

Pädagogische Herausforderung

erzieher glückGerade auch das erste halbe Jahr ohne meinen Mann hatte ich Sorge zu tragen um die Kleinste, die damals erst fast 3 Jahre alt war. Wenn man noch keine eigenen Kinder hat, ist es generell nicht so leicht, mit Kindern in jeder Lage angemeßen umzugehen, aber ich versuchte mein Bestes. Ich habe mir schon immer Arbeiten mit Kindern gewünscht, nun bekam ich diese Gelegen-heit– ich bin vielfache Mutter geworden, ohne Wehen gehabt zu haben (alhamduliLlah). Doch Somalisch Erzogene Kinder sind auch eine echte Heraus-forderung: durch die andere Erziehungsmethode, welche vor allem mit Druck und Angst arbeitet, hat man es als Europäer erstmal nicht so leicht, sich benächsten Berichti ihnen durchzusetzen. Denn wenn man nicht die gleichen Methoden anwendet, nehmen die Kinder einen nicht ernst (“Mit ihr kann man es ja machen, die schlägt nicht!”). Also musste ich mich etwas anpassen, zumindest im Tonfall. Noch bis heute wundert sich mein Mann manchmal, wie anders ich auf Somalisch rede als wenn er mich Englisch oder Deutsch reden hört. Ich kann auch besser auf Somalisch schimpfen als auf Deutsch. Irgendwie habe ich mir das unbewußt so angewöhnt!

TelefonIch weiß garnicht mehr, wie die Zeit doch herum ging, ohne dass ich jemanden um mich hatte, mit dem ich mich zumindest auf Englisch hätte verständigen können. Mein Mann kam zwar alle paar Monate, aber die meißte Zeit waren wir getrennt. Das Schwierigste war für mich, dass ich mich einsam fühlte, obwohl ich unter Leuten war. Ich konnte mich halt nur oberflächlich mit ihnen verständigen. Aber Gott sei Dank war ich ja auch viel beschäftigt und letztendlich hatte ich viel Halt durch die häufigen Telefon-gespräche mit meinem Mann und meiner Co- Schwester, nicht zuletzt aber auch in meinen Gebeten zu Allah (alhamduliLlah).

Falscher Film? Terror- geschockt!

Dr.Ahmed Haaji Abdirahman
Sh. Ahmed Haaji Abdirahman

Wieder in Bosasso angelangt, passierte im Dezember 2011 etwas Schreckliches: einer der besten Freunde meines Mannes, Sh. Dr. Ahmed Haaji Abdirahman (möge Allah seiner gnädig sein), wurde hinterlistig ermordet. Es geschah am frühen morgen, als der fastende Shaikh gerade vom Morgengebet aus der Moschee herauskam und nach Hause gehen wollte. Da schossen drei junge Männer erst in die Luft, dann jagten sie ihm hinterher und schossen ihm direkt in den Kopf. Das war nur ein paar Meter vor seiner Haustür, vor den Augen seiner Frau. Etwa 800 Meter von uns entfernt. Täter: Anhänger von der Terrorgruppe Al Shabab. Grund: Er wollte sich ihnen nicht anschließen! Irgendwie veränderte sich von da an so einiges. Es war so ein Aufwach- Erlebnis wie 9/11, auch wenn es in einem kleineren Ausmaß war. Jedoch der Verlust jedes einzelnen Menschenleben auf solch grausame Weise ist einfach furchtbar (ob es nur einer ist oder Tausende) und widerspricht den Lehren, welchen diese Extremisten vorgeben zu folgen. Denn im Qur’an steht: «Wer einen Menschen tötet, tötet die gesamte Menschheit, wer einen Menschen rettet, rettet die gesamte Menschheit.» (Vers 32, Sure 5)

Ein Anschlag mit Konsequenzen

Von da an wurden in Bosasso die Gesetze für den Waffenbesitz ernster genommen: Es durfte nurnoch jemand mit offizieller Lizens eine Waffe besitzen. Dafür wurden zumeißt nachts Wohnungsdurchsuchungen veranstandet. Auch nach Anhängern von Al Shabab wurde überall gesucht. Ich hatte ein sehr mulmiges Gefühl, da ich nicht sicher war, was diese Soldaten mit mir machen würden FALLS sie zu uns kommen würden. Denn sie würden wahrscheinlich erstmal denken, ich wäre da, um mich dieser Gruppierung anzuschließen (Allah bewahre)!

attentionDiese extreme Gruppierung spaltete auch ganze Familien, welche Mitglieder an diese Gruppierung verloren hatten (sowohl physisch, oder auch einfach mental). Das musste ich leider auch hautnah erleben. Generell war diese Terror-Gruppe noch sehr viel aktiver, als sie heute hier in Puntland ist, denn von diesem Tag an fing der Kampf gegen sie an. Auch mein Mann machte es sich von da an noch mehr zur Aufgabe, gegen diese Gruppe aufzuklären. Sobald er in Somalia war, organisierte er Tagungen und andere Veranstaltungen, um vor allem die Jungen Leute über den wahren Islam aufzuklären und sie davon abzuhalten, sich dieser Guppierung anzuschließen. Er hat sich von direkten Morddrohungen und Bombenwarnungen bis heute nicht davon abbringen lassen, weiter zu machen (maa shaa Allah). Jedoch wurde sein privates Leben dadurch auch etwas eingeschränkt, denn bis heute hat er deswegen Bodyguards an seiner Seite. Nicht, dass er sich vor diesen Extremisten fürchten würde- eher zur “Beruhigung” seiner Familie und seines Stammes, dessen Oberhaupt (Sultan) er vor ca. 2 Jahren geworden ist. Möge Allah ihn für seinen Einsatz segnen und immer beschützen!

Sh.Abdulkadir Nur Farah
Sh. Abdulqadir Nur Farah

Keiner stirbt, bevor die Zeit für ihn gekommen ist. Damals wußten wir noch nicht, dass einer der großen Gelehrten Somalias’ – Sh. Abdulqadir Nur Farah (möge Allah ihm gnädig sein und ihn mit Jannatul Firdaus belohnen)- im Februar 2013 von einem der Al Shabab – Terroristen umgebracht werden würde. Und zwar inmitten WÄHREND des Gebets, IN der Moschee!!! Inna liLlahi wa inna Ilayhi raji’un (Von Allah kommen wir und zu Ihm kehren wir zurück). Er war für meinen Mann wie eine Art Vater- Ersatz und einer seiner wichtigsten Lehrer. Zuvor hatten wir ihn noch in seinem äußerst bescheidenem Hause besuchen dürfen.

Dazu muss ich nun allerdings erwähnen, dass es heutzutage schon ganz anders ist (alhamduliLlah). Durch solche Geschehnisse wurden die Sicherheitsvorkehrungen und Vorsichtsmaßnahmen deutlich erhöht, und offiziell gibt es hier keine Al Shabab- Anhänger mehr. Gegen Einzeltäter kann man natürlich nichts machen. Allerdings, wo kann man das heutzutage schon- wo ist man noch sicher vor diesen Hirngewaschenen Menschen?

Freudenbotschaft

Im Frühjar 2012 erreichte uns auch eine freudige Nachricht, auf die wir schon länger gewartet hatten: ich erwartete mein erstes Baby (alhamduliLlah)! Dies brachte eine deutliche Veränderung meiner Hormone mit sich, und so hatte ich plötzlich sehr heftiges Heimweh. Wir hatten aber sowieso vor, dass ich mein erstes Kind in Deutschland kriegen sollte. Beim ersten Kind weiß man noch nicht, ob es zu Komplikationen führen wird (weiß man zwar nie, aber das Erste ist oft das Schwierigste). Zudem ist die hygienische Lage in den Krankenhäusern natürlich nicht die gleiche, von der Ausstattung ganz zu schweigen. Auch eine Deutsche Botschaft gibt es hier nicht, was es etwas kompliziert macht, einen Deutschen Pass für das Neugeborene zu bekommen. Denn mit einem Somalischen Pass kommt man heutzutage leider nicht so weit- überall wird ein Visum erwartet.

Auf nach Deutschland!

mit der erschwerniss.jpg

Nach Erschwernis kommt Erleichterung- so wird es uns im Qur’an versprochen. In meinem Fall war es die Ankunft meiner Co- Schwester im Sommer 2012 mit ihren inzwischen 1-jährigen Zwillingen (alhamduliLlah). So konnte ich dann kurz vor der Geburt meines Sohnes nach Deutschland fliegen (etwa Oktober 2012). Diesesmal war es mir aufgrund meiner Hormone auch ganz recht, und auch, weil ich einfach mal Zeit zum Verarbeiten des Erlebten brauchte.

Wie es mir in meiner nächsten Zeit in Somalia erging, werde ich euch (in shaa Allah) in einem nächsten Bericht schreiben!

Bis bald (in shaa Allah),

Eure Khalisa

 

 

 

 

 

 

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